Freitag, 27. Juni 2014

Kleidung und Ausrüstung

 
Die Mode der Postapokalypse wird bestimmt werden von der Haltbarkeit und Funktionalität der Kleidung. Das heißt, dass nicht gleich nach dem ersten Stromausfall Leute Sportgeschäfte plündern werden um sich mit Footballrüstungen, Lederjacken und Autoreifen einzukleiden wie die Ödlandbarbaren aus Mad Max. Für den Survivalist ist hier absolut entscheidend, dass er seinen Auftrag kennt und die Anforderungen an seine Ausrüstung.


Wer in einer Krisensituation mit dem Tarnanzug vor die Tür geht, der wird wahrscheinlich sofort von Behörden gestoppt werden. Entweder erschießen sie einen oder man kriegt einen Sack über den Kopf gesteckt. Beides ist zu vermeiden. Während oder kurz nach einer Krise gilt es vorerst sich selbst in Sicherheit zu bringen und dabei nicht aufzufallen. Es ist ratsam auszusehen wie jeder andere auch und nicht durch verräterische Details Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.


Kennt der Survivalist seinen Auftrag?
Der Survivalist muss seinen Auftrag bzw. seine Aufgabe definieren können und sich dabei an die Umstände der Situation anpassen. Wer an einem Rückzugsort die Krise aussitzen will, der hat keine Verwendung für martialisches Gerät, abgesehen von dem was nötig ist um für die eigene Sicherheit zu sorgen. Es nützt einen nichts, eine komplette IDZ Ausrüstung zu besitzen, wenn bereits klar ist, dass man nicht an Kampfhandlungen teilnehmen wird. Derjenige, der Familie hat, wird nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Derjenige, der alleine ist oder Familie zu versorgen hat, wird nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Er wird seinen Kopf einziehen und den Sturm vorüber ziehen lassen. Dabei will er so wenig auffallen wie möglich.


Anpassung
Man muss sich den Anforderungen seiner Aufgabe so gut anpassen wie möglich. Wer beispielsweise in der Nähe eines Waldes lebt und in einer Post Collapse Situation dort Feuerholz besorgen will, der orientiert sich an den Waldarbeitern. Leute die einen im Wald beobachten machen sich über Personen mit Schnittschutzausrüstung und Forsthelm in Signalfarben weniger Gedanken als über Leute mit Tarnanzügen und Kevlarhelmen.
Ein gängiger Hersteller von Arbeitskleidung ist beispielsweise Engelbert Strauss, dessen Logo auch oft auf Kleidungsstücken der Leute zu sehen ist, die einem in Alltag begegnen. Jack Wolfskin "Outdoorkleidung" tragen meist eh nur Leute, deren einzige Outdooraktivität es ist auch mal bei schlechtem Wetter zum Bäcker zu laufen. Dinge die alltäglich geworden sind fallen weniger auf.
Während der Tet Offensive hatte der Vietcong im Vorfeld bereits Kleidung aus den verschiedenen Regionen des Südens beschafft um seine Kämpfer dort unauffällig einschleusen zu können.


Modeindustrie
Seitdem private Sicherheitsdienstleistung im Zuge der letzten amerikanischen Kriege wieder eine florierende Militärdienstleistungsindustrie ermöglicht hat, ist ein ganzer Markt für diesen Kundenkreis entstanden. Wohingegen früher noch private Militärdienstleister relativ einfache Militärausrüstung verwendet haben, so richtet sich an den modernen privaten Sicherheitsdienstleister eine ganz eigene Mode. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass ein privater Sicherheitsdienstleister gerade nicht Teil des Militärs wird wie bspw. ein Söldner und daher auch nicht uniformiert ist, sowie außerdem ein gewisses ziviles und annehmbares Auftreten erforderlich ist, da man in der Regel in der Gesellschaft gehobenerer Kunden in Anzug und Krawatte eingesetzt ist. Ein martialisches Auftreten wäre hier unangebracht.


Was man in den letzten Jahren auch bei Preppern in den USA beobachten kann, ist die Nachmache dieser semi-zivilen, waffentragenden Sicherheitsdienstleister und ihrer "Tactical" Label. Das kann problematisch sein, denn ihre Auftragslage ist eine komplett andere, als die des Post Collapse Survivalist. Der Kampfauftrag der Sicherheitsdienstleister ist eingeschränkt und möglichst zu vermeiden. Ihre Mission ist es, einen VIP zu schützen und im Falle von Gefahr aus der Gefahrenzone zu bringen. Man ist nicht eingerichtet auf längere Feuergefechte. Das spiegelt sich auch im Design ihrer Körperpanzerung wieder, bei der kaum bzw. kein Splitterschutz vorhanden ist, da hier auf Aussehen und Komfort auftragsbedingt mehr Wert gelegt wird.
Ein weiteres Beispiel für Aussehen und Komfort über ernsthaften Nutzen sind die Valsetz Stiefel von Under Armor. Diese Stiefel richten sich an Sicherheitsdienstleister sowie Polizisten, die in ihrem Alltag sehr lange stehen müssen oder im urbanen Gebiet auf und ab laufen. Für den Tragekomfort opferte man hier Robustheit wie dicke Sohlen und dergleichen, weshalb der Stiefel für derberes Gelände ungeeignet ist.
 Taktische Bekleidung 1486

Wer in einer Post Collapse Situation mit Kleidung und speziell Schuhen angetroffen, die eine militärische Verwendung vermuten lassen, der wird von Behörden in Gewahrsam genommen. Wer sich selbst einen Kampfauftrag geben will, der ist mit anderen Dingen besser beraten, als sich als etwas zu verkleiden, dass er nicht ist.

Zudem lebt die Modeindustrie davon immer etwas neues auf den Markt zu bringen, nicht etwas besseres. Auch Männer haben das Potential einem weibischen Kaufrausch zu verfallen um sich zu verzieren. Auf die Spitze treiben es momentan Patches für die Klettflächen moderner Kampfanzüge und anderer "tactical" Kleidungsstücke. Ursprünglich für Hoheits- und Truppenabzeichen sowie persönliche Merkmale des Trägers wie Name und Blutgruppe, werden Klettflächen immer mehr mit Patches im Stickerformat verziert, die dumme Sprüche tragen. Milspec Monkey wird hier zum Glitter erwachsener Männer. Von Panini Stickern bis Pokemon kann man Leuten immer wieder neuen Scheiss verkaufen.


Militärische Kleidung
Rechnet man damit selbst in Konfliktsituationen und an Kampfhandlungen teilzunehmen bzw. teilnehmen zu müssen, dann informiert man sich besser vorher über Ausrüstung und Kleidung.
Felddienstbekleidung des Militärs ist in der Regel so konzipiert, dass sie in das Gesamtkonzept der jeweiligen Armee passt und mit der zu tragenden Ausrüstung abgestimmt ist. Tarnmuster sind dabei bereits eine fast schon religiöse Debatte geworden und haben dabei zweifellos auch einen Modefaktor. Hier sollte man seine Umgebung bzw. die Umgebung, in der man am wahrscheinlichsten aktiv sein wird mit einbeziehen. In Laubwäldern kann die Umgebung ganz anders sein als in Nadelwäldern. Dominieren Grün- oder Brauntöne? Wie verändert sich das in den Jahreszeiten? Im Zweifelsfall kann aber Kleidung einfach angemalt werden. Zudem ist das Verhalten und die Bewegung im Gelände wichtiger für das "nicht gesehen werden" als das Muster auf der Kleidung.
Tarnkleidung kann aber nicht nur vor dem menschlichen Auge verbergen sondern auch vor technischen Hilfsmitteln wie Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras.

Zudem wäre es angebracht sich mit dem Aussehen der Regierungsarmee und ihrer Ausrüstung zu befassen. Welche Ausrüstung tragen sie? Wie sehen Rangabzeichen aus und was bedeuten sie? Der normale Bürger hat von diesen Dingen, oft trotz Grundwehrdienst, keine Ahnung. Unter solchen Umständen können sich Leute leicht als Militär ausgeben, die einfach Tarnanzüge und Waffen haben. Diese Darsteller verschaffen sich dann Zutritt zu Wohnungen oder errichten Kontrollpunkte um eventuell Leute zu bestehlen oder zu entführen, wofür später der Regierung die Schuld gegeben werden kann.


Tier 4
Der Survivalist braucht keine Special Forces Ausrüstung der obersten Technikklassifizierung, aber auch keinen Schrott. Es liegt an jedem selbst seine Ressourcen einzuteilen um jeden Bereich abdecken zu können. Später zählt dann immer besser als nichts.
Beispielsweise sind die Depots des Technischen Hilfswerks voll mit Kochgeschirr, was billiger zu haben ist als das der Bundeswehr, aber 1 zu 1 das gleiche ist. Auch Armeeausrüstung ist billig zu haben wenn sie ausgemustert wird, wofür sie nicht mal gebraucht sein muss. Die US Armee hat in den letzten 10 Jahren nun zweimal ihr Tarnmuster geändert und Arsenalware, die einfach nicht mehr das passende Muster hat, landet auf dem Markt. Der kluge Survivalist malt einfach Dinge an oder färbt sie ein, wenn sie nicht die passende Farbe haben.


Beschaffung
Das Internet ist dein Freund? Haben Behörden vielleicht ein Interesse daran, zu verfolgen wer Dinge mit militärischer Relevanz im Internet erwirbt? Wer vorsichtig sein will, der sucht Flohmärkte auf. Flohmärkte sind so eine Art eBay im echten Leben, da kann man oft nützliche Dinge finden. Sie müssen natürlich auch wissen was sie suchen. Sogenannte Armyshops halte ich selbst für zu teuer. Wenn sie auf eBay Dinge kaufen wollen, fragen sie vorher lieber nach sollte es irgendwelche Unklarheiten geben. Besonders was den genauen Hersteller betrifft ist das wichtig, denn was beim bieten noch als echtes Schnäppchen erschien, stellt sich später sonst als billige Kopie heraus. Privatpersonen haben bei der Versteigerung von Gebrauchtware kein übermäßiges Bedürfnis besonders ehrlich zu sein.




In Zukunft noch mehr zu diesem Themenbereich.




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