Montag, 14. Juli 2014

Wie man eine Miliz organisiert



In einer Post Collapse Situation, nach einem Zusammenbruch der regulären Ordnungskräfte, werden eventuell Existenzerhaltende Maßnahmen notwendig sein, denen eine einfache Bürgerwehr nicht mehr nachkommen kann. Für den Fall sich und seine Gemeinde gegen bewaffnete, eventuell organisierte gegnerische Gruppen oder sogar feindliche Truppenverbände behaupten zu können, kann es für eine Gemeinde notwenig sein Milizgruppen zu organisieren.

Milizen als zivile Ordnungsformation haben in Deutschland eine lange Geschichte. Das Wort Miliz selbst ist dabei aber so gut wie nie verwendet worden. Geläufigere Begriffe sind Landwehr und Landsturm.


Aufgaben in der Vergangenheit.
Milizen sind keine Paramilitärs. Milizen sind Militär. In Friedenszeiten aber gehen ihre Angehörigen zivilen Berufen nach und sind von militärischen Übungen befreit. Auch heute noch ist in den USA jeder Mann im kampffähigen Alter, zwischen 17 und 45, automatisch Teil der Miliz und kann im Kriegsfall verpflichtet werden. Regierungen mögen einem zwar immer erzählen, dass den normalen Zivilisten Waffen und Krieg nichts angehen würden, doch behalten sie sich es immer vor im Kriegsfall jeden einzuziehen, den sie kriegen können.

Besteht jedoch auch im Kriegsfall kein direkter Bedarf an den Miliztruppen gehen die Angehörigen weiter ihrem Zivilleben nach, es sei denn sie können dazu dienen andere Truppen zu entlasten, indem sie Objektschutzaufgaben, wie das Bewachen von Infrastruktur, übernehmen.


Aufgaben in einer Post Collapse Situation
In einer Post Collapse Situation werden staatliche Ordnungsorgane den Schutz der Zivilbevölkerung noch schlechter gewährleisten können als sie es jetzt schon tun. Im schlimmsten Fall wird die Polizei einfach überrannt und Karriereverbrecher und die Großfamilien der Fachkräfte auf dem Gebiet, fangen an mit erbeuteten Waffen ihre Umgebung zu tyrannisieren. Versprengte Soldaten und Polizisten könnten einfach selbst zu Plünderern werden, da es in der deutschen Bevölkerung nicht genug Schusswaffen gibt, um ein Abschreckungspotential gegen solche Plünderer darzustellen.

Die Milizgruppen hätten die Aufgabe das eigene Territorium, wo sich wirtschaftliche Existenz, Nahrungsmittelversorgung und andere Dinge zur Autarkie befinden, zu schützen.

Gegebenenfalls, sollte die Anzahl groß genug sein, kann gegen Bedrohungsfaktoren wie bspw. ein bekanntes Lager einer feindlichen Gruppe, die Initiative ergriffen werden. Letzten Endes sollte die Bedrohung immer ausgeräumt werden indem man den Kampf zum Gegner trägt.


Auswahl der Mitglieder
Um die Auswahl und Aufnahme von Mitgliedern sollte man sich bereits vor einer Post Collapse Situation Gedanken machen. Tritt die Situation dann ein geht zuviel Zeit darauf verloren und die Mitglieder wissen vorerst nicht, was überhaupt zu tun ist.

Förderlich ist es für solch eine Unternehmung natürlich, wenn man bereits in Organisationen einer Gemeinschaft wie bspw. der freiwilligen Feuerwehr oder einem Schützenverein vertreten ist.

Als Mitglieder in Frage kommende Personen müssen interessiert, motiviert, körperlich sowie geistig fähig sei. Leute die das Ganze nur als Hobby betrachten oder irgendwie halb-ernst nehmen, oder sogar eine fragliche Motivation haben, kommen nicht in Frage.
Frauen können vielleicht in reinen Fraueneinheiten irgendwas bewachen, aber das vermischen mit Männern in einer Gruppe die auch in der Lage sein muss Operationen durchzuführen, kann man vergessen. Frauen sind schwächer als Männer, langsamer als Männer und werden dadurch nur zu einem unnötigen Balast und Risiko. Zudem benehmen sich die Kerle dann bloß wie Affen weil sie anfangen um die Frau zu konkurrieren, was man absolut nicht brauchen kann im Ernst der Lage. Vergesst diesen Schwachsinn also von irgendwelcher Gleichbereichtigung in der Truppe. Keiner vermischt in irgendeiner Armee die Geschlechter. Weder die Israelis, noch die Kurden, noch sonst wer macht so einen Schmarn.

Zudem wäre es sehr von Vorteil Mitglieder zu haben die ihre Fähigkeiten auch für karitative Zwecke einsetzen können wie bspw. Ärzte und Mechaniker.

Für offensive Operationen ist davon abzuraten Menschen die Familie versorgen müssen auszuwählen. In einer Post Collapse Survival Situation wird sich, meiner Einschätzung nach, niemand an irgendwelchen offensiven militärischen Operationen beteiligen, der eine Familie zu versorgen hat.


Organisation
In der Regel ergreift ein Fachmann die Initiative für den Aufbau. Je nachdem welche Mitglieder er aufnimmt weitet sich das Spektrum an Kompetenzen.
Es ist ratsam Anführer und Offiziere sowie deren Vertreter in Abstimmungen zu wählen, genauso wie man einen Sheriff wählt. Wie bereits angesprochen ist es von Vorteil, wenn man bereits in Organisationen der Gemeinde vertreten ist.

Haben Mitglieder kein Vertrauen in ihre Anführer, dann wird die Unternehmung gefährdet. Einerseits weil sie kein Vertrauen in seine Entscheidungen haben denen sie nicht nachkommen werden, andererseits ist untergrabene Autorität Nährboden für Intrigen und Machtkämpfe.


Training der Mitglieder
Um Bewachungsaufgaben nachgehen zu können müssen die Mitglieder grundlegendes Wissen vermittelt bekommen. Der Umgang mit den zur Verfügung stehenden Schusswaffen genauso wie das Kommunizieren mit oder ohne Funkgeräten wie bspw. über Lichtsignale. Wenn an Ortschaften Checkpoints errichtet werden wäre Wissen zur Fahrzeugdurchsuchung wie aus Polizeihandbüchern wie bspw. das DEA Stash and Hideout Handbook oder Betäubungsmittel im Straßenverkehr nützlich.

Ist der eigene Rückzugsraum und die wirtschaftliche Existenz der Gemeinschaft sicher, aber es existiert weiterhin ein Bedrohungspotential, dann muss offensiv gegen diese Bedrohung vorgegangen werden. Diese Bedrohung kann eine Bande herumziehender Raider sein die eine Tankstelle zu einem Fort ausgebaut haben oder sie kann auch vom Nachbardorf ausgehen, wo verrückte Leute von außerhalb oder innerhalb die Führung übernommen haben.
Im Vietnam der 1960er Jahre hatte das Civilian Irregular Defense Group Program der USA es zum Ziel Dorfbewohner zu Milizgruppen auszubilden, die in der Lage sein sollten auch offensiv gegen die Bedrohung von Vietcong usw. vorgehen zu können.


Ausrüstung
Um ein Dorf und die Felder drum herum zu bewachen reichen zu Anfangs ein paar Jagdwaffen, Handfunkgeräte und Ferngläser. Das Auslegen von Fallen wie bspw. Pyrotechnik und Signalmittel als Alarmanlagen kann von großen Wert sein.

Macht die Situation es erforderlich den Kampf zum Gegner zu tragen, macht ein solches Unterfangen einen höheren Grad an Organisation und Ausrüstung notwendig. Muss die Miliz offensiv agieren braucht sie dafür Training in offensiven Taktiken. Muss eine Milizgruppe abseits ihrer sicheren Basis operieren, dann braucht sie die nötigen Mittel abseits dieser Basis bestehen zu können. Ein Proviant an Wasser und Nahrung sowie Ausrüstung um der sich ändernden Witterung trotzen zu können erhöht den Aktionsradius. Eine komplexere Aufgabenteilung von Beobachtung, Aufklärung, Kommunikation sowie dem letztendlichen Durchführen eines Angriffes wird erforderlich. Hierbei helfem einem diverse Feldhandbücher wie bspw. das Fieldmanual 31-21 Guerrilla Warfare and Special Forces, welches seit der ersten Auflage 1961 immer wieder aktualisiert wurde.


Weiter zu Teil 2


Siehe auch:

Kampforientierte Fitness 



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