Sonntag, 6. April 2014

Fluchtrucksack und Bug out Bag



Der Fluchtrucksack oder "Bug out Bag" ist mittlerweile fast ein moderner Fetisch für den Überlebenskünstler geworden. Mit dieser Trumpfkarte kann man sich im Ernstfall sicher absetzen und "ausbuggen". Nur den wichtigsten Aspekt vergessen viele vollkommen: Wohin?

Die Flucht
Der Bug out Bag, Fluchtrucksack oder der INCH(I never come home) Pack ist gepackt mit den nötigsten Notwendigkeiten die man im Falle einer schnellen Flucht braucht. Der Fluchtrucksack ist kein mobiles Zuhause und soll nur helfen die Zeit zu überbrücken, die man braucht, bis man an seiner Bug out Location bzw. dem sicheren Ziel seiner Flucht angekommen ist. Wichtiger als der Fluchtrucksack ist zu wissen wohin man flüchtet. Hat man keine sichere Location in der man eine Krise aussitzen kann ist man mit seinem Fluchtrucksack nur ein besser aufgestellter Flüchtling von denen es viele geben wird und die ziellos die Straßen füllen werden.
Werden sie niemals jemals zu so einem Flüchtling!

Meiden sie Straßen und Gegenden in denen Gefahren lauern könnten. Straßen werden verstopft sein mit Flüchtlingen oder Autoleichen. Eventuell findet auch Wegelagerei statt oder gar Überfälle. Gefahr besteht auch von Behörden die Kontrollposten aufstellen und ihr Auto durchsuchen wollen. Wer sind sie? Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Haben sie Papiere dabei? Sieht aber ganz schön militärisch aus was sie dabei haben! Bitte gehen sie mit dem Kollegen zur Personalienaufnahme.

Bewegen sie sich tagsüber. Nachts sehen sie nichts und man hört Geräusche wie brechende Äste sehr viel weiter als am Tage.


Das Ziel
Wenn sie keine sichere Location haben zu der sie gehen können wenn die Lage unangenehm wird, dann machen sie sich jetzt Gedanken darüber. Gleichzeitig können sie sich fragen, wie sinnvoll es ist, nicht gleich in eine sicherere Gegend umzuziehen. Eine Bug out Location sollte natürlich das nötigste haben um eine Krise aussitzen zu können. Hier lagern Vorräte, hier kann man sich autark versorgen und ausharren. Alles was sie im Ernstfall brauchen und nicht 100% sicher und komfortabel auf der Flucht transportieren können befindet sich bereits hier. Haben sie Familie dort? Gleichgesinnte? Existiert eine Gemeinschaft oder sind sie komplett auf sich allein gestellt?


Der Zeitpunkt
Der Zeitpunkt der Flucht ist ebenso wichtig. Wer beim ersten Anzeichen von Börsencrash im Radio mit dem Fluchtrucksack in sein Auto springt, oder besser noch zu Fuß, versucht möglichst schnell zu seiner BOL zu gelangen, der handelt überstürzt und lässt eventuell wertvolle Ressourcen ungeschützt zurück.
Wer in einer Krise ausbuggen will gerät eventuell als besser ausgestatteter Flüchtling in einen Flüchtlingsstrom der von den Behörden überwacht und aussortiert wird. Eventuell wird man auch von nicht so gut ausgestatteten Flüchtlingen ausgeraubt.
Will man zu spät die Flucht ergreifen, etwa dann wenn Lord Humungus und die Ödlandbarbaren das eigene Haus umstellt haben, sind die Straßen unsicher und die Reise gefährlich. Eventuell hat man Verfolger abzuschütteln und muss sich vor noch existierenden oder marodierenden Behörden in Acht nehmen.


Ausstattung im Falle einer Flucht mit Fluchtrucksack
Der Fluchtrucksack ist wie gesagt kein mobiles Zuhause und soll ihnen nur helfen den Weg bis zu einer sicheren Location, wo die eigentlichen Vorräte sich versteckt befinden, zu meistern.
Nehmen sie nur das aller nötigste mit. Wärme und Schlaf sind bspw. wichtiger als Essen und trinken. Man kann einen Tag hungern, man kann auch einen Tag dursten, aber in einer einzigen Nacht kann man erfrieren.
Wenn sie Wasser mitnehmen, dann nehmen sie besser nur um die zwei Liter, den durchschnittlichen Tagesbedarf eines Erwachsenen, und einen Wasserfilter mit. Wasser ist Gewicht und es ist besser sich an einer Wasserquelle aufzustocken anstatt zuviel Gewicht mit sich zu tragen. Wo es Wasserquellen gibt sollten sie natürlich vorher in ihre geplante Fluchtroute einbeziehen.
Wenn sie etwas zu essen mitnehmen, dann rechnen sie nicht damit in einer Fluchtsituation sich am Lagerfeuer gemütlich ihren Topf Stroganoff kochen zu können. Langzeitlebensmittel, Trekkingfood und andere zivile Campingnahrungsmittel müssen entweder gekocht oder mit heißem Wasser aufgegossen werden. Packen sie sich lieber etwas ein, dass sie gleich verzehren können wie bspw. Kekse oder Komprimatverpflegung. Feuer machen um Essen oder Wasser zu kochen würde sie verraten.

Der Rucksack sollte gepackt nicht sonderlich groß sein. Ein großer Rucksack sieht nach fetter Beute aus. Sollten sie sich für diesen Fall mit einer Schusswaffe bewaffnen, dann wählen sie für eine kurze Distanz aus wie eine Schrotflinte, Selbstladepistolen oder im günstigsten Falle eine vollautomatische Maschinenpistole, die sich auch leicht verbergen lässt. Ein Jagdgewehr mit Zielfernrohr würde keinen Sinn machen, da man Gefahren die man auf eine größere Distanz bekämpfen könnte, genauso an sich vorbeiziehen lassen bzw. umgehen kann. Gefahr besteht hier auf kurze Entfernung.




1 Kommentar:

  1. Moin,

    es wird überall Standardmäßig davon ausgegangen, daß man flüchten will oder muß.
    Was, wenn man nicht flüchten will oder kann?
    Wenn man keine sichere Location außerhelb hat?
    Was, wenn es auf dem Lande sicherer erscheint im Haus zu bleiben und seine Prepperei daraufhin zu optimieren?
    Ich denke, daß es viele gibt, die ihr Haus als ganauso sicher einstufen wie z. B. Städter eine Hütte auf dem Land.

    Wäre schön, darüber hier mal etwas zu lesen, zumal diese Szenario in den Foren irgendwie verleugnet wird.

    Gruß

    Hux

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