Montag, 1. Dezember 2014

Fremde Heere

Was man über fremde Heere und potentielle Feinde wissen sollte



Wie ich bereits mehrmals erläutert habe rechne ich damit, dass für die Survivalszene in Deutschland der Ernstfall durch einen russischen Angriff auf Europa stattfinden wird, nicht durch irgendwelche Naturkatastrophen oder einen Finanzcrash.
Es macht daher absolut Sinn sich mit der Taktik, dem Aufbau und der Ausrüstung russischer Verbände zu befassen, bevor diese im Land stehen. Der aktive Widerstand sollte als Selbstverständlichkeit gelten und dabei ist es egal ob das Motiv Patriotismus ist, Hass gegen Kommunisten oder einfach nur die Erregung dabei die bösen Jungs zu massakrieren. Wer soll es sonst auch machen? Die Bundeswehr? Pfff. Die Fallschirmjäger bestehen zu einem Großteil aus Russen die jetzt schon überlaufen. Das ist schon eher ein Teil der fünften Kolonne und keine Armee.


Feindbild bestimmen
“…Russia overcame the inertia of collapse and started reviving its power, while the West, being lulled by sweet day-dreams of the liberal ‘end of history,’ castrated its armed forces to the point, when they could be good [only] for leading colonial wars with weak and technically backward enemies. The balance of forces in Europe has thus changed in Russia’s favor.” 
 - Russia takes complete advantage of castrated armed forces of the West
Pravda 13.11.2014

Im März 1990 sagte Georgi Arbatov, einer der Berater von Michail Gorbatschow, zu US Präsident George Bush, dass man dem Westen etwas furchtbares antun werde, indem man ihm seines Feindbildes beraubt. Dies war offenbar erfolgreich und die NATO Armeen bauen seit 1991 massiv Personal ab und fahren ihren Etat zurück. Gleichzeitig haben die Verbündeten der Komintern in der Sozialdemokratie quasi grünes Licht aus der Bevölkerung selbst erhalten, da der Kommunismus ja angeblich vorbei sei und kommunistische Politik jetzt nur soziale Gerechtigkeit und soziale Wärme bedeutet. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

http://www.spiritoftruth.org/newlies4old.pdf


Strategie des Feindes bestimmen
Die russische Strategie hat ihre Doktrin seit der Sowjetzeit nicht sonderlich verändert. Militärischen Interventionen gehen politische Destabilisierungskampagnen voraus, die nicht wirklich zum Ziel haben selbst zu einem Erfolg zu führen, sondern die lediglich Chaos schaffen sollen um einen Einmarsch in einen gescheiterten Staat zu rechtfertigen. Oft wird dies angeheizt durch sowjetische Agenten auf beiden Seiten des Konflikts. Auf Seiten der Aufständischen haben sie einfach das Ziel das Chaos zu schüren und Terror zu verüben, was die Bevölkerung auf die Seite der Regierung treiben kann. Auf Seiten der Regierung haben sie die Aufgabe durch Grausamkeiten und Sabotage im inneren die Bevölkerung weiter zu spalten. Eines der typischen Beispiele für letzteres ist der nordvietnamesische Agent Phạm Ngọc Thảo, der in der südvietnamesischen Regierung wichtige Funktionen hatte und unter anderem die Regierung diskreditieren sollte durch Dinge wie das unnötige Vorgehen gegen die Buddhisten in Südvietnam. Kennt ihr die Bilder von dem Mönch der sich selbst verbrennt? Ja ganz genau, ist auf dem seinem Mist gewachsen. Full Spectrum Dominance, die Beherrschung aller Konfliktparteien.

Es ist daher auch davon auszugehen, dass vor dem eigentlichen Einmarsch eine Destabilisierungs- kampagne stattfinden wird, die sich die verschiedensten Gesichter geben kann. Eventuell werden es sogar antikommunistische Gruppen sein, die Moskau als Proxy benutzen wird.

Siehe dazu die Reihe Insurgency, welche fortgesetzt wird.


Das russische Militär
Der Großteil des russischen Militärs ist weiterhin sowjetisch geprägt, sowohl von der Ausrüstung her als auch von der Struktur. Um sich davon ein Bild machen zu können kann man die Feldhandbücher  der US Army nachschlagen.

Field Manual 100-2-1 beschäftigt sich mit sowjetischen Operationen und Taktiken, von der Militärdoktrin, über Aufklärung bis elektronische Kriegsführung.
Field Manual 100-2-2 beschäftigt sich mit Spezialoperationen, wie Fallschirmoperationen, Gebirgskampf, für Europa notorische Flussüberquerungen und welches Equipment, Rationen und sowas dafür verwendet wird. Aber auch unkonventionelle Kriegsführung, Destabilisierung und Sabotage. Hierbei sollte vielleicht erwähnt werden, dass die wenigsten Speznas Truppen wirklich diese slawischen, blonden Helden sind wie sie den dummen Jungs in den Patriotischen Jugendanstalten präsentiert werden. Speznas wurden und werden hauptsächlich in den Randrepubliken des sowjetischen Orbit rekrutiert, da man zu Sowjetzeiten bereits darauf bedacht war, sie hauptsächlich dort einzusetzen. Sowohl gegen Insurgenten aus der eigenen Volksgruppe als auch als Agenten um die Rolle dieser Insurgenten in Pseudo-Operationen zu übernehmen.
Field Manual 100-2-3 beschreibt die Organisation und Ausrüstung der Truppen. Es werden der Aufbau sowjetischer Trupp Einheiten erläutert die in Verbindung mit gepanzerten Fahrzeugen operieren, ihr Training, Fahrzeuge, deren Schwachstellen, Infanteriewaffen und so weiter. Dieses Feldhandbuch ist 1991 erschienen und rechnet mit dem technologischen Stand von damals. Genannte Funkgeräte sind veraltet und werden nicht mehr verwendet, auch wenn das für manche Einheiten nicht gilt. Die Army hätte sich zudem selbst einen Gefallen damit tun können Abbildungen der Waffensysteme einfach abzuzeichnen anstelle der schlechten schwarz-weiß Fotos. Über modernere Ausrüstung wie bspw. T-90 MBTs oder GAZ Tigr sollte man sich zusätzlich informieren.

Zudem würde es sich empfehlen die Übersetzung der RAND Corporation von Marshal Sokolovsky's Buch über sowjetische Militärstrategie zu lesen, welches in vielen Dingen Maßgebend für die US Army Manuals war.

Und Nein, ich rechne nicht mit 8000 Panzern durch die Fulda Gap wie irgend so ein Stabs-Trottel.


Feinderkennung
Letztendlich sollte der Widerständler sich mit der Uniformierung, Ausrüstung und Rangabzeichen russischer Soldaten auskennen.

Russische Reguläre verwenden momentan das Ratnik System, so eine Art russisches IDZ. Für reguläre Truppen ist das neue Tarnmuster russisches Digital, auch wenn ältere Muster wie Flora oder VSR noch anzutreffen sind. Keines der Muster enthält Schwarz, die Farbvariation kann aber sehr unterschiedlich ausfallen. Chronisch sind auch die Sturmhauben, denn Maskirovka ist fester Bestandteil der russischen Militärdoktrin. Verbergen, Täuschen, Lügen. Weiter umfasst die Ausrüstung ballistische Helme und Westen, wobei das MOLLE System hier die Ausnahme ist. Meistens wird über der Bodyarmor eine Loadout Weste getragen wie bspw. eine Smersh oder Nerpa. Dies finde ich persönlich praktischer sowohl bei der eigenen Anwendung, als auch um diese Wichser später schneller ausplündern zu können. Nach einem Hinterhalt zählt jede Sekunde und eine Weste mitzunehmen geht schneller als MOLLE Taschen im einzelnen abzuknöpfen oder die ganze verdreckte Bodyarmor, voll mit Blut und Gedärmen und allem was er zum Frühstück hatte.


Russisches Smersh System


Was die irregulären Kräfte angeht, so gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie diese Aussehen könnten. In der Ostukraine hat man an die russisch kontrollierten Kräfte am Anfang hauptsächlich Tarnanzüge im Specter-S Digitaltarnmuster der russischen Firma Spons ausgegeben. Diese Tarnanzüge sind, typisch für das russische Militär, eine dritte Schicht Kleidung und werden über der normalen Kleidung getragen. Von daher ist es hier leichter mit Einheitsgrößen zu arbeiten und so weiter.

Mittlerweile kommen Uniformen und Ausrüstung Lastwagenweise aus Russland.

Laut sowjetischen Archiven die in den Westen gelangt sind soll es überall in Westeuropa versteckte Waffenlager geben, die dazu dienen sollen kommunistische Insurgenten zu bewaffnen um das Gebiet für die sowjetische Armee sturmreif zu machen. Im Einsatzspektrum der NVA Fallschirmjäger war u.a. auch das operieren mit K-Gruppen in Westdeutschland vorgesehen. Ob diese sowjetischen Waffenlager insgeheim beseitigt wurden weis ich nicht, aber ich bezweifle es.

Wie die Kampftruppen der fünften Kolonne hierzulande aussehen werden kann man nur abschätzen, vermutlich werden sie aber eher mit europäischer und eben deutscher Ausrüstung operieren. Die russische Wirtschaft arbeitet zudem extrem ineffektiv und daher ist die Ausrüstung entsprechend teuer. Man sollte auf verschiedene Möglichkeiten vorbereitet sein um später eventuell an Checkpoints vorbeikommen zu können, oder einfach hineinzulaufen und die Wichser dann plötzlich abzuknallen. Sturmhauben werden sie wahrscheinlich eh alle tragen.

Bild: Feinddarstellung eines pro-russischen Separatisten in der Militärsimulation Armed Assault 2, erschienen Mai 2009.



Erwähnen will ich hierbei noch, dass mir in den letzten Monaten einiger russischer Einfluss bei den Kämpfern des IS aufgefallen ist. Die Ausrüstung orientiert sich hier an russischen Modellen, ist entweder original oder lokal kopiert worden. Auch die Taktiken haben sich geändert. Ich vermute es kommt daher, dass Kämpfer aus dem Kaukasus nun zu Kommandeuren und Entscheidungsträgern aufgestiegen sind, die das ganze beeinflussen. Zudem kann man die Hand russischer Dienste nicht ausschließen.



Fortsetzung folgt hier.


Siehe auch:

Achtung Panzer!
Meine wahrscheinlichsten Szenarien
Insurgency


Kommentare:

  1. Also die Erregung beim Niedermachen von den Typen kann ich absolut nachvollziehen.

    In den 70ern hab ich immer gern mit ein paar Kumpels und getunten Luftgewehren die SM70 Selbstschussanlagen an der Russengrenze im Harz hochgejagt.

    Wenn wir damals noch ein paar Copter Drohnen gehabt hätten :D

    Heute halte ich es für derzeit am effizientesten denen und den Sprengmusel die Geldmittel
    zu entziehen.

    Dazu solltest Du nochmal Deine Haltung zu regenerativen Energien überdenken und die Anti Fracking Propaganda als das einordnen, was sie ist...Gazprom Promotion.

    Unter individuellen Survival Gesichtspunkten sollte man ohnehin die Hütte winterfest
    machen.

    Billiges Beispiel:
    1mm Gewächshausfolie mit doppelseitigem Klebeband an den inneren Rahmen der
    Fenster befestigt, sodass sich eine zusätzliche isolierende Luftschicht bildet und schon spart man 10-20% Russengas.

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    1. Ich hab nie gesagt dass ich gegen Fracking bin. Ich hab bereits erwähnt, dass die Grünen damit den Saudis/ISIS und den Russen helfen.

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  2. Das Problem beim Fracking-getriggerten Preissturz ist, dass wieder bei den Sparanstrengungen nachgelassen wird. Und das schafft letztlich Unabhängigkeit.

    Auch Solarkollektoren lohnen sich leider nicht mehr wirklich.
    Selberbauen aber schon.

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  3. Warum genau ist aktiver Widerstand gleich nochmal eine Selbstverständlichkeit?
    Weil einem dabei einer abgeht, ok, wer's mag.
    Und wenn das der einzige Weg ist, das eigene Leben, Hab und Gut, Familie etc. zu schützen muss man ihn auch gehen, ok. Aber vorher sollte man doch eher versuchen, dem Ärger aus dem Weg zu gehen. Andere Gründe das Leben zu riskieren sehe ich ohnehin nicht.
    Letztendlich ist es eine Kosten-Nutzen Rechnung und eine Risikoabwägung.

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    1. Leute werden für "Familie, Hab und Gut" nur so weit gehen bis sie es selbst verlieren können.

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  4. ich bin mir nicht so sicher ob ich mit den Russen wirklich ein Problem haben sollte,

    Auf mich gepisst und geschissen haben immer vorwiegend "westliche" Politiker mit ihrem Dipshit, und ob Russland heutzutage weniger "kapitalistisch" ist als die "Sowjet-EU" das Waage ich dann doch zu bezweifeln.


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    1. Du weißt nichts über Russland. Warum besuchen Leute wie du immer noch diese Seite?

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    2. Der Ursprung des Hasses auf den Westen und insbesondere Amerika liegt in den grossen Auswanderungswellen aus Europa des 18/19 Jahrhunderts.
      Leute, die die Nase voll hatten von Bevormundungen und politisch korrekten Weisheiten der Eliten haben damals ihr Schicksal in die eigene Hand genommen und sind über den grossen Teich in die Freiheit verschwunden.

      Der doofe zurückgebliebene Rest konnte diese narzistische Kränkung nie so richtig verarbeiten und hat sich auf die ewige Suche nach nationaler Grösse und den guten König/Zaren gemacht, der ihre Angelegenheiten für sie ordnet und sie beschützt.


      Nebenbei, die Ostfriesenwitze haben als Hintergrund die Tatsache, dass die Auswanderungshäfen so nahe lagen, dass unternehmungslustige und halbwegs vernünftige Leute nur den Fuss aus der Tür setzen mussten und weg waren sie.
      Deshalb ist die Bevölkerung dort auch was ihre Denkmöglichkeiten betrifft so furchtbar ausgedünnt.

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