Donnerstag, 20. März 2014

Warum jagen in der Krise keine Option ist

Manche Menschen denken, sie könnten wenn in Krisenzeiten die Supermärkte leer sind, einfach im Wald Beeren und essbare Pflanzen suchen oder Tiere jagen. So nützlich diese Kenntnisse und Fähigkeiten -falls vorhanden- sein mögen, wird es sicher gehörig daneben gehen sich ausschliesslich darauf zu verlassen.





Wenn die Supermarktregale leer sind glauben manche, sie könnten zu archaischen Ernährungsweisen wie jagen und sammeln zurückkehren. Manche von denen glauben auch, sie seien die einzigen, die diesen genialen Einfall hätten. Doch ohne entsprechende Kenntnisse und Erfahrung bleibt hier im günstigsten Fall der Magen nur leer, im schlimmsten Fall droht eine Vergiftung.

Das erste Problem das sich dabei stellt ist nämlich, dass diese Leute meistens von der Jagd keine Ahnung haben. Weder von den Tieren und ihrem Verhalten, noch davon wo man sie findet oder wie man sie jagt und auch nicht davon wie man sie verarbeitet.

Das zweite Problem ist der Mangel an geeigneten Waffen um größere Tiere wie Rehe und Wildschweine zu erlegen. Steinzeitjäger mit Speeren waren in kleineren Gruppen teilweise Wochen lang unterwegs um ein einziges größeres Tier zu töten. Tiere in der Gruppe und mit Hunden zu hetzen, braucht mehrere Personen die sich untereinander gut genug kennen und vertrauen, damit nicht einfach ein paar Leute sich mit der erlegten Beute aus dem Staub machen.

Sollte man über Pfeil und Bogen oder eine Armbrust verfügen, so ist die Jagd immer noch eine extrem zeitaufwändige Angelegenheit und oft wird der Jäger hungrig und mit leeren Händen nach Hause gehen.
Wenn man mit Scheibenspitzen auf Wildtiere schiesst, werden diese, trotz einem eventuellem Treffer, noch weite Strecken fliehen um schlimmstenfalls in einer unzugänglichen Deckung unauffindbar und qualvoll zu verenden. Ohne scharfe Jagdspitzen für die Bolzen oder Pfeile kann Wild nicht erfolgreich erlegt werden.
Davon abgesehen ist die Jagd mit Bogen oder Armbrust in Deutschland momentan ohnehin generell verboten.

Schusswaffen und ihr Besitz sind in Deutschland strengen Regulierungen unterworfen und der durchschnittliche deutsche Verbürger hat von ihrer Anwendung auch meist keinen Schimmer. Auch wenn man ein taugliches Gewehr in einem ausreichendem Kaliber sowie eine geeignete Munitionsart besitzt, so ist die Jagd immer noch sehr Zeitaufwändig.

Schafft man es trotz allem ein Tier zu erlegen, so kommt das Problem des Aufbrechens hinzu. Manche Jäger ruinieren sich ihr Wild schon indem sie einen Darmschuss landen und durch die Verkotung das Fleisch kontaminiert wird. Andere verletzen beim Aufschneiden innere Organe deren bakterieller Inhalt dann ebenfalls das Fleisch ungenießbar macht.
Genauso ist es problematisch wenn man bestimmte Wildkrankheiten und Organverfärbungen nicht erkennen kann. Eine Rehlunge voller Würmer mag das Stück auch für den Laien als unbrauchbar zu erkennen geben, aber wie sieht es mit dem Rest aus? Wer würde denken, dass ein Tier trotz Befall mit Rachendasselfliegen genießbares Muskelfleisch trägt?

Die letzte Hürde an der viele Leute scheitern werden ist die Verwertung der Beute. Ein großes Tier wie ein Reh wird nicht mal von einer ganzen Familie an einem Abend verzehrt und gerade in Notzeiten kann man sich Verschwendung nicht leisten. Wenn die Gefriertruhe keinen Strom mehr hat, was passiert dann mit dem übrig gebliebenen Fleisch? Haben sie die Möglichkeit Fleisch zu räuchern, zu pökeln oder einzutauschen?


Fallenjagd

Menschen haben diese Methode der Jagd entwickelt um sich Zeit zu sparen und auch andere Dinge tun zu können. Es gibt viele verschiedene Arten von Fallen um alles Mögliche auf vier Beinen oder zwei Beinen, was fliegt oder schwimmt, tot oder lebendig zu fangen. Welche Fallen kann man in Notsituationen selbst bauen? Wo stellt man diese Auf? Kann man Spuren und Wege der Tiere erkennen?


Fallen müssen aber immer noch ein- bis zweimal täglich kontrolliert werden und je nachdem wie weit entfernt man von einem Jagdgebiet lebt, desto zeitintensiver kann das sein.Gerade bei Fallen für kleinere Tiere kann es dann passieren, dass sich die Beute einfach der Fuchs holt oder sonst jemand, der auch Hunger hat.


Gefahr durch andere Jäger

Wer in Krisenzeiten, in denen Nahrung ein Problem ist, im Wald herumstreicht und dort etwas Essbares finden will, der wird zwangsläufig Konkurrenten haben. Anders als diese aus der Not heraus entstandenen Jäger und Sammler gibt es aber auch die erfahrerenen Wilderer und Jäger, die besser ausgestattet sind mit Bewaffnung, Ausrüstung und Wissen. Eventuell werden diese den Möchtegern Jägern einfach das mühsam ergatterte Wild samt Waffen abnehmen, oder diese gleich erschiessen.




Jagd ist keine Ernährungsgrundlage mehr

Immer wenn Gesellschaften deren Ernährungsgrundlage die Jagd war konkurriert haben mit Gesellschaften die eine Agrarkultur von Ackerbau und Viehhaltung betrieben, verschwanden die jagenden Gesellschaften, oder wandelten sich ebenso zu Agrargesellschaften. Agrarkultur ist eine effektivere Flächennutzung während die Jagd im Vergleich zu ihrer Ausbeute sehr energieintensiv und aufwendig ist.


Jagen bietet auf Dauer keine Ernährungsgrundlage mehr. Der kluge Überlebenskünstler und Prepper ist ein opportunistischer Jäger und tut dies nur wenn sich die Gelegenheit dazu anbietet während man wichtigeren Tätigkeiten nachgeht.

Trotzdem wird geraten den Jagdschein rechtzeitig zu machen und die erforderlichen Kenntnisse und Werkzeuge zu erwerben, bevor man im Notfall bei Versagen mit Hunger oder schlimmerem bestraft wird.
Wer sich mit der traditionellen Jägerschaft nicht anfreunden kann, für den bietet vielleicht der ÖJV eine Möglichkeit sich dem Thema zu nähern.



Kommentare:

  1. Wie wahr. Ich bin zwar kein Jäger, aber ich verstehe genug von der Jagd um zu wissen, dass ich es nicht kann. Habe aber schon genug Leute getroffen, die glauben, der Hirsch sei das Männchen vom Reh. Wie du andernorts geschrieben hast, ist unsere Gesellschaft eine Gesellschaft von Weicheier und Nichtswissern.
    Gerade als Angler denke ich mir immer wieder, wie das wohl rauskommen würde, wenn alle, die in ihrem Survivalkit Schnur und Haken haben, versuchen würden, damit auch was zu fangen. Irgendwie wäre es sicher wahnsinnig lustig, dort zuzuschauen...

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  2. Hier in der Gegend sind die Wälder übrigens voll von Kreuzen und Gedenksteinen von Menschen die nicht stark b.z.w. skrupellos genug waren. Die meisten Touristen und Wanderer interessieren sich eher weniger für diese Mahnungen.

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  3. Postcollapse jage ich mir Nahrung mit meiner Armbrust und so...
    http://i.imgur.com/RKwPsCc.jpg
    LL

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    1. Sowas passiert wenn man meint mit Scheibenspitzen jagen zu gehen.
      http://www.dailymail.co.uk/news/article-3413076/Opossum-miraculously-survives-shot-head-torso-crossbow-arrows.html

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  4. Ein zusätzliches Problem ist auch dass die Zecken die sich an dem Tier festgebissen hatten dann bei dir landen während du es bearbeitest, (oder du bekommst die Viecher schon bei der Pirsch).
    Und schon fängst du dir Borreliose oder Mongoenzephalitis ein.

    Die Natur findet immer einen Weg dir in die Suppe zu spucken.

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    1. Wenn das für dich ein Problem ist dann hättest du längst aus dem Genpool verschwinden sollen. Zecken fallen nicht einfach ab und beissen sich dann bei dir fest, Zecken sind blind und brauchen ungefähr eine Stunde bis sie sich festgezeckt haben. Und diese Zeckenkrankheiten sind total übertrieben die wieder hoch kommen wenn die Medien gerade nichts zum schreiben im Sommer haben. Pussy.

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