Donnerstag, 2. Oktober 2014

Waffen im Kontext

Alle Waffen die jemals gebaut wurden, wurden in einem Kontext entwickelt. Vergleichen wir mal zwei bekannte Waffen und beleuchten das erbittertste Duell unter Waffenliebhabern: Die AK47 und das M16.




Awtomat Kalaschnikowa

Die Kalaschnikow ist als Waffe für die russische Armee und die ähnlicher Systeme gebaut worden, in denen Menschenleben nicht viel Wert hat. Die Waffe ist zudem sehr simpel konstruiert, da die durchschnittliche Bevölkerung der Sowjetunion nicht sonderlich clever war oder ist. Der russische Staat hat auch kein Interesse daran etwas zu ändern.


Wie erfolgreich die Waffe wurde, das muss man hier nicht erwähnen. Das Ding wurde in der Sowjetunion nie lizenziert und so hat jeder damit angefangen es nachzubauen. Je nach Fertigungsland gibt es minimale Unterschiede unter den Kalaschnikows. Ihre 7.62x39 Munition fliegt mit 730 Metern pro Sekunde im Vergleich zu moderneren Geschossen etwas langsamer. Die sowjetische Militärdoktrin war so gedacht, dass die Soldaten in Massen möglichst nah an den Feind heran gebracht werden, wo sie die Vorteile dieser Waffe mit hoher Magazinkapazität ausspielen können.



ArmaLite AR-15
Das AR-15 bzw. M16 ist als Armeewaffe entwickelt worden. Man kam zu der Schlussfolgerung, dass in modernen Kriegen eine hohe Magazinkapazität und Feuergeschwindigkeit wichtiger ist, als Präzision. Ironischerweise gab es für die M-16 Gewehre zuerst nur 20 Schuss Magazine, wie sie auch für andere Waffen des Westens wie das G3 oder FN FAL üblich waren. Das M16A1 konnte nur wechseln zwischen Einzel- und Dauerfeuer, was in der Hitze des Gefechts auch oft dafür sorgte, dass Soldaten einfach nur Magazine leer schossen. Die Army ging im Vietnamkrieg von ungefähr 3000 Schuss pro getöteten Feind aus und modifizierte das Gewehr daraufhin so, dass es nun statt Dauerfeuer nur Feuerstöße von drei Schuss gab.

Die Taktik hinter dieser Waffe ist, ähnlich wie bei anderen westlichen Waffen, dass das kleinere 5.56 Geschoss schneller fliegen würde und auf größere Entfernung treffen würde, als die Waffe des Feindes.


Sieht man heute Bilder von M16A4 Gewehren bei den US Streitkräften, so haben alle irgendwelche Zieloptiken darauf. Sogar Maschinengewehre haben mittlerweile Optiken. Es geht darum den Feind in der Entfernung auszuschalten, bevor dieser zu nahe kommen kann um die taktischen Vorteile seiner AK-47 anzuwenden. Der Westen setzt den Leben seiner Soldaten mehr Wert bei als der Osten, was sich in den Unterschieden von militärischen Taktiken widerspiegelt.


Die AK-74
Die Sowjetunion hatte nach dem Vietnamkrieg und den Erfahrungen die man dort im Duell der AK47 gegen das M16 gemacht hatte das AK74 entwickelt. Es verwendet die leichtere, kleinere und schnellere 5.45x39mm Munition. Die Magazine wurden bereits standardmäßig aus Bakelit Kunststoff gefertigt, womit sie auch wieder leichter waren als aus Metal.

Der Mündungsfeuerdämpfer der AK74. Er haut das Mündungsfeuer zu den Seiten raus, was es von vorne leicht erkennbar macht.

Wieder entschied sich das Militär für einen Vorteil den Soldaten zu riskieren. Er kann schneller und stabiler schießen, kann dafür aber eher gesehen werden.

Nur mal ein paar Aspekte die irgendwie jeder zu vergessen scheint, wenn er die AK mit einem M16 vergleichen will. Diese Waffen sind so nicht miteinander vergleichbar, da sie für unterschiedliche Taktiken gemacht wurden.



Was bedeutet das alles für den Survivalist?
Wenn es darum geht eine Waffe auszuwählen, so ist man in Deutschland legal ziemlich eingeschränkt. Sportschützen haben es generell schwerer, sind an ihre Disziplinen gebunden und juristisch in der schwächeren Position als die Jäger. Jäger haben da etwas mehr Spielraum und ihre Waffen unterliegen im Krisenfall nicht dem Bundesleistungsgesetz. Die Frage ist hier allerdings, ob nicht schon vor dem Ausbruch einer Krise oder dem Niedergang in Zeitlupe der Bevölkerung die letzten paar Zähne und Krallen gezogen werden. In einem solchen Fall müssten Jäger ihre Jagdwaffen vor jeder Jagd auf der Polizeistation abholen, wie in der DDR.

In welchem Szenario will der Survivalist eine Waffe einsetzen? Rechnet er damit in einer Gruppe agieren zu können? Mit welchen Entfernungen rechnet er?
In Deutschland kostet ein ziviles G3 neu vom Händler um die 1900 Euro. Zivile M4 Kopien von Sig Sauer und anderen Herstellern rangieren so zwischen 1000 und 1500 Euro. Selbst die billigsten rumänischen Kalaschnikows kosten um die 600 Euro. Und die Dinger von Cugir sind wirklich so billig gemacht, billiger gehts nicht mehr. Das einzige was ich jemals gesehen habe das billiger verarbeitet ist waren chinesische Type-56.
Viele AK74 Kopien, wie von Molot oder Arsenal, sind in Deutschland zudem auf 5.56 bzw. .223 Munition gerüstet. Kleinere Kaliber fliegen schneller, haben allerdings keine so hohe Durchschlagskraft. Dies führt auch dazu, dass Treffer nicht unbedingt gleich tödlich sind. Wer also eine Waffe für eine Post Collapse Situation auswählen will, der muss Bewertungskritierien finden, die sich an solchen Situationen orientieren.



Siehe auch:
Waffen
Die Unterschätzung und die Verfügbarkeit alter Schusswaffen



Kommentare:

  1. Guter Artikel! Danke für die Mühe, ist sogar für einen Laien gut verständlich.
    Mach weiter so!

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  2. Sorry, aber so vereinfacht, gekürzt und aus dem Kontext gerissen kann ich das jetzt nicht stehen lassen:
    Die AK47 wurde in den Jahren 1945/46 als direkte Antwort auf Erfahrungen der Russen mit dem Sturmgewehr 44 der Wehrmacht entwickelt. Die Waffe war zu diesem Zeitpunkt mit das Beste, was es gab. Heute schlägt sie immer noch 2/3 aller anderen Waffen um Längen! Die AK-Konstruktion ist übrigens bewusst nicht auf Präzision ausgelegt sondern auf Funktionssicherheit; man muss bei russischen Waffen immer die Geographie das riesigen Landes mitbetrachten, hier gibt es Regionen mit -50°C und meterhohem Schnee genauso wie Sandwüsten mit +60°C und Feinstaub der jedes Präzisionsgerät innerhalb kürzester Zeit unbrauchbar macht. Und einfache Bedienbarkeit ist übrigens nicht nur eine Forderung im Russischen Pflichtenheft. Die Patrone 7.62 x 39mm ist eine auf russische Verhältnisse und Gegebenheiten angepasste 7.92 x 33mm Kurz. Was sie bis heute zur zweitbesten Kurzlauf-STGW-Patrone der Welt macht. Das Ziel dieser Entwicklung war es, eine Patrone zu schaffen, welche effektiv bis 300m gegen Mannziele eingesetzt werden kann, aber weniger Rückstoss und Gewicht als eine fullsize Patrone (z.B. 7.92 x57mm oder 7.62 x 54mmR) hat.
    Das AR15/M16 ist eine verkleinerte Version des AR10, diese Waffe wurde 1957 von E. Stoner bei Armalite entwickelt. Wie sich sowohl in Vietnam als auch in Afghanistan rausstellte ist die Funktionszuverlässigkeit in Verbindung mit feinem Schlamm aber auch Staub nicht gewährleistete, hauptsächlich wegen des Gasabnahmesystems. Auch hier wurde von einer fullsize Patrone (7.62 x 51 NATO) auf eine kleinere Patrone umgeschwenkt. Die 5.56 x 45 NATO war übrigens nicht die erste Wahl, sondern die .280 British, aufgrund von Lobbyarbeiten bestimmter Länder entschied "man" sich aber trotzdem für die 5.56mm und dies nicht wegen der Präzision.
    Was den präzisen Schuss auf weitere Distanzen angeht: Die US-Army führt eine Statistik, welche klar belegt, dass bis zum heutigen Tag (alle DMR, Sniper, etc. pp. Erfahrungen in Pakistan und Afghanistan mit eingerechnet) 98% aller Feuergefechte auf Distanzen kleiner 100 Yards (91m) stattfinden. D.h. das Präzisionsargument ist für den Arsch und wird höchstens von Marketingabteilungen für die Sportschützenfraktion verwendet. Ausserdem gilt: Obwohl ich mit meiner 5.56 x 45 NATO bis auf 600m Mannziele bekämpfen kann ist die Wirkung im Ziel zu gering. Aus diesem Grund rüsten alle DMRs grad auf grössere Kaliber (7.62NATO, 6.8 SPC etc.) um.
    Das heisst für mich: In einer Extremsituation geht Funktion vor Präzision, daher sind AK-Syteme zu bevorzugen. Zumal mir meine Freunde von der Polizei immer wieder bestätigen, dass das die im Untergrund am häufigsten anzutreffenden Waffen sind.
    Wenn ich mir keine illegale Waffe kaufen kann oder will, dann muss ich schauen, für welche Systeme ich nach dem Zusammenbruch noch Munition und Magazine bekommen kann.
    Ich bin öfters zum schiessen in Deutschland und sehe hier bei den Meisten Jägern und Schützen AR15 Clone im Kaliber .223 Rem. / 5.56 NATO (nicht exakt das gleiche, ich weiss!) Einsatz, d.h. ich würde mir in Deutschland eines dieser Systeme kaufen.
    Ich selber lebe aber in der Schweiz. Hier ist das STGW 57 in 7.5 x55mm und das STGW90 in GP90 (5.56 Nato) weit verbreitet im Einsatz, d.h. ich habe diese Waffen im Schrank stehen, zumal mich die Arme auch noch mit günstiger Munition versorgt....
    So das mal als Ergänzung.

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    1. Natürlich hab ich das vereinfacht und verkürzt. Das ist ja kein direkter Vergleich zwischen den Waffen, sondern es geht um den Kontext indem Waffen verglichen werden müssen.
      Ich würde übrigens weder eine AK noch eine ArmaLite nehmen, sondern ein G3 mit Zieloptik in .308.

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    2. Die Geschmäcker und Ansprüche sind halt verschieden:
      ZITAT: „Die Peschmerga haben über das deutsche G3 Gewehr gelacht.“ Sie besäßen bereits Kalaschnikows vom Typ AK-47. Die deutschen Waffen seien schlechter und schwerer.
      http://www.focus.de/panorama/videos/linken-politiker-van-aken-die-peschmerga-lachen-ueber-unsere-gewehre_id_4169023.html
      Ja, Dankbarkeit sieht anders aus. Wahrscheinlich werden sie das Zeug deshalb auch weiterverkaufen - natürlich ganz legal---...Was'n Dreck!

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  3. Gibt es Gründe für das G3?
    Weit verbreitet ist es ja auch nicht.
    Und die derzeit vertickten Nato-Arsenal Garand M1 sind billiger und sehen noch nach Jagdwaffe aus.
    Zudem haben die Garand eine gute Visiereinrichtung und einen excellenten Abzug.

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    1. Da zählt einfach die Verfügbarkeit von Magazinen und Ersatzteilen. Mit nem Garand auf die Jagd? Nur weil das Ding nen Holzschaft hat, hat der Prügel trotzdem weder optisch noch vom Gewicht her was mit einem Jagdgewehr gemeinsam.
      Mit einer offenen Visierung schiesst da auch höchstens noch der Hunde-/Nachsucheführer. Geil sind die trotzdem, klar.

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    2. Derzeit sind mehr italienische und dänische Garand M1 auf dem Markt ( 308 Win)
      als G3.
      Das liegt vermutlich an dem DMR Bedarf in Afghanistan.
      Als Jagdwaffe geht sie durch.
      Eisenvisiere sind ohnehin ein Muss, aber das G3 Visier ist auch ok. Reinigung ist beim Garand eindeutig einfacher als beim G3 Rollenverschluss.
      Optiken werden noch behandelt?

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    3. Wie soll sich der DMR Bedarf in Afghanistan schon auf den Zivilwaffenmarkt auswirken? Die Bundeswehr bestellte extra neue G3 Gewehre zum völlig überteuerten Preis.
      Ich denke das wird schon die hohe Nachfrage im Zivilmarkt sein, denn das Ding ist auch einfach der Hammer.
      Vor ein paar Jahren haben die Reservistenvereine hier sehr billig Waffen verkauft. Vielleicht findet man hier noch billig G3 Versionen. Ansonsten muss der Prepper halt mal ein bisschen sparen.

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    4. Die Mitglieder der Einheit, die ich hier in der Nähe kenne erzählten mir, dass als Sofortmassnahme in ihrer Einheit zwei G3 pro Schützengruppe ohne jegliche Optik eingesetzt wurden, nachdem sie von den Afghanen aus der Distanz mit alten Enfields festgenagelt wurden.

      Die G3 DMR Versionen kamen dann nach und nach.
      Aber der beginnende Abverkauf mit Umrüstung auf Zivilversionen wurde gestoppt.

      Die DMR Umrüstung war überteuert,
      Von G3 Neuproduktionen weiss ich nichts.

      Auch heute gibts fast nur MKE Clone aus der Türkei für den Zivilmarkt.

      Interessant übrigens, wie die Australier auf das Problem reagiert haben, Die haben einfach ein paar 20" Läufe für ihre AUG`s mit in die Einsätze genommen und gut wars auch mit 223 Rem.

      Leider sind die AUG Z3 Zivilversionen in Deutschland und Österreich von genau dieser sinnvollen Option "befreit" worden.

      Ansonsten wär das genau die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Sturmgewehr die mir vorschwebt.

      Leider haben die Österreicher eine Menge Gehirnschmalz investiert, um die zivilen Versionen gegen missbräuchlichen Umbau auf derzeit ganz doll verbotene Vollautomatikwaffen zu verhindern.

      Bei AK und AR gibt es für den SHTF Fall endlos endsprechende simple Anleitungen im Internet.

      Wer das jetzt schon tut oder eine Russen AK im Keller liegen hat,sollte sich allerdings nicht erwischen lassen, Haft ist zwingend bei Verstössen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und legale Waffen ist man auch sofort los.

      Lohnt sich aber zu wissen, wie das geht.

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    5. Full auto wird überbewertet, kein genaues zielen und somit Munitionsverschwendung, höchstens für den Nahkampf zu gebrauchen. -JJ-

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    6. Seit der Sperrung des Magazinschachtes bei den ersten Lee Enfield Karabinern um zu schnelle Schussfolgen zu verhindern ist dies exakt die Argumentation, die unzähligen Soldaten bis hin zum Vietnamkrieg das Leben gekostet hat.
      Was meinst Du wohl, warum selbst in den USA (nach den Erfahrungen mit den Banden und Mafiaschiessereien der Prohibitionszeit (Tommy Gun) vollautomatische Waffen so strikt verboten sind?
      Maschinengewehrsalven mit kurzen Feuerstössen erreichen eine absolut tödliche Dichte im Ziel oder halten zumindest den Gegner in seiner Deckung.
      In meiner Bundeswehrzeit war ich einmal im Graben auf der MG-Schiessbahn.als Zielmarkierer eingesetzt. Seitdem weiss ich, was die Amis am MG42 so gefürchtet haben...
      Off Topic:
      Mit Gatlings oder gar Metal Storm Waffen kann man sich sogar durch leichte Panzerungen hämmern, weil eine Kugel nach der anderen an der selben Stelle auftrifft.

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    7. "In den USA verboten" stimmt so überhaupt nicht. Jeder Bundesstaat hat ein eigenes WG, das geht von superstrikt(New York, Kalifornien) über sehr locker(Texas) bis nicht vorhanden(in Vermont kann man ALLES kaufen).
      Dauerfeuer bringt aus Sturmgewehren nichts, außer das es den Schützen beruhigt. Bei MG ist das eine andere Geschichte, aber um diese geht es hier nicht.

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    8. Stimmt, jedoch es geht hier nicht um den Militärischen Einsatz sondern um das post-collapse Szenario, da sind die Gegebenheiten nun mal ganz anders und jede Patrone ist Wertvoll, es ist also viel wichtiger sein Ziel mit wenig Munition zu erreichen, man kann auch mit halbautomatischen Waffen schnell schießen und dabei ist man immer kontrollierter als full auto, doch das muss man üben und genau dazu ist jetzt noch Zeit. -JJ-

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  4. Für die, die schon mal Waffen zerlegen und zusammenbauen am Handy üben wollen und gleichzeitig etwas über die Funktion wissen möchte, hier mal ein nettes Spiel:
    http://www.all4shooters.com/de/News/Kultur/simulationsspiel-world-of-guns-disassembly-computer-mobil/

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  5. "Der Mündungsfeuerdämpfer der AK74. Er haut das Mündungsfeuer zu den Seiten raus, was es von vorne leicht erkennbar macht."

    Wie das Ding funktioniert, ist mir ein Rätsel.
    Für einen Kompensator müsste der Dämpfer links unten geschlossen sein.

    Für alle, der "halbierte Lauf" der alten AK 47 hatte diese Kompensator-Funktion um ein Auswandern der Waffe per Gegendruck der Treibgase nach rechts oben zu verhindern.

    Bei meiner bulgarischen Arsenal AK 47 ist das kombiniert mit einem klassischen Mündungsfeuerdämpfer.

    Und das funktioniert einfach gut.

    Eigentlich ist sowas kein grosses konstruktives Ding.
    Irgendwas müssen sich die Russen dabei gedacht haben aber was nur?

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  6. Sicher kennt sich hier jemand im Bereich "Sportschützen" aus. Bin zwar aktiver Jäger, aber ich kann max. zwei Kurzwaffen kaufen (die Dinger haben es mir irgendwie angetan..). Ist das bei Sportschützen anders? Wenn ja, wie groß ist der Aufwand in Euro bzw. Zeit? Hab schon mal gehört, dass man die Waffen nicht mit nach Hause nehmen darf? Stimmt das?

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    1. Das unterliegt in beiden Fällen dem "Bedürfnisprinzip". Als Jäger "brauchst" Du zB einen großkalibrigen Fangschussrevolver und eine KK-Pistole für die Fallenjagd.
      Wenn Du ein darüber hinaus gehendes Bedürfnis darstellen kannst kannst Du auch weitere Kurzwaffen erwerben.
      Als Sportschütze musst Du Dir halt eine entsprechende Schiesssportliche Disziplin aussuchen und diese ausüben. Sachkundigkeit hast Du als Jäger schon bewiesen, also kommen halt die Aufnahme- und Mitgliedsgebühren im Schützenverein (einige hundert Euro im Jahr) und der Zeitaufwand für regelmäßigen Standbesuch und Vereinsarbeiten dazu.
      Das mit der Lagerung im Vereinsheim wird der nächste Schritt zur Entwaffnung werden, das dürfte bei Jagdwaffen noch länger dauern bzw nicht umsetzbar sein.
      Jagdwaffen sind auch, im Gegensatz zu Sportwaffen, nicht von der Konfiszierbarkeit nach Bundesleistungsgesetz betroffen.

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    2. Du kannst die ganze Kurzwaffengeschichte auch noch etwas aufbohren indem Du verschiedene Upper etwa für die Glock 17 kaufst, was durchaus sinvoll ist. Etwa den KK Upper von Uhl.
      Der ermöglicht Dir nicht nur preiswertes Training, sondern durch das UNF Gewinde passen auch die gängigen Luftgewehrdämpfer falls denn mal das Schalldämpferverbot fällt.
      Und wenn Du dann noch mal irgendwann nach Österreich auswanderst, wirst Du feststellen, dass man dort ohne Probleme Glock Lower (Unterteile) unregistriert kaufen kann.
      Für die 45er Glocks gibt es auch passende 9mm Upper usw.

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  7. Eigentlich ging es mir um folgendes: Ich habe eine Walther P99 Gen1. und wollte jetzt die neue P99 Gen3 kaufen. Die hat vorne eine Halterschiene, die für die Triarii von Hera Arms notwendig ist. Wird mir wohl nichts anderes übrigbleiben, als die alte gegen eine neue einzutauschen.
    Aber mich kotzt einfach diese Nannystaatscheiße an, für jeden Scheiß muß eine eigene Regel, ein Gesetz oder sonstwas her. Ich habe ein einwandfreies Führungszeugnis, habe schon eine P99 und kann keine 3te Waffe kaufen? Warum?
    Nur weil es Arschlöcher gibt, die andere Arschlöcher umbringen, die immer illegal mit dem Zeug unterwegs sind?

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    1. Ok, bei der P99 kenne ich mich nicht so aus, aber wenn Du ein Cover verwendest ist es immer sinnvoll einen längeren Lauf zu installieren.
      Ansonsten hast Du eine Menge Sauerei durch Pulverschmauch im Gehäuse.
      Bei Glock gibt es die IGB Läufe mit abgestimmten Federn und die sogar mit Laufgewinde.

      Repetieren ist ansonsten kein Problem, weil das höhere Laufgewicht durch den erhöhten Gasdruck kompensiert wird.

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  8. Waffenauswahl für harte Zeiten.
    Ich werde ähnlich wie bei Energie immer wenn ich mich langweile hier mal meine Weisheiten veröffentlichen, nach welchen Kriterien meine Waffen ausgewählt wurden.

    Vorab der Disclaimer: Ja, kann nicht jeder so auf die Sahne hauen und Hartz4 Lösungen sind das in meinem Fall nicht, aber das ist wie bei Frauen:

    Das Leben ist zu kurz für billige und hässliche Lösungen.

    Also fangen wir mal an mit den Basics:
    1 . Sportschütze geht, aber Jäger ist um Klassen besser. Unbegrenzte Langwaffen, bessere Lobby, bessere Praxis. Nur Papier zu lochen ist im Vergleich zu Jagd Käse.
    Also Jagdausbildung. Bei uns 1000€ und die faulen und dämlichen Wichtigtuer werden
    Schon mal gnadenlos rausgefiltert.
    Nachteil: Zumindest hier wird bei der Ausbildung an Pistole und Revolver gerade mal gezeigt, wo vorne ist. Für Fangschüsse auf wehrlose Bambis reicht das, aber ansonsten sollte man sich danach schon mal um Weiterbildung und um einen Schießstand bemühen, bei dem man sinnvoll trainieren kann. Gar nicht so einfach in Schland.

    Empfehlungen kann ich zwar geben, aber da es in Schland imho nur 2 gute Schulen gibt wär das zu spezielle Schleichwerbung.

    Vorsicht bei teuren Jagdschulen. Die Ausbildung ist nicht trivial und 2 Wochen Crashkurs
    ist Pfusch. Ende der Durchsage!

    Besser man orientiert sich am lokalen Jagdverband. Dort bekommt man auch die wichtigsten Kontakte für die Zeit nach dem Jagdkurs. Etwa Mentoren bei denen man die erste Zeit mitlaufen kann.

    Im nächsten Schritt klären wir die Munitionsfragen.

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  9. Teilchen für die Teilchenbeschleuniger.

    Welch Munition ist sinnvoll. Die Regel hierfür ist wie bei der anderen Materialauswahl schlicht und lautet:

    Erstmal schauen, was die Armee macht.

    Der Grund ist ebenfalls einfach. Kein ziviles Projekt kann soviel Testressourcen aufbieten, wie eine Armee und Armeestandards garantieren den längsten Zugang zu Ersatzteilen oder eben Munition.
    Als Faustregel kann gelten. dass eingeführte standardisierte Armeemunition der grossen Blöcke mindestens 100 Jahre auf den Markt zu finden sind.

    Also wird es sowas auch in Mangelzeiten geben.

    Zwei Ausnahmen gibt es und die sind nun ausgerechnet die für Postcollapse wichtigsten Munitionssorten nämlich 4,5 mm Luftgewehr Diabolo und 22 lfB Kleinkalibermunition.

    Fangen wir unten an. Luftgewehr. 4,5 mm Diabolo. legal sind 7,5 Joule und V0 170 m/sec.
    Billiges Zeug zum Üben und auf 25 m effektiv für Schädlingsbekämpfung und Viehzeug bis Ratten/Katzengrösse.

    In einer längst verwehten Zeit Anfang der 60er war es Aufgabe von Jungs mit Luftgewehren Ratten zu bekämpfen. Kaum zu glauben, aber es war kein unübliches Bild, dass wir mit unseren Kumpels und geschulterten Gewehren (Zielfernrohre waren Statussymbol!)) durchs Dorf zogen und dann an den Hotspots die Viecher jagten.

    Wir haben dabei alles fürs Schiessen gelernt. Ballistik, Haltepunkte, Einschiessen. Und wir wurden von den Erwachsenen mächtig gelobt, wenn wir mit einem Bündel Rattenschwänze nach hause gingen. 10 Pfennige für einen Rattenschwanz gabs beim Förster.

    Kein Problem, sich ein paar 10000er Boxen an Jagd- oder Übungskugeln hinzulegen, oder eine "Exportfeder", die die Leistung über die 7,5 Joule hebt, falls das nicht mehr verboten sein sollte.

    Fazit: Postcollapse kommt das mit ziemlicher Sicherheit wieder, dass der Nachwucks sich mit diesen Waffen bei der Schädlingsbekämpfung nützlich macht und dabei fast spielerisch den Umgang mit Waffen lernt, und das ist gut so.

    Mein Luftgewehr ist eine Remington Gold (ca250€ mit ZF und Schalldämpfer), weil die eine ähnliche Form wie die grossen Jagdwaffen hat und auch eine Schiebesicherung am Pistolengriff.
    Wichtig ist das UNF Gewinde am Lauf, das die bei Luftgewehren erlaubten aber dort imho reichlich sinnlosen F Schalldämpfer aufnehmen kann, aber dazu später.

    Interessant vielleicht noch die Form der Diabolos mit dem hohlen Kegel hinten. Man kann daran sehr schön das revolutionäre Miné Geschoss erklären.

    Durch den Luftdruck wird der Kegel leicht aufgeweitet, presst sich hinten an die Laufwand und nutzt dadurch die Energie voll aus. Gleichzeitig wird durch die Züge und Felder des Laufes das Projektil in einen Drall versetzt und damit im Flug stabilisiert.
    Jedes Geschoss hat diesen Hohlkegel, wenn auch nicht so ausgeprgt, wie die Diabolos.

    Im Krimkrieg 1853-1856 führten die Miné Geschosse der westlichen Truppen mit einer tödlichen Reichweite bis 800m zu einer entscheidenden Überlegenheit über die russischen Truppen mit ihren Musketen mit Rundkugeln, die vielleicht bis 70m tödlich waren und zudem unpräzise.

    Die nächste Stufe sind die 22lfB Munitionssorten

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