Freitag, 17. Oktober 2014

Kollektivierung von Ressourcen in Krisenzeiten II

Die Kollektivierung in Gemeinschaften und Gemeinden in Krisenzeiten



Für den Menschen, der länger ein nomadischer Jäger gewesen ist als in einer urbanisierten Zivilisation zu leben, ist der Staat und damit die Kollektivierung von Ressourcen ein Überlebensmechanismus, der sich nach Situation ändern kann.


In einem nomadischen Stamm der Steinzeit war alles kollektiviert, denn nur so konnte garantiert werden, dass möglichst viele Mitglieder des Stammes durch den nächsten Winter kommen und somit die Gemeinschaft weiter besteht. Manche sprechen bei diesen egalitären Strukturen auch vom Steinzeitkommunismus.

In Krisenzeiten wird, sobald der Mangel sich spürbar macht, eine Gemeinschaft vermutlich wieder auf dieses Existenzlevel zurückfallen und zu einer kollektivistischen Stammesgesellschaft in einer feindlichen Umgebung werden. Ich rede hier von Gemeinschaften in der Größenordnung eines Dorfes, einer Kleinstadt und Dinge, die über den Freundes- und Familienkreis hinausgehen.

In dem fiktiven Roman "One Second after", in dem ein EMP die USA trifft und so quasi die Apokalypse auslöst, wird recht gut beschrieben, wie eine Kleinstadt sich in einer Krise organisiert. Als erstes geht die Kollektivierung der fahrbereiten Fahrzeuge los, da die Ordnungsorgane der Stadtverwaltung auf Mobilität angewiesen sind um handlungsfähig zu bleiben. Ältere Fahrzeugmodelle, deren Motoren noch nicht auf Elektronik angewiesen waren um zu funktionieren, müssen der Stadt übergeben werden. Später geht man dann dazu über nur Lebensmittelrationen zu verteilen, wenn vorher das Haus durchsucht wurde um sicher zu gehen, dass diejenigen, welche Lebensmittelrationen empfangen nicht etwa Vorräte zurückhalten. Dies sind die improvisierten Maßnahmen einer Kleinstadtverwaltung, wobei die Kollektivierung in Krisenzeiten in den USA durch den National Production Act von 1950 geregelt wird.

In Deutschland werden Kollektivierungen im Krisenfall durch das Bundesleistungsgesetz geregelt, welches ich gar nicht oft genug hier erwähnen kann. Alles was der Prepper jetzt noch ansammelt, von legal registrierten Sportwaffen, angemeldeten Geländefahrzeugen, lizensierten Amateurfunkanlagen, Stromgeneratoren bis hin zu Treibstoff und Zelte, kann von der Regierung eingezogen werden. Auch Wohnraum kann zur Unterbringung von Flüchtlingen angefordert werden.


Was bedeutet das für den Survivalisten?

Das bedeutet für den Survivalisten, dass er besser die Schnauze hält über das, was er so treibt. Auch wenn die Regierung zu Beginn einer Krise, ich persönlich gehe von einem Krieg aus, nur die Großhändler, Konzerne und deren Warenlager einkassieren wird, so wird sie eher früher als später bei den normalen Bürgern angelangen. Wenn der Survivalist also nicht verhindern konnte, dass seine Aktivitäten bemerkt werden und er in den Augen der Regierung kein Habenichts ist bei dem es nichts zu holen gibt, ergeben sich für ihn drei Möglichkeiten:

1. Er übergibt seinen Besitz an die Autoritäten und übergibt damit auch sein persönliches Schicksal an eine Gemeinschaft, die es bisher nicht verhindern konnte, dass es zu einer Krise kommt.
2. Er übergibt das absolute Minimum und riskiert dabei überführt, entdeckt und bestraft zu werden. 
3. Er leistet dagegen Widerstand.

Widerstand zu leisten isoliert ihn von der Gemeinschaft, welche ihn in Zeiten der Not als einen Volksschädling und Verräter hassen und verachten wird. Diese Entscheidung wird, je nach Ausgang, Hass über Generationen nach sich ziehen.

Folgende Arten von Widerstand ergeben sich.:

1. Er widersetzt sich den Ordnungsorganen in der Defensive.
2. Er bekämpft die Gemeinschaft in der Offensive.
3. Er versteckt alle Güter und taucht unter.
4. Er zerstört alle geforderten Güter.

Das widersetzen gegen Ordnungsorgane, die bereits auf der Türschwelle stehen ist ein hoffnungsloses Unterfangen und wird wahrscheinlich in Inhaftierung, Zwangsarbeit oder Tod enden.

Das bekämpfen der Gemeinschaft kommt wahnsinniger Raserei gleich, ist aber aus philosophischer Sicht von Individualismus und Freiheit absolut logisch. Es geht hier darum der Gemeinschaft klar zu machen, dass der Preis den sie zahlen muss den Gewinn nicht wert ist. Dies kann funktionieren, wenn die gesamte Gemeinschaft begreift, dass sie ein Ziel ist und jeder die Konsequenzen spüren kann. Willkürliche Vergeltungsakte wie das vergiften von Nutztieren, Wasser- und Nahrungsquellen, willkürliches Auslegen von Fallen und Booby Traps an Straßen und Wegen, die Sabotage verbliebener Infrastruktur wären die Konsequenzen. In dem Buch "One Second after" sieht die Stadtverwaltung ausdrücklich davon ab in der ländlichen Gegend Eigentum zu beschlagnahmen, da dort die verrückten Survivalisten leben, die in dieser Handlung nur die Tyrannei einer ausartenden Regierung sehen würden und es mit Freude zum Anlass nehmen würden, diese zu bekämpfen. Der Preis wäre den Gewinn nicht wert. Gerade in Krisenzeiten wie einem Krieg kann sich eine Regierung keine heiße Heimatfront leisten.

Das Untertauchen, das Verstecken des eigenen Besitzes und sich selbst, ist ein verzweifelter Akt und kommt fast dem gleich, überhaupt keine Vorkehrungen getroffen zu haben.


Konsequenzen von Kollektivierung
Die Kollektivierung von Ressourcen führt quasi immer zu einem Ende der individuellen Freiheit und reduziert jeden einzelnen auf eine Funktion als Teil des gemeinschaftlichen Fortbestehens, auf einen Teil des Borg Bewusstseins.

Wer kollektivierte Ressourcen nutzen will, Ressourcen die er nicht selbst erwirtschaftet hat, der wird immer gesagt bekommen, wie er dies zu tun hat. Bspw. machen Drogenverbote und Vorschriften darüber wie man sich zu ernähren hat nur Sinn, wenn die Medizin kollektiviert ist. Eine Gemeinschaft, die zu ihrem Fortbestehen Ressourcen kollektiviert, kann nicht erlauben, dass einige mehr von diesen Ressourcen erhalten als es absolut notwendig ist. Riskiert jemand seine Gesundheit und muss dadurch mehr Ressourcen erhalten, riskiert er die Gemeinschaft. Das kollektivistische Borg Bewusstsein kann von einer Person nehmen und einer anderen Person geben, wobei es somit Kontrolle über beide erhält.



Siehe auch:
Kollektivierung von Ressourcen in Krisenzeiten


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