Sonntag, 4. Januar 2015

Demografie: Genozid


Ihr sollt euch nicht durch all das verunreinigen; denn durch all das haben sich die Völker verunreinigt, die ich vor euch von hier vertrieben habe.
Das Land wurde unrein, ich habe an ihm seine Schuld geahndet und das Land hat seine Bewohner ausgespien.
-  Levitikus, Kapitel 18:24-25


Das es in Kriegen unbeteiligte Zivilisten gibt stimmt so nicht. Jeder Mensch der unter dem Einfluß eines der Akteure steht wird zum Ziel eines anderen. Egal ob er in einer Rüstungsfabrik arbeitet, Uniformen näht, durch Steuerzahlungen unterstützt, für Rüstungsarbeiter Essen kocht, ihre Kinder unterrichtet oder dazu heranwächst selbst ein Kämpfer zu werden. Jedes Mitglied eines anderen Stammes erhöht dessen Einfluß, vergrößert dessen Basis aus dem die eigentlichen Kämpfer ihre materielle und moralische Unterstützung beziehen.


Lebanon
Dem Lebanon ist beinahe das wiederfahren, was allen Ländern in der islamischen Welt passiert ist: sie wurden erobert, die Männer getötet, die Frauen versklavt, ihre Namen geändert, ihre Sprache ersetzt und die Überlebenden in die Dhimma gezwungen. Die islamische Welt ist eine riesige Besatzungszone in der arabische Vorherrschaft etabliert wurde.

In Beirut hat sich eine christliche Gemeinde und ihre Attitüde relativ gut gehalten. Beirut war lange die reichste und freiste Stadt im Orient, liberaler selbst als Israel. Hier konnte man in den Küstenstädten viel Geld machen und wenig Steuern zahlen, da der Lebanon eigentlich kaum Regierung besaß die irgendwas kostete. Seitdem der Präsident Bechara El Khoury 1958 aus dem Amt gejagt wurde versuchten die sozialistischen Kräfte des Orient die Krisen des Landes zu nutzen um dort einzudringen.

Jassir Arafat hat nach den Ereignissen in Kuba schnell gemerkt, dass er am ehsten moralische Unterstützung aus dem Westen und materielle Unterstützung aus dem Osten erhält, wenn er sich einen Kampfanzug anzieht und als Befreiungskämpfer der dritten Welt ausgibt. Die Sowjetunion selbst brachte natürlich auch diverse Einflußagenten in diese Länder und bildete von dort stammende Personen aus. Den Palästinenserorganisationen stellte der kommunistische Block Material und Militärberater zur Seite während man im Westen die Geschichte von dem unterdrückten Edelvolk verbreiten ließ, bis jeder Idiot mit einem Kufiya herum lief und vor der Universität was vom Befreiungskampf und Zionismus erzählte.

Diejenigen, die aber eigentlich unter Besatzung damals wie heute litten und leiden, waren die Völker die von den islamischen Reiterhorden aus Arabien erobert wurden. Weil Israel und die Christen im Lebanon der eigentliche Underdog sind muss die Gegenseite einen neuen Underdog schaffen um internationale Sympathie und Unterstützung zu erhalten, also machte man aus dem Westjordanland wieder Palästina und aus den Jordaniern die dort lebten Palästinenser, die von den Juden und ihrem Geld aus Amerika unterdrückt werden.


Völkermord als Selbstverteidigung
Die PLO drang immer mehr in den Lebanon ein, betrachtete ihn als Basis und Hinterland von dem aus Israel angegriffen werden konnte. Nachdem der jordanische König Hussein die "Palästinenser", die in Jordanien gesiedelt hatten, nun auch noch in den Lebanon vertrieb, eskalierte die Situation. Die christlichen Enklaven, immer in einem Belagerungszustand, sahen sich mit einer demografischen Entwicklung konfrontiert, die zu einer islamischen Mehrheit in dem Land führen sollte. Die "Palästinenser" selbst gingen sehr expansionistisch im Lebanon vor, nicht etwa wie in einem Land indem man Gast ist, sondern wie Besatzer. Die Moslems waren arm und hatten viele Kinder, wollten von der Regierung Aushilfe und sahen das Land als Selbstbedienungsladen auf dessen Wohlstand sie ein Anrecht hätten. Der Süden des Landes verfiel in Gesetzlosigkeit, und Massaker bei denen christliche Ortschaften vollständig entvölkert wurden, wie Damour, wurden von der PLO verübt.


Da es im Lebanon keine richtige Armee gab organisierten sich die Christen dann auf eigene Faust in Milizgruppen und den militanten Flügeln ihrer politischen Parteien.

Nachdem die christliche Falange Miliz das Palästinenserlager Tal al-Zaatar aufgelöst und dabei viele Palästinenser getötet hatte verkündete Bachir Gemayel vor westlichen Journalisten, dass sie(die Falangisten) stolz darauf sind, was sie den Journalisten in dem aufgelösten Palästinenserlager zu zeigen haben. Westliche Journalisten waren von dem Anblick in Tal al-Zaatar schockiert. Es lagen Leichen herum und die Falange erteilte Lizenzscheine zum Plündern der Hinterlassenschaften. Gemayel aber war guter Laune. Warum?

Herr, gedenke der Kinder Edom den Tag Jerusalems, die da sagten: "Reiß es nieder, schleif es bis auf den Boden! Oh du verstörte Tochter Bablyons, glücklich soll er sein, der dir vergilt, wie du es uns getan hast! Glücklich soll er sein, der deine jungen Kinder nimmt und sie an den Felsen zerschmettert!
Psalm 137:7-9


Für die Männer der Falange bedeutete jeder getötete Palästinenser einen Freund, ein Familienmitglied, einen der Ihren gerettet zu haben. Jede getötete palästinensische Frau verhinderte die Geburt von sechs weiteren Palästinensern, die für die PLO einmal zur Waffe greifen würden. Mit jedem getöteten Palästinenser hält die Enklave, behalten sie ihre eigene Identität die Fortschritt und Wohlstand gebracht hat, während sie um sich herum, mit dem Rücken zum Meer, umzingelt sind von Armut und Ignoranz.


Im nächten Teil: Genozid als Raubmord.


Siehe auch: 

Die Reihe Demografie
Die Reihe Killologie


Kommentare:

  1. Genozide benötigen immer eine religiöse oder zumindest ideologische Rechtfertigung.
    Dies hier:
    Ihr sollt euch nicht durch all das verunreinigen; denn durch all das haben sich die Völker verunreinigt, die ich vor euch von hier vertrieben habe.
    Das Land wurde unrein, ich habe an ihm seine Schuld geahndet und das Land hat seine Bewohner ausgespien.

    - Levitikus, Kapitel 18:24-25

    leistet das nicht und zwar wegen einer für die Thorah (Altes Testament) charakteristischen Eigenart.
    Bis auf 2 oder 3 Stellen im Alten Testament ist das Subjekt aller Grausamkeiten oder Rachephantasien nicht der Gläubige selbst, sondern Jahwe, der Gott Israels.

    Im nachmekkanischen Koran, also bei den Suren, die für Gläubige nicht "abrogiert"* sondern gültig sind, ist der Gläubige selbst das Subjekt des Handelns im Auftrag Allahs.

    Der Grund ist simpel aber die Folgen weitreichend.

    Zur Zeit der Festzetzung der gültigen Schriften der Bibel waren Juden wie Christen in einer prekären Minderheitensituation. Aufforderungen zum Töten der Ungläubigen wären ihnen schlecht bekommen-> Toleranz und Mässigung der Gläubigen war und ist noch bei orthodoxen Juden heute Überlebenstechnik.

    Ähnlich spiegelt sich das in den toleranten (jetzt ungültigen) vormekkanischen Suren des Koran, die gerne von Muslimen zur Täuschung (Taquia) im Dialog mit Gutmenschen genutzt werden.

    Wären Juden oder frühe Christen zur Zeit der Schriftfixierung ihrer heiligen Schriften in einer Herrschaftsposition gewesen hätten wir noch so ein blutrünstiges Pamphlet wie den Koran bekommen.

    Wer also mal erleben möchte, wie dialogbereite moderate Muslime sofort in Beschimpfungen und Gezeter verfallen, kann sich ja mal bei einer Toleranzveranstaltung als jemand zu erkennen geben, dem bekannt ist, was Abrogation im Koran bedeutet.

    *Abrogation:bedeutet, dass diezeitlich neueren (blutrunstigen) Suren die älteren (toleranten und menschenfreundlichen) Suren ersetzen.

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    1. Der Gott der Thorah bezieht sich in Levitikus hier auf die Kanaaniter und ihre über 400 Jahre dauernde sündige Lebensweise. Die Israeliten werden in dem Vers ermahnt die Kanaaniter zu töten und nicht zu verschonen, was nur in der Korrumpierung der Israeliten endet und ihnen so das gleiche Schicksal wiederfahren würde.

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  2. Ja, ok, hab auch nochmal nachgeschaut. Ist eine der beiden Perioden. Einmal Landnahme/Priesterschrift und dann noch mal in Makkabäer und dem Rollback des Hellenismus.

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