Samstag, 19. April 2014

Wie sinnvoll ist Gold und Silber zur Krisenvorsorge?



In Zeiten von Unsicherheit der Währungen und drohendem Wirtschaftskollaps tendieren Leute dazu Edelmetall wie Gold und Silber zu kaufen, doch wie sinnvoll sind diese wirklich in einer Krise?



Bei steigender Inflation gehen Leute mit einem Minimum an finanzieller Bildung in Sachwerte um diese vor Wertverlust zu schützen. Gold und Silber haben eine jahrtausende lange Geschichte als Zahlungsmittel und somit erscheint es vorerst sinnvoll, Währungen in echtes Geld zu investieren.

Zuerst einmal sollte man sich überlegen ob man überhaupt genug gesetzliches Zahlungsmittel besitzt um es in Gold und Silber investieren zu können. Leute die nicht unbedingt Geld auf der hohen Kante haben für Experimente reagieren manchmal entmutigt und frustriert, wenn der Kurs nach ihrem Kauf anfängt zu fallen und sie das Gefühl kriegen ein Verlustgeschäft gemacht zu haben.

Als nächstes muss überlegt werden, welche Prioritäten man zur persönlichen Vorsorge treffen kann, bevor man Edelmetalle für welchen Zweck kauft. Kaufe ich Gold um ein größeres Vermögen zu konservieren? Oder will ich Gold und Silber als Zahlungsmittel im Krisenfall kaufen?

Letzteres macht deutlich weniger Sinn. Manche Leute bilden sich ein, sie kaufen lieber Silbermünzen um davon im Ernstfall auf dem Schwarzmarkt einen Laib Brot oder Käse kaufen zu können. Heute bekommt man Langzeitlebensmittel zu einem Bruchteil von dem, was sie später auf dem Schwarzmarkt kosten könnten. Es ist sinnvoller der eigenen Lebensmittel- und Wasserversorgung hier eine Priorität einzuräumen, bevor man sich Edelmetalle kauft. Es ist oft vorgekommen, dass Menschen während Hungersnöten Goldmünzen und Schmuck für hartes Brot getauscht haben. Dieser Tausch ist für den Besitzer von Gold, oder einer anderen Tauschware, absolut nicht erstrebenswert. Außerdem ist es zu gefährlich.

Genauso muss es überlegt sein, unter welchen Umständen man von seinen Silber- und Goldmünzen später einmal Gebrauch machen muss. Ist mein vergrabener Goldschatz sicher um nach einer Währungsreform und besseren Wirtschaftslage wieder eine vergleichbare oder sogar höhere Kaufkraft zu besitzen? Muss ich in Krisenzeiten von meinem Silber und Gold vielleicht Dinge kaufen die essentielle Wichtigkeit besitzen, wie Waffen, Medikamente und Sprengstoff?
Wie werden Schwarzmärkte sich organisieren? Wie hoch ist das Risiko betrogen oder ausgeraubt zu werden? Hält mir jemand den Rücken frei?

Andersherum würde ich persönlich in einer Krise und während eines allgemeinen Mangels nichts von meinem Lebensmittel oder Waffen gegen Gold tauschen. Es ist zu bezweifeln, dass ich in dieser Situation eine Verwendung für Gold habe. Eventuell würde ich Dinge aus einem "Opfervorrat", also Dinge die für mich nur geringen Wert haben und als Tauschmittel oder zum "opfern" angeschafft wurden, eintauschen. Schon allein deswegen, weil solche Dinge nicht professionell wirken sollten. Derjenige, der sein Gold oder Silber dann gegen ein paar Konserven eingetauscht hat, wird damit allerdings nicht lange Freude haben. Ist das Gold oder ein anderes Tauschmittel aufgebraucht aber der Magen knurrt wieder, dann wird er vielleicht zurückkommen um diesmal nicht etwas anzubieten, sondern um sich selbst zu bedienen. Es ist auch eine Frage davon, wieviel Aufmerksamkeit man auf sich ziehen will. Eichhörncheneintopf und Zigaretten als Tauschmittel werden weniger professionell erscheinen als BP-5 Kompaktweizenriegen und Silbermünzen und dementsprechend weniger auffallen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen.


Siehe auch:

Edelmetallpreise fallen
Schattenwirtschaft - auf dem Marktplatz
Sowie mehr aus der Kategorie Zahlungsmittel


1 Kommentar:

  1. Silbermünzen.
    Als Vermögensspeicher schwieriger als Gold wg geringerer Wertdichte. Aber ich hab gute eigene Erfahrungen während der DDR Zeit.
    Sobald irgendeine rudimentäre Industrie am Start ist, wird Silber benötigt. Das spiegelte sich seinerzeit bei den staatlichen Ankaufstellen für Rohstoffe in Erichs Paradies.
    Mit einem 5 Reichsmark Stück konnte eine Person eine Woche lang recht moderat leben, wenn er es dort abgab.
    Als Tauschmittel war es etwa Faktor 3 besser als Westmark aber schlechter als Taschenrechner oder Computer.

    Die Rentner wurden u.A. so ausgebeutet, dass sie ein Arbeitspensum für westliche Versandhäuser bekamen (Schürzen nähen o.ä. deren Minimum immer weiter hochgesetzt wurde, sofern sie ihre karge Rente aufbessern wollten.

    Oma habe ich den Lebensabend gerettet, indem ich immer ein paar dieser Münzen mitbrachte.
    Beschlagnahme war auch nicht, da sie immer nur etwa 20 Münzen vor Ort hatte.

    Noch ein Aspekt von Silber ist dessen antibakterielle Wirkung. Das Silberbesteck vergangener Zeiten hatte u a diesen Sinn.
    Eine Silbermünze in einem Eimer Wasser oder Wasservorratsbehälter verhindert das Faulen.

    Weiter.
    Der alte österreichische Maria Theresienthaler ist weitgehend fälschungssicher, da er so dünn ist, dass es unmöglich ist einen wertlosen Kern zu "versilbern" (gilt auch für 1 oder 4 Dukaten Goldmünzen)
    Erstaunlicherweise ist er in muslimischen Ländern nach wie vor bekannt und wird auch als Zahlungsmittel akzeptiert (Abu Kush oder Abu Noukte= Vater des Vogels oder Vater des Punktes)
    Hilfreich ist beim Dealen mit diesen Zeitgenossen ist das Wissen um den Stand des Silberpreises.
    Alte 10€ Münzen sind derzeit noch gesetzliches Zahlungsmittel und bestanden bis vor ein paar Jahren noch auch 1/2 Unze 925er Silber.....keine schlechte Absicherung.
    Sie werden derzeit um 11-12 € gehandelt.

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