Sonntag, 7. September 2014

Psychologie: Neid



Und Isaak säte in dem Lande und erntete desselben Jahres hundertfältig; denn der Herr segnete ihn.
Und er ward ein großer Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr groß ward, dass er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister und verschütteten alle Brunnen, die seines Vaters Diener gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und füllten sie mit Erde; dass auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden.

Genesis - Kapitel 26 - Vers 12 bis 16


Diese Worte sind vor tausenden von Jahren geschrieben worden. Neid und Minderwertigkeitskomplexe sind vermutlich ein größere Motivation zu Konflikten gewesen als irgendwas anderes. Ob es die Geschichte von Kain ist, der aus Neid seinen Bruder Abel erschlug, oder ob es die Überfälle von Nomaden auf Sesshafte Kulturen waren. Der Mensch sieht einen anderen Menschen der es besser hat und er fängt an ihn zu hassen.

Ein kleines Experiment: Stellen sie sich vor sie arbeiten 20 Jahre lang für dieselbe Firma, oft Überstunden und an Wochenenden. Dann kommt eines Tages ihr Chef zu ihnen und schenkt ihnen 10.000 Euro. Nach ein paar Tagen kommen sie mit einem jüngeren Arbeitskollegen ins Gespräch, der ihnen erzählt, dass der Chef ihm 50.000 Euro geschenkt hat. Viele Menschen fühlen ein Unbehagen und befinden sich emotional an diesem Punkt genau dort, wo Sozialisten sich ihr ganzes Leben lang befinden. Völlig egal ob man gerade 10.000 Euro reicher geworden ist, der andere hat mehr und das lässt einen sich minderwertiger fühlen.

Manche Menschen würden sogar soweit gehen, dass sie auf den eigenen Zugewinnen verzichten würden, wenn die anderen dafür ebenfalls keinen Zugewinn haben.

Der US Präsident Ronal Reagan war ein Liebhaber von russischen Witzen, speziell jenen die sehr zynisch gegenüber der sowjetischen Regierung sind. Es gibt einen alten russischen Witz, der muss selbst ihm zu zynisch gewesen sein um ihn öffentlich zu erzählen, obwohl er Neid und Missgunst sehr gut veranschaulicht.:

In einem russischen Dorf leben zwei Bauern. Der eine auf der einen Seite des Weges, der andere auf der anderen Seite. Obwohl sie sich bis aufs Blut hassen sind sie vereint in ihrer Armut. Der eine Bauer ist sehr gläubig und betet jeden Tag, dass der Herr ihm eine Kuh schenken möge, damit er nicht mehr so arm ist. Eines Tages steht dann tatsächlich eine Kuh auf seinem Feld.
Der andere Bauer sieht das und fängt daraufhin auch an zu beten und betet jeden Tag. Dann erscheint ihm der Erzengel Gabriel und gewährt ihm einen Wunsch. Der Bauer sagt daraufhin: Töte die Kuh meines Nachbarn.

Wenn aber nicht gerade Erzengel eingreifen bleiben den psychisch deformierten Neidern aber noch viele andere Möglichkeiten übrig, ihre Komplexe jedem anderen Menschen aufzudrücken. Zum Beispiel wollen Sozialisten jeden auf ihr Niveau herunterziehen oder sogar noch darunter, damit sie sich besser fühlen. Oder Arm zu sein wird zu etwas noblem verklärt. Oder wenn es Jemanden besser geht als anderen, dann ist das alles sozial ungerecht und bringt Leute zum heulen. Oder am Besten ist Wohlstand sowieso etwas schlechtes, Konsum ist böse und schadet dem Planeten und so.

Der Journalist Peter Scholl-Latour beschrieb in seinem Buch Der Tod im Reisfeld in dem Kapitel "Sparta am roten Fluss", wie die Nordvietnamesen alle möglichen Konsumgüter aus dem Süden gestohlen haben um sie dann im Norden an Funktionäre oder russische Touristen mit schlecht gekleideten Frauen zu verscherbeln. Solange Sozialisten etwas nicht haben, können sie darüber den ganzen Tag schimpfen, doch bei der erstbesten Gelegenheit stehlen sie es. Wenn sie nicht von der Substanz eines vorhergegangenen Systems leben können und sowieso keine eigenen Ideen haben, dann muss man eben etwas stehlen. Keine sozialistische Gesellschaft wird jemals auf dem Jetzt-Zustand verweilen wollen und kann sich doch trotzdem nicht selbst verbessern, weil die Menschen nicht frei sind.

Als Rhodesien schließlich nach einem langen Buschkrieg durch internationalen Druck sozialistischer Länder den kommunistischen Terrorgruppen zum Fraß vorgeworfen wurde, verteilten diese viel von dem Besitz an ihre Anhänger um, den sie von den weißen Bürgern des Landes gestohlen hatten. Doch bald gab es schon nichts mehr zu verteilen an Leute, die damit auch nicht wirklich etwas anfangen konnten. Das erstaunliche ist, dass es nirgendwo in Afrika nach der Entkolonialisierung, dem Zusammenbruch Rhodesiens oder der Machtübernahme in Südafrika irgendwelche Unterfangen gab neues Agrarland zu erschließen. Es gab nirgendwo die Initiative etwas Neues zu erschaffen, sondern es wurde überall nur gestohlen. Und weil Raub auf Dauer keine Existenzgrundlage ist, da es irgendwann nichts mehr zu rauben gibt, wurden ehemalige Exportländer wie Rhodesien zu Empfängern von Lebensmittelhilfen.

Als die Israelis 2005 den Gazastreifen an die Palästinensische Einheitsregierung unter Abbas überließen, demontierten viele jüdische Siedler ihr dort aufgebautes Eigentum wieder, sollten sie keine Entschädigung von der israelischen Regierung dafür erhalten. Es waren dann jüdische Spender in den USA, welche selbst 14 Millionen USD gesammelt hatten um diese Siedler zu entschädigen und die von ihnen dort Aufgebaute Agrarindustrie, hauptsächlich Gewächshäuser, den Palästinensern zu übergeben. Das erste was diese allerdings mit den Gewächshäusern getan haben war alle Scheiben einzuschlagen, Planen einzureißen und zu stehlen was sie stehlen konnten. Wieder schütteten die Philister Sand in die Brunnen.


Es gibt gute Gesellschaften und es gibt schlechte Gesellschaften.


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