Samstag, 9. August 2014

Wozu überleben? - Inseln im Sturm


Wenn unsere Zivilisation wie wir sie kennen zusammen brechen sollte, welche Aufgabe haben diejenigen, die sich darauf vorbereitet haben? Es stellt sich wieder die Frage nach dem ,,Warum?'', wozu man weiter leben sollte.


Die Insel die ihr dort seht ist ,,Skellig Michael'' ungefähr 12 Kilometer vor der Süd-West Küste Irlands. im 7. Jahrhundert wurde es von Mönchen besiedelt, die darauf ein Kloster und Bienenstockartige kleine Unterkünfte aus Stein errichtet haben. Aber Warum? Warum auf diesem unwirtlichen, kargem Felsen der nur schwer zugänglich ist sich die Mühe machen ein Kloster zu bauen?


Zur damaligen Zeit wurde Europa von Wikingern überfallen, die wie alle Barbaren geraubt und geplündert haben. Mit Vorliebe überfielen sie Klöster und kleinere Küstenorte, verbrannten alle Bücher, stahlen alles Gold, vergewaltigten und entführten die Frauen und zogen dann wieder in ihren Drachenbooten davon.

Doch in Klöstern wie Skellig Michael haben Bücher und Schriften überdauern können, die ansonsten verloren gegangen wären. Die Mönche lebten da unter minimalistischen Bedingungen, in kleinen Steinhütten auf einem kargen Fels. Gelebt haben sie von ein paar Obstbäumen, Fischen, Vogeleiern und den Vögeln selbst. Dieses Kloster war wirklich der off-the-Grid Bugout.


Was ein Survivalist am meisten braucht ist Willenskraft. Willenskraft erlangt man vor allem durch ein persönliches Ziel, dass eine Motivation gibt. Was ist deine Motivation? Für zu viele Leute ist das alles nur ein Hobby, für mich ist es eine Mission. Ich bin überzeugt davon, dass das was in meinem Kopf ist sehr viel besser ist als das was der Großteil der anderen Leute dort mit sich herumträgt. Ich bin überzeugt davon, dass Wissen und eine gewisse Einstellung etwas ist, das bewahrt werden muss.

Ich denke dass Freiheit das höchste Gut ist was Menschen haben können. Alles andere wird von sich aus besser. Wer die Freiheit hat sich ein schönes Haus zu bauen, der baut sich ein schönes Haus und so weiter. Doch diese Attitüde, einfach andere Menschen sein zu lassen, ist in der Menschheitsgeschichte etwas absolut seltenes. Die Mönche konnten die Bauern nicht einfach sein lassen und die Wikinger die Mönche nicht. Menschen lügen sich gegenseitig an und stehlen voneinander die ganze Zeit mal mit mehr oder weniger Gewalt. Überall gibt es irgendwelche dummen Arschlöcher die dir sagen wollen was du zu tun und zu lassen hast. Die Mönche in Lindisfarne wurden noch von Wikingern getötet die sich das Gold selbst eingesteckt haben, aber die meisten Menschen wurden von Staatsangestellten getötet die nur ihre Befehle befolgt und ihren Job gemacht haben um ihre Familie zu unterstützen. Und natürlich für das höhere Wohl der Allgemeinheit. Gemeinnutz geht vor Eigennutz und so. Das ganze ist auch irgendwann kein Ideenkampf mehr, kein Wettbewerb von irgendwelchen Ideologien. Es ist etwas evolutionsbiologisches wo zwei Arten menschlicher Psyche gegeneinander antreten. Dieser Kampf wird niemals ein Ende finden genauso wie Unkraut jäten niemals ein Ende hat. Ich will durchhalten, ich will meine Freiheit.




Für eine kommende Krise, in einem Ausmaß womit ich rechne, wäre es zum besseren für die Menschheit es gibt Inseln im Sturm die einer Flut trotzen können. Dafür braucht es mehr als nur ein paar Lebensmittel und ein schickes Bushcraft Messer. Nicht dafür um alle möglichen Arschlöcher zu retten, sondern um die besseren Seiten der Menschheit zu bewahren. Die Menschen sind von Natur her so ausgelegt, dass sie einen gewissen Ausschuss produzieren und Verluste verkraften können. Seine Zahlen waren in der Vergangenheit geringer und zusammen mit seiner Art hat der Mensch auch seine Kunst, Literatur, Ideen, Technik und Erfindungen bis jetzt immer durch Katastrophen gebracht. Mit der Hilfe von willenstarken Menschen und Inseln im Sturm wie Skellig Michael.



Kommentare:

  1. Traurig aber wahr. Und inspirierend, gut so.

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  2. "um die besseren Seiten der Menschheit zu bewahren." - Das ist eine wirklich positive Aussage von dir über die Menschen, die ich in dieser Form kaum von dir erwartet hätte :-) Die Leute mit den besseren Seiten sind nur leider meist keine guten Krieger, oder doch? Wer soll es nun überleben, die Starken, oder die mit den besseren Werten? Die besten Chancen haben leider unsere schmarotzenden Politiker in ihren Regierungsbunkern.

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