Mittwoch, 16. Juli 2014

Psychologie des Überlebens: Der Survivalist


Ein paar grundlegende Dinge die man mitbringen sollte wenn man sich dem Überlebenskampf stellen und bestehen will.


1. Den Willen zu überleben

Eigentlich sollte man sich denken, dass jeder der etwas in dem Bereich seiner eigenen Krisenvorsorge unternimmt, diese Fähigkeit mitbringt. Stimmt aber leider nicht.
Für viele ist es auch nur ein Hobby bei dem die unangenehmen Dinge ausgeblendet werden und man sich stattdessen vorstellt, man futtert in der Krisenzeit gemütlich seine Langzeitnahrung. Es fehlt bereits an der Fähigkeit sich wirklich in eine Krisensituation hineinzudenken und dann von sich zu sagen, dass man dem trotzen werde. Wer sich beispielsweise einbildet in seiner Berliner Wohnung einfach Zeitungsbriketts in den Ofen zu stecken wenn der Strom und das Gas weg sind, der hat den Punkt übersehen wo die Tür eingetreten wird von Leuten, denen ganz andere Grundbedürfnisse abhanden gekommen sind als ein bisschen Wärme.


This guy had everything he needed to survive, everything except the will.
Another example of the willpower needed to survive the natural world. The problem here isn't that the guy couldn't survive—it's that he didn't want to.  
- World War Z [*]





2. Die Fähigkeit Prioritäten zu setzen und Ressourcen einzuteilen

Es gibt Leute, die kaufen sich für über 500 Euro Spielzeug wie Messer und Jacken, haben dabei aber keinen Bissen zum Essen eingelagert. Es gibt Leute, die haben hunderttausende Euro in Häuser gesteckt für nutzlosen Schwachsinn wie Dämmungen und biometrische Türschlösser, nur um in einer Scheidung dann alles zu verlieren. Es gibt Leute, die stecken Geld das sie nicht haben in Gold, anstatt zu investieren. Es gibt auch Leute, die machen überhaupt nichts in dem Bereich und verwenden weiterhin Zeit und Geld nur in ihre Unterhaltung. Dabei kann gerade das Thema Survival wahnsinnig unterhaltend sein.

Wer Survivalist muss dazu fähig sein Ressourcen einzuteilen und auch zweimal darüber nachdenken, bevor er etwas kauft. Was würde mir in einer realistischen Post Collapse Situation mehr nützen? Langzeitlebensmittel die bis zu 20 Jahren mindestens haltbar sind, oder Gold und Silber mit dem ich auf dem Schwarzmarkt, sofern vorhanden, etwas riskieren darf um im besten Fall für dieselben Produkte das Dreifache zu bezahlen?

Ist es nützlicher für mich eine besonders gute Hose zu besitzen, oder nützt es mir mehr für den selben Preis drei andere Hosen einer ebenfalls zuverlässigen Qualität zu haben? Nützt mir eine extrem teure Winterjacke mehr als mehrere Schichten an Kälteschutzkleidung? Muss ich eventuell damit rechnen Dinge zurückzulassen? Wird es nützlich für mich bzw. meine Gruppe Dinge mit anderen teilen zu können? Kann ich Dinge später tauschen?


3. Ruhe bewahren

Der Survival Autor Joel Skousen erzählt gelegentlich davon, wie Leute die Dienste seines Krisenvorsorge Beratungsunternehmens in Anspruch nehmen und dabei fast schon panisch sind, für einen Wirtschaftskollaps bliebe ihnen nur noch wenige Wochen Zeit. Es gibt viele Personen in dem Bereich der alternativen Medien, die bewusst Ängste und Panik schüren wollen um entweder selbst im Mittelpunkt zu stehen, oder damit Produkte verkaufen zu können. Krisenmeldungen sind immer inflationär und Menschen fokussieren sich immer eher auf schlechte Nachrichten, als auf gute Nachrichten.

Bewahre deine Ruhe.
Es bleibt noch Zeit sich vorzubereiten. Es wird keinen plötzlichen Wirtschaftskollaps über Nacht geben und du wirst auch nächste Woche noch mit deinen virtuellen Euros und Papiergeld Dinge einkaufen können.


4. Verabschiede dich von deiner Empathie

Wer sich lange genug mit den Themen Krieg, Zusammenbruch, Terror und dem verspeisen kleiner Kätzchen beschäftigt, der verliert irgendwann einfach seine Empathie.
Menschen heute sind viele Erfahrungen erspart geblieben die unsere Vorfahren noch machen mussten, wie bspw. der Tod eines oder mehrerer Kinder. Oder dass Krieger eines anderen Stammes den eigenen Stamm überfallen und alle Frauen vergewaltigen. Oder dass ein Ernteausfall bedeutet, dass einige aus der Familie den Winter nicht überstehen werden. Oder dass Landsknechte einfach mal deinen Hof abbrennen. Diese ganzen hässlichen Dinge die in der Menschheitsgeschichte Gang und Gäbe waren bleiben uns heute erspart. Anstatt einer Abgebrühtheit, Verrohung und Abstumpfung erleben wir dafür aber eine emotionale Instabilität, Verweichlichung und Aufgewühltheit. Viele Dinge die uns im öffentlichen Leben begegnen sind das Produkt emotionaler Beweggründe, egal ob veganes Essen in Fairtrade Verpackung, adoptierte Straßenhunde oder Sticker kleben für die sozialistische Umverteilung. Es gibt Menschen die an dem Survivalist ernsthaft kritisieren wollen, er denke nur an sich und wer zu arm wäre für Krisenvorsorge, der würde ja auf der Strecke bleiben.

Vergesst diese ganze Scheisse und vergesst diese ganzen Leute.

Wir sind nicht die Wohlfahrt und wer wirklich überleben will, der muss mit der Tatsache klarkommen, dass andere Menschen leiden und sterben werden.
Auch karitative Unternehmungen in einer Post Collapse Situation erfüllen für den Survivalist bzw. die Gruppe eine eiskalte Kosten-Nutzen Rechnung und geschehen mit beabsichtigten Zielen.
Du rettest hier nicht die Welt, du rettest dich und eventuell deine Familie und Freunde.


5. Einsamer Wolf

Ob in einer Gruppe oder als Einzelperson, sich mit Krisenvorsorge zu befassen ist eine wichtige Entscheidung. Für manche Menschen ist es besser als Einzelperson Krisenvorbereitung zu betreiben. Manche Einzelpersonen finden in ihrem direkten Freundeskreis niemanden, der sich ebenfalls dazu motivieren lässt oder sie versuchen von vorn herein Gleichgesinnte über das Thema Survival und Krisenvorsorge zu treffen. Das wird nicht funktionieren. Wer Menschen irgendwo auf Krisenstammtischen kennen lernen will und glaubt, nur weil man mit diesem einen Thema eine große Gemeinsamkeit gefunden hat, der wird feststellen müssen, dass das als gemeinsamer Kontext nicht reicht für ernsthafte Zusammenarbeit.

Wer sich als einsamer Wolf durchschlagen will muss sich mehr Fähigkeiten aneignen, da er nicht mit einer Aufgabenteilung rechnen kann genauso wenig wie mit Pflege im Fall von Verletzung und Krankheit. Als einsame Wölfe, oder LMOE(Last Man on Earth), kommen meist nur völlig verrückte in Frage, denen es als Motivation ausreicht zu sehen wie Dinge mit einem roten Stern drauf explodieren, weil ihnen dabei einer abgeht.


6. Freunde

Das Beste was man machen kann ist seine Freunde zu begeistern für das Thema. Dabei spielt eine wichtige Rolle, was man bisher in seinem Leben für ein Mensch war. Jemand der sich sein Leben lang nie für irgendwas interessiert hat, der wird genauso Freunde haben die sich für nichts interessieren. Wenn man dann auf einmal irgendein Erweckungserlebnis hatte und meint alle über irgendwas aufklären zu wollen, dann wird man mit so was scheitern. Wenn man übergewichtig, krank und arbeitslos ist wird man damit ebenfalls scheitern. Wenn man kein Vorbild vorleben kann wird man damit scheitern.
Kann man ein Vorbild vorleben und Leute in seinem Umfeld inspirieren, dann werden sie dem Enthusiasmus folgen.


7. Familie

Die eigene Familie ist ein sehr viel schwierigeres Feld, denn sofern man nicht ein Vater oder Patriarch ist, ist man immer nur das Kind von einem.
Ist man der Familienvater bewegt man sich immer noch in einem hohen Risikobereich, da Frauen in der Regel die größten Bremsen sind bei diesen Themen. Sie wollen alles Unangenehme aus ihrem Haus verbannen und das Geld hätte man ja sowieso für was anderes ausgeben können. Es gibt Väter in diesem Land, die müssen sich extra Lager und Wohnungen anmieten für die Dinge ihrer Krisenvorsorge, um diese Dinge vor ihrer Frau zu verbergen. Gleichzeitig kann man die Alte auch nicht rauswerfen, da sie im Falle einer Scheidung einen aussaugt wie ein Vampir.
Zu den eigenen Kindern hat man meistens gar keinen Draht mehr, da sozialistische Lehrertypen mehr Zeit mit ihnen verbringen als man selbst und sie oft nur sieht, wenn man nach acht Stunden Arbeit nach Hause kommt.


8. Sei kein Missionierer

Ich bin kein Missionierer und du solltest auch keiner sein. Ich versuche hier niemanden zu überzeugen und führe keine Diskussionen. Das solltest du auch nicht tun. Die Meinung anderer Leute kann dir auch total egal sein.


9. Leben nach der Krise in der Post Collapse Welt

Wenn man sich gut vorbereitet hat kann man recht komfortabel eine Krisenzeit durchstehen und sogar noch profitieren. Dabei meine ich nicht profitieren im Sinne von irgendwelchen Aktiengeschäften wie sie von schmierigen Finanzberatern angepriesen werden, ich meine realwirtschaftliches profitieren. Wer sich eine Drehbank angeschafft hat, diese mit Strom versorgen kann, kann Gerätschaften aus Metall herstellen und daran gut verdienen. Wer Nähmaschinen elektronisch oder manuell hat, der kann Kleidung herstellen bzw. herstellen lassen, wenn Überseehandel mit Nähereien lange nicht mehr existiert. Wer eine stehende Nahrungsmittelproduktion hat kann sogar Fastfood verkaufen. Wer Alkohol herstellen kann, der hat ein Tauschmittel, Konsumgut und medizinische Ressource. Vorausgesetzt natürlich man hat die physische Stärke das alles zu verteidigen.

Menschen werden relativ schnell wieder in einen Normalzustand zurückfinden, sofern die Rest-Regierung sie in Ruhe lässt.



[*] Ich meine natürlich World War Z das Buch und nicht diesen absolut beschissenen Film der einfach nur schlecht ist.

Siehe auch: 
Andere Prepper

Kommentare:

  1. Wie kann man sich den am besten heute schon auf eine Post Collapse Situation vorbereiten? Ich meine diese Situation trainieren? 1 Woche im Wald leben?
    Ich wäre dir sehr dankbar für Tipps!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In einer PC Situation willst du sicher nicht im Wald leben. Die Wälder um Berlin sind jetzt schon voll mit Zigeunern und anderem landfremden Volk. Ein Patentrezept kann ich dir auch nicht geben, da ich keine Ahnung habe wie deine jetzige Situation ist. Verfolge einfach weiter diesen Blog und nimm die Informationen mit die hier präsentiert werden. Nur ein paar platte Ratschläge kann ich dir soweit geben:

      1. Raus aus der Stadt.
      2. Unabhängig werden.
      3. Nützliche Fähigkeiten und Kontakte sammeln.

      Und reib niemanden unter die Nase, dass du dich auf eine PC Situation vorbereitest.

      Löschen
  2. Schau Dir oben die 'Survival Pyramid' an:
    1. Der Wille!
    2. Fähigkeiten/ Erfahrung
    3. Wissen
    4. Ausrüstung
    Nach ner Woche im Wald bist zu wahrscheinlich total verzeckt und am verhungern. Wenn du es durchgezogen hast haste sicher einiges gelernt über deinen Willen und deine Grenzen und evtl. fehlende Fähigkeiten.

    AntwortenLöschen
  3. Danke für die Infos! Dann hab ich einen kleinen Vorsprung:

    1. Wohne auf dem Land
    2. Habe ein wenig vorgesorgt (sollte 1 Monat reichen)
    3. Bin aktiver Jäger

    Aber das mit den Kontakten, ist glaube ich schwierig, ohne gleich als Spinner oder Schwarzmaler angesehen zu werden. Wer wäre da das richtige Umfeld? In meiner Familie habe ich die Unterstützung, das ist schon mal ein großes Plus. Wo also was aufbauen, wenn es dann darauf ankommt, und die Person erst auf sich selber schaut? Im engeren Freundeskreis ist man schon interessiert, aber doch eher auf der Schwarzmaler Schiene...

    Das mit der Psyche, kann ich auch nicht abschätzen. Wie kann man so etwas trainieren?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Glückwunsch, bist schonmal besser aufgestellt als geschätzte 97% der restlichen Bevölkerung. Vorräte für einen Monat ist aber zu wenig.
      Deinen Freunden musst du ja nicht erzählen du betreibst Krisenvorsorge, du kannst ihnen auch erzählen du willst mehr einfach selbst machen können und eben unabhängiger werden. Ich kenne deine Freunde und Familie nicht und weiß nicht bei welchem Thema man da wen abholen könnte und wie die drauf sind.

      Was die Psyche angeht werden wir hier in Zukunft mehr machen was den Extrembereich angeht. Versuch Dinge methodisch und technisch anstatt emotional zu beurteilen. Wie gesagt, weiter Post Collapse lesen. Zeit haben wir noch.

      Löschen
  4. an anonym:

    Vielleicht zwei kleine Tricks, die mir auch geholfen haben. Der Erste hat Bezug zu den Beiträgen über "Schattenwirtschaft" weiter unten. Versuche, einen Sport daraus zu machen, Dinge, die Du unbedingt willst umsonst (natürlich nicht klauen!) oder gegen Gefallen zu bekommen. Du siehst sehr schnell den Unterschied zwischen "wollen" und "brauchen" und lernst schneller Gleichgesinnte kennen, als durch Agitation. Es schult auch die Fähigkeit, Gelegenheiten sofort zu erkennen und auszunutzen (Improvisation).
    Wenn Du so Deine Fähigkeiten als Problemlöser schon etwas geschult hast und das schlechte Wetter wieder einsetzt (Wie Ernst Jünger schon schrieb, sind Kälte und Nässe über längere Zeit demoralisierender als Beschuss!) stellst Du einfach mal am Freitag für ein Wochenende ohne besondere Vorbereitung Heizung und Strom ab und hilfst Dir in allem selbst, so lange es Dir Spass macht. Ähnlich wie bei der Woche im Wald lernst Du so, woran Du noch arbeiten musst. Kleiner Tip für den Anfang: Auch wenn Du Dir in Deiner Wohnung den Arsch abfrierst, gilt das für deine tiefgefrorene Jagdbeute noch lange nicht ;-)) Glück auf dem Weg!

    AntwortenLöschen
  5. Netzwerk gründen! Das geht nicht auf die Schnelle, dauert Jahre. (hat es zumindest bei mir). Strukturierte Hirarchie!!! Keine Demokratie, mit abstimmen und so. Man einigt sich auf einen, der letztendlich den Ton angibt. Spezialisten für einzelne Bereiche auswählen, ein Arzt ist nicht schlecht. es geht um können! Nicht um quatschen. Vorräte einlagern, Medikamente wie Brandsalbe, Verbandsmaterial, Durchfallmittel (zur Not geht Holzkohle) Sulfonamide usw... Dinge des täglichen Bedarfs anschaffen, Fluchtpunkte wählen und darauf achten, das diese nicht mehr als 60 Km entfernt sind, müssen zur Not auch zu Fuß mit kleinem Gepäck innert 3 Tagen erreichbar sein. Sportschütze werden, Jagdschein machen... usw...usw.

    AntwortenLöschen
  6. Aber wie kommt man an solch ein Netzwerk?
    Ich kann ja schlecht ´ne Anzeige schalten.
    Im Bekanntenkreis geht´s auch nicht - da hab ich wohl zumindest dafür die falschen Bekannten :o(
    Gibt es Möglichkeiten in solch Netzwerke einzusteigen...falls die Mitglieder einverstanden sind?

    AntwortenLöschen
  7. Was kennst Du nur für Frauen?
    Netzwerk, Familie, Freunde, bla, bla. Sobald ich das Thema Kriese oder Vorsorge auch nur sanft und behutsam anspreche werde ich wie ein Marsmännchen angeguckt! Die Leute bekommen sofort Angst und wollen nix davon wissen! Wenigstens hat sich mein Mann mit dem Thema (endlich nach 3 Jahren) angefreundet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klar. du beschäftigst dich schon so lange damit, dass du Krise immer noch nicht richtig schreiben kannst.

      Löschen