Donnerstag, 28. August 2014

Killologie: Das Töten lernen


Dieses Feld der psychologischen Forschung ist sehr neu und erst seit ungefähr 50 Jahren beschäftigt man sich damit, wie man Soldaten die Hemmungen nehmen und sie zu effektiven Tötungsmaschinen machen kann. Wie bringen Militärs heute ihren Soldaten das Töten im Kampf bei?


1. Lernen die eigene Angst zu kontrollieren.
Jeder Mensch hat Angst. Nur wer verrückt ist hat keine Angst. Angst ist ein Überlebensmechanismus und kann unterschieden werden in nützliche Angst, die einen Lerneffekt hat, und bloße Feigheit.

In unserem Gehirn gibt es einen Teil, den nennt man Amygdala. Er ist zuständig für Wiedererkennung von Situationen und eine emotionale Bewertung und entwickelt die Angst. Informationen die das Gehirn registriert hat in Verbindung mit einem für den Menschen schlechten Ereignis werden hier gespeichert.
Das macht aus evolutionärer Sicht völlig Sinn. Hört ein Urzeitmensch irgendwo ein Rascheln im Unterholz und hat im nächsten Moment einen Tiger am Rücke hängen, so wird er beim nächsten mal wenn er Rascheln im Unterholz hört, sofern er natürlich die erste Erfahrung überlebt hat, umgehend reagieren mit Flucht oder Kampf, da in seiner Amygdala bereits die Informationen gespeichert wurden, dass das Rascheln in Verbindung mit einem Ereignis steht.

Weiß das Gehirn welches Ereignis mit einem anderen in Verbindung steht, so wird es unterschiedlich reagieren, je nach der Summe der anderen Erfahrungen des Menschen und natürlich ausgehend von seiner Persönlichkeit. Ein Urzeitmensch welcher bereits gebissen wurde wird um sein Leben rennen. Aber von 100 Urzeitmenschen die einer Wildkatze begegnet sind, denkt sich aber vielleicht auch nur einer, dass es an der Zeit ist endlich die Wildkatze und ihre Jungtiere richtig fertig zu machen und dadurch eine Bedrohung für sich, seine eigenen Nachkommen und die Allgemeinheit auszuräumen.

Ist ein Mensch in einer Kampfsituation und kann nicht flüchten, dann geht alles in seinem Kopf in den Kampfmodus. In diesem Modus werden alle anderen, unwichtigen Körperfunktionen zurück gefahren, weshalb sich auch manche Leute in so einer Situation einpissen ohne es zu merken. Manche anderen hören die Schüsse ihrer eigenen Waffe nicht mehr, andere bekommen einen Tunnelblick. Mit diesen Dingen muss man rechnen können.


2. Den Feind entmenschlichen.
Mit was für Bedrohungen bin ich in einer Post Collapse Situation konfrontiert? Niemand von uns wird irgendwelche Leute erschießen, die einfach nur hungrig und verzweifelt sind. Keiner von uns wird einen Familienvater vor den Augen seiner Kinder den Kopf von den Schultern schießen, einfach weil er etwas aggressiv bettelt. Dies sind keine Begegnungen die tödliche Gewalt erfordern würden.

Taucht aber eine Rotte von diesen Vätern ohne ihre Familie auf und ist dazu noch bereit alles zu tun um diese am Leben zu halten, dann wird es richtig gefährlich für den Survivalist. Wenn eine Gruppe Gestalten durch die Gegend schleicht und erkennen lässt das sie Waffen bei sich trägt, dann darf man sich keine Gedanken mehr darüber machen, wer die sind, wo sie herkommen, oder warum sie tun was sie tun. In diesem Moment ist eine Bedrohung ausgemacht und gegen diese Bedrohung muss vorgegangen werden.

In der Survivalist Terminologie finden sich mehrere Begriffe für solche zweibeinigen Bedrohungen. Goblins, Raider, Hunter oder wie auch immer. Jeder Begriff ist assoziiert an ein bestimmtes Bild was man im Kopf hat von diesen Leuten, meistens aus der Popkultur entstanden. Ob die Menschen, die in einer Konfrontation eine Gefahr darstellen nun wirklich alle drogensüchtige Sklavenjäger sind oder nicht spielt keine Rolle. Das Entscheidende ist nur, dass es einem dabei hilft den Abzug zu drücken. Das wird man nämlich oft tun müssen, denn nur halbwegs organisierte Angreifer sind schwer zu töten.

Wird man also in einer Post Collapse Situation angegriffen gibt es kein "Hände hoch!" oder irgendwelche Versuche auf die Kniescheiben zu zielen. Das sind dumme Vorstellungen von Leuten die einfach voll sind mit Scheisse und als ModeratorInnen beim ZDF arbeiten. Was will man in einer PC Situation mit einem verwundeten Gefangenen der einen gerade eben noch bestehlen wollte? Es hat einen Grund, wieso "Keine Gefangenen!" so ein gefürchteter Schlachtruf ist. Er bedeutet dass jeder ausnahmslos getötet wird, egal wie wertvoll der Gefangene sein könnte.

Vermutlich wird es aber nicht mal nötig sein den Feind irgendwie zu dämonisieren, da man sowieso mit dem übelsten Abschaum konfrontiert sein wird.


3. Töten zu einem Reflex machen.
Die US Army hat lange so genannte "Bullseye" Zielscheiben verwendet während hingegen die Deutschen bereits Ziele verwendet haben, die einen Menschen dargestellt haben. Diese Ziele tauchten dann noch plötzlich auf und verschwinden wieder, wenn sie getroffen werden.

Aus dem Feldhandbuch der Wehrmacht Merkblatt 25-3 - Anleitung für den Nahkampf und die Handgranatenausbildung, ins Englische übersetzt.
Diese Übung immer wieder zu wiederholen führt zur konditionierten Reaktion, auf auftauchende Ziele schnell zu schießen, bevor diese wieder verschwinden. Während des Lernprozesses steht nicht einmal das beabsichtigte Töten eines Gegners im Fokus, sondern das Ziel zu treffen bevor es wieder verschwindet.

Solche modernen Schießanlagen im Freien werden heute elektronisch betrieben und in der Regel benutzt die Bundeswehr eher den Simulator bzw. das Schießkino. Ein solcher Schießstand lässt sich aber auch mit ein paar Zeltheringen, Schnur und Sperrholz bauen. Das verwenden von menschenähnlichen Zielscheiben ist in Deutschland aber, große Überraschung, verboten.


4. Desensibilisieren.
Was passiert dann, wenn ich ein Ziel, einen Feind, getroffen habe? In alten Filmen kommt theatralische Musik sobald eine Person getroffen, sie hält sich dramatisch noch die Brust und sinkt dann zusammen. Das ist natürlich völliger Quatsch.

Es wäre natürlich sinnvoll, dass Leute sich vorher mit den Dingen auseinander setzen, die sie später schockieren, anekeln und ablenken könnten.


5. Aggressiv denken.
Es geht nicht nur darum sich defensiv zu verteidigen, auch wenn manche Menschen ihre Selbstverteidigung darauf beschränken. Manchmal ist Angriff die beste Verteidigung, selbst die Initiative zu Ergreifen und das Schlachtfeld bestimmen zu können, wo der Kampf stattfinden wird.

Ein guter Kämpfer muss in der Lage sein selbst diese Initiative ergreifen zu können. Gerade in Post Collapse Situationen läuft man in der Defensive ständig Gefahr eingekreist zu werden und dies erst zu bemerken, wenn es zu spät ist.


6. Das Töten belohnen
Armeen haben es die Menschheitsgeschichte hindurch unterschiedlich gehandhabt ihren Soldaten das Töten beizubringen, wozu auch das Belohnen gehörte. Die japanische Armee hat in der Regel einen unglücklichen Gefangenen herangezogen, den dann die ganze Einheit mit Bajonettstichen getötet hat, während dieser irgendwo angebunden war. Alle die sich an diesem Gruppenmord beteiligt hatten bekamen dann am Abend extra Rationen, Alkohol und Frauen. Man belohnt Soldaten direkt für einen Mord. Nicht mal das Töten eines Gegners im Kampf, einen Mord und die anschließende Assoziation von Töten mit Vergnügen.

In der Regel belohnen Armeen allerdings durch Orden. Orden sind hier etwas Wichtiges um Gefühle von Reue auszuräumen und dem Soldaten zu zeigen, dass was er tat wichtig und richtig war und die Gemeinschaft ihm dafür sehr dankbar ist.





Siehe auch in der Reihe Killologie :

Töten in einem Kampf
Mein Feind
Der Horror


Kommentare:

  1. Kommt noch etwas vom zielsicher Schießen?
    Angefangen vom Schießen selbst (welche Schießpositionen, woraf man achten sollte, Atemkontrolle, etc) bis hin zu vitalen Treffern.

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    1. All dieses Zeug vom A-Frame, NSK, Atemtechniken sind nutzlos wenn man nicht psychisch vorbereitet ist zu töten und dann doch daneben schießt. Die Mehrheit der Soldaten in der Geschichte hat nicht gezielt getötet. Diese Reihe geht um die Psychologie, Killologie, nicht um taktisches Schießen. Abgesehen davon gibt es da draußen bessere Leute von denen man sich solchen Rat holen kann.

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    2. Auch wieder wahr. Viele, die perfekt treffen könn(t)en, werden spätestens dann nix mehr zuwege bringen, wenn das Ziel anfängt, zurückzuschießen...

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  2. Hast du schon mal jemanden getötet?

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    1. Hmm.. nö. Aber du könntest ja schon Mal bei dir selbst anfangen und uns hernach aus eigener Erfahrfung berichten.
      Wenn du schon Mal jemanden getötet hättest - würdest du so was öffentlich zugeben? Was'n Schwachsinn.

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    2. Ich fragte ja nicht dich! Ich fragte n.v.!
      Er wirkt so stark, so männlich, so gefährlich, wie ein Mannnnnn!
      Ich würde ihn nicht im Dunkeln begegnen wollen *zitter*

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    3. Dann frag ich dich was: Bist du voll mit Scheisse oder tust du nur so?

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    4. Ich bin einfach nur eine dumme unfähige Sau, sorry :(

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    5. mach dir nix draus, der megaschlaue super ökonom aka blogbetreiber auch…..

      ist auch nur so ne arme gefrustete sau, weil seine olle mit nem freund von ihm gevögelt hat, er ausgetillt ist, sie ihn mitsamt der kinder verlassen hat und er nun für sie löhnen muss!

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    6. Deppen die ihre Defizite projizieren betteln förmlich drum die anonymen Kommentare zu deaktivieren.

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    7. Also ich habe schon oft getötet, ist aber schon lange her. Kaninchen. Aber auch Zweibeiner (Hühner, Gänse, Enten). Ansonsten habe ich aber immer nur wenig Fleisch gegessen (einmal im Monat, im Winter zweimel, im Sommer dafür nur alle 2 oder 3 Monate). Und ich halte auch keine Nutztiere mehr, weil ich sie nur ungern schlachte und ohnehin kaum Fleisch esse.
      Aber mein Gemüsegarten macht mir wirklich viel Freude.

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