Donnerstag, 19. Juni 2014

Straßensicherheit und Mobilität Teil 2: White-lined Nightmare

On the roads it was a white-line nightmare. Only those mobile enough to scavenge, brutal enough to pillage would survive. The gangs took over the highways, ready to wage war for a tank of juice. And in this maelstrom of decay, ordinary men were battered and smashed.


Wegelagerer, Banditen und Überfälle

Je nach Krisensituation kann es auf den Straßen auch zu Gefahren kommen durch Hinterhalte. Ist dem Desaster bereits eine längere Zeit der Armut voraus gegangen oder befindet man sich nach einem Desaster, welches eine Armutssituation und/oder Rechtlosigkeit erzeugt hat, steigt die Gefahr von Überfällen.

Checkpoints

Wegelagerei ist vermutlich so alt wie Wege selbst, wird jedoch heute hauptsächlich von Regierungen betrieben. Schwindet deren Einfluss werden andere Kräfte diese lukrative Art der Vermögensabschöpfung übernehmen. Lagern und lauern ist dabei auch die bevorzugte Art von Kriminellen um an Beute zu kommen. Selten "jagen" Kriminelle ihre Beute, da das mehr Aufwand bedeutet wenn man auch darauf warten kann.
Lauern sie an Straßen auf Beute haben sie verschiedene Möglichkeiten. Sie könnten einfach die Straße blockieren mit bspw. einem Anhänger, sie könnten Checkpoints einrichten und diese auch offiziell nach Polizei oder Armee aussehen zu lassen, oder sie legen Hinterhalte mit Nagelsperren oder in dem sie Fahrzeuge plötzlich beschießen. Letzteres ist eher unwahrscheinlich sollte es sich um wirkliche Wegelagerer handeln, da Autowracks die Straße versperren würden und der Zufluss neuer Einkommensquellen damit erschwert wäre. Zudem kündigen Autowracks für jeden sichtbar die Gefahr an. 

Nagelsperre

Einen Checkpoint zu errichten kann aber auch ideologisch motiviert sein. In Gebieten, in denen ethnische Konflikte statt finden gibt es Beispiele dafür, wie an Checkpoints der Stammesgruppe A nur Angehörige des Stammes A durchgelassen wurden, während andere ermordet wurden. Genauso kann diese Selektion religiös motiviert sein.

Guerilliagruppen errichten auch manchmal vorübergehende Checkpoints um von den Reisenden "Spenden" zu sammeln für ihre Sache und sie mit ihrem ideologischen Durchfall zu belabern. Da erzählt man Leuten die Angst um ihr Leben haben, dass es kostenlose Schulen und Krankenversorgung geben werde, wenn man nur ihre Sache unterstützt.

Um Gemeinden herum können auch Checkpoints auftauchen die Fremde draußen halten oder Wegzoll verlangen.


Hinterhalte

Auch aus dem Verborgenen heraus können auf Straßen befindliche Fahrzeuge das Ziel von Hinterhalten werden. Hierbei macht es einen großen Unterschied, ob der Angreifer ein militärisches Ziel verfolgt bei dem Fahrzeuge in der Regel zerstört werden oder es sich um Banditen handelt, die Ressourcen aus den Fahrzeugen erbeuten wollen. Hierzu gehört im Tank verbliebenes Benzin, Ersatzteile und auch der Verbandskasten. Größere Fahrzeuge wie Transportlaster werden vermutlich im Ganzen entführt und woanders hin gebracht werden. Überfälle auf LKWs um ihre Ladung zu entführen sind nichts neues, spätestens seit dem Film Good Fellas oder The Fast and the Furious.


Hinterhalte zu entdecken ist schwer, da derjenige der den Hinterhalt legt sein Bestes tut um eben nicht entdeckt zu werden. Befindet man sich auf der Straße in einem Fahrzeug in Bewegung, wird das gleich noch mal schwieriger. Im Gelände allein kann man durch das Vermeiden von Geräuschen und einem genauen Beobachten seiner Umgebung noch viel voraus ahnen, in einem Fahrzeug ist vieles davon allerdings nicht möglich. Hinterhalte können sich aber ankündigen durch Wracks oder Hinterlassenschaften vorheriger Hinterhalte, dem aufsteigen von Vögeln an den Straßenrändern sollten sich dort Personen im Verborgenen bewegen und natürlich das rechtzeitige Entdecken von Stellen, die für einen Hinterhalt besonders günstig sind, bspw. in dem sie ein Manövrieren schwierig machen. Eventuell kommuniziert ein Lookout bzw. Beobachter mit dem eigentlichen Hinterhalt über Walkie Talkie dessen Funkverkehr aufgeschnappt werden kann.

Banditen werden eventuell versuchen ein paar präzise Schüsse auf den Fahrer abzugeben um so das Fahrzeug schnell zum stehen zu bringen. Geht es nicht darum, dass Fahrzeug selbst zu erbeuten, so ist es auch möglich, dass Hinterhalte mit Nagelsperren gelegt werden die auf die Fahrbahn gezogen werden oder dass mit größeren Kalibern auf den Motorblock geschossen wird.

Genauso können aber überraschend Dinge auf die Fahrbahn geschoben bzw. gerollt werden oder Bäume umstürzen. Ein Baumstamm auf der Straße ist für die meisten Fahrzeuge bereits ein unüberwindbares Hindernis. 

Gegen Kradmelder bzw. Motorradfahrer werden seit jeher Drähte über die Straße gespannt. Während des zweiten Weltkrieges verwendeten die Deutschen diese Methode auch gegen die von Sowjets und Amerikanern eingesetzten Willys Jeeps, deren Frontscheibe oft heruntergeklappt wurde.

Drahtsperre

Angebrachte Stange gegen Drahtsperren

Hin und wieder kommt es heute auch vor, dass einzelne Psychopathen Drähte über Fahrbahnen spannen oder Ziegelsteine von Autobahnbrücken schmeißen. Ein winziger Vorgeschmack davon, wie es um Straßensicherheit später einmal bestellt sein könnte.


Mobile Bandenbewegungen

The roads are peopled by refugees towing carts, and gangs carrying weapons, 
looking for fuel and food.

Straßen sind die Lebensadern von Nationen und wer sie kontrolliert, der kontrolliert die Nation. Handel und Kommunikation laufen über Straßen. In einer Post Collapse Gesellschaft werden nur die wertvollsten Waren über Straßen zum Handeln transportiert werden, was zwangsläufig Räuber anlocken wird. Noch gar nicht so lange ist es her, dass Straßenräuberei zum allgemeinen Risiko für Reisende gehörte. Früher waren es der Highwayman, der Gentleman der Straße, der Postkutschen überfiel. In der Folklore wurden viele dieser Räuber romantisiert, da diese sich an der höheren Gesellschaft vergriffen, die sich das Reisen leisten konnte. Beim Pöbel verursachte das Schadenfreude die oft in Sympathie für gemeine Kriminelle umschlug. Um 1800 verschwanden dann die Straßenräuber, da bewachte Zollstraßen und nummerierte Banknoten sowie die berittene Polizei ihnen das Leben immer schwerer machten.

Unsere modernen Highwaymen sind keine Gentlemen sondern Motorradbanden bzw. generell motorisierte Banden, welche die nötige Mobilität besitzen auf der Straße nach Beute zu suchen.

Bekanntestes Beispiel der Popkultur für so ein Szenario ist wohl der Film Mad Max. In einem kollabierenden Australien beherrschen Motorradbanden die Highways.

Für eine Gang sind Motorräder so ziemlich die beste Möglichkeit individuell mobil zu sein. So können mehrere Individuen auch während der Fahrt Fahrzeuge umzingeln, attackieren und zum Anhalten zwingen.


Milizen, marodierende Kriegshaufen sowie das Restmilitär werden vermutlich Fahrzeuge, Pickup Trucks und ähnliches, mit montierten Waffen verwenden um damit die von ihnen kontrollierten Gebiete zu patrouillieren.
Technical

Pickup Trucks und Offroader mit montierten Waffen werden umgangssprachlich als Technical bezeichnet. Als das rote Kreuz seine Arbeit in Dreckloch Länder ausgeweitet hat bezahlte man dort die lokalen Milizen zwecks Wegzoll und Personenschutz, welche das IRK mit derartigen Fahrzeugen begleiteten. Die Ausgaben für diese Kosten fielen bei der Abrechnung dann als "technische" Kosten an. Es ist davon auszugehen, dass derartiges auch in einer Post Collapse Situation bevorsteht.




Lesen sie auch Straßensicherheit und Mobilität Teil 1: Fluchtbewegungen, Teil 3: Highway War.

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