Freitag, 13. Juni 2014

Waffen: Das Katana



In Krisenzeiten in denen die öffentliche Sicherheit nicht mehr durch den Staat aufrecht erhalten kann, wenn es so etwas überhaupt gibt, greifen Leute oft selbst zu den Waffen. In der Apokalypse der Popkultur sowie in den Köpfen der Theoretiker taucht dabei ein Gegenstand immer wieder auf, der hier gar nicht fehlplatzierter hätte sein können: Das Katana. Das hässlichste Hackebeil der Welt und Symbol für die schwachsinnige Anti-Logik, welche die Popkultur unter dem Label von mystischer Exotik in die Köpfe der Menschen bringt.

Jeder Penner hat dieses Ding mal in einem Film gesehen. Kill Bill, Matrix Reloaded, Wolverine und in The walking Crap wurde es auch geschwungen. Leute aus dem Westen die von eigentlich nichts eine Ahnung haben sind fasziniert von dem Katana bzw. von dem, was sie hinein interpretieren. Für die Japaner hat dieses Ding vor allem einen spirituellen Wert und trollt sich im Spukschrank der Shinto Religion mit Kirschblüten und bunten Fischen, die auch ganz wichtig sind. Das Katana ist das Symbol für die Ehre der Samurai alter Tage und deren Ehrenkodex. Ein rationaler Mensch ist in der Lage über Meditation, Bushido und andere romantisierte Weisheiten die dort mit Stäbchen gefressen werden hinweg zu sehen und die wirkliche Symbolik darin zu erkennen, die japanisches Militärwesen viel treffender beschreibt: verbohrter Konservatismus.

Seit ungefähr 900 n. Chr. verwenden die Japaner diese Schwertform und haben sie in 1000 Jahren kaum verändert. Die haben sich anscheinend gedacht, dass das die perfekte Form sein muss für eine Waffe und sie so belassen. Es gibt Unterschiede bei japanischen Schwerter in Gewicht und Balance, aber die Form ist ziemlich die gleiche. Das gilt auch für ihre Dolche. Alles hat diese Form.

Irgendwann um 1300 haben sie dann ihre so berühmte Schmiedetechnik entwickelt, bei der immer wieder kleine Blättchen Eisen übereinander gelegt und gehämmert werden. Eine Technik, die bei den keltischen Stämmen der La Tène Kultur in Westeuropa bereits um 600 v. Chr. bekannt war.

Was bei einem Katana dem europäischen Schwertkämpfer sofort auffällt ist der Mangel an Verwendungsmöglichkeiten. Mit einem Katana kann man Hiebangriffe ausführen und mehr schlecht als recht zustechen, da es für gewöhnlich ein zweihändiges führen verlangt. Und das wars.

Das Katana war in Japan keine Primärwaffe auf dem Schlachtfeld. Samurai verwendeten in der Regel Speere und Bögen, wobei das Katana als Zweitwaffe geführt wurde. Deswegen hat auch nie eine Entwicklung von Schildern stattgefunden. Katana wurden zwar auch symbolisch im Alltag getragen, diese waren allerdings auch kleiner und leichter. Etwas das man mit sich herumtragen kann um seinen Status zu unterstreichen während man Verwaltungstätigkeiten nachgeht und dabei vielleicht mal einen unbewaffneten Reisbauern schlägt.

Katana haben zudem einen relativ breiten Rücken. Die Klinge selbst ist absolut unflexibel. Die ganze Waffe selbst ist viel mehr ein Hackebeil oder eine angeschliffene Eisenstange als ein Schwert. Deswegen war es für den Samurai auch unmöglich mit dem Katana eine Rüstung zu durchschlagen. Breite Klingen müssen sehr viel mehr Material aus ihrem Weg räumen um zu durchschlagen. Das geht besonders schwer wenn die Rüstung aus dem selben Material hergestellt wurde wie die Klinge.

Katana sind was für Idioten, ob in einer SHTF Situation oder auch so. Leute die sich sowas in die Wohnung stellen wollen damit nur irgendwie angeben, sie seien irgendwelche spirituellen Kriegerpoeten. Dabei wirken diese Dinger genauso lächerlich wie Noam Chomsky Bücher im Regal oder Traumfänger über dem Bett. Mittlerweile werden sogar Katana mit dem Label "Tactial" verkauft. Wieder ein Beweiß dafür, dass es bei dem Label nur darum geht ein Lebensgefühl, anstelle eines echten Produktes zu verkaufen.


Und nur zum Vergleich mal ein europäisches Schwert.


Alle rot markierten Stellen sind als Waffe zu gebrauchen. Wir haben hier mehrere Waffen in einer. Man kann mit einer beidseitig geschliffenen Klinge Hiebe ausführen, man kann damit zustechen, man kann auf kurze Entfernung mit dem Knauf zuschlagen, aber man kann es auch beidhändig viel effektiver benutzen. Greift man das Schwert kurz unterhalt der Spitze, ungefähr da wo der hellrote Bereich aufhört, kann man die Spitze führen um in Schwachstellen der Rüstung des Gegners zu stechen. Zudem kann man das Schwert so zum abdrängen verwenden und mit der Parierstange Schläge ausführen, ähnlich wie mit einem Gewehrkolben, oder als Greifhaken benutzen. Die Klinge ist flexibel und wird wenn sie auf ein massiveres Objekt trifft, die Energie absorbieren ohne dass die Klinge beschädigt wird.


Diese Techniken erfordern allerdings Übung die man nicht eben mal in einer Woche erlernt. Ein Schwert ist zudem eine überholte Waffentechnik und für die heutige Zeit obsolet geworden. Wer in einer modernen Konfrontation im Falle eines SHTF Szenarios zu seinem Schwert greifen will, der kann genauso zu einem Klappspaten greifen. Dumm natürlich, wenn der Gegner dann eine selbst gebaute Zwille oder Schleuder besitzt. Vielleicht sogar eine völlig legal zu erwerbende Vorderladerpistole im Kaliber .65.

Zudem gehen Nahkämpfe meist sehr ungünstig für beide Beteiligten aus. Bewaffnete Nahkämpfe sind dazu meist nach ein paar Sekunden vorbei. Nahkampfwaffen geben Leuten ein falsches Gefühl von Sicherheit und können sie sogar noch motivieren, diese Form der Konfrontation eher einzugehen. Die Kämpfe der Antike und des Mittelalters liefen nicht so ab, indem zwei Armeen einfach aufeinander zurennen, ineinander krachen und sich dann in einem Haufen aus Einzelduellen verlaufen. Wird man von ein paar Goblins oder einer Gruppe Raider überfallen und versucht irgendwelche krassen Ninjatricks aufzuführen, dann werden diese nicht herumstehen und sich einzeln nacheinander niederstrecken lassen.

Auf Schwerter kann das eigene Arsenal gut verzichten.


Kommentare:

  1. Auch wenn das Katana unpraktisch ist, es sieht trotzdem geil aus. Dann taugts halt hauptsächlich als Dekoartikel oder Statussymbol, daran ist doch nichts auszusetzen. Und im Gegensatz zu einem Baseballschläger kriegt man das Ding nicht so schnell aus der Hand gerissen.

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    1. Deko ist was für Weiber und den einzigen Status den du damit unterstreichst ist den eine Schwuchtel zu sein. Gerade in einschneidige Klingen kann man relativ Sicher reinfassen. Siehe das letzte Bild.

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    2. Na dann fahr ich wohl besser auch nicht mehr so oft zu Ikea.

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    3. Doch, fahr ruhig zu Ikea. Müll deine scheiss Bude voll mit Deko und hab noch mal richtig Spaß, weil für Konflikte und Krisen brauchst du gar nicht vorplanen. Du hast Scheisse im Hirn stehst das eh nicht lange durch. Du würdest deine Zeit verschwenden.

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  2. Endlich macht mal einer klaren Tisch mit dem japanischen Buttermesser. Übrigens ist diese Wichskacke auf dem Titelbild ein sogenanntes Wakizashi. Eine verkrüppelte kürzere Version

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