Donnerstag, 4. September 2014

Der totale Widerstand

Ein berüchtigtes Buch und was ich davon halte


Das Buch Der totale Widerstand - Kleinkriegsanleitung für Jedermann von dem Schweizer Major Hans von Dach ist im Internet mittlerweile ziemlich berüchtigt. Doch was gibt es tatsächlich her für eine Post Collapse Situation in der serious Survivalism gefragt ist?


Vor einiger Zeit bin ich wieder an das Buch erinnert worden, da ich zufällig auf der Seite eines ehemaligen Börsenjournalisten gelandet bin und dort einen Eintrag gelesen habe, in dem Jemand der Philosophie studiert hat völlige Amateuraussagen für den totalen Zusammenbruch machte und wie man sich darauf vorbereiten sollte. Unter anderem wurde auf das Buch Der totale Widerstand verwiesen, welches der Autor wahrscheinlich selbst nicht gelesen hat. Generell war die ganze Seite ziemlicher Müll. Ich wurde wieder in meinem Eindruck bestärkt, dass das Werk leider hauptsächlich von irgendwelchen Kaspern herumgereicht wird, die es nicht verstehen und meistens nicht mal wirklich lesen.

Da das Buch, bzw. die Bücher da es sich um eine siebenteilige Reihe handelt, auf dem Index steht unterliegt es einem Verbreitungsverbot, weshalb man nur eingeschränkt über das Buch bzw. über dessen Inhalt schreiben kann.
Überhaupt ist die ganze Indizierung eine ziemlich undurchsichtige Sache und typisch für die bürokratischen Missgeburten die deutsche Juristen so hervorbringen.

Was bedeutet das eigentlich? Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien trifft die Entscheidung darüber, welche Medien(Bücher, Spiele, Filme) letztlich indiziert werden und teilt diese ein in Liste A oder Liste B. Liste A bedeutet dann, dass für ein Werk nicht offen geworben werden darf. Gekauft und verkauft werden darf es aber noch, nur halt unter der Ladentheke, auf Nachfrage, bei der Bückware wenn alle ihre Schnauze halten. Was Werbung ist, ist letztendlich aber totale Interpretationssache. Manche interpretieren bereits eine Kritik des Werkes als Werbung. Da aber selbst die linke Süddeutsche in ihrem Magazin über das Buch berichtet hat, kann man davon ausgehen, dass es sowieso keinen interessiert. Sogar die deutschsprachige Sparte von VICE Magazin hat über das Buch berichtet, wobei die linken Hipster nicht mal Widerstand richtig schreiben konnten.
Liste B allerdings ist das Vertriebsverbot und die Beschlagnahmung aller Hardcopy Expemlare in Druck- oder Datenträgerform. Was bedeutet das dann in der Praxis? Der Verkauf ist Strafbar, nicht aber der Besitz. Dies ist aber keine Entscheidung von Behörden, sondern von einem Richterspruch abhängig, der sich selbst wieder auf ziemlich schwammige Formulierungen im Strafgesetz berufen kann. Wir erinnern uns daran wie alle Exemplare von South Park - Der Stab der Wahrheit die für den deutschen Markt bestimmt waren eingestampft werden mussten. Im Fall von Videospielen greifen dann Leute auf den Import zurück, was von außerhalb der EU wieder durch den Zoll geht und von der Laune der Zöllner abhängig ist. Für Der totale Widerstand aber greift seit seiner Indizierung 1988 nur der Jugendschutz und nicht das Strafrecht. Virtuelle Formen unterliegen dazu nicht dem Verbreitungsverbot, da eine körperlicher Form des Subjektes nicht vorliegt.

Momentan ist es nicht möglich die Listen der BPjM einzusehen, ohne vorher eine Anfrage einzureichen. Das ganze ist total ermüdend und interessiert letztendlich auch keinen.
Ich weise darauf hin, dass ich kein Jurist bin und keine Garantie für die hier gemachten Aussagen übernehme. Generell sollte auch Niemand jemals diesen Blog lesen oder überhaupt auf irgendwas hören das ich sage oder schreibe. Nun aber zum eigentlichen Thema.:


Der totale Widerstand - Band 1.
Wir beschäftigen uns hier nur mit dem ersten Band mit der ISBN 3-9521096-1-4, da die anderen im Internet sowieso nicht zu finden sind und auch nur der erste Band als Swiss Army Guide to Guerrilla Warfare and Underground Operations im englischsprachigen Raum erschienen ist. Es ist bereits mehrmals überarbeitet worden und das fällt auch in der Unterschiedlichkeit der Skizzen von der deutschsprachigen Ausgabe zur englischsprachigen Ausgabe auf.

Das Buch ist, wie der Titel ja bereits sagt, als Kleinkriegsanleitung für Jedermann gedacht gewesen und sollte quasi ein Einsteigerwerk für den schweizer Partisan im V-Fall sein. Es werden rudimentär Elemente des zivilen Widerstandes und des militärischen Widerstandes behandelt, aber nicht wirklich detailliert erklärt. Zudem geht der Herr Major davon aus, dass Waffen und Sprengstoff in der Schweiz natürlich überall verfügbar sein werden, was auch stimmen mag. Außerdem wird wohl vorausgesetzt, dass die Partisanen bereits sowas wie eine infanteristische Grundausbildung haben.

Für andere Länder ist die Situation aber eine andere und für diese ist die Ausgangslage daher weniger gut aufgestellt. Es wird sehr wenig improvisiert und selbst das Rezepte für Froschschenkel wird nur sehr oberflächlich behandelt. Bei der Versorgung aus der Natur ist viel Partisanenromantik dabei, das wird sich in der Realität aber sehr viel schwieriger gestalten.
In manchen Fällen, wie die beschriebenen Maßnahmen zum Ausbau von Landminen, kann diese Detailarmut sogar fatal sein. Die Tretmine 59 verwendet man seit fast 20 Jahren nicht mehr und auch bei Schützenminen muss man davon ausgehen, dass diese zusätzlich gegen Räumung gesichert sind. Skizzen dazu, wie sowas aussieht, fehlen.

Skizze von Anti-Räummaßnahmen aus dem US Army Field Manual 20-32

Der verwelschte Sprachgebrauch stammt aus dem Schweizer Militär und wird in Deutschland eigentlich schon seit der letzten Jahrhundertwende nicht mehr verwendet, was gelegentlich zu Verwirrung führen kann. Ich weiß zwar was Füsiliere sind, gelegentlich bin aber auch ich verwirrt. Was ist mit Häberli beobachten gemeint? Ist das ein Fahrzeug? Ein Name? Nennt man so die Rampen welche in der Schweiz an jedem Gebäude angebracht sind, damit sie da ihre durch Inzucht und Sauerstoffmangel degenerierte und gehunfähige Brut hinein karren können? Was soll ein Equipe sein? Der deutsche Leser sollte sich auf einen frankophilien Fremdsprachenkurs einstellen.

Die Trupp Rufnamen wie Kehrli und Kohli und Schockli sind auch total uncool. Willst du lieber Mitmischen beim Dagger Squad oder bei den Müsli Füsilieren?


Veraltet und überholt
Viele Dinge zu denen geraten wird sind veraltet und anderes völlig überholt. An einer Stelle wird zum Zerstören von Fahrzeugen geraten, indem man einen brennenden Lumpen in den Tankeinfüllstutzen stopft. Überhaupt scheint er Autor einen Hang zur Pyromanie gehabt zu haben, da Dinge hauptsächlich angezündet werden. Das Buch ist in den 1950er Jahren geschrieben worden und viele Tankdeckel damals waren nicht verschlossen. Heute sind Tanks versperrt und müssten erst aufgebrochen oder aufgeschossen werden, was zuviel Zeit kostet und sich an Militärfahrzeugen nach einem Hinterhalt schwierig erweisen dürfte. Zu Dachs Zeiten waren es vielleicht noch ungepanzerte Studebaker US6 Nachbauten und dergleichen, aber wo ist bei einem russischen GAZ überhaupt der Tankeinfüllstutzen?


Es geht schneller wenn man stattdessen Thermithaftladungen verwenden kann, gerade bei gepanzerten Fahrzeugen. Thermit wurde bereits 1895 patentiert und war bereits bekannt, als das Buch geschrieben wurde. Wie gesagt mangelt es öfter an Improvisation.

Zudem hat man komische Vorstellungen darüber sich als Partisan irgendwo einzugraben. Schweizer haben es wohl damit sich einzuigeln oder in einer Höhle zu verkriechen als hätten sie kollektiv einen Mutterarchetyp darin gefunden. Bspw. heißt es auf Seite 195:
"Ziehe die Bevölkerung zu Hilfsarbeiten bei. Der Masseneinsatz verzweifelter und bereitwillig das Letzte aus sich herausholender Menschenmassen ist dein grösster Trumpf. Mit ihrer Hilfe vermagst du die Stützpunkte in einer Frist, die eher nach Stunden als nach Tagen zählt, in Festungen zu verwandeln."
Ja klar, ich kann mir schon denken wie das abläuft: Die Partisanen ziehen die Bevölkerung zu Hilfsarbeiten heran um Barrikaden zu errichten und sobald der Feind mit Luftüberlegenheit und großen Geschützen anrückt wird die Stellung geräumt. Danach zieht dieser Feind dieselben Leute wieder dazu heran die Barrikaden abzubauen.


Dach scheint zudem sehr von der Verwendung von Pferden als Transportmittel angetan zu sein. Gebirgsjäger verwenden immer noch spezielle Pferderassen wie Haflinger Gebirgspferde. Sie brauchen relativ wenig Futter und können sich auch selbst versorgen. Man kann sie als Packtiere im schwer zugänglichen Gelände verwenden und zudem machen sie keine Geräusche wie sie Motoren machen würden. Mit einem Überwurf lassen sie sich auch recht einfach tarnen. Vermutlich sind Pferde in einer Post Collapse Situation auch einfacher zu unterhalten als ein ATV, aber ich kann über den Einsatz selbst nur vermuten, da ich damit keine Erfahrung habe. Vermutlich ist man damit aber von der Leistung her besser beraten als mit einem Fahrrad. Obwohl die Schweiz bis 2003 noch eine Radfahrertruppe unterhielt, wird auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel nur im urbanen Gelände als Teil des zivilen Widerstandes eingegangen.

Lediglich für Untergrundaktivitäten der Bevölkerung innerhalb der bevölkerten Zentren wird das Fahrrad empfohlen. Die Organisation eines solchen Untergrundes sollte in der idealen Vorstellung des Majors eine Anführerfigur übernehmen.

Diese Art der Organisation würde ich grundsätzlich für zu zentralisiert und für zu gefährlich halten. Befindet sich ein feindlicher Agent in dieser Zelle, so können alle Verhaftet werden ohne das man einschätzen kann, aus welcher Richtung der Verrat gekommen ist. Wenn sich die Leute innerhalb dieser Zelle alle kennen, so ist der Schaden total. Wenn die Verbindungsleute nur die Anführerfigur kennen, bricht quasi seine ganze Organisation mit ihm weg.

Ich würde eine Untergrundorganisation eher so strukturieren wie eine Pyramide, in welcher ein HQ über zwei Lieutenants einen nachrichtendienstlichen Flügel und einen militärischen Flügel aufbaut. Die Struktur von oben nach Unten umfasst pro Stufe nur zwei Personen, welche jeweils wieder nur zwei Personen rekrutieren würden. Dies hat den Vorteil, dass bei Infiltration oder Enttarnung von einer Person nur zwei weitere Personen enttarnt werden können. So kann man nicht nur eindämmen woher die Enttarnung kam, sondern hat auch einen zeitlichen Vorsprung um zu reorganisieren und seine Pläne zu ändern. Nach einer Weile sollten sich Leute selbstständig machen und autonom agieren können. Dieses System ist zwar auch anfällig, ein Totalschaden bei Entdeckung kann aber sehr gut verhindert werden.


Gefechtstechniken
Major von Dach hat neben der Reihe Der totale Widerstand auch einige Werke zu Gefechtstechniken verfasst. Ein paar wenige Auszüge aus den Werken über Gefechtstechniken finden sich in Der totale Widerstand, generell ist das beschriebene Vorgehen für den Laien aber zu wenig. Auch manche Taktiken würde ich nicht oder anders anwenden.

Skizze: Die Müsli Füsiliere legen einen Hinterhalt.

Soll ich mich irgendwo am Waldrand verstecken und so einen Konvoi auf der Straße beschießen? Wenn ich vertikal zu einem fahrenden Konvoi angreife, dann muss mir doch klar sein, dass ich eine geringere Trefferquote habe, als wie wenn ich schräg von vorne angreife. Auf diese Weise wären meine Ziele auch näher beieinander und würden sich nur langsamer in meine Blick- und Schussrichtung bewegen.

Was ist hier überhaupt mein Auftrag? Will ich etwas erbeuten oder nur den Konvoi zerstören? Bei ersterem sollte ich die Straße blockieren und die Fahrzeuge zwischen einem Hindernis oder zerstörtem Führungsfahrzeug und dem Endfahrzeug einklemmen. Ich kann was dazwischen liegt gezielt unter Feuer nehmen, Fahrer und Besatzung ausknipsen und anschließend plündern was man plündern kann und anzünden bzw. Thermitieren was man nicht plündern kann. Scheint hier allerdings nicht der Fall zu sein. Also warum lege ich nicht gleich Daisy Chain IEDs, spare mir die Kleinwaffenmunition und gefährde nicht die gesamte Gruppe durch Entdeckung?

Nächste Skizze. Wieder wird aus vertikaler Richtung zum Feind angegriffen und seine linke Flanke ist dabei nicht bedroht. Die werden vermutlich abspringen und in dem Bereich hinter dem Konvoi Deckung suchen. Die Nachhut bzw. Kontrollgruppe greift indes die Partisanen an, die den Hinterhalt legen. Verborgene eigene Truppenteile könnten diesen Konvoi an sich vorbeiziehen lassen und dann die Kontrollgruppe von Hinten angreifen, anstatt von vorne zu blocken. Ich weiß auch nicht wieso die Schützen hierfür beritten sein müssen. Sollen die auf dem Rücken ihrer Haflinger mit Sechsschüssern die Panzer angreifen? High Noon in den Alpen? Was ist überhaupt damit, dass Pferde panisch werden oder durchgehen können, wenn diese zu nahe am Geschehen sind?

Und hier wie ich das organisieren würde. Der Erstschlag wird von Gruppe 1 gegen das Führungsfahrzeug eröffnen. Sollte das misslingen und das Führungsfahrzeug bemerkt die Gruppe, kann Gruppe 3 eingreifen. Ist das Führungsfahrzeug zerstört werden andere Fahrzeuge versuchen durchzubrechen oder absitzen lassen. Gruppe 2 und 3 bekämpfen dann die Infanterie, welche zu beiden Seiten der Straße absitzt. Schert die Kontroll- oder Sicherungsgruppe aus und will gegen die Angreifer vorgehen, so wird diese von Gruppe 4 bekämpft. Möglichst aus der Deckung und, wenn eine Gefährdung eigener Truppenteile ausgeschlossen werden kann, aus dem Hinterhalt von hinten.


Mein Fazit:
Ganz nett. Von vielem ein bisschen aber zu wenig. Das die Bundesprüfstelle einmal ernsthaft davon ausgegangen ist, dass dieses Buch irgendwie Jugendliche schlecht beeinflusst, ist absolut lächerlich. Das die RAF dieses Buch als Grundlage für irgendwas benutzt haben soll ist ziemlicher Quatsch und kommt wahrscheinlich von der selben Art von Leuten, die den Film La Battaglia di Algeri verboten haben oder verbieten wollten, weil die Black Panther Party ihn verbreitete und es der Lieblingsfilm von Andreas Baader gewesen sein soll. Als ob die RAF irgendwelche schweizer Handbücher und italienische Filme für ihren Terror gebraucht hätte, wenn die Genossen auf der anderen Seite der Grenze jede noch so durchgeknallte Befreiungsbewegung und Terrorgruppe ausgebildet und bewaffnet haben. Hauptsächlich ist das Werk durch reißerische Überschriften von amateurhaften Journalisten in Verruf geraten. Es gibt in dem Buch keine einzige Beschreibung darüber Sprengstoff anzufertigen, nicht mal etwas über Boobytraps. Zu Behaupten dass dieses Buch Leute bei Terroranschlägen helfen würde ist genauso dumm wie zu behaupten, dass Der Fänger im Roggen Mark Chapman dabei geholfen hätte John Lennon zu ermorden.

Man muss sich auch Fragen was in den schweizer Strategieexperten Albert A. Stahel gefahren ist, der Major von Dach in eine Reihe mit angebliche Strategiegenies wie Mao, Che Guervara, General Giap und anderen menschenverachtenden Monstern stellte. Was zum Teufel macht einen General Giap zu einem guten Strategen, der jede Schlacht gegen die Amerikaner verloren und dabei zehntausende Soldaten geopfert hat? Wollt ihr mir jetzt was erzählen von Điện Biên Phủ? Wie hätte man soetwas denn auch verlieren können?! Ich kann mir schon denken was einen in der Schweiz zu einem Strategieexperten macht, in einem Land wo die größte taktische Anforderung an den Soldaten ist in einem Fondue nicht sein Brot zu verlieren.

Keine von den Techniken die beschrieben werden ist irgendwie einzigartig für dieses Buch und sie finden sich bspw. auch sehr viel detaillierter in Feldhandbüchern der US Army, welche diese als public domain kostenlos und öffentlich auf offiziellen Webseiten wie Armypubs.army.mil zur Verfügung stellt. Der amerikanische Steuerzahler hat es bezahlt, also kriegt er es auch zur Verfügung gestellt. Schon mal etwas von einer deutschen Behörde zur Verfügung gestellt bekommen, ohne Antrag und Bearbeitungsgebühr?

Wer auf Partisanenromantik steht und auf humorlosen Heroismus, für den mag das Buch antiquarisch interessant sein. Für den Survivalist aber ist es überholt bzw. gibt es mittlerweile besseres. Kann man mal lesen, muss man aber nicht.

Demnächst wird es von der Bundesprüfstelle für nannyhafte Bevormundung erneut geprüft und sein Verbleib auf dem Index entschieden werden. Mal sehen ob die Pensionäre in Ausbildung dann ein paar Gehirnzellen zusammen kratzen können und sich eingestehen, dass ihre Unterfangen im Zeitalter von Internet, Smartphones und USB Sticks absolut bedeutungslos sind.



Siehe auch:
P-26

Kommentare:

  1. Hallo
    Mich würde Interessieren welche Bücher besser sind als Grundlagenwerk? Würde mich über Infos Freuen.

    Natürlich sind Fachbücher ausführlicher. Aber eine Buch über z.b. US Army FM 5-31 “Boobytraps” ist ausführlich aber halt nur über “Boobytraps”

    Man sollte auch unterscheiden zwischen Militär und Zivil.
    Militärfachbücher Basieren auf Logistik und Nachschub also sind diese nur bedingt für den zivilen gebrauch verwendbar.

    Wenn man das Buch “Der Totale Widerstand” als Grundlagenbuch ansieht. Ist es für sein alter immer noch lesenswert.
    Was diese Bücher für den Soldaten sind
    Schweiz = Soldatenbuch
    US Army = Soldiers Guide
    Deutschland = Reibert

    Ist meiner Meinung nach “ Der Totale Widerstand” für den Zivilisten.
    Grundlagenbücher sind ohne Spezial / Fachliteratur nutzlos.
    Gruß BB

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    1. "Das eine Buch" gibt es nicht. Wahrscheinlich werde ich es selbst schreiben müssen. ;-D
      Ragnar Benson Bücher sind für den Survivalist zu empfehlen. Selbstversorgung, Eigenbau und Verteidigung werden sehr gut und überschaulich behandelt.

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  2. Wenn man es noch bekommt ist das Buch "So kämpfte Finnland. Der finnisch-sowjetische Krieg 1939-1940" von J.O. Hannula empfehlenswert.
    Keine Blaupause sondern eine detaillierte Beschreibung der finnischen Motti Taktik gegen einen vielfach überlegenen, aber eben an die Landschaft nicht angepassten und unmotivierten Feind

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  3. Ja, schon zum kotzen die Zensur, die es ja laut "Verfassung" (ich bin kein Reichi, allerdings finde ich das GG total mangelhaft) angeblich nicht gäbe, aber eben halt doch. Nicht zu vergessen: Abmahnanwälte, Telemediengesetz, Rundfunkpolitik und und und ...

    Komisch, in den USA haben die ein ziemlich radikales Recht auf Meinungsfreiheit und trotzdem läuft das bei denen!

    Die hohen Herren behandeln uns wie kleine dumme Kinder (nun, leider sind es auch viele), aber lassen sich dann von so einem unmündigen Pöbel wählen, wer findet den Denkfehler?

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    1. Zensur im klassischen Sinne gibt es auch nicht. Heute versteckt man soetwas hinter einem Netz aus staatlichen und halbstaatlichen Institutionen welche Dinge irgendwie Bewerten und dann damit Verleger, Händler, Entwickler und Konsumenten einschüchtern wollen. Wenn du eine Ausgabe von DtW besitzt kommt aber keiner in deine Wohnung und nimmt sie dir weg. Manche verfallen aber in vorauseilenden Gehorsam und Lügen dann darüber, dass man über solche Werke ja nicht mal sprechen dürfte.

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  4. Hallo
    Eine Antwort ist besser als keine.
    “Der Leise Tot” der Finnlandkrieg ist älter als” Der totale Widerstand” und ein sehr Spezialer Kriegszustand. Weites Land und dazu noch Winterkrieg.
    Würde mich über Infos zu Modernere Literatur freuen.
    Das beste der Neuzeit was mich zum Nachdenken und Überdenken gebracht hat war “Word War Z” das Buch nicht die absolut schlechte Verfilmung.
    Die effektivste Waffe ist der Gedanke. Wenn man einen Zigarettenfilter zur Waffe machen kann…….
    Meine Literatur und Erfahrung ist sehr groß. Aber ich bin nach so vielen Jahren immer noch offen für neues.
    Gruß BB

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    1. Eine Antwort ist besser als keine? Bitte?
      Was denkst du was das hier ist? Deine persönliche Beratungsstelle oder was?

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  5. Für mich gibt es nur ein Buch das die strategischen Grundlagen perfekt vermittelt: Sunzi - Die Kunst des Krieges. Es ist kein Zufall das dieses Werk auch Heute noch zu den Standartwerken gehört. Konflikte jeder Art sollte man psychologisch und ökonomisch betrachten, die technische Ausführung kommt am Schluss.

    Danke für den Artikel, bis demnächst...

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  6. Als Schweizer erkläre ich das mal:

    "Häberli beobachten", diesen Satz gibt es in diesem Buch gar nicht. Nur so würde es bedeuten, dass einem befohlen wird, Häberli zu beobachten. Häberli ist ein Name, genauer gesagt ein Familienname.
    Im Buch von Dach heisst es aber "Häberli weiter beobachten" und ist als Befehl an Häberli gerichtet, eben, dass er weiter beobachten solle. Es wäre korrekter und auch besser verständlich, wenn es hiesse: "Häberli, weiter beobachten!".
    Wie auch immer, ebenfalls aus den Aussagen zum "Welschen" sieht man nur wieder das deutsche Talent, keine Sprachen ausser Deutsch (und das meist auch nicht ganz richtig) zu können. Die Schweizer als Bewohner eines Landes mit 4 einheimischen Sprachen tun sich hier meist etwas leichter.
    Alles andere, was mich etwas "betüpft" kommentiere ich mit einem kindischen: Wenigstens sind bei uns Waffen und Munition für unbescholtene Bürger frei erhältlich und wir dürfen auch im Wald Feuer machen :-P
    Ansonsten: weiter so, interessanter Blog und danke für die Mühe!

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    1. Ich find's klasse, wenn jemand kommentiert der sinngemäße Kritik bringt, über Nehmerqualitäten und Humor verfügt und dann reif genug ist, verhältnismäßig zu kontern. Daumen hoch!

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  7. Schöner Artikel, gut erklärt und noch Spaß dabei. Vielen Dank. Das Buch ist wohl über 50 Jahre als, und die Technik (und die Schweizer) etwas fortgeschritten, aber es ist auch interessant, Unterschiede und Verbesserungen von damals zu heute zu sehen. Es ist ja verwunderlich, wie sich selbst US-Spezialtruppen gelegentlich an Kameltreibern die Zähne ausbeißen.

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  8. Guten Tag miteinander

    Natürlich ist das Buch veraltet. Man bedenke aber folgendes:
    1. Es geht um "zivilen Widerstand". Zivilisten verfügen nicht über mililtärische Ausrüstung (bsp. Termitladungen). Da ist der brennende Lappen im Tankeinfüllstutzen trotz Verriegelung nahe liegender.
    2. Die Idee hinter dem Wiederstand bleibt immer die selbe. Egal wie viel Zeit vergeht. Veraltete Details lassen sich mit etwas Fantasie in die jetzige Zeit hineininterpretieren.
    3. Als das Buch geschrieben wurde, war die Thematik des Krieges für die Schweizer noch etwas aktueller als heute. Würde ein Schweizer heutzutage ein Buch über Krieg schreiben, wäre es aus der Sicht eines Beobachters im Ausland. Die letzte direkte Berührung mit dem Krieg hatten die Schweizer zur Zeit des 2. WK.

    Unabhängig von meiner Meinung; vielen Dank für die Buchbeschreibung.

    Grüsse an alle Leser.

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  9. Vom technischen Standpunkt aus mag das Buch "Der totale Widerstand" veraltet sein. Über Führungstaktik streiten sich die Experten seit Tausenden von Jahren. Trotzdem ist das Buch interessant. Es beschreibt die Gründe sein Land nicht aufzugeben und zeigt einfache Wege für Zivilisten, sein Land zu verteidigen. Nicht perfekt, nicht technisch ausgereift, aber es zeigt gangbare Möglichkeiten.

    Klar gibt es viel bessere militärische Sprengstoffe als einen brennenden Lappen im Tankeinfüllstutzen eines Autos. Für den armen Zivilisten wird der brennende Lappen wahrscheinlich wirkungsvoller sein als ein nur theoretisch vorhandener High-Tech-Sprengstoff.

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  10. Dankeschön für die Buchbeschreibung!

    Seit Nehberg's "Survival" war ich heiß auf das Buch hab's dann vor einem Jahr endlich zum runterladen gefunden... und war entäuscht. Das ist das wovor man uns beschützen muss durch'n Index? Für heutige Verhältnisse untauglich und praxisfern, aber wenigstens ein paar interessante taktische Überlegungen.
    Seit ich auf postcollapes mitlese hab ich hier mehr brauchbares Zeugs gefunden.

    (ps. ich lese mit seit der Kontroverse aDs-Survivalleute und denk mir meinen Teil: Macher -> bestimmen über -> Bücherwurmsen!)

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  11. Zum Aspekt militärische Grundkenntnisse :

    Als ehemaliger Fallschirmjäger kann ich den Band Gefechtstechnick , von Major H. von Dach , nur empfehlen .

    Nur der , der improvisieren kann überlebt !

    Einen Konvoi , wie es Herr von Dach beschrieben hat , aus dem Hinterhalt , mit mehreren Gruppen , in einer Achse von +-90°-eingeteiltes Schußfeld beachten-zu beschießen , macht erheblich mehr Schaden am Gegner wie die vom Verfasser dieser Seite erleuterten Dioktrie !

    Bei einem vertikalen Angriff werde ich schnell ausgemacht und gelange ins Schußfeld !

    Bitte Überdenken !

    Hals und Beinbruch

    Jörg Gläser

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    1. Man kann ja auch beides machen, je nachdem womit man es zutun hat. Bei LKW macht es wie in DTW jedenfalls weniger Sinn. Die VC haben Hinterhalte gelegt wo ihre Mörsergruben im Feuerbereich der eigenen MGs auf der Gegenseite lagen.

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    2. Anders als in Zivi Deutschland hat in der Schweiz die Mehrheit der Männer zumindest militärische Grundausbildung und im Normalfall gelernt aus solchen Standartvorschlägen zu adaptieren.
      Lieber Heroismus als Hedonismus, aber das ist im Hochmut wohl längst untergegangen.

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  12. Zum Buch:
    Die ersten zwei Bände sind durchaus noch zu gebrauchen. Es werden dort Grundsätze des Jagdkampfes angesprochen, die nach wie vor Gültigkeit haben und so auch heute noch in der Schweiz geographisch ähnlichen Räumen wiederzufinden sind (Bspw. Afghanistan). Bsp.: Die Differenzierung von Operationsraum und Ruheraum, Raumkontrolle durch Besatzer vs. Beweglichkeit des Partisan (siehe die Konzepte von Patreus/McChrystal in Irak u .Afgh) etc.
    Die anderen Bände sind der technische und damit detaillierte Teil zu Waffen und Sprengstoff, deren Gewinnung oder Herstellung.
    Man sollte schon in der Lage sein zu differenzieren, dass Ratschläge zum Bekämpfen eines T50 vielleicht nicht mehr so brauchbar sind, wenn man einem T72B3 gegenüber steht, Grundsätze des Jagdkampfes aber durchaus noch. Wer es aktuell haben will sollte Soldat werden, Dienstvorschriften und Lagebilder studieren und in den Einsatz gehen.

    Zur Schweiz:
    Die Schweiz militärisch als marode und rückständig zu bezeichnen zeugt von großer Ahnungslosigkeit. Schon in den 80ern war das schweizer Militär fortschrittlich in vielen Bereichen. Die haben schon SMOG's benutzt und ein Nahbereichsschießen entwickelt, als man in D noch gar nicht wusste, was das sein soll.

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    1. Und noch ein Nachtrag zum Thema Hinterhalte:
      Der Klassiker ist natürlich der L-Förmige HH. Aber egal wie man den dreht, der hat immer eine zur Feindkolonne frontale Komponente und das auch aus gutem Grund.
      1. Die Silouette von Fd Kfz sind breit und damit besser zu treffen.
      2. Die Kolonne zu stoppen (Sperren, IED), bevor man sie auf der Breite beschießt ist Voraussetzung, weil stehende Kfz besser zu treffen sind als solche in Querbewegung.
      3. Man kann auf das hintere Ende der Kfz wirken (Absitzende FdKr)
      4. Man nutzt die Ausdehnungen der Stg im HH als Richtung eines Informationsflusses mit einem Vorposten und einer Nachhut, die das Eintreffen und das durchlaufen der fdl Vorauskräfte melden, um die Hauptkräfte unvorbereitet zu treffen. Nur mit Stg in der Breite kann man feststellen, wie sich VorKr, HptKr, Weichteile etc. verteilen (Marschreihnfolge) und ab wann man das Feuer eröffnet.
      5. Das kurze Ende des "L" soll ein wirken auf die vom langen Ende abgewandte Seite der Kfz gewährleisten, um dort hinter den Kfz Schutz suchende FdKr bekämpfen zu können (MG im kurzen Ende).
      6. Ein wirken schräg von vorne würde in all diesen Punkten keinen Vorteil bringen und hinsichtlich von Frontpanzerungen sogar einen Nachteil.
      7. Flankierungsversuche werden auf zwei Arten erschwert. 1. Durch das Sperren zur richtgen Zeit, bzw. am richtigen Ort (zwischen VorKr und HptKr), sowie durch eine Sperre ganz hinten in der Kolonne (Abschuss des schließenden Kfz verhindert ausweichen und Gegenstoß), sowie durch die Wahl des Geländes (z.B. Hohlweg mit steiler Böschung).

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    2. Korrigiere: SMOCK

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    3. Smock? Du meinst das Kleidungsstück?

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  13. Aha.

    Bahnbrechend stand bei mir nicht. Es sind halt Grundsätze die mal aufgeschrieben wurden, eben deshalb weil nicht immer alle von selbst darauf kommen. Das zu kritisieren ist das gleiche wie zu kritisieren, dass es Dienstvorschriften gibt, weil das was da drin steht ist ja sowieso offensichtlich und logisch ist(?)!

    Ja Smock gabs auch schon früher, aber in der CH wurden die halt schon vor 30 Jahren an die Truppe ausgegeben.
    Da Du auf deinem Bild Flecktarn trägst, solltest Du wissen, wie lange man in Deutschland bemerkt hat, dass man mehr als 4 Taschen an eine Feldjacke machen kann.

    Zum Thema Ahnung: Tja, wer hat der kann.

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  14. Ja stimmt und mit Innentasche (soweit ich mich richtig erinnere) hat die Jacke sogar 5 ;)

    Zum Thema DstV: Dafür gibt es einen Änderunsdienst (mit 50 Jahren Zeitzünder) und ergänzende AnTrA.

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