Mittwoch, 9. Juli 2014

Verhalten vor, während und nach einem Kampf

Ein paar Ratschläge zum Straßenkampf, Kneipenprügeleien und Überfallsituationen


Ich habe in dem Artikel Kampfsport ist Schwachsinn ganz gut vom Leder gezogen gegen die kommerziellen Angebote, gerade was Kampfsportarten mit Exotik- und Esoterikfaktor angeht.

Nun möchte ich ein paar eigene Erfahrungen teilen.



Den Kampf so gut es geht vermeiden
Man kann einem Kampf einfach aus dem Weg gehen oder ihn vermeiden in dem man Aufmerksamkeit und Konfrontationsbereitschaft ausstrahlt. Kriminelle und Schlägertypen suchen sich Opfer und keine Gegner.
Sollte man dann doch einmal in einer dunklen Gasse überfallen werden, gibt es zwei Arten des Überfalls. Die einen wollen dich verletzen oder töten weil sie kranke Psychos sind, die anderen wollen nur dein Geld. Ein Geldbeutel zum opfern, in dem man keine persönlichen Informationen trägt und nur irgendwelche wertlosen Kärtchen, ist billiger und risikofreier als ein Jahr Karatestunden.


Fit sein
Die körperliche Verfassung ist wichtig für einen Kampf, aber nicht so wichtig wie manche Leute meinen. Mach ein paar Sit ups mehr und besorge dir vielleicht eine Punching Bag auf eBay. Allein das man über eine längere Ausdauer in der Lage ist gerade und harte Schläge auszuführen, kann einen riesen Unterschied machen. Kampfsport wird dir keinen Vorteil bringen. Egal ob Jin Jitsu, Krav Maga oder sonst so ein Ninja Gezappel. Auch ein ehemaliger MMA Kämpfer sagte mir einmal, dass sei alles Scheissdreck. Trotz Ausbildung und Training habe er die Hälfte der Straßenkämpfe in seinem Leben verloren.

Übrigens ist die Chance höher im Kampfsport Training verletzt zu werden, als bei einem Überfall.


Gefahrenanalyse
Kriminelle jagen nur selten Opfer, denn in der Regel lauern sie irgendwo. Also wenn ihr eine Gruppe verdächtiger Personen beobachtet wie sie sich auf einem Parkplatz aufteilen und die einzelnen Mitglieder stehen nur an Ecken herum, eventuell rauchen sie nicht mal um keine brauchbaren DNA Spuren an Kippen zu hinterlassen, dann ist man alarmiert.
Wenn menschliche Raubtiere einfach nur "herumhängen" meidet man diese Flecken am besten.

Seht euch auch ruhig ein paar Stunden Video aus Überwachungskameras an. Von Banküberfällen, Kneipenschlägereien oder Straßenraub. Seit einer Weile gibt es auch eine neue Trend-Bedrohung in Form des Knockout Game. Hier schlagen die Täter plötzlich ein Opfer nieder ohne Vorwarnung, mit dem Ziel es mit einem Schlag bewusstlos zu schlagen. Das dient auch der mentalen Vorbereitung.

Wenn ihr euch Videoaufnahmen von Kneipenschlägereien anseht werdet ihr feststellen, dass diese meistens wegen totalem Schwachsinn ausbrechen wie bspw. einer Frau. Zwei angetrunkene Typen prügeln dann eine Weile aufeinander ein bevor ihnen die Puste ausgeht, einer am Boden liegt oder beide kotzen müssen vor Aufregung. Das Weib ist dann schon längst weg und zurück bleiben zwei Männer die sich hassen. Das ist es nicht wert. Manchmal gehen Typen auch nur auf andere Typen los um ihre Weiber zu beeindrucken. Verschwindet also besser. In einer Bar sollte man niemals kämpfen. Da liegen soviele potentielle Waffen herum mit denen man keine Bekanntschaft machen möchte. Seht euch eventuell mal Bas Rutten's Street Defence an.

Ebenso gehört dazu, sich nicht in einer Bar ködern zu lassen, gerade wenn man ein Kerl ist. Ja Leute, geht schon mal nach Hause. Ich bleibe hier noch mit dieser jungen und attraktiven Damen die mich heraus gepickt hat um mit mir heim zu gehen, nur damit mir ihr Macker drei Straßen weiter die Fresse poliert und die Brieftasche abnimmt.


Handschuhe einpacken
Viele Leute tragen heute Dinge mit sich herum, die ihrer eigenen Sicherheit dienen sollen. Das häufigste ist dabei ein Pfefferspray, von denen ich persönlich nicht viel halte. Freunden von mir ist es einmal passiert, dass sie zu viert(!) von einem einzigen Junkie angegriffen wurden, der ihnen ein paar Verletzungen zufügen konnte und gegen den eine halbe Dose Pfefferspray nichts gebracht hat. Ein Notfallhammer übrigens auch nicht. Es gibt Leute, die reiben sich fast jeden Morgen Pfefferspray unter die Augen um irgendwann eine Resistenz dagegen zu bilden, zumindest glauben sie das.
Am sinnvollsten ist es, was Pfefferspray angeht, sich etwas zu besorgen wie eine Pfefferspraypistole die das Zeug in Form von Gel verschießt.

Ich persönlich trage manchmal Protektorenhandschuhe bei mir. Bei einem Kampf vor einigen Monaten, bei dem ich sie nicht trug, biss mir jemand in die Hand. In den rechten Zeigefinger um genauer zu sein. Die Narben sieht man noch sehr deutlich. Und dabei ist der Abzugsfinger sehr wichtig.
Generell trägt man Handschuhe um Verletzungen zu vermeiden, auch wenn die Protektoren etwas Nachdruck geben können. Verletzungen haben ein Infektionsrisiko und in der Situation einer Straßenprügelei bspw. sehen Verletzungen an den Knöcheln, die eine Beteiligung an einem Kampf beweisen, sehr ungünstig gegenüber der Polizei aus.


Schusswaffen (Post Collapse only)
Gibt es keine Gesetze mehr, gibt es trotzdem noch Kriminelle. In einer Post Collapse Situation, wenn sich das Leben wieder einigermaßen normalisiert hat in einer Community, kann es trotzdem zu Überfallsituationen kommen. Wer also bereit ist für seine eigene Sicherheit soweit zu gehen einen anderen Menschen zu töten, der soll verdammt noch mal eine Schusswaffe besitzen.

Eine Schusswaffe über deren Anschaffung man sich vielleicht jetzt bereits Gedanken machen könnte ist der Derringer Liegi. Dieser süße kleine Vorderlader im stolzen Kaliber .44 ist auch in Verbotland als Vorderladerpistole ab 18 für um die 100 Euro zu erwerben.
Der Lauf ist abschraubbar, womit er auch einfach entladen werden kann. Der Abzug kommt erst zum Vorschein, wenn der Hahn gespannt wird. Derringer ist bekannt dafür kleine Handfeuerwaffen zur Selbstverteidigung herzustellen. Zündhütchen und Kugeln sind ebenfalls zu erwerben. Als Treibladung dient Schwarzpulver. Ein bisschen Filz wäre auch nicht schlecht.

Von Messern rate ich generell komplett ab, auch von kleinen Messern wie Neck Knives. Sie sind zur Selbstverteidigung ungeeignet und das Risiko von juristischen Konsequenzen ist zu hoch. Wenn die Cops euch mit einem Messer antreffen, dann ist denen das Gesetz völlig egal oder ob ihr eine Kopie des aktuellen Waffengesetzes bei euch tragt. Sie werden euch das Ding abnehmen und ankündigen zu ermitteln.


Sich der Situation bewusst sein
Ich habe einmal übelst auf die Schnauze bekommen weil ich eine Situation nicht als so gefährlich eingeschätzt habe wie sie tatsächlich war. Beide Gegner waren angetrunken und ich hatte keine Lust mich zu prügeln. Als der eine bereits betrunken stolperte, griff mich der andere an und jetzt hab ich deswegen eine Narbe am Hinterkopf.

Macht euch bewusst, dass ihr es mit absolutem Abschaum zu tun habt. Wenn ihr nicht der Aggressor seid, was ihr nicht sein solltet, sondern der andere es ist, dann ist dieser einfach absoluter Abschaum gegen den ihr euch verteidigen müsst. Ihr wisst nicht was der euch antun will und das warum ist egal.

Wenn ihr nicht mental voll in diesem Fight drin seit werdet ihr verlieren. Wenn ihr zögert in der Hoffnung, dass sich doch noch alles irgendwie deeskalieren wird, dann werdet ihr verlieren. Wenn ihr mit den Boxregeln des Marquess of Queensberry gegen Abschaum aus der Gosse kämpft, werdet ihr verlieren.
Ein Bare Knuckle Fight nach den Regeln des Marquess of Queensberry



Umgang mit der Polizei
Ich hatte einmal eine komische Begegnung im Zug. Mir gegenüber saß so ein Rotzlöffel von vielleicht fünfzehn Jahren und sein etwas älterer, offensichtlich homosexueller Freund. Dieser Rotzlöffel erzählte seinem Freund die ganze Zeit irgendwelche Geschichten darüber, was für ein krasser Streetfighter er sei weil er sich vor irgendeinem Club für die Unterschicht mit anderen Rotzlöffeln geklopft hat. Seinen Vortrag konnte ich entnehmen, dass er gerade Sommerferien hat, ein bisschen Boxen im Verein geht und absolut keine Ahnung vom Umgang mit der Polizei hat. Und dann schaut der mich an und fragt "Problem?". Eigentlich hätte ich ihn sofort fertig machen und anschließend den Cops glaubhaft machen können, es wäre Selbstverteidigung gewesen, egal was die Kamera im Zug gefilmt hätte. Dieser kleine Fuck-up hatte keine Ahnung vom Umgang mit der Polizei.

Informiert euch vorher erst genau über den Notwehrparagraphen 32 StGB, Paragraph 136 und 163a der Strafprozessordnung sowie Paragraph 55 des Ordnungswidrigkeitengesetzes, nicht erst danach. Macht vor Ort keine Aussage, in dem Zustand seid ihr nicht in der Lage irgendwelche Aussagen zu machen. Beruft euch auf euer Recht die Aussage zu verweigern und verweist am besten auf einen Schock durch eine akute Belastungsreaktion. Die meisten Verurteilungen kommen nur zustande, weil sich Beschuldigte rechtfertigen oder profilieren wollen.

Wenn ihr Notwehr anwenden wollt, dann müsst ihr Notwehrgesetze kennen. Ich habe es einmal erlebt, dass der Tritt in die Kniekehle von hinten gegen eine unbewaffnete Person und anschließendes Anwenden eines Würgegriffs als "Türsteherzugriff" und "Selbstverteidigung" gelehrt wurde. Sowas ist keine Selbstverteidigung, sowas ist gefährliche Körperverletzung mittels eines hinterlistigen Überfalls und einer das Leben gefährdenden Behandlung nach Paragraph 224 Strafgesetzbuch.


Gehe wenn möglich nicht ins Krankenhaus
Wenn man im Krankenhaus feststellt, dass du Verletzungen aus einem Kampf hast, holt man dort die Polizei. Versuch dann mal zu erklären, dass du dich nur gewehrt hast und warum du nicht früher die Polizei holen wolltest.

Ich hab es oft genug erlebt, auch an mir selbst, wie man sich sonst noch verarzten lassen kann. Kennst du eine Krankenschwester oder einen Tierarzt? Kennst du sie so gut, dass sie dir nicht böse sind und helfen werden, wenn du sie in der Nacht wach klingelst?
Hast du selbst Verbandszeug zu Hause und Desinfektionsmittel? Teilweise sind mir Platzwunden auch mit dem Bügeleisen verödet worden, die wir in der Situation nicht nähen konnten.



http://www.nononsenseselfdefense.com/


Kommentare:

  1. Bas Rutten zeigt in all seinen Videos Krav Maga! Er Ist KM Instruktor. Krav Maga ist kein Kampfsport/Kampfkunst sondern Selbstverteidigung und äußerst wirksam.
    Die mentale Einstellung natürlich vorausgesetzt!!
    Ansonsten bin ich bei allem Anderen von dir völlig dacore

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  2. Icke`s Meinung:

    Ihre Artikel sind gut!
    Ihre Empfehlung zum Liege-Vorderlader für die Verteidigung - während oder nach dem Zusammenbruch der „Ordnung“ - teile ich jedoch nicht.
    Vorderladerkurzwaffen sollten immer einen möglichst langen Lauf haben (min. 20 cm).
    Begründung: Schwarzpulver baut nur „langsam“ Druck auf. Bei einer effektiven Lauflänge von nur 5-6cm können Sie mit 20 Grain SP (mehr als vom Hersteller empfohlen!) 350-400 feet/sec. mit einer .44er - .45er erreichen. Dies ergibt mit Rundkugeln nur 45-60 Joule* und entspricht damit der Energie einer .22 kurz. Mit langen Läufen (ca.25 cm) kommt man auf rund 250-300 Joule (ca.32 ACP) und eine Langwaffe in .45 mit 3,5 Gramm SP und Pflasterkugel kommt auf satte 1.300 Joule (ca. .44Mag.)
    Da man nur einen Schuss mit frei verkäuflichen Vorderladern hat, sollte dieser Schuss auch das Potential haben, einen bewaffneten Angreifer zu stoppen. Ergo - lange Läufe!
    *Andere Infos (muzzle.de) sind falsch!
    PS: Ich hätte auch gern einen Liegi, aber nur, weil ich ihn „süß“ finde.

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