Dienstag, 2. September 2014

Tribe

Stammeskultur und Clanstruktur
Familienstrukturen sind das einzige was für das Individuum eine gewisse Beständigkeit und Sicherheit bietet. Staatliche Strukturen haben die Familienstrukturen im Westen aufgeweicht und beseitigt.

Die Menschen heute malen sich vielleicht nicht mehr die Gesichter an, sie sind aber immer noch Stammeszugehörige. Stämme sind Verbunde von Familien. Das Individuum hat seine Familie und die Familie hat den Stamm. Ist es in Krisenzeiten also die Lösung, zurück zu gehen zu Stammesstrukturen?


Staatsstruktur
Der Staat hat nach und nach Stammesstrukturen aufgeweicht und verdrängt, indem die Aufgabenbereiche des Stammes an den Staat übertragen wurden. Das absichern des eigenen Territoriums für die Jagd und den Ackerbau ist nicht mehr die Aufgabe der Männer eines Familienverbundes, die sich mit dieser Aufgabe abwechseln, sondern die einer Regierungsarmee. Von dieser Basis aus breitete der Staat sich aus in jeden anderen Lebensbereich, bis die Anwesenheit von Staat die Anwesenheit von Stamm ersetzt hatte.
It covers the surface of society with a network of small complicated rules, minute and uniform, through which the most original minds and the most energetic characters cannot penetrate, to rise above the crowd. The will of man is not shattered, but softened, bent, and guided; men are seldom forced by it to act, but they are constantly restrained from acting. Such a power does not destroy, but it prevents existence; it does not tyrannize, but it compresses, enervates, extinguishes, and stupefies a people, till each nation is reduced to nothing better than a flock of timid and industrious animals, of which the government is the shepherd.
- Alexis de Tocqueville
Die Schlussfolgerung, das in einer Krise in welcher der Staat diese Aufgaben nicht mehr übernehmen kann, wir wieder zurück gehen müssten zur Familien- und Stammesstruktur, ist daher nur logisch.


Vermehrung im Stamm
Kinder werden heute nicht mehr von ihren Eltern erzogen, oder besser gesagt beim Aufwachsen begleitet, sondern vom Staat. Kinder lernen in der Regel heute nicht mehr von ihren Eltern und den Erfahrungen ihrer Eltern, sondern vom Staat. In nur wenigen Generationen gibt es dann selbst kein Wissen oder Erfahrungen mehr, die Eltern überhaupt vermitteln könnten oder als lehrwürdig erachten würden.
Diese Konzepte sind dabei alle völlig irrational und bringen entweder Anarchisten hervor, die alles hassen, oder Bürokraten, die sich dem Staat anschließen wollen. Es gibt auch für Eltern nicht mehr einen wirklichen Grund für Kinder oder sich auf die eigenen Kinder zu konzentrieren. Früher waren Kinder vor allem Arbeitskräfte, die einem auf dem Hof zur Hand gehen konnten. Zudem konnte ein Mann innerhalb von ein paar Jahrzehnten durch Kinder mit mehreren Frauen der Häuptling eines ganzen Dorfes werden. Heute wird vor allem betont, es sei Versorgung im Alter die Motivation hinter vielen Kindern gewesen, aber das stimmt so nicht. Wie alt konnte man denn schon werden? Hier wird die Debatte wieder nur geschickt gelenkt und auf Existenzängste beschränkt, weggeführt von der eigenen Motivation und der Staat präsentiert sich als Retter.
Heute ist das aber sowieso nicht mehr Möglich, allein schon wegen Gesetzen gegen Kinderarbeit, Schulpflicht und Unterhaltspflicht. Bei den meisten Eltern hat sich deswegen eine ziemlich primitive Mentalität eingestellt, die wie bei Tieren sich hauptsächlich darum dreht die eigenen Gene weiterzugeben, wenn Kindern nicht durch die Mutter dem Vater aufgezwungen, angehängt, untergeschoben wurden, oder man ihn sonst wie vor vollendete Tatsachen gestellt hat.


Stammesdenken
Stammesdenken ist etwas, das ist jedem von uns eingeboren. Wir wollen uns mit Menschen umgeben die so sind wie wir und ähnlich aussehen wie wir selbst. Wir sind misstrauisch gegenüber Fremden und neigen bei Konflikten mit Menschen die anders aussehen wie wir zu einem grausameren Verhalten, als bei Konflikten unter unseresgleichen. Menschen sind, auch wenn sie es nicht zugeben wollen, von Natur aus Rassisten. Stammesdenken ist so ausgeprägt, dass Menschen ihre Jagdgründe und ihre gebärfähigen Weibchen und Jungen schützen wollen und deshalb feindselig nach außen reagieren. Ein Konflikt mit einer anderen Gruppe schafft dann meistens in der eigenen Gruppe wieder den Zusammenhalt gegenüber dem gemeinsamen Feind, der die Existenz aller bedroht.

In vielen Stammeskulturen zählt zudem ein Mensch außerhalb des eigenen Stammes nichts. Während es nach innen eine strenge Hierarchie herrscht, ist gegenüber allen außerhalb das Lügen, Stehlen und Umbringen zumindest toleriert.


Szenen und Ersatzfamilien
Weil keine wirklichen Familien mehr im so bunten Deutschland existieren, suchen sich Leute oft Ersatzfamilien in Form von Szenen, wo die Leute aussehen wie sie, indem sich alle irgendwie gleich uniformieren. Menschen haben ein primitives Urbedürfnis danach sich mit ihresgleichen zu umgeben.


Das Dorf in der Realität
Also zurück zum Stamm? Die Stadtmenschen stellen sich das Dorf meistens in einer romantisierten Art vor, wo alle irgendwie eine große Familie sind. Das ist alles dummes Zeug. Das Dorf ist untere Mittelmäßigkeit mit einer beschränkten, kleingeistigen Mentalität die von der Eifel bis nach Swasiland überall gleich ist.

Der US Satiriker und Journalist P. J. O’Rourke bereiste viele Ländern und zu seinem Erstaunen hatten Menschen in den Dörfern der Ukraine dieselbe beschränkte Mentalität wie die Menschen in den Dörfern Afrikas. Ein Feldweg geht durch das Dorf, weil schon immer ein Feldweg durch das Dorf ging. Ein offener Abwasserkanal geht durch das Dorf, weil schon immer ein offener Abwasserkanal durch das Dorf ging. Wenn allen alles gehört und niemanden etwas, dann gibt es keinen Grund für Individuen etwas zu verbessern. In Russland warten die Menschen lieber 10 Jahre auf die Regierung, damit diese die alte Dorfstraße repariert, anstatt ein paar hundert Rubel und einen Tag harte Arbeit zu investieren, um das Problem selbst zu lösen.


Hierarchie im Stamm
Die Gesellschaftsordnung in einem Stamm ist hierarchisch, von oben nach unten und je älter Jemand ist, desto weiter oben ist er dabei. Der Stamm erfindet Rituale, Übergangsriten mit denen sich Jüngere für den Stamm verdienen müssen, irgendetwas tun zu dürfen und Rechte zu erhalten. So etwas ist komplett für den Arsch und lähmt jede Gesellschaft.
Gerade ich bin Jemand, der keinen Respekt vor dem Alter hat und generell ist es mir komplett egal, wie Jung oder Alt jemand ist. Irgendjemand muss diesen Hitler ja auch mal gewählt haben. Alter sagt nichts über die Fähigkeiten eines Menschen aus und in Zeiten von Schrift und anderen Möglichkeiten Wissen zu konservieren und zu vermitteln hat der alte Weise mit dem langen Bart ausgedient und seinen Führungsanspruch verloren.

Ein Stamm kann Individualismus nur sehr eingeschränkt erlauben, allein schon wegen seiner zweckgebundenen Existenz in einer feindseligen Umwelt. Dies führt dazu, dass gerade in Dörfern eine strenge Hierarchie von Neidern und aus ständiger Bespitzelung existiert, die jedes einzelne Mitglied auf Linie halten will. Jeder wird eingebunden für den kollektiven Zweck.


Zurück zum Stamm?
Ich sehe in einer Stammesstruktur als gesellschaftliche Organisationsform sehr wenig Potential für Krisenzeiten. Aus Stammesgesellschaften kommt eigentlich so gut wie niemals etwas brauchbares, was das Leben der Menschen irgendwie verbessert. Selbst in der keltischen Kultur gab es die ersten Fortschritte erst, als sich Städte gebildet haben und Menschen anfingen miteinander zu handeln.




Kommentare:

  1. Normalerweise sieht ja die Prepperszene Clanstrukturen in einer SHTF Situation positiv.
    Daniel Pipes beschreibt das Elend:

    http://de.danielpipes.org/5415/das-elend-der-stammeskultur-des-nahen-ostens

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    1. Interessante Analyse. Das ist eben was ich mir auch denke, worauf es hinauslaufen wird, wenn sich in einer PC Situation wieder Stammesstrukturen bilden.

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  2. Der Artikel von Daniel Pipes ist gut. In einem Land, wo es nur Stammesgesellschaften gibt, ist eine höhere wirtschaftliche und technische Entwicklung unmöglich.
    Was er allerdings ausklammert, ist: Was passiert, wenn man eine solche Stammesgesellschaft, spontan fällt mir der berühmte Miri-Clan ein, künstlich in ein hochentwickeltes, aber leider von Schlafschafen bevölkertes mitteleuropäisches Land verpflanzt. Der Stamm blüht auf, auf Kosten der Schlafschafe ...

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    1. Ich wäre vorsichtig damit Leute Schlafschafe zu nennen.

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    2. Schön, aber wie nennst du sie dann?
      Die Leute, die sich nur für die 3 F´s interessieren, und brav und treu im Hamsterrad arbeiten. Denen es aber buchstäblich egal ist, wenn das Ferkel Volksvermögen an ihre transatlantischen Freunde verschenkt. Wenn es, in Zusammenwirkung der gesamten Politkaste, fremde Völkerschaften aus der ganzen Welt hier ansiedelt, um die Eingeborenen (wir erleben jetzt am eigenen Leib, wie es den Indianern vor 150 Jahren ergangen ist) zu verdrängen?
      Vom Verlust der Meinungsfreiheit, explodierenden Kriminalitätsraten und sinkenden Bildungsniveaus unserer Kinder gar nicht zu reden.
      Ab und zu meckert einer, aber nur ganz leise, und wird dann sofort wieder zum Schweigen gebracht ... von den anderen Herdenmitgliedern. Wie Schafe, die nur ans Fressen und F***** denken und sich geduldig scheren (Steuern und alle Arten von Abgaben) und am Ende gern auch schlachten lassen ("Organspende").

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    3. Warum soll ich die überhaupt irgendwas nennen? Soll ich mich drüber aufregen, was die machen? Mir egal. Die scheiss Indianer übrigens auch. Ich finds gut das die weg sind.

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