Mittwoch, 4. Juni 2014

Ernährungspsychologie Teil III: Immer schlechte Zeiten


Während wir das Essen von ungewöhnlichen Dingen als Notnahrung betrachten für schlechte Zeiten, so vergisst man dabei schnell, dass die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte genau solche schlechten Zeiten die Realität waren.


Die größte Gruppe von Testsubjekten
Allen möglichen Blödsinn bekommt man heute erzählt, was die optimale Ernährung wäre für uns. Womit man am schnellsten Muskeln aufbaut, womit man das Wunschgewicht erhält, womit man am gesündesten ist. Die größte Gruppe an Testsubjekten für die optimale Ernährungsform ist aber längst bekannt: der Steinzeitmensch. Wir sind nicht dazu ausgelegt Vollkornbrötchen, Milchprodukte oder raffinierten Zucker zu essen. Die negativen Folgen westlicher Ernährung sieht am deutlichsten bei Völkern, bei denen die Umstellung auf eine industrielle, westliche Ernährung schneller geschehen ist als bei den weißen Europäern. Indigene Völker rund um die Welt werden fett und krank. Der Schuldige dafür soll aber nicht fremde Dinge sein wie Vollkornbrot oder Zucker, sondern tierisches Fett, was Menschen rund um die Welt sowieso schon vorher gegessen haben. Der Steinzeitmensch hatte keinen Kühlschrank, keinen Supermarkt und damit keine dauerhafte Versorgung mit Nahrung. Er war darauf angewiesen Nahrung so auszusuchen, dass er das Maximum an Nährstoffen davon verwenden konnte.


Kinder brauchen Fett
Kinder haben andere Diäten als erwachsene Personen. Da sie sich andauernd in einer Wachstumsphase befinden, brauchen sie mehr Fett als erwachsene Menschen. Fett wird benötigt das Gehirn wachsen zu lassen und Hormone zu bilden. Kinder von Veganern und Vegetariern kriegen, sollten ihre behinderten Eltern sie gemäß ihrer eigenen gestörten Ideologie ernähren, lebensgefährliche Mangelerscheinungen. Die meisten dieser Grünzeug Sektierer ersetzen aber die Stoffe in dem Fleisch was sie den Kindern vorenthalten mit irgendwelchen Ersatzmitteln. Soviel zur natürlichen Ernährung.
Kennt ihr das Klischee von Kindern, die ihren Spinat nicht essen wollen? Das Gehirn des Kindes verlangt nach Fett. Übergewicht bei Kindern entsteht dann, wenn sie die aufgenommenen Fette nicht verarbeiten können und diese sich in ihrem Körper ablagern. Kinder sind dazu programmiert sich zu bewegen und aktiv zu sein. Hätten sie dazu die Möglichkeit, hätten sie mit ihrer natürlichen, instinktiven Ernährungsart keine Probleme. Im Westen werden Kinder allerdings in Fremdbetreuung gegeben, die im Kindergarten gar nicht die Möglichkeit hat mehrere Kinder einfach in einer freien Umgebung herumlaufen zu lassen. Von der Zwangsbeschulung und dem forcierten Stillsitzen ganz zu schweigen. Gerade hier tritt dann Fettleibigkeit unter Kindern auf und diejenigen, die das Problem erst mitverschuldet haben, bieten ihnen als Lösung dann "gesundes Schulessen" an, bestehend aus Grünzeug und Mangelverwaltung. Menschen können wie die Inuit komplett vom Verzehr von Tieren leben. Sogar von rohem Fleisch und Innereien. Eine Ernährung rein vegetarisch oder vegan führt irgendwann zum Tod, der hier als natürliche Selektion betrachtet werden kann.


Ist Fettleibigkeit ein Problem?
Ein Über- oder Untergewicht wird von Stellen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nach dem Body Mass Index berechnet. Daraus will man dann ablesen können, ob ein Mensch je nach Größe und Gewicht in gesunder Verfassung ist, oder nicht.

Der Body Mass Index ist im frühen 19.Jahrhundert von dem Belgier Lambert Adolphe Jacques Quetelet entwickelt worden. Quetelet war kein Arzt, dafür aber Mathematiker, Statistiker und Astronom. Eine echte Fachkraft also auf dem Gebiet.

Der BMI ist wissenschaftlicher Blödsinn, Pseudowissenschaft also, und sagt absolut gar nichts über eine gesunde Ernährungsform anhand des Körpergewichtes aus. Stellen wie die Bundeszentrale für Schlangenölsalbe lügen sie an wenn sie mit dem BMI argumentieren oder bewerten wollen, denn dort arbeiten selbst nur Bürokraten, die keine Ärzte sind und auch sonst keinen Ahnung haben.


Was sagt Gewicht über Gesundheit aus?
Eigentlich sagt Körpergewicht nichts über den Gesundheitszustand eines Menschen aus. Dinge wie Diabetes treten nicht nur bei fettleibigen Menschen auf und auch andere Krankheiten, die wir mit dem Übergewicht in Verbindung bringen, sind in der Regel keine direkte Folge der Fettleibigkeit selbst, sondern stehen mit der Ernährung selbst in Verbindung. Ein fetter Mensch ist nicht unbedingt weniger gesund als ein schlanker Mensch.



Heute haben wir den Luxus unsere Partner nach anderen Merkmalen aussuchen zu können. Ich muss keine Frau mehr auswählen nach archaischen Kriterien. Ich muss mir keine Gedanken darüber mehr machen, ob sie in einem Winter verhungert oder es verkraften kann wenn eines der acht Kinder stirbt, von denen nur fünf es über das erste Jahr schaffen werden, oder dass sie schon bei der Geburt stirbt.
Unser Schönheitsideal hat sich deshalb auf Dinge fixiert, wie schlanke Hüften und wenig Körperfett. No fat Chicks! In anderen Kulturkreisen gilt dagegen immer noch das fette Weib als etwas begehrenswertes.
Fatimas erotische Reize beruhen nur auf einer einzigen Eigenschaft: ihrer Körperfülle. Was wäre in einer knochendürren Gesellschaft ein angemesseneres Ideal menschlicher Vollkommenheit? Fatima wiegt hundertdreiundsiebzig Kilo. Um von einer Ecke des Zelts in die andere zu gelangen, braucht sie den Beistand von zwei Sklaven. Auf dem Neunzig-Kilometer-Ritt nach Dihna im Norden brachte sie einmal zwei Kamele und einen Zugochsen zur totalen Erschöpfung, und schließlich mußte sie auf einer Sänfte von sechs Rindern gezogen werden. -  T. C. Boyle  ,,Wassermusik''

Die moderne Landwirtschaft, Düngemittel und Viehhaltung sind zweifellos ein großer Segen. Es gibt in einem so großen Land wie den USA nicht ansatzweise genug Wildtiere für die Menschen und Wildpflanzen bieten nicht annähernd genug Nährstoffe um davon leben zu können.
Auch eine Landwirtschaft ohne moderne Düngemittel könnte nicht bestehen. Es ist ein großer Fortschritt, dass wir nicht mehr Nahrungsmittel mit der Scheisse von Nutztieren düngen müssen. Ohne diese Möglichkeit würden Böden schnell ausgezehrt werden und die Nutzpflanzen selbst würden uns nicht mehr ernähren. Man könnte noch soviel davon essen, es wäre nicht genug einen zu ernähren. Ohne Antibiotika in der Tierhaltung würden Tierbestände durch Krankheiten schnell eingehen. Krankheiten sind auch bei den extrem produktiven, aber extrem angreifbaren Monokulturen der Pflanzenzucht ein Problem, wenn Pestizide gegen Pilz- und Milbenbefall nicht mehr vorhanden sind.
Würden eines Tages moderne Düngemittel, Pestizide, Arbeitsmaschinen und anderer Fortschritt verschwinden, wir würden auf die Stufe einer Agrargesellschaft zurückfallen auf dem Stand von vielleicht 1856. Auch ohne diesen Kollaps, nur mit einer Verteuerung der Lebensmittel durch Inflation und einen Mangel, könnte sich unsere Ernährungspsychologie zurück entwickeln.
Ein Beispiel wäre hier der Blick in die DDR. Der DDR Genosse konnte nicht davon Träumen beim Italiener oder McDonalds zu essen, für ihn zählten zwei Kritierien für sein Essen: Heiss und viel.

Diese Dinge, von der Verwertbarkeit von Nahrung bis zur eigenen Ernährungsphilosophie, bestimmen darüber ob ein Mensch schlechte Zeiten und Mangel überlebt.



Siehe auch:
Ernährungspsychologie Teil 1 und Teil 2

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen