Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ernährungspsychologie für schlechte Zeiten VI: Mundraub


Wenn der Magen und der Kühlschrank genauso leer sind wie die Taschen.


Zwei Möglichkeiten bestehen wie Menschen dazu kommen Lebensmittel zu stehlen:
1. Eine Nahrungsmittelkrise und Lebensmittel als Gut sind knapp.
2. Eine Währungskrise und Geld um diese Nahrungsmittel zu kaufen fehlt.

Diese beiden Möglichkeiten können innerhalb anderer Szenarien, wie bspw. einem Krieg, stattfinden. In manchen Fällen finden sie auch gleichzeitig statt.


Jetzige Situation

Niemand in Westeuropa oder Nordamerika muss hungern. Wir haben kein Problem mit der Lebensmittelversorgung. Es ist in den letzten Jahren aber populär geworden aus den Mülltonnen von Supermärkten Lebensmittel zu stehlen, die noch essbar sind. Die Beweggründe sind entweder emotionaler Aktivismus, oder für Lebensmittel nichts ausgeben zu wollen.

Derjenige der nichts ausgeben will für Lebensmittel macht es noch am schlausten. Ich habe selbst während eines Campingausfluges auf einem Festival anderweitig Essen beschafft als dafür zu bezahlen und weiß, wie verführerisch es ist fortan sich so zu versorgen, als dafür zu bezahlen.

Der Aktivist stellt sich am dümmsten an von allen Motiven. Die Freeganismus Anhänger welche solche Kampagnen fahren wie "Donate not Dump" rechtfertigen ihren Diebstahl damit, dies sollte oder würde irgendwie den Bedürftigen zukommen. Es gibt keine im Westen keine Armenhäuser voller hungernder Kinder die irgendwie Lebensmittelspenden bräuchten. Wenn ihr euch die Arbeitslosen anschaut, so sind diese meist auch übergewichtig. In den USA soll eines der Hauptgesundheitsprobleme Übergewicht sein. Der modernen Technik sei es gedankt, dass unsere Gesellschaft heute zu fett ist anstatt zu verhungern. Die hohe Produktivität der Nahrungsmittelindustrie kann also nicht nur das Wegwerfen verkraften, sondern auch ein paar parasitäre Diebe die mit irgendwelchen Weltverbesserungsquatsch in die Tonne tauchen.

Auch wenn es Mülltonnen sind, sie sind Privateigentum des Supermarktes. Wenn bspw. ein Polizist deinen Müll durchwühlen will, dann braucht er Vorher einen Durchsuchungsbeschluss.

Ihr könnt auch mal zu den Suppenküchen und Tafel Einrichtungen eurer Stadt gehen und sehen was dort aufgetischt wird. Das ist nicht wie in der Waisenhaus Suppenküchen aus Oliver Twist.


Die Tafel Einrichtungen werden schon lange nicht mehr nur von Bedürftigen genutzt, sondern auch von genug Leuten die einfach ein paar Euro sparen wollen. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 900 Tafel Einrichtungen, weil man zwangsläufig mehr Armut bekommen wird, wenn man Armut subventioniert. Den Leuten ist ja so toll geholfen wenn man es vereinfacht arm zu sein und arm zu bleiben. In Spanien geht das ganze schon so weit, dass die Suppenküche einem das Essen Nachhause bringt, wenn man sich trotz Hunger selbst zu fein dafür ist eine Sozialeinrichtung aufzusuchen.

Und dann gibt es noch diese Arschlöcher, die schlechte Filme wie "we feed the World" schauen und dann jedem damit auf den Sack gehen wollen, dass Wohlstand im Westen daran Schuld wäre, das andere Menschen in anderen Teilen der Welt hungern. Und das Jeder irgendwie ein Recht darauf hätte gefüttert zu werden.


Kollaps Situation
Je nach Situation wird es unterschiedliche Arten geben wie Menschen stehlen werden um an Lebensmittel zu gelangen. Sehen wir eine langsame Verarmung, einen Kollaps in Zeitlupe, dann wird es vermutlich mehr Dumpster Diving, Freeganism Aktivismus geben für die Leute die sich selbst helfen und ein wachsen der Sozialindustrie für die Leute, die sich nicht selbst helfen wollen. Eventuell wird die Politik eingreifen wollen mit mehr Subventionen von Nahrungsmitteln oder sogar Lebensmittelverteilungen. Der Angeschmierte wird aber letztendlich der Händler sein. In Spanien ist es schon vorgekommen, das Kommunisten einfach Supermärkte überfallen und die Beute dann an die hungernden Massen verteilen. Wenn man Armut subventioniert, bekommt man mehr Armut. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die Sozialindustrie erst Händler und dann Produzenten ruiniert.

Kommt es zu einem plötzlichen Crash fängt erstmal der Run auf die Supermärkte an. Sobald diese dann leer geplündert sind, werden Leute anfangen zur Quelle, zu den Produzenten zu ziehen. Je nachdem wie Mobil Leute dann sind werden die Straßen verstopft sein oder die Züge überfüllt. Vielleicht sogar beides. Es ist die Frage was für ein Klima dann herrschen wird, was sich an der Situation abschätzen läst, wie die Supermärkte geleert wurden. Ist der Strom weg funktionieren keine Kartenzahlungen mehr und die Leute bedienen sich dann einfach selbst, wenn das Bargeld fehlt oder man diesem keinen Wert mehr zuspricht.


Post Collapse 
In einer Post Collapse Situation in der die Ernährung nicht sicher ist kann es ziemlich übel zugehen. Nicht nur für denjenigen der hungert, sondern auch derjenige, der noch etwas zu essen hat, wird leiden. Derjenige der nichts hat und zusehen muss wie er klar kommt wird hin und wieder stehlen, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Es werden eher wenige Leute sich organisieren um mit System zu stehlen, die meisten Diebstähle von Nahrung werden eher spontan begangen werden.

Den Survivalist stellt dies vor neue Probleme. Einen Garten zu verstecken und eventuell gegen grimmige Raiderbanden in Footballrüstungen zu verteidigen ist eine Sache, aber eine Gruppe von hungernden Kindern die sich auf die Minensperre um den Garten zu bewegen ist eine andere. Die wenigsten von uns würden irgendwelche hungernden Leute töten wenn diese von uns stehlen.

Was wir vermutlich sehen werden ist viel Diebstahl an der Quelle, also beim Erzeuger. Es ist die Frage in wie weit die Diebe dann überhaupt wissen was für Feldfrüchte sie stehlen können. Es kann mit einzelnen Akten von Feldfrevel bei Nacht und Nebel anfangen, es kann aber auch heuschreckenartig, wie durch Flüchtlingshorden, ablaufen.

Eventuell wird die Regierung reagieren, indem sie Erntebrigaden aus Arbeitslosen oder Sträflingen aufstellt. Es gab bereits Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit Arbeitslose zur Spargelernte einzusetzen, welche mehr Schaden als Nutzen bewirkt haben.



Aus dieser Reihe:
Ernährungspsychologie Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen