Montag, 13. Oktober 2014

Kollektivierung von Ressourcen in Krisenzeiten

Wie sinnvoll kann es sein im Familien- und Freundeskreis Ressourcen zusammen zu legen?


Es gibt Leute, die halten sich generell zu arm für Krisenvorsorge. Das kann einerseits davon kommen, dass sie die billigen Methoden nicht kennen und sich von den kommerzialisierten Angeboten abschrecken lassen, oder es liegt ganz einfach daran, dass es halt die Arbeitslosen und Armen sind, die viel Zeit im Internet verbringen können und über den Weltuntergang lesen, nur um anschließend ihrem Umfeld damit auf den Zeiger zu gehen.


Generell hat der Survivalist bei Ressourcenknappheit folgende Möglichkeiten:
1. Er kann versuchen produktiver zu sein um so mehr Geld zu erwirtschaften, oder Dinge direkt selbst zu produzieren.
2. Er muss wirklich Gleichgesinnte finden die in einer ähnlichen Situation sind und versuchen mit ihnen die wenigen Ressourcen gemeinsam effektiver nutzen zu können.

Ich habe bereits davon geschrieben, dass sich in Krisenzeiten wieder Stammesstrukturen in Familien bilden könnten. Diese Strukturen werden ebenfalls innerhalb ihrer Ordnung Ressourcen kollektivieren. In der Vergangenheit war es so, dass Investitionen und Entscheidungen wofür man Ressourcen nutzen wird, eine Angelegenheit der Familie bzw. ihren Oberhäuptern waren. Von finanziellen Entscheidungen bis Hochzeiten wurden diese Dinge in der Gemeinschaft entscheiden, mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen für alle Beteiligten. In so einem Konzept ist es bspw. nicht möglich für eine gierige Frau einen Sohn der Familie um seine finanziellen Mittel zu bringen, gleichzeitig ist man individuell sehr eingeschränkt in der Freiheit eigene Fehler machen zu können. Wie alles in einer Post Collapse Gesellschaft, bzw. generell in Gesellschaften die am Minimum kratzen, wird Entscheidungsfreiheit nur soweit möglich sein wie es die Gruppe nicht gefährdet.

Wer also auf eine "Prepper Community" angewiesen zu sein meint, der muss sich mit anderen gut überlegen wie ein solches System von kollektivierten Ressourcen innerhalb der Gruppe funktionieren kann. Wie werden welche Entscheidungen getroffen über Investitionen und wo sind die Sicherheitsmechanismen innerhalb der Entscheidungsstruktur? Hier, gerade hier, müssen wegen des Zusammenlegens von Ressourcen alle Beteiligten ein stark ausgeprägtes Verständnis von Eigentum haben und was Eigentum, die dafür aufgewendete Zeit usw., für den individuellen Menschen bedeutet. Von gemeinsamer Kasse einen Karton Langzeitlebensmittel zu kaufen kann einfacher sein als einen Wasserfilter zu kaufen, der sich nicht etwa so leicht auf die Beteiligten aufteilen lässt, wie kleine Päckchen oder Tüten.

Ich selbst bin absolut kein Fan von solchen Konzepten und würde mich niemals in eine solche Struktur begeben, wo ich nicht meine eigenen Entscheidungen treffen kann. Wer allerdings darauf angewiesen ist, der ist nun mal darauf angewiesen. Außerdem bin ich der Meinung, dass der Großteil solcher Projekte total scheitern wird. Ich rate daher zu ersterer Möglichkeit, zu versuchen selbst als Individuum produktiver zu werden.


Über das Teilen

Da unsere Spezies länger in Stammesverbänden gelebt hat als in Gesellschaftsformen von modernen, urbanisierten Menschen denkt unser Gehirn auch noch eher wie das eines steinzeitlichen Stammesangehörigen. Menschen, vor allem Frauen, lassen sich schnell begeistern für kollektivistische Ideen über die Frage von Besitz, was sich nach sozialer Wärme anhört und entweder ein narzisstisches Ego befriedigen soll sich besser über sich selbst zu fühlen, oder von der Aussicht angespornt wird an Ressourcen von anderen Leuten selbst partizipieren zu können. Gerade diese Dinge machen das wirtschaften mit kollektivierten Ressourcen zur absoluten Pest und ist außerhalb der Familie, des Stammes, absolut gefährlich.

Dazu ist unsere ganze Kultur versifft von dem Treiben von Neidern und Kollektivisten. Ein gutes Beispiel dafür ist, wie Kinder bereits beeinflusst werden, dass diese doch teilen sollten. Das ist eines der schlimmsten Dinge die man überhaupt einem Kind beibringen kann, alles teilen zu müssen. Ein Kind hat noch nicht mal ein Verständnis von Wert, da es selbst nichts herstellen kann.

Ich bin als Kind im Hort in Kontakt gekommen mit einem Buch, dass auf eine extrem hinterlistige und demagogische Art versucht Kinder zu Kollektivisten zu machen. Gemeint ist natürlich "Der Regenbogenfisch" von Marcus Pfister.


In diesem Buch geht es um den Regenbogenfisch, der seine glitzernden Schuppen nicht mit den anderen Fischen teilen will, die diese Schuppen für sich selbst haben wollen. Irgendwann hat er dann aber so eine Art Erweckungserlebnis nach der Mahnung eines Kraken und fängt an mit den anderen Fischen zu teilen. Diese anderen kleinen Schmarotzerfische bieten dem Regenbogenfisch nichts im Tausch an, verlangen aber von ihm, dass er sich Schuppen aus seinem Körper brechen soll um sie ihnen zu geben.
Dieses Buch vermittelt Kindern, dass derjenige mit Anspruchshaltung quasi moralische Superiorität verkörpert, während der Besitzer der nicht teilen will, von irgendwelchen gruseligen Autoritäten wie einer Krake dazu angehalten werden muss sein Eigentum herzugeben. Ja, ich hasse dieses Buch. Ich habe es damals gehasst, hasse es noch heute und die Tatsache, dass dieser Scheiss 15 Millionen mal verkauft (verkauft und nicht geteilt) wurde, verursacht bei mir Übelkeit.

Kinderbücher sind durch die Bank alle kollektivistischer Dreck die einem verdrehbaren Gehirn verdrehte Ideen und Lebensphilosophien einflüstern. Aber sie füllen eine Lücke, die der Rest der Kultur nicht bedienen kann oder will, während die meisten Eltern auch nur Kinder mit Kindern sind, die auch nur beschissene Ideen haben und Kindern nichts sinnvolles vermitteln können.
Mit Menschen, die eine derartig verdrehte und geistesgestörte Moral über Eigentum und Teilen besitzen, kann man nicht an so einem Konzept arbeiten.


Siehe auch:
Should You Teach Kids to Share?

Kollektivierung von Ressourcen in Krisenzeiten Teil 2


Kommentare:

  1. Hmmm, sehr interessanter Gedanke. Ich habe einen Sohn, der nicht teilen will und ich immer wieder mit ihm deshalb aneinander gerate. Das als Stärke zu sehen, ist mir noch nicht in den Sinn gekommen! Danke, ich werde versuchen das ganze mal pragmatischer zu sehen.

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    1. Bring deinem Sohn lieber bei einen klugen Handel einzugehen und sich nicht bescheissen zu lassen.

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  2. Die mit Abstand dauerhaftesten und krisenfestesten Lebensformen der westlichen Hemisphäre sind kollektivistisch.
    Es sind Mönchsorden mit benediktinische und franziskanischer Ordnung.
    Es lohnt sich, einmal ein paar Tage in so einem Orden zu verbringen.

    Ich habe immer beobachten können, wie Vorurteile zusammenkrachten.
    Das erste, was auffällt ist, dass man sich grundsätzlich im Alter der Mönche verschätzt.
    Sie wirken durchweg jünger als sie sind.

    Meine Empfehlung für Norddeutschland. . Benediktinerinnenabtei Herstelle an der Weser.
    Da bekommt sogar der Blogautor auch mal ein richtig positives Frauenbild geliefert :)).

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    1. Diese Mönchsorden sind allerdings freiwillig. Wenn es einem nicht gefällt, kann man immer noch austreten.

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    2. Freiwilligkeit ist ja (noch) das Thema.

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    3. Mit Zwang hast Du ohnehin keinen Erfolg. Was mir wichtig für die Dauerhaftigkeit und Krisenresistenz erschein ist das Zölibat.
      Das verhindert Nepotismus und (natürlich immer nur in der Gesamtheit gesehen!) kraftraubende Konflikte wg anderem Geschlecht.
      Eine Einrichtung übrigens aus der römischen Erfahrung mit Nero/Caligula und Konsorten und der Installation der Soldatenkaiser.

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  3. Ich habe nichts zu verschenken und ich teile auch nicht selbst wenn es meine Resourcen zulassen würden. Ich mache einen Deal, wenn der funktioniert ist es Win Win und OK. Wenn nicht, hab ich mich wohl verrechnet und muss damit leben oder auch nicht. In einer PC-Situation seine Resourcen zu offenbaren wird ohnehin tödlich sein ... .
    Ich mach schon immer mein Ding so wie es mir gefällt und bin damit sogut wie immer besser gefahren als der Mainstream. Entweder mit mir oder ohne mich kommt besser als wie ein Mitläufer zu leben und der sogenannten Mehrheit ausgeliefert zu sein.

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  4. Ja, Kollektivismus kann gut funktionieren. Der Mensch ist ja schließlich auch ein Rudeltier. Aber es gibt eben auch die einsamen Wölfe, die kein Bock haben, sich vom Kollektiv bevormunden zu lassen und ihre Dinge lieber selbst regeln. Das setzt natürlich voraus, dass man gewisse Fähigkeiten besitzt.

    Falls man zur Krisenvorbereitung auf Kollektive setzt, besteht m.E. das größte Problem darin, dass vor der Krise und zu Beginn der Krise das Kollektiv nicht wirklich besteht, weil es in unserer derzeitigen Gesellschaft so etwas nun mal nicht gibt (wenn man den totalitären Staat mal außen vor lässt). So etwas wird sich wenn dann erst während der Krise herausbilden. Es gibt unter den paar Kumpels, die sich zusammen einen Vorrat anlegen nicht die Mentalität "wir gegen den Rest der Welt". So bringt dann im Krisenfall z.B. plötzlich einer von den drei Kumpels seine Freundin mit ins Bugout und der zweite seine gesamte 8-köpfige Familie, die gerade nicht mehr wussten wohin, und die übernehmen dann den Laden eben mal.

    Deswegen lieber alleine vorsorgen und niemandem was davon erzählen.

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  5. Noch eine Anmerkung zum ersten Kommentar:
    Ich habe auch einen kleinen Sohn und ich finde: natürlich müssen Kinder lernen, zu teilen. Wenn man z.B. ein Stück Kuchen hat und beide sollen etwas bekommen (also jetzt innerhalb der Familie - ich bringe meinem Sohn auch nicht bei, er soll sein Essen im Kindergarten mit anderen Teilen oder anderen Quatsch à la Regenbogenfisch), dann gibt es ja bekanntlich das Prinzip: der eine teilt, der andere wählt. Dieses zu begreifen, ist essentiell, um (nach weiterer geistiger Entwicklung) später in Verhandlungen sich in den anderen hineinversetzen zu können. Dieses Hineinversetzen in den Verhandlungspartner wird wiederum benötigt, um dessen Verhandlungsposition einschätzen zu können, was wiederum wichtig ist, um selbst ein optimales Verhandlungsergebnis zu erzielen.

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  6. Den Denkfehler machen viele, auch mit sehr wenig Geld kann man Krisenvorsorge betreiben, zumindest für einen Zeitraum von sagen wir mal drei bis sechs Monaten. Handwerkliches Geschick und das ausnutzen ökonomischer Gelegenheiten wie Angebote, Tauschhandel, Gebrauchtwaren machen es möglich. Natürlich gehört auch Disziplin und umsichtiges Wirtschaften (nichts sinnlos Vergeudend) dazu. Die meisten Menschen in dieser Überflussgesellschaft, besonders die Jüngeren, haben das allerdings verlernt...

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  7. Teilen macht immer Sinn, aber nur mit Menschen, die Würde haben.

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