Samstag, 17. Mai 2014

Bürgerwehren und der Staat

Wenn der starke Staat versagt und schwache Bürger im Stich gelassen werden, so können diese auf den nächsten Feudalherren warten der den Platz des alten einnehmen will oder selbst für das Grundlegendste sorgen, was eine menschliche Gemeinschaft erhält: Sicherheit.
Denn niemand wird an einem Ort leben oder investieren der nicht sicher ist.

In Ländern, in denen die Polizei korrupt ist oder der Staat bereits kollabiert ist es kein überraschendes Phänomen, nichtmal wirklich ein Phänomen überhaupt, dass Menschen sich selbst zusammen tun um Bürgerwehren zu bilden oder Milizgruppen, um ihr Zuhause zu schützen.

In Pakistan formieren sich Dörfer zu Anti-Taliban Milizen, was für das gesamte Dorf immernoch ein erhebliches persönliches Risiko darstellt, aber immer noch besser ist als ein Leben als Taliban-Schlampe zu führen.

In den brasilianischen Slums rotten sich selbst die ärmsten zusammen um mit Waffengewalt ihre wenige Habe gegen Drogenkriminalität und Gangs mit Waffengewalt zu schützen. Meistens werden sie von aktiven oder ehemaligen Polizisten geführt. Aber weil Brasilien ohne dämonisch-blutrünstige Kultur nicht Brasilien wäre, werden solche Militias oft selbst zu einem neuen Proto-Staaten und saugen die Leute aus.

Die Autodefensas Selbstverteidigungsgruppierungen in Mexiko erregten vor einer Weile auch in Deutschland mediale Aufmerksamkeit, da diese nun nicht mehr nur mit 20er Schrot Kipplaufflinten ihre Dörfer bewachen, sondern jetzt auch offensiv gegen Drogenkartelle vorgehen. Die Waffen sind mittlerweile keine alten Flinten mehr sondern illegal beschaffte Sturmgewehre. Warum sollte sich auch jemand an Gesetze halten eines Staates, der einen nur abkassiert und nicht mal schützen kann. Gesetze die einen davon abhalten sein eigenes Leben zu schützen werden über Bord geworfen.

Die Presse der Region nennt den Boom um die Entstehung der Selbstverteidigungsgruppierungen bereits den größten Trendwechsel seit der mexikanischen Revolution.

In Nigeria tötete erst vor ein paar Tagen eine Gruppe von Vigilanten mehrere Mitglieder der islamistischen Gruppe Boko Haram in einem Hinterhalt mit Macheten und Messern. Die Gruppe hatte mit der Entführung der Schülerinnen aus einer Mädchenschule und deren anschließendem Verkauf durch Sklavenhandel wohl den Bogen überspannt.


Bürgerwehren und Milizgruppen im Westen

Im Westen zeichnet sich bereits der gesellschaftliche Niedergang ab und mit offenen Grenzen gegenüber einem absteigenden Wohlstandsgefälle tritt natürlich auch Kriminalität auf.
Der Staat ist nicht fähig und auch nicht willig seine Bürger zu schützen.

In Detroit bspw. kann die Regierung nicht mal mehr die grundlegendsten Leistungen wie Polizei und Feuerwehr bereitstellen, weshalb der Privatsektor sich dieses Problems annimmt.

 

Firmen wie Threat Management nehmen die Lücke ein, welche die Polizei hinterlassen hat. Der Grundlegende Unterschied zwischen der Polizei und einem Sicherheitsdienst ist hierbei, dass der Sicherheitsdienst Verbrechen verhindern muss. Polizei kann keine Verbrechen verhindern und ein Urteil des obersten Gerichtshof im Fall Warren v. District of Columbia hat entschieden, dass die Polizei auch keine Pflicht hat Individuen vor Verbrechen zu schützen. Im Klartext heißt das, dass es völlig okay für die Polizei ist nach dem Verbrechen mit Stift und Notizblock aufzutauchen und ein Absperrband um den Platz zu ziehen wo deine zerstückelte Leiche gefunden wird, solange die Statistiken nicht zu katastrophal ausfallen.

Der Privatanbieter muss seinen Kunden davor bewahren, dass so etwas passiert, allein schon weil tote Kunden keine Rechnungen zahlen. Wenn der Staat versagt kommerzialisiert sich Sicherheitsdienstleistung und funktioniert, wie alles andere, besser. Bürgerwehren und Milizgruppen begleiten die Übergangsphase vom Wegfall staatlicher Ordnung hin zu einer organisch entstandenen Problemlösung aus und in privater Hand.

Problemlösung der Regierung sieht in den meisten Fällen dagegen so aus:

Im Grenzgebiet zu Mexiko treiben die Drogenkartelle ihr Unwesen und die Reaktion der Regierung darauf, dass amerikanisches Hoheitsgebiet nicht mehr sicher zu bereisen ist, ist das man solche Schilder aufstellt um amerikanische Bürger davor zu warnen, dass amerikanisches Hoheitsgebiet nicht sicher zu bereisen ist.


In Deutschland

In Deutschland ist die Polizei bereits jetzt total überfordert. Man ist überfordert mit Einbruchserien in Dienststellenschwachen Gebieten, man ist überfordert mit nächtlichen Innenstadt Tumulten und die Gewalt gegen die Monopol-Sicherheitskräfte nimmt mehr und mehr zu. Mittlerweile kommen unsere Ordnungshüter nicht mal mehr mit Teenagern klar und werden von 14 jährigen ins Krankenhaus befördert.
Wenn man allerdings Geld aus der Bevölkerung quetschen will, dann hat man beim Blitzermarathon mal schnell 3500 von diesen Clowns auf der Straße. Die kassieren dann Temposünder ab, die in der Regel normale Bürger sind und keine Anstalten machen und das Geld rausrücken.


Währenddessen werden munter Landmaschinen geklaut und Einbrüche begangen. Als Reaktion auf das Versagen der Regierung gründen sich in Deutschland wieder Bürgerwehren.

Bürgerwehren gehen lieber selbst auf Verbrecherjagd
Die Zahl der Einbruchsdelikte in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr. Viele Menschen fühlen sich von der Polizei nicht mehr ausreichend geschützt – und nehmen ihre Sicherheit selbst in die Hand.
Welt.de

Eine völlig legitime Unternehmung.
In dem Artikel auf Welt.de heißt es aber.:

"Ich warne davor, das Gewaltmonopol des Staates infrage zu stellen", warnt Baden-Württembergs Innenminister Gall. "Eine Bürgerwehr, auch wenn sie gut gemeint ist, entspricht nicht unseren rechtsstaatlichen Grundsätzen."

Baden-Württembergs Innenminister ist voll mit Scheisse und spielt darauf, dass die Leute die seinen Dummfug zu hören kriegen genauso voll mit Scheisse sind. Eine Bürgerwehr entspricht nicht nur unseren rechtsstaatlichen Grundsätzen, sie ist das Fundament von rechtsstaatlichen Grundsätzen.

Was qualifiziert den gelernten Fernmeldetechniker Reinhold Gall bitte dazu in sicherheitspolitischen Fragen und Sachlagen zu urteilen? Wer von SPD Gemeindepolitik durch gewunken wird bis ihn die rot-grünen Putschisten in BaWü zum Innenminister machen, ist deswegen noch kein Experte zum Thema Sicherheit oder der Geschichte dazu.

Jeder, der als Kind mal den Nachtwächter von Playmobil als Spielzeug bekommen hat, hat mehr historisches Verständnis für die Verbundenheit von Rechtsstaat und dieser Art der Sicherheitsdienstleistung als der Genosse Gall. Wir finden hier wieder genau eine solche Situation vor, das Kommunen sich eben selbst organisieren müssen da Big Government, von dem Sozialdemokraten so begeistert sind ihren demokratischen Sozialismus umzusetzen, reudigst versagt.

Aber es geht noch dreister. Weiter heißt es auf Welt.de:

Bayern bildet ehrenamtliche Hilfssheriffs aus

In Bayern immerhin geschieht genau das bereits mit staatlicher Hilfe. Seit 20 Jahren bilden inzwischen 122 Kommunen im Freistaat Ehrenamtliche aus, die in uniformähnlichen Polohemden und Regenjacken mit der Aufschrift Sicherheitswacht durch die Straßen patrouillieren.

Sehen sie verdächtige Personen, werden sie allerdings nicht selbst aktiv, sondern rufen die Polizei und verfolgen die Täter. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht von einem "Erfolgsmodell": "Die aktiven Bürger sind Teil unserer Sicherheitspolitik."

Verarbeiten wir das erstmal für einen Moment.
Der Staat kassiert einen ungeniert für jeden erdenklichen Dreck ab und dafür leistet er nicht mal Sicherheit. Stattdessen wird "der aktive Bürger Teil der Sicherheitspolitik" und schon von der Regierung eingeplant. Alles klar soweit? Für deine Steuerbelastung von 70% bekommst du keine Sicherheit, dafür aber ein Polohemd und eine Regenjacke. Diese Denkweiße der Regierenden ist sogar noch dreister als das verbieten.


Die resultierenden Chancen

Der Wegfall staatlicher Ordnung durchgesetzt durch Polizei ist zweifellos, für Menschen mit Eigenverantwortung, eine große Chance und lässt wieder Luft zum atmen. Man sieht sich hier noch nicht ultimativ mit einer Post Collapse Situation konfrontiert, hat aber genug Spielraum sich auf einen solchen Fall vorzubereiten, während auch wieder mehr Menschen ein Bewusstsein für dessen Möglichkeit entwickeln.

Wer würde nicht lieber mit einer vielleicht irgendwo gestohlenen Schrotflinte neben dem Bett schlafen um sich selbst vor Einbrechern und Kriminalität zu schützen, hätte man nicht mehr Angst vor Polizei und Justiz, als vor dem tatsächlichen Verbrecher? Oder vielleicht auch einfach mit einer legal besessenen Schrotflinte, die nach Verordnungen allerdings getrennt von der Munition weggeschlossen sein muss.

Es ist nicht unsere eigene Hilflosigkeit die uns zu Opfern von Verbrechen macht, sondern die Drohungen derjenigen, die für sich behaupten wollen, diese Aufgabe wäre ihr Monopol.

Wichtig hierbei ist dann allerdings aufzupassen, dass nicht irgendwelche kranken Spinner oder Kriminelle selbst versuchen die hinterlassene Lücke mit einem neuen Monopol zu Füllen. Das kann irgendein Rocker Club sein der Schutzgeld verlangt oder eine Bande von Spinnern in Fantasieuniformen, deren Chef sich für den einzig wahren Reichskanzler hält. Wer sich nicht auch hier vorher vorbereitet, der wird nachher extreme Schwierigkeiten haben.

Füllen sie ein solches Vakuum mit etwas besserem.



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