Donnerstag, 21. August 2014

Verhalten der Polizei in der Krise - Teil 1


Wie verhielt sich die Polizei in den Krisen der Vergangenheit und was für eine Transformation hat bis heute stattgefunden?


Die Polizei im Deutschland der Vergangenheit
Die Gendarmerie hat im Deutschland der Vergangenheit nie ein besonderes Ansehen gehabt und galt in der Regel als arme Verwandtschaft des Militärs. Damals gab es auch noch nicht eine derartig große Regierung wie Heute mit diversen opferlosen Verbrechen und Vorschriften, für deren Verfolgung und Durchsetzung die Polizei zuständig war. Die Polizei hatte deshalb auch keine Dauerpräsenz im Alltag der Leute, abseits davon den Verkehr zu regeln. Es gab keine Streifen in der Fußgängerzone wie wir sie heute haben. Selbst bei der Konfrontation mit bewaffneten Tätern war das Aufgebot erstaunlich gering. Hauptaufgabe der Polizei war das Ermitteln und Fahnden. In einer Zeit in der das Telefon noch etwas extrem seltenes war, war jedem Bewusst, dass man sich in einer Gefahrensituation selbst behelfen muss und gar nicht mit Hilfe der Polizei rechnen kann. Gerade in ländlichen Gegenden war der Waffenbesitz zum Selbstschutz etwas völlig normales und verschiedene Firmen boten deshalb Radfahrer- und Taschenrevolver speziell für Reisende an. Geheimdienstliche Arbeit wie das beobachten und infiltrieren von Organisationen unterlag ebenfalls der Polizei.

Während den Unruhen und Aufständen der frühen Zeit der Weimarer Republik wurde von der Regierung die Sicherheitspolizei ausgestellt, die erste kasernierte und paramilitärische Polizei in Deutschland. In dieser Zeit entstand auch der polizeitaktische Begriff vom Polizeikampf. Weil aber auch diese den diversen Situationen schon rein zahlenmäßig nicht gewachsen war, zog die Regierung durch Hilfspolizeimaßnahmen neben Armee auch diverse Freikorps und andere Freiwilligenverbände hinzu. Schutz- und Landespolizei wurden dennoch öfter in Kampfhandlungen verwickelt, wie bspw. auch während des Putschversuches der Nazis 1923.

Ab der Machtübernahme der Nazis wurde die Polizei politisiert, militarisiert und instrumentalisiert. Die meisten Polizisten passten sich der neuen Situation an. Die Nazis brachten nach und nach ihre eigenen Leute in die Polizei, welche speziell für die eigentliche Drecksarbeit eingesetzt wurden, während der Polizei das Ermitteln überlassen wurde. Vom Schreibtisch aus ist es leichter sich selbst zu täuschen, was man da mache würde ja irgendwie Recht und Ordnung sichern und einem Helfen die eigene Familie zu ernähren. Ein ganzer Haufen an neuen, opferlosen Gesetzen und Verboten hielt Einzug in den Alltag der Polizei und den der neu geschaffenen Geheimdienste. Von opferlosen Verbrechen erfährt in der Regel die Polizei nichts und ist auf Spitzel, Denunzianten und "anonyme Hinweise" angewiesen, weshalb auch jeder irgendwie verdächtig ist. Der Ruf der Polizei wurde daher immer schlechter und als die Transformation der Nazis begann, den Streifenpolizisten zum Polizeisoldaten zu machen, willigte die Polizei ein. Sie wollte nicht nur neue Spielzeuge haben, sie wollte auch etwas von dem Ansehen abbekommen, welches das Militär genoss. Im Verlauf des Krieges wurde der Polizei mehr militärische Aufgaben übergeben, wie die Aufstandsbekämpfung in den besetzten Gebieten.
Wie das ganze ausgegangen ist wissen wir ja.

Nach dem Krieg ging die Polizei vor allem gegen Schwarzhandel und Schmuggel. Dinge wie Diebstahl aus Zügen und Werken zu verhindern war in der Regel Aufgabe der Besatzungstruppen, die ihre eigene Militärpolizei hatten. In Deutschland wurde die Polizei erst wieder bewaffnet, als ein Schwarzhändler, wohl in Notwehr, einen Polizisten erschoss.

Situationsbedingt durch den kalten Krieg wurde die Polizei in Deutschland wieder zu einer paramilitärischen Organisation ausgebaut. Bereitschaftspolizei wurde militärisch ausgebildet, erhielten eigene Ausrüstung, Panzerwagen und sollte im Falle einer Invasion des Warschauer Abkommens die erste Verteidigungslinie sein, genauso wie bei der Aufstandsbekämpfung fungieren. Hierzu gab es auch Handbücher des BGS wie bspw. Verzeichnis taktische Grundbegriffe für den Bandenkampf von 1954. Aus den ersten paramilitärischen Polizeieinheiten ging im Westen die Bundeswehr und im Osten die NVA hervor. Nach dem Mauerfall wurden diese Einheiten aufgelöst, doch opferlose Verbrechen gibt es noch.


Die Polizei im modernen Deutschland
Momentan gibt es so um die 243.000 Polizisten in Deutschland. Die meisten sind mit der Verfolgung irgendwelcher opferlosen Verbrechen beschäftigt und ganz besonders die Parasiten vom Zoll existieren nur, um Geld aus der Bevölkerung heraus zu pressen. Die Aufklärungsquote für Einbruch krebst bundesweit irgendwo bei 8% herum, genauso wie die letztendliche Quote der Verurteilungen hierfür. Dinge wie Taschendiebstahl werden in den meisten Städten gar nicht mehr ermittelt. Braucht der Staat aber Geld, so hat man an einem Tag schnell mal 3500 Polizisten auf der Straße.


Dazu kommen dann gesellschaftliche Verwahrlosung, Sabotage durch Quoten, Gangmentalität und andere Dinge innerhalb der Polizei. Im Falle der Berliner Polizei spricht man bereits davon, dass die eigenen Leute ein größeres Problem werden, als die eigentlichen Kriminellen. Der Job ist finanziell unattraktiv, viele Bewerber seien dumm, lahm und faul. Aus den Reihen der Gewerkschaft der Polizei kommen tyrannische Verbotsforderungen und ein ehemaliger Vorsitzender fordert ein Waffenverbot für Privatpersonen wie in der DDR, ein anderer spricht direkt auf Veranstaltungen der SED nach deren Mantra. Als ob nicht schon genug Volkspolizei und Grenztruppen Personal in den gesamtdeutschen Polizeidienst durchgerutscht sei.

Gleichzeitig jammert man, es würden ja überall Polizisten fehlen. Es gibt heute mehr Polizisten in Deutschland als in den 90er Jahren und wenn man nicht dauernd mit irgendeiner dummen Scheisse die Zeit verschwenden würde, mit der man sowieso nur den Bürgern auf den Sack geht, oder für den Sozialstaat Geld erpressen muss, dann wäre auch mehr Personal für richtige Polizeiarbeit da.

Das Ansehen der Polizei ist rapide gesunken. Das hat die Polizei auf der einen Seite Politikern zu verdanken, die ihnen undankbare und unnütze Aufgaben übertragen, linken Journalisten und Funktionären in der Polizeigewerkschaft welche gezielt gegen die Polizei arbeiten, so wie sich selbst.

Übergriffe gegen Polizeibeamte steigen und heute würde vermutlich kein Polizist mehr alleine auf Streife gehen. Das Problem ist hier, dass Polizisten auch nur (deutsche) Menschen sind. Ich habe mich vor ein paar Jahren noch gekugelt vor lachen, als die Nachrichtensprecherin der Tagesschau davon gesprochen hatte, dass Polizisten von ausländischen Jugendlichen mit Worten beschimpft werden würden, die verletzen. Das waren damals schon Dinge über die ältere Polizisten aus dem Ruhrpott nur lachen konnten und zeigten mir damals, wie entfremdet die Tagesschau oder die paar Polizisten von der Realität sind. Das war bereits damals die Generation von behüteten Einzelkindern, die mental und emotional nicht mal der verbalen Gewalt gewachsen sind.

Wie bereits erwähnt, führt die Kriminalisierung von Vorgängen und Tätigkeiten, die ohne Opfer sind, zum generellen Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber der Polizei. Dies führt dazu, dass der Polizist entfremdet wird von seinem alten Umfeld und mehr in die Kaste der Polizei hineingezogen wird. Ich hab es auch schon gesehen, dass Pärchen zusammen in die Polizeiausbildung gehen, wohl wissend, dass eine Beziehung anders nicht aufrecht zu erhalten wäre.


Korrumpierung der Polizei
Wir hatten hier in dieser Stadt vor ein paar Jahren einen Fall, dass ein recht ranghoher Polizist Drogen aus der Asservatenkammer entwendet hat und diese über seine Tochter verkaufen lies. Wir hatten auch einen Fall, bei dem Polizeibewerber Zuhause Dope angebaut haben und letztendlich erwischt wurden, von einem Zivilpolizisten der einfach vorgegeben hat in der Wohnung die Heizungen ablesen zu wollen. In der Polizeischule gibt es pro Stockwerk mindestens eine Bong. Im Grunde sind Drogendelikte opferlose Verbrechen, deren Kriminalisierung und die daraus entstehende Notwendigkeit zu lügen aber die Polizei unterminiert.

Polizisten besuchen dieselben Selbstverteidigungskurse wie ihre Gegenspieler und machen dabei Kontakte.


Polizei in den USA
Amerika ist durch die Medien bekannt gemacht worden als das Land für Polizeigewalt. Der einzige Grund wieso wir aber etwas davon erfahren ist, dass in diesem Land darüber berichtet wird. Dabei war es in Amerika von der Verfassung her niemals vorgesehen, dass es eine Polizei gibt. Traditionell sind die Ordnungshüter und Ermittler gewählte Sheriffs und Richter.

Eine wirkliche Aufrüstung der Polizei begann in den USA während der Prohibition, welche durch einen aufblühenden Schwarzmarkt half die Mafia zu erschaffen. Die Gangster der Mafia besorgten sich vollautomatische Waffen aus den Beständen des vergangenen Weltkrieges, wie Thompson Maschinenpistolen und BAR Maschinengewehre. Die Polizei musste oft privat nachrüsten, denn das schlauste was der Politik währenddessen eingefallen ist, war solche Waffen zu verbieten.


Militarisierung der Polizei
In den letzten Jahren sah man vor allem in Amerika eine Militarisierung der Polizei. Jedes Kuhkaff hat mittlerweile SWAT Teams und Anti-Drogen-Einheiten. Seit ihrer Gründung ist die Anti-Drogen-Behörde DEA korrupt und schiebt Leuten auch einfach Drogen unter, damit eine Quote erfüllt wird und weiterhin staatliche Gelder fließen. Jedes noch so langweilige County stellt SWAT Teams auf um Fördergelder und militärische Ausrüstung zu erhalten, nur für den Fall.


Auffällig ist hierbei, dass Polizisten sich mehr und mehr verkleiden als wären sie Soldaten. Polizisten sind aber genauso Zivilisten wie Feuerwehrleute oder Postboten.

Massachusetts Landespolizei in Multicam

Warum tragen Polizisten in einer urbanisierten Umgebung Tarnanzüge?


Als 1829 in London die Metropolitan Police geschaffen wurde, war es die Weisung von Gründer Sir Robert Peel, dass die Polizisten blaue und nicht rote Uniformen tragen sollten. Rot war die Farbe der britischen Armee und Sir Robert Peel wollte, dass die Londoner Bürger erkannten, dass die Polizisten Zivilisten sind wie sie auch und nicht Teil des Militärs. Noch heute nennt man die Polizisten der Metropolitan Police "Bobbys", Bob als Kurzform von Robert, dem Vornamen ihres Gründers.

Die Isolierung der Polizisten durch Polarisierung innerhalb der Gesellschaft führt dazu, dass sie mehr und mehr die Mentalität eines Zoowärters oder einer Besatzungsmacht entwickeln. Sie wollen sich, wenn ihr Ansehen in der Bevölkerung sinkt, auch mehr mit angesehenen waffentragenden Organen des Staates assoziieren, was in der Regel das Militär ist. Sie wollen das Ansehen des Militärs auf sich übertragen, was vermuten lässt das diese Leute ein Problem mit ihrer eigenen Autorität haben. Ist der Punkt erstmal erreicht an dem Leute nicht mehr durch das Gesetz von der Polizei geschützt werden, sondern das Gesetz vor den Leuten durch die Polizei beschützt wird, dann hat man den modernen Polizeisoldaten geschaffen, welcher der Regierung und nicht der Bevölkerung loyal ist.

Deutscher Polizist 1920 mit Eisernem Kreuz erster Klasse und Verwundetenabzeichen in Silber. Er trägt keinen Stahlhelm, keinen Grabenpanzer, keine Militäruniform. Das Ansehen des Militärs hat er sich selbst verdient, es findet Platz an zwei winzigen Stellen seiner Uniform und strahlt gegenüber der Bevölkerung mehr Autorität und Respekt aus als Kevlarhelme und Multicam Tarnanzüge es tun könnten.

Barney Fife, Hilfssheriff aus der Andy Griffith Show, hatte ein Problem mit seiner Autorität. Deswegen bekam er von Sheriff Andy Taylor nur eine einzige Patrone für seinen Revolver, die er in der Brusttasche seiner Uniform trug.

Viele behaupten, dass die Militarisierung der Polizei nur eine Reaktion auf neue Situationen ist, mit welchen sich die Polizei konfrontiert sieht. Wenn Kriminelle heute vollautomatische Schnellfeuergewehre besitzen, so muss die Polizei doch mehr Firepower und kugelsichere MRAP Fahrzeuge haben. Ist ja nicht so als ob man Spezialeinheiten anfordern könnte. Die Aufgabe der Polizei ist Polizeiarbeit, nicht mit der Gesellschaft zu kämpfen.

Vorführung einer kugelsicheren Weste bei der Berliner Polizei im Jahr 1931. Die Technologie beschusshemender Westen ist lange bekannt gewesen, aber trotzdem fand sie bis in die frühen 50er Jahre kaum Anwendung. Bis zum offenen Bruch des Versailler Diktat wurde in Deutschland auch in der Polizei viel mit Schutzkleidung und Maschinenpistolen experimentiert, da den Streitkräften die Verwendung von vielen Dingen verboten war. Der Einsatz von Polizeikräften ist gleichzeitig auch immer ein Experiment für zukünftige Situationen. Während es früher noch hieß: Sie sind umstellt, kommen sie mit erhobenen Händen raus! fliegen heute Blendgranaten durch die Fenster und Sprengladungen reißen Türen aus den Angeln.

Aufgerüstet als würden sie in Falludscha einmarschieren. Diese Einheit des österreichischen Einsatzkommando Cobra bereitete sich am 17. September 2013 auf die Jagd nach dem Wilderer vor, welcher zuvor einen Sanitäter und drei Polizisten getötet hatte. Ein einziger verrückter Typ bereitete der Polizei bereits immense Probleme.





1 Kommentar:

  1. Hallo Nicht Verfügbar,
    herzlichen Dank für diesen Blog! Ich war schon lange auf der Suche nach so einem Blog, habe aber noch nichts vergleichbares gefunden. Ich hoffe Dir gehen die Themen nicht aus. Mich wundert die Breite und Fülle an Themen über die du berichtest und wichtige Informationen an uns weiter gibst - Respekt!
    Einen Wunsch habe ich aber, vielleicht kannst du es ermöglichen, als Leser immer die neuesten Kommentare mitzulesen, ohne die einzelnen Artikel durchzuklicken und danach zu suchen...?
    Danke!

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