Sonntag, 14. September 2014

Die Auswirkung von Konflikten auf den Surplus Markt


Als Surplus bezeichnet man ausgemusterte Armeeware die in den kommerziellen Verkauf gelangt ist. Dinge wie Helme, Schutzwesten und Stiefel werden routinemäßig ausgemustert und von Großhändlern aufgekauft, welche damit wieder kleinere Händler beliefern.


Als der Konflikt in der Ukraine zu einem Krieg wurde musste die ukrainische Armee feststellen, dass sie eigentlich gar nichts hat. Besonders mangelhaft war die individuelle Ausrüstung der Soldaten.
Soldaten decken sich oft privat mit den Dingen für ihren Einsatz ein. Ob sie diese Dinge wirklich brauchen, oder ob sie diese Dinge wollen.

Die neue ukrainische Regierung hatte zudem Probleme damit sich bei deutschen Herstellern offiziell mit benötigten Dingen, wie Schutzwesten und Gefechtshelmen, zu versorgen. Ein Contractor des ukrainischen Verteidigungsministeriums hatte bei Mehler Vario System in Fulda 20.000 Schutzwesten bestellt, das Unternehmen erhielt aber bis heute keine Ausfuhrgenehmigung. Gleiches gilt für die Firma Schuberth, welche auch für die Bundeswehr Gefechtshelme herstellt.

Ja, ganz richtig gehört. Eine Regierung unter einer ehemaligen FDJ Funktionärin, deren Vorgänger Geburtstagsfeiern mit Putin verbringt, beliefert zwar die Kurden, welche nicht mal ein Staat aber dafür ein traditioneller Klient Moskaus sind, mit Waffen und Ausbildern, aber nicht die Ukrainer.
Aber das Informations- und Digitalzeitalter wäre nicht das Informations- und Digitalzeitalter, wenn man sich auch nur irgendeinen Scheissdreck dafür interessieren würde, was Regierungen wollen.

In der Ukraine haben genug Menschen Kontakte in das nähere europäische Ausland um sich hierüber versorgen zu können. Die ukrainischen Freikorps werden zudem oft finanziert von Großspendern, in der Regel Unternehmern, und haben für den einzelnen Soldaten oft ein höheres Budget zur Verfügung als die reguläre Armee. Ihre Beschaffer kaufen einfach den Surplus Markt leer, auf welchem diese Gegenstände genauso zu finden sind.

Bild: Freikorps Kämpfer des Bataillon ,,Donbass" in der Ausbildung. Gefechtshelme von Schuberth und Splitterschutzwesten von LBA & Wahler Gmbh.

Überhaupt ist die Ausstattung des ukrainischen Soldaten ziemlich bunt, kommt aus Großbritannien, Deutschland und Polen. Bei den Insurgenten sieht es ähnlich aus, wobei am Anfang die britischen Westen im Wüstentarn sehr auffällig waren. Mittlerweile überwiegt aber ganz klar die russische Ausrüstung.
Niemand macht sich aber die Mühe Wüstentarnkleidung einzufärben, so dass diese in der grünen Umgebung wirklich tarnt. Generell gibt es sehr wenig Abstimmung zwischen dem Material und den Anforderungen, denn der durchschnittliche Spender ist leider kein strategisches oder taktisches Talent.



Was bedeutet das für den Survivalist?

Normalerweise sind die Hauptkunden von Military Surplus in Deutschland Camper, Sammler und Küchen-Kommandos die sich für ein bisschen Airsoft spielen verkleiden und anschließend damit von ihrer Alten in Wohnzimmer oder Küche fotografieren lassen. Airsoftspieler und andere Kinder die sich gerne verkleiden erkennt ihr meistens sofort an der sehr hellen und glatten Haut, sowie an dem Übergewicht. Sie sehen einfach alle aus als würden sie noch zur Schule gehen oder irgendwo innen arbeiten.

Bei Konflikt in "näherer" Umgebung steigt die Nachfrage aber rasant an. Bspw. war das in der Vergangenheit zu bemerken, als während der Jugoslawienkriege kroatische und albanische Kampfverbände über den Markt für ausgemustertes Militärgerät in Europa versorgt wurden.

Ein Bundeswehr Gefechtshelm war im Mai dieses Jahres auf eBay noch für um die 60 Euro zu haben, mittlerweile gehen diese Helme nicht unter 100, öfter aber für um die 200 Euro weg. Wer sich vorher für den persönliche Bedarf eingedeckt hat, der hat persönlich vorgesorgt. Wer sich eingedeckt hat um mehrere Personen als nur sich selbst zu versorgen, der hat die Möglichkeit bei Verkauf eine Gewinnspanne von über 100% zu machen.

Militärgüter zirkulieren aber auch. Wenn ein Konflikt beendet ist, dann werden etwa nicht Waffen und Ausrüstung verschrottet, sondern sie werden wieder auf den Markt geworfen und in den nächsten Konflikt gebracht.

Panikkäufe sind immer unangebracht. Man sollte warten, bis sich die Situation entweder beruhigt hat oder sich nach Alternativen zu den nun teuren Produkten umsehen. Marktwirtschaft ermöglicht es hier aus einem breiten Angebot auszuwählen.



Kommentare:

  1. Ja, auch hier wäre ein zweiter Teil oder noch besser, je einen eigenen Fred angebracht, um im Idealfall konkrete Kaufempfehlungen zu sammeln und zu disskustieren!

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    1. Wär das nicht schön, wenn immer jemand genau das für einen tun würde was man möchte, am besten auch noch gratis?

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    2. Ich dachte ja nur, weil du so ein allwissendes Genie bist, könntest Du deine U-Boot ähnlichen Kapitalisten Schlachtruf Freds mal zurück fahren und auf deine angebliche Kernkompetenz konzentrieren!
      Denn deine Schlussfolgerungen bzgl allen Anderen kann man ja beim besten Willen nicht ertragen….

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    3. Kapitalismus ist der einzige Grund wieso ich das schreiben kann du Flachzange. Wenn dir das nicht passt, dann verpiss dich. Ich will Pfeifen wie dich überhaupt nicht in meinem Publikum und habe kein Interesse daran, dass diese irgendeine Krise überleben.

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    4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    5. Also die Anfrage Infos und Empfehlungen zu sammeln geht imho in Ordnung.

      Sowas wird unglaublich kompetent in US Foren diskutiert.

      Einstieg sind dort die diversen Waffenforen. Für jede Waffe und jeden Ausrüstungsgegenstand gibt es dort kompetente Ansprechpartner.

      Aber Vorsicht bevor man postet oder eine Frage stellt. Das sind meist recht raue Mädels dort. Und wenn man losquatscht ohne vorher lange (!!) mitgelesen hat und ohne was zu sagen zu haben, kann man sich schnell vorkommen als ob ein 300kg Wildschwein bergab auf einen zurast.
      Kein Vergleich mit dem höflichen und konfliktscheuen Mod hier:)).

      Survival Tool für Krauts in Yankee Waffenforen:

      http://forum.iwoe.at/viewtopic.php?f=12&t=12577

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  2. Nicht verfuegbar,
    geile Seite, gute Artikel! Danke dafür! Mach bloß weiter und lass Dich nicht von den Fotzenknechten ärgern.

    Bekannt? http://stevespages.com/page7b.htm

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  3. Turnusmäßig wechselt die Bundeswehr ihre passive Gefechts Ausrüstung. Es ist so ziemlich alles zu bekommen, was das Herz begehrt! Angefangen vom Funkcontainer bis zu ausgemusterten Fahrzeugen wie den begehrten Wolf z. B. Diese Dinge kommen dann zu Tausenden bzw. zu Hunderten auf den Markt und sind anfangs spottbillig. Ab und an mal bei den gängigen Plattformen reinschauen da könnt ihr echte Schnäppchen machen.

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    1. was wären denn die gängigen plattformen?

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    2. Seufz....
      Vebeg.de

      und vor allem
      gidf.de

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    3. Die Zulieferer der Bundeswehr spüren seit 2012 aber auch massiv die Verkleinerung und Abschaffung der Wehrpflicht. Dies wird sich auch auf Stückzahl und damit den Preis der ausgemusterten Ware auswirken.

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