Sonntag, 31. August 2014

Kampforientierte Fitness

Welche Arten von Trainingsmaßnahmen sind am besten für den Survivalisten geeignet, der damit rechnet an militärischen Abenteuern teilzunehmen?

Bevor der Survivalist, oder derjenige der sich dafür hält, überhaupt irgendwas in diese Richtung in Erwägung zieht, sollte er die Reihe über Killologie auf diesem Blog sowie die Bücher "On Killing" und "On Combat" von Lt. Col. Dave Grossman lesen. Die psychische Vorbereitung ist wichtiger als die physische Vorbereitung. Ein Soldat mit breiten Schultern, der die Regierung tausende Euro in seiner Ausbildung gekostet hat, kann im Moment der Wahrheit zögern. Verstehe vorher auf was du dich da einlassen willst.


Der Jetzt-Zustand

Fühlen sie auch wie dieses Bild versucht telepathisch mit ihnen zu kommunizieren? "Hier Sweety, halt mal kurz Daddys Gewehr. Daddy muss sich nur schnell einen Donut reinstopfen!"

Die Mitglieder der Prepper Szene haben meistens eines von zwei großen Problemen.
Entweder sie sind jung, sportlich aber haben kein Geld für garnichts.
Oder sie sind finanziell besser aufgestellt da bereits einige Jahre im Berufsleben, körperlich lassen sie sich aber völlig gehen.
Und wer beide Probleme hat, der hat richtig die Arschkarte gezogen. Alter, wofür braucht man da noch einen Tag-X? Da ist ja Montag Morgen schon der krasse Survival Überlebenskampf.

Die gute Nachricht ist aber, dass man an allem arbeiten kann, egal wie du jetzt aussiehst. Es sei denn du bist ein fetter Diabetiker, aber dann bist du sowieso gefickt. Richtig gefickt.
Aber wer keine gesundheitlichen Probleme hat, der kann sofort loslegen.

Ein langjähriger Freund von mir ist vor Jahren der US National Guard beigetreten. Er war immer sehr dünn und kleiner als die anderen Kinder. Für den Fitnesstest der Armee legte er sich aber richtig ins Zeug, nahm mehr Kalorien zu sich als vorher und machte regelmäßig sein Training. Auf der Schule für die Unteroffizierslehrgänge gewann er schließlich den Fitness Contest für den fünf Meilen Sprint.
Ob du jetzt noch zu dünn oder zu fett bist spielt dabei keine Rolle, also beweg dich gefälligst.


Körperliches Training
Wie bei allem anderen auch muss man sich hier vorher fragen, was die eigene Auftragslage sein wird. Was ist mein Auftrag? Welche Mittel brauche ich zur Erfüllung meines Auftrags? Wie erlange ich diese Mittel? Körperliche Fitness und einstudierte Bewegungen sind ein Mittel.

Will ich mich also auf den Feuerkampf vorbereiten, so muss ich meine körperlichen Fähigkeiten an die Anforderungen einer solchen Situation anpassen. Die US Army nennt dies Combat oriented Training und es unterscheidet sich stark von Sport Fitness Übungen.


Dinge wie Liegestützen, Sit-ups und Klimmzüge sind eine super Sache um seinen Körper erstmal in Form zu bringen, für den Kampf sind sie alleine aber nicht gut genug. Für die körperliche Ertüchtigung braucht es auch kein Fitnessstudio oder Ergänzungsmittel, sondern einfach regelmäßige Übungen. Ein Konzept welches die Bundeswehr entwickelt hat bietet sich hier besonders an: Freeletics.
Trainieren ohne Geräte und Ernährungsplan. Ich würde allerdings empfehlen für 10-12 Euro eine Klimmzugstange für den Türrahmen zu besorgen. Eventuell noch eine Isomatte. Hierfür nehme ich die US Army Isomatte, die in diesem Konzept gleich mehrere Verwendungsmöglichkeiten findet.

Joggen könnt ihr übrigens total vergessen. Das ist nur was für Spastis, Yuppies und Idioten die sich ihre Gelenke ruinieren wollen während sie rumhopsen wie die Trottel. Joggerwege sind auch beliebte Jagdgründe von Vergewaltigern. So eine Joggerin ist in der Regel recht knackig und auf dem Rückweg auch zu ausgepowert um noch irgendwelche Anstallten zu machen.

Für das Endergebnis der Figur angeht würde ich es Leute nahe legen weder auf den Muskelprotz zu hoffen noch so was anzustreben, da diese Statur letztendlich keine Vorteil, aber viele Nachteile bringt. Alles was du an Muskelmasse aufbaust erhöht deinen Kalorienbedarf. Wird dieser nicht täglich bedient, wovon man in einer Post Collapse Situation ausgehen muss, treten Schwindel und Übelkeit auf. Was man für diesen Zweck braucht ist langfaserige Muskulatur, Ausdauer- und Leistungssportler, keine Gewichtheber.

Beim Militär gibt es viel Narzissmus und Körperkult. Ist aber alles Blödsinn, denn kein Bicepsmuskel ist Kugelsicher. Und ein "Sixpack", obwohl es nur ein einziger Muskel ist, ist auch nicht dazu da um Weibchen anzulocken oder sich selbst vor dem Spiegel zu betrachten, sondern um deine Gedärme zu schützen und zu verhindern, dass sie bei Schnittverletzungen gleich herausfallen, wie Kartoffeln aus einem alten Jutesack.


Combat oriented Training
Im Mittelalter war es noch klar, dass Schwertarm und Schildarm unterschiedliche Aufgaben haben und unterschiedlich, ihrer Aufgabe entsprechend, trainiert werden. Der eigentliche Kampf findet für den Soldaten nicht im Trainingsanzug statt, sondern voll ausgerüstet. Es wird auch nicht über die Bahn gejoggt, es wird gesprintet. Was im Sportanzug noch einfach war, geht mit Loadout plötzlich sehr viel schwerer. Zudem werden Bewegungsabläufe gefordert, die im sportlichen Training nicht vorkommen.

Bild: Deutsche Soldaten wurden immer so ausgebildet, dass sie mit der Waffe in der rechten Hand rennen und dabei den Kopf einziehen. So gibt er nicht nur ein kleineres Ziel ab, die eigene Seite erkennt auch einfacher einen der ihren. Zu dieser Zeit gab es noch keine Sturmgewehre, die man im rennen abfeuern konnte.


Bild: Schwere Säcke simulieren einen verwundeten Kameraden den es zu bergen gilt.


Bild: Überwinden von Hindernissen in einer möglichst kleinen Silhouette.


Bild: Gebeugter Gang unter Fenstern und um generell ein kleineres Ziel abzugeben.

Bild: Durch Fenster klettern. Klettern und Abseilen ist nicht nur in stark urbanisiertem Gelände eine große Hilfe

Das Training in voller Ausrüstung dient dabei nicht nur der Fitness, es ist auch ein Test für die Optimierung der Ausrüstung. Droht irgendwas verloren zu gehen? Zwickt es irgendwo? Klappert es? Besser man findet es vorher heraus.

Auch Atemtechniken und die Fähigkeit etwas sehr lange anzustarren ohne zu blinzeln sind wichtig.

Ist der Körper in einer Stresssituation wie dem Überlebenskampf, der ultimativen Stresssituation überhaupt, schaltet der Körper sämtliche Funktionen herunter, die nicht der Selbsterhaltung dienen. Menschen werden kreidebleich, da der Körper den Blutkreislauf der äußeren Hautschicht zurückfährt, um diese auf Gewalteinwirkung vorzubereiten. Gleichmäßiges Atmen ist wichtig nicht nur beim Zielen mit einer Waffe, sondern auch um Panik und Schock zu verhindern. Einatmen, bis vier zählen, ausatmen, bis vier zählen.




Siehe auch:
Combatreform.org : Fitness should be Combat-oriented


Kommentare:

  1. Guter Artikel, gute Seite!

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  2. Ach, du Sch...e!
    DIe eigene Nicht-Fitness verdrängt man allzu gerne.
    Ich kann zwar zuverlässig mit dem Jagdgewehr zielsicher treffen - aber wenns ums Laufen geht, bin ich kaum schneller als mein Dackel.
    Anfangs glaubte ich, der Typ an Anfang könnte fast ich sein...
    ...naja... nicht gaaanz so dick, aber, scheisse, nicht mehr weit weg davon.
    In einem SHTF-Szenario werd' ich wahrscheinlich halbwegs dumm aus der Wäsche gucken, sofern ich dazu dann überhaupt noch die Gelegenheit bekomme...

    Danke für die Erinnerung!

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  3. Hallo! Ich habe mir das Buch "Convict Conditioning" von Paul Wade besorgt. Effektives Training ohne Gerätschaften auch in sehr eng beengte Räumlichkeiten.

    Das ist eine persönliche Empfehlung und keine Werbung...

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    1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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