Freitag, 30. Januar 2015

Kriegsvolk


Wer kämpft und wer gewinnt. Wer es sich leisten kann und wer nicht. Wer fähig ist und wer nicht. Kalte Wirklichkeit und romantisierte Wahnvorstellungen anhand einiger Beispiele.


Jede Nation kann nur bestehen wenn sie sich verteidigen kann. Jede Nation braucht eine Kriegerkaste, jede Nation braucht dafür Menschenmaterial. Entbehrliches Menschenmaterial.

Antike
In den ersten modernen Staaten wie wir sie im Westen kennen, den griechischen Stadtstaaten, waren es die freien Männer mit Vermögen, welche die Kriegerkaste der Hopliten stellten. Ein Hoplit musste einer gesellschaftlichen Klasse angehören und sich seine Ausrüstung selbst erwerben. Diese Art der Organisation einer Armee konnte zwar mit den anderen Stadtstaaten konkurrieren wenn fast schon ritualisiert um wertloses Grenzland gekämpft wurde, war aber sehr anfällig in existenzialistischen Konflikten. Ebenso war die Kampfsaison auf die Sommermonate beschränkt, in denen die Felder nicht bestellt wurden. Die einzigen Vollzeit Bürgerhopliten gab es in Sparta, einem Sklavenstaat, und eine sehr kleine Schar in Theben.


Philipp II. von Makedonien, Vater von Alexander dem Großen, formierte seine Armeen dahingehend, dass er sie aus den Bergstämmen rekrutierte deren Stammesangehörige eine sehr viel rauere Art von Leben kannten als die zivilisierten Griechen, die auf alle anderen als Barbaren herabsahen. Barbaros ist ein griechisches Wort, kein lateinisches. Philipp bezahlte und trainierte seine Armee dazu das ganze Jahr über. In der Schlacht von Chaironeia besiegte er dann die griechischen Stadtstaaten Theben und Athen. Ein toter Hoplit der Athener war dabei etwas ganz anderes, als ein Toter unter Philipps Soldaten. Ein Hoplit hatte Besitz, Familie, Vermögen und Ansehen in Athen. Philipps Berufssoldaten waren die überflüssigen Söhne der Bergstämme im Norden Makedoniens.

Der athener Stratege Thukydides schrieb fast ein Jahrhundert vor der Schlacht von Chaironeia bereits über den Peloponnesischer Krieg und die Verluste der Athener im Kampf gegen Stammesangehörige.

Die Römer machten später bei der Invasion der Kimber und Teutonen aus dem Norden die gleichen Erfahrungen. Barbarenstämme, die eine harschere Art von Leben führten und bei denen Tod und Sterben etwas Gegenwärtigeres war als bei den zivilisierten Römern, besiegten die Bürgerarmee Roms. Erst Gaius Marius Militärreformen änderten das. Zuvor war der Militärdienst römischen Bürgern vorbehalten, die Steuern zahlten, ein Mindestmaß an Vermögen besaßen und sie mussten ihre eigene Ausrüstung stellen. Diese Römer hatten ein angenehmes Leben und im Kampf gegen Barbaren gab es für sie eigentlich nichts zu gewinnen, außer das ganze lebend zu überstehen und vielleicht ein paar Sklaven zu fangen. Marius öffnete die Armee den untersten Klassen, standardisierte das Training, setzte sogar Gladiatoren aus Ausbilder ein und reorganisierte ihre Logistik, wobei er vieles von Alexander übernommen hat. Die Kapazitäten und Schlagkraft der Legion stiegen damit gewaltig. Das Militär wurde nun nicht mehr von Teilzeit-Bürgersoldaten gestellt, die durch das Zivilleben gebunden waren, rasch zusammen gezogen werden mussten im Ernstfall und deren Tod eine Lücke in der Gesellschaft hinterließ, sondern von Vollzeit-Killern, die bei dem ganzen etwas gewinnen konnten. Verpflegung, Reisen, Abenteuer und Landbesitz im Ruhestand lockten Männer in die Legion. Aus diesem Reservoir konnte Rom hunderte Jahre lang genug Material schöpfen um zu erobern und zu besiedeln. Als dann die Römer weniger Kinder bekamen und jeder von Beute und staatlichen Zuwendungen lebte, Produktivität abnahm und die Wirtschaft stagnierte, ging das Menschenmaterial aus um dieses Gesellschaftskonstrukt am Leben zu halten.

Bei den Barbaren östlich des Rheins gab es zwei Arten von Kriegergesellschaft. Die eine war die der freien Männer mit Landbesitz, die ihrem Herren zum Kriegsdienst verpflichtet waren und an die selben Umstände von Ernte und Familie gebunden waren wie die Bürgersoldaten anderswo. Die andere Art war die der Kriegergesellschaften, die sich aus den überzähligen Söhnen eines Stammes zusammensetzten. Diese waren entbehrlich und wussten es auch. Für sie gab es kein Erbe zu erwarten, dafür konnten sie im Krieg etwas für sich gewinnen. Diese Kriegerbünde überfielen römische Grenzorte und sich gegenseitig, wobei das Potential dieser Männer über Jahrhunderte gegenüber Rom einen höheren Blutzoll zahlen konnte, als es die römische Gesellschaft konnte. Die römische Gesellschaft war in dieser Zeit bereits verkommen, zu bequem und zu hedonistisch. Man war mehr an Sozialleistungen und dem guten Leben interessiert. Deshalb gelang es auch Kriegshaufen, die verglichen mit Hannibals Armee hunderte Jahre zuvor eigentlich nicht wirklich eine Bedrohung sein sollten, das Imperium zu stürzen.


Frühmittelalter
Kriegführung im Frühmittelalter, bevor der Ritterstand aufkam, waren ähnlich organisiert wie in den griechischen Stadtstaaten. Freie Männer mit Landbesitz hatten ihre eigenen Waffen und formierten im Verteidigungsfall Milizen. Diese hatten die gleichen Probleme wie früher auch. Die Kampfsaison war an Jahreszeiten und Ernten gebunden, trainiert wurde nur sporadisch und ein Einsatz weit abseits der eigenen Wohnorte war nicht möglich. Erst die Heeresreform von Karl dem Großen führte wieder zur Etablierung einer permanenten Kriegerkaste, indem der Militärdienst mehr und mehr den Klassen vorbehalten war, die Ausrüstung finanzieren und genug Zeit für Training aufbringen konnten. Es bildete sich auch eine immer stärkere soziale Abgrenzung zwischen der Reiterei und dem Fußvolk heraus, was schließlich zum Ritterstand führte. Wohlstand war zu dieser Zeit zwangsläufig an Sachwerte gebunden, da Geld in Form von Münzen einfach kaum vorhanden war.
Die fränkischen Panzerreiter waren aber auch ein Resultat der neuen Bedrohungslage durch die mobilen Raubzüge der Wikinger die mit ihren Langbooten die Füße herunter kamen, sowie den arabischen Reitern die Spanien erobert hatten.

Ein anderes Konzept der Aufrüstung, die ähnlich der römischen Militärreform von Gaius Marius war, fand unter dem ersten deutschen König Heinrich von Sachsen statt. Heinrich fand sich mit einer Situation konfrontiert, in der in Europa ein permanenter Kriegszustand herrschte, der hauptsächlich bestimmt war von Überfällen, Raubzügen und anderem Kleinkrieg. Also genau wieder der Zustand, der vor Rom geherrscht hatte, nur jetzt mit moderner Bewaffnung. Ungarische Reitertruppen verwüsteten Sachsen, Thüringen und Bayern, Wikinger aus Dänemark kamen über die Elbe. Dazu kamen noch Überfälle von slawischen Räubern aus dem Osten. Alle zogen plündernd durchs Land, alle auf der Suche nach dem einzigen Exportartikel den Europa zu dieser Zeit eigentlich bieten konnte: Sklaven.
Die meisten der produktiven West- und Oströmischen Kolonien waren mittlerweile von den Moslems erobert worden und ansonsten lag die Wirtschaft auch ziemlich am Boden. Wenn man vor der Industrialisierung mit wenig Mühe und schnell mehrere gefertigte Güter erlangen wollte, so war diese zu rauben eine durchaus praktische Art der Beschaffung. Wer physisches Geld brauchte, der verkaufte meist Sklaven an die Araber, die selbst ihre geraubte Substanz verprassten und auf diese Zeit heute als ihr goldenes Zeitalter zurückschauen.

Heinrich brauchte also Truppen. Truppen mit Schlagkraft. Hierfür rekrutierte er aus den Kerkern die Straßenräuber und andere Kriminelle, die es gewohnt waren mit Waffen umzugehen und die auch sonst entbehrlich für die Gesellschaft waren. Sie wurden in der Legione Mesaburiorum(Merseburger Legion) zusammengefasst und erhielten Land und Waffen im Gegenzug für den Kriegsdienst. Der Raum um die Stadt Merseburg war zuvor von den Ungarn verwüstet und entvölkert worden, weshalb Heinrich hier seine neuen Rekruten ansiedelte. Für die Verteidigung organisierte Heinrich ein Milizsystem, bei dem es vorgesehen war dass jeweils immer neun Bauern den Zehnten unterhalten sollten, der dann für Garnisonaufgaben abgestellt wurde. Wer als eine low-tech Miliz kann das aber nicht gewesen sein und den Einfällen der Slawen und Ungarn konnte man damit auch nicht wirklich was entgegen setzen. Für die hard-hitting Arbeit, Kriegszüge und Überfälle waren die Legionäre da. Diese waren Gewalt gewohnt und ihre Methoden färbten auch auf die Truppen ab mit denen sie kombiniert wurden, genau so wie neue Rekruten in der Legion(die nicht immer hart gesottene Kriminelle waren sondern bald überwiegend Abenteurer). Gegen die Slawen wurden permanent Kriegszüge geführt um die Legion zu trainieren und aggressiv zu halten. Finanziert wurde das ganze durch den Erlös der dabei gemachten Sklaven. Auch wenn sie am Ende auf einem ihrer Raubzüge vernichtet wurde war die Legion für Heinrich ein wichtiges strategisches Element um den Feind zum Gegner zu tragen, ihn dort beschäftigt zu halten und Beute zu machen, während er im eigenen Land seine Herrschaft ausbauen und den Frieden dort lange genug aufrecht erhalten konnte um auch seine Armee zu mustern.


Hochmittelalter
Die Kriegsführung im Mittelalter zeichnet sich ziemlich durch Exklusivität aus und war einer relativ kleinen Kaste von Rittern mit einem überschaubaren Gefolge vorbehalten, allein schon weil die Wirtschaft nicht in der Lage war einen ausreichenden Mehrwert zu erzeugen und mehr Waffen zu produzieren und Soldaten zu besolden. Das änderte sich erst wirklich im Spätmittelalter, als neue Techniken in der Eisengewinnung überhaupt eine weitere Verbreitung von Eisenwerkzeug, Waffen und Rüstungen von der Stange ermöglichten. Auch wenn Krisen wie Pest und Hungersnöte die Bevölkerungszahlen zurückwarfen stieg die Bevölkerung danach jedes Mal wieder rasant an.
Mit der Reformierung des Münzprägerechts und einer weiteren Verbreitung von Münzen als physisches Zahlmittel war es auch erst Möglich wirklich Söldner zu bezahlen, da zuvor Pacht und Abgaben meist in Naturalien abgewickelt wurde. Dies ermöglichte Herrschern seit der Antike wieder stehende Heere von Berufssoldaten das ganze Jahr lang zu unterhalten.

Nur wo kriegt man Menschenmaterial her? Am besten aus den Gesellschaftsschichten, die sonst keiner will. Beispielhaft sind hier die Schweizer, die ihre überschüssigen Söhne in die ganze Welt als Soldaten verkauft haben. Der schweizer Militärhistoriker Walter Schaufelberger schrieb in mehreren Büchern davon, dass es sich bei den schweizer Söldnern um die Unterschicht, gar um asoziale Elemente gehandelt hat die in Friedenszeiten sich meist mit Spielen, Saufen, Diebstahl und Prügeleien bei Laune hielten, bis es wieder eine Gelegenheit zum Kriegszug gab. Generell war die Schweiz aufgrund von Armut und Mangel bevölkert von Menschen die von diesen Umständen geformt wurden, weshalb sie als ziemlich raue Gesellen galten.

Die Spanier von Cortez machten in Mexico die gleiche Erfahrung wie sie die Griechen im Peloponnesischen Krieg machten. Nach der Noche Triste war die Moral der Konquistadoren am Boden, obwohl diese geschätzte 20.000 bis 30.000 Azteken getötet hatten. Von den Spaniern waren aber zwölf ihrer adeligen Hidalgos gefallen und sie hatten das meiste Gold verloren. Obwohl die Konquistadoren als Secundones galten, als Zweitgeborene die ihr Glück wo anders suchen mussten, war der Verlust von einem von ihnen dramatischer als der Tod von zehntausenden Feinden, die keinen spanischen Stahl oder Schusswaffen besaßen.


Schießpulverzeitalter
Armeen in der frühen Neuzeit, als sich langsam Industrialisierung abzeichnete und es einfacher und billiger war Produkte zu produzieren anstatt sie zu rauben, hatten ein großes Problem damit geeignetes Menschenmaterial für ihren Krieg zu finden. Die Unterschicht wurde kleiner und die Kriege verschlangen weiterhin vorallem durch Krankheiten und dergleichen Menschenmaterial, anstatt durch direkte Feindeinwirkung. In dieser Zeit verbreitete sich das Konzept der Wehrpflicht, wofür ja gerade Napoleon bekannt war so aus den Vasallenstaaten Männer zu ziehen. Wehrpflichtige einzuziehen die im Kriegsverlauf sterben schädigt eine Gesellschaft extrem. Diese Männer hinterlassen Lücken in der Gesellschaft und es ist in keinster Weise förderlich für die Schlagkraft des Militärs. In Napoleons Armee war Desertation grassierend, viele Wehrpflichtige fanden gegen Geld einen Ersatzmann, tauchten unter, liefen zum Feind über oder begangen den direkten Aufstand. Übrigens wurde ein Drittel aller getöteten Französischen Soldaten auf dem Schlachtfeld der napoleonischen Kriege aus den eigenen Reihen heraus erschossen.

Das gleiche sehen wir im amerikanischen Bürgerkrieg. Die Wehrpflicht in den Nordstaaten, von denen man sich wieder mal freikaufen konnte, führte zu den Draft Riots und die Leistungen dieser Truppen waren zudem sehr schlecht. Die meisten Musketen die auf dem Schlachtfeld von Gettysburg gefunden wurden, wurden nie abgefeuert. Manche hatten sogar mehrere Kugeln im Lauf stecken. Viele Nordstaatler kamen aus den Städten und waren weder mit dem Leben in der Natur, noch Schusswaffen vertraut. Zudem gab es keine persönliche Motivation in diesem Krieg zu kämpfen und keine Perspektive auf eigenen Zugewinn.

Eine Ausnahme bildeten hier die Truppen von General William T. Sherman. Sherman selbst war eine typische Figur für einen Soldaten. Im Zivilleben ist er gescheitert, beim Militär fand er sein Talent. Seine Truppen setzten sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Truppen der Nordstaaten, aus Farmjungs zusammen die aus den ländlichen Gegenden im Nordwesten stammten. Diese Männer hatten einen gewissen Umgang mit Waffen, konnten Jagen und waren es gewohnt zu campen. ,,Uncle Billy'' Sherman selbst lief zwischen ihnen herum wie ein Penner, hatte krause Haare, die dreckigste Uniform und einen Zigarrenstummel im Mund. Er zeigte sich aber sehr viel geschickter als andere Generäle der Nordstaaten indem er die direkten und verlustreichen Konfrontationen vermied und die Truppen der Konföderierten eher flankierte und diese vom Nachschub abschnitt.


Neuzeit
Es gibt da dieses Zitat von Herman Göring, warum ein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben riskieren sollte. Tatsächlich gibt es immer genug arme Landarbeiter die gerne im Krieg ihr Leben riskieren. Der Militärhistoriker Victor David Hanson beschreibt die Erfahrung seines Vaters folgendermaßen:
Wir hatten zwei Mahlzeiten auf der Farm wo wir lebten, wir hatten gar nichts. Und dann war ich in der Armee. Wir hatten saubere Uniformen, das war verglichen mit dem was wir hatten 1938, 39 und 1940 war dies das Paradies. Ich fliege lieber eine brandneue B-29 mit schicker Uniform und Steak wenn ich zurückkomme, anstatt den ganzen Tag Kühe zu melken für 15 cent die Stunde.

Viele Angehörige der Wehrmacht waren motiviert davon nicht nur irgendwo einen Platz zu finden, sondern auch von dem sozialen Status den das deutsche Militär damals noch hatte und die Aussicht auf Beute. Es ging nicht nur darum das eigene Land zu verteidigen, es ging natürlich auch darum die anderen Länder auszuplündern. Die Nazis haben ihren Soldaten immer wieder propagandistisch die Möglichkeit vermittelt irgendwann im Zuge der Ostbesiedelung Haus und Hof und Weib zu bekommen.

Eines der tragischen Beispiel dafür wie es nicht laufen sollte war das Army Specialized Training Program. Das ASTP war ein Ausbildungsprogramm der US Army bei dem an Universitäten junge Männer angeworben werden sollten, damit Talente in Fächern wie Medizin, Fremdsprachen und Ingenieurwissenschaften der Army beitreten um dort ihre Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Zumindest war es so vorgesehen. Am Ende landeten diese Talente irgendwo in der Reserve und wurden in Schlachten wie um den Hürtgenwald als Frontline Infanterie verheizt. Das ganze Programm war ein ziemliches Desaster welches die schlausten Köpfe verschwendet hat.


Heute
Was wir heute haben gibt keine Menschen mehr her denen man Entbehrungen zutrauen kann. Ob man in der Gesellschaft scheitert oder nicht macht für die allermeisten Menschen ohne Visionen sowieso keinen Unterschied. Es gibt Lebenslang Sozialhilfe und trotzdem sind wir an der Wahlurne alle gleich. Wen will da ein Militär noch rekrutieren? Wer verspricht sich davon eine Besserung seiner eigenen Situation? Wer kann sich sowas versprechen? Selbst Soldaten in ihren Stützpunkten in Afghanistan haben einen relativen Luxus verglichen mit den Landsern die in Russland zu Zweit 100 Meter Front absichern mussten. Von den hohen Überlebenschancen und den medizinischen Errungenschaften gar nicht zu reden.

Währenddessen protestiert man an der Heimatfront, dass es doch ein Skandal wäre Arbeitslosen den Eintritt in das Militär nahe zu legen. Es geht nicht darum ob die Bundeswehr überhaupt jemanden zu empfehlen wäre der Soldat sein will, es geht um wie überhaupt die Möglichkeit wahrgenommen wird.
Wie will eine Zivilisation die sich verschuldet um Sozialleistungen zu bezahlen bitte noch die geeigneten Männer für einen Kriegshaufen zusammen kratzen? Die Bundeswehr ist aber auch selbst Schuld daran. Für Kindergeld und Angela Merkel will keiner tapfer sein, wenn man hier längst ohne Widerstand kolonisieren kann. Dazu die falsche Rekrutierungspolitik. Ein Einzelkind auf dem Gymnasium hat keine Perspektive bei der Armee. Die Idee ist einfach absurd. Bundeswehr raus aus den Schulen, rein in den Jugendknast. Rein in die Wärmestuben und Entzugskliniken. Dort wo die Leute nicht mehr viele Möglichkeiten haben, wo der Kriegsdienst eine Besserung der eigenen Umstände bedeutet und wo sie auch keiner vermisst wenn sie sterben.


Siehe auch:
Krieger
Die Reihe Demografie
Die wirkliche Asymmetrie in der Kriegsführung

Kommentare:

  1. Polen ahnt schon, was wieder mal auf das Land zukommt und bietet seiner Bevölkerung eine Schusswaffenausbildung an.

    http://www.n-tv.de/politik/Polen-will-Buerger-an-der-Waffe-ausbilden-article14419996.html

    Nicht die schlechteste Idee, sich auf einen Partisanenkrieg gegen die Russen vorzubereiten....

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    1. Die Demografie ist der Ukraine sehr ähnlich. Einen Partisanenkrieg halten die nicht lange durch. Partisanenkrieg heute wird mit Drohnen und IEDs geführt, nicht von dem verwegenen Guerillero mit seiner AK. Dazu sind die Waffengesetze in Polen ähnlich scheisse wie in Deutschland.

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  2. Wiedereinmal, ich kann mich nur wiederholen, ein lesenswerter Beitrag!
    Und wiedereinmal eine Frage meinerseits: Du scheinst die Idee des "Bürgers in Uniform" für wenig zweckdienlich zu halten, habe ich das richtig verstanden?
    Nun, ich denke, ich verstehe worauf du hinaus willst, insofern es sich um einen Angriffskrieg handelt, wo es um Eroberung und dgl. geht.
    Wäre denn der "Bürgersoldat" hingegen nicht am besten geeignet, um einen Verteidigungskrieg zu führen? Wenn quasi sein Land auf dem Spiel steht? Zur Zeit des Kalten Krieges war es ja, zumindest in anderen Ländern als Deutschland, schon angesehen, Militärdienst zu leisten, ging es doch darum, die Russen, sollten sie denn kommen, abzuwehren. Denn wären die Russen gekommen, hätten viele Leute vieles verloren.
    Aber O.K., die Aspekte des zweitletzten Abschnitts muss man wohl ignorieren ;-) Denn wer hat wirklich Lust für einen Staat zu kämpfen, der einem dafür tagtäglich gängelt...

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  3. Die Stichworte sind Dekadenz und Hedonie, somit gibt es keinen Grund zum kämpfen weil selbst die ärmste H4 Sau noch genug hat um sich darum keine Gedanken zu machen. Uns, als Gesellschaft geht es einfach zu gut, Gedanken und Emotionen werden nur noch aus der Komfortzone heraus gebildet und haben nichts mit der Realität und dem Kampf um die Existenz zu tun. Es gibt einen guten Grund warum wir mit Ausländern geflutet werden und keiner erkennt ihn ( es ist unser eigenes Versagen durch Verhausschweinung ) aus seiner Komfortzone heraus geschweige denn dass erkannt wird das ein domestizierter gepamperter Mitteleuropäer keine Chance gegen einen agressiven das kämpfen gewöhnten Flüchtling hat der wesentlich schlimmeres als die dekadenten Europäer erlebt hat.

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  4. Kann man nur voll und ganz zustimmen. Ich weiß wovon ich spreche wenn ich sage,dass dies ein System wie eine Gesellschaftsform ,die einen nur auslutscht um am Ende ausspuckt - eben eine Plutokratie. Für so eine dekadente Brut habe ich jetzt schon zu viel Federn lassen müssen. Am besten den Prozess noch beschleunigen und dabei immer grinsen und denken: Ihr kleinen ponierten Schweine - unsere Zeit wird kommen .

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    1. Eine Plutokratie ist die beste Gesellschaftsform die es geben kann. Ich werde lieber beurteilt anhand meines Erfolges mit Geld anstatt nach meiner Abstammung. Jeder kann erfolgreich sein. "Unsere Zeit wird kommen". Deine erbärmlichen Rachefantasien kannste wo anders ausleben.

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  5. Ob man Erfolg hat, hängt davon ab, wie eine Gesellschaft aufgebaut ist.
    Die Wahrscheinlichkeit, z.B. in Simbabwe, Erfolg zu haben ist zumindest für einen Europäer gleich null. Hängt auch da aber stark von der Abstammung ab.
    In Deutschland(BRD) ist die Wahrscheinlichkeit schon deutlich über 50%. Hängt auch da von der Abstammung ab.
    "Jeder kann erfolgreich sein". Aber ja doch. Auch da hängt es ab wo ich lebe und davon was ich unter erfolgreich verstehe. Sei mal erfolgreich bei den Inuits auf Grönland.
    Der Erfolg hängt sehr von der Abstammung ab. Einen erfolgreichen multikulti Staat gibt es nicht.

    Darauf gibt der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Burt, folgende Antwort: “Die Multikulturalität Amerikas wird zu einer wirtschaftlichen Last. Homogene Gesellschaften wie Japan und Deutschland sind auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger.” (FAZ, 14.12.1991)

    Deswegen werden heute homogene Staaten mit Ausländern überflutet. Erfolgreiche Staaten kann man an zwei Händen abzählen. Alle haben eine sehr ähnliche Abstammung.
    Natürlich, wer nicht dazugehört ist beleidigt.

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  6. Guter Post. 'Ehrliche Soldatengewinnung' gibt's heute noch... bei der Fremdenlegion.

    Man vergisst beim heutigen Wohlstand allzuleicht, was die Schweizer einst waren: die Taliban Mitteleuropas.

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  7. Schon Ende der70er in der guten alten analogen Zeit waren die Offiziere in meinem Panzergrenadierbataillon froh, dass sie die gezogenen Abiturienten in Schnellkursen für die Bordmaschinenkanone ausbilden konnten, weil die einfach weniger Schaden anrichteten als die Honks.
    Wieviel mehr muss das heute sein mit den Spielzeugen, die jetzt aufs Gefechtsfeld kommen?

    Nee, also so ganz folge ich der Theorie mit dem mühseligen und beladenen Kanonenfutter nicht.

    Aber Drohnen Piloten per guter Simulation (Americas Army) zu rekrutieren oder das vielleicht gleich zu vermarkten, könnte ich mir schon vorstellen.

    Letzteres natürlich nur bei den Russen oder? :)).

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    1. Da gehts doch schon wieder los. "Gezogen", "Schnellkurs". Eine Armee ist keine scheiss Wochenendgeschichte wo man Geld für Wehrpflichtige verpissen kann die gar nicht dort sein wollen. Wir haben mit den "Honks" auch keine Situation wie 1899, als wirklich ein Viertel der britischen Arbeiterklasse so krank oder ungebildet waren, dass sie keine militärische Verwendung hatten. Auch ein Honk kann mit dem richtigen Training lernen wie die Waffe funktioniert und nicht nur wie man den Abzug drückt.

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    2. Wehrpflicht brachte bis auf die Spinner die kompletten männlichen Jahrgänge 15 Monate in sinnvollen Kontakt mit Waffen und in eine Lebenssituation, in der Mamas Liebling nicht der Hintern gepampert wurde.
      Mir fällt echt nichts ein, wo so eine wichtige Erfahrung flächendeckend in Schland heute vermittelt wird.
      Wenn Geld für Wehrhaftigkeit sinnvoll angelegt war, dann da. Die Österreicher haben das erkannt, die Schweizer ohnehin und die Israelis machen es (gezwungenermaßen) perfekt.

      Also bleiben wir da ruhig unterschiedlicher Meinung.

      Wehrpflicht und damit ein Basiswissen über Waffen gehört imho nicht in den ausschließlichen Kompetenzbereich einer Profilegion/Kriegshaufens, sondern ist der gesamten männlichen Bevölkerung zu vermitteln!

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    3. Es ist nicht die Aufgabe eines Staates/Militärs irgendwie gepuderte Einzelkinder zu Männern zu erziehen. Mit Wehrpflichtigen kannst du im Konfliktfall nichts anfangen wie Vietnam und Südafrika gezeigt haben. In Israel laufen denen auch schon die Leute weg oder entdecken Generationsweise aufeinmal ihre orthodoxe Antikriegshaltung. Dazu verschwindet das Potential der "Krieger" unter dem Gewicht dieser einfachen Männer, wie es Gwynne Dyer in seinem Buch War beschreibt. Wenn Leute sich mit Waffen und Krieg beschäftigen wollen sollen sie das autodidaktisch machen. Das Militär ist zu wichtig um als Beschäftigungstherapie zu fungieren.

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    4. Die Trennung von Profis und Wehrpflichtigen ist durchaus sinnvoll und wurde auch in der Bundeswehr so praktiziert.
      Und ja, es ist eine sinnvolle Aufgabe des Staates Pamperjugendliche in Sachen Wehrfähigkeit kollektiv einzunorden. Was denn sonst, Genderstudies?
      Je mehr Leute mit Waffen vertraut sind (und sie auch haben) desto höflicher die Umgangagsformen im Zivilleben.
      Der Missbrauchskandal von Roterham/GB wäre in Jacksonville Florida oder Tel Aviv etwas anders ausgegangen, wenn er denn überhaupt stattgefunden hätte.

      Bekomme ohnehin eine dicken Hals wenn ich sowas wie Roterham lese....

      So eine abartige kollektive Versoftung einer Gesellschaft...lassen folgenlos ihre Töchter vergewaltigen.
      Manchmal denke ich ich bin im falschen Film, aber dann nehme ich den Freund (immerhin Fussballer)meiner Tochter mit auf den Schiesstand, sehe mit welcher Scheu der ein Gewehr anfasst und denke, es ist einfach nicht mehr meine Zeit

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  8. Ok, ich versuche mal einen Gegenentwurf zu dem Ansatz von NV einer Profiarmee denn es ist eine Diskussion wert.
    Probleme mit der Profiarmee hab ich an zwei Punkten.
    1.Eine Profiarmee hängt ihre Loyalität an die zu erwartende Beute. Das kann Sold sein oder echte Kriegsbeute. Also erwarte ich von
    solchen Kämpfern nicht, dass sie aus irgendeinem übergeordneten Grund ihr Leben für mich aufs Spiel setzen.
    Beispiel
    Den Bullen und der Justiz in Roterham/GB war das Schicksal der von den Pakistanis geschändeten Mädchen völlig egal, weil sie mit dem Sex der Opfer eine attraktivere Beute bekamen als wenn sie ihren Job als Ordnungshüter gemacht hätten.
    Ein Trupp von nicht degenerierten Vätern und Brüdern der Opfer wäre eine völlig andere Kategorie!
    Die Kriegshaufen des 30jährigen Krieges waren nach Ausbleiben des Soldes Plünderhaufen, denen die Bewohner ungeschützter Orte militärisch nichts entgegenzusetzen hatten.
    Deshalb dieses lange quälende Elend.
    Fazit: Verteidigung hat primär beim Individuum anzusetzen und nicht bei Profis!
    Dies ist deshalb ein unbedingtes Plädoyer für Wehrpflicht. Ziel: Sicherer Umgang mit leichten Infanteriewaffen und Sprengstoffen und Ausbildung in Kampftaktiken bis auf Battailonsebene, sodass in kürzester Zeit zumindest eine Miliz gebildet werden kann.
    Vorbild:Schweiz/Israel.

    BTW In Israel wurden die "Privilegien" der Orthodoxen gerade gecancelt!

    2. Problem: Eine dekadente hedonistische Bevölkerung wird so oder so untergehen, wenn sie dauerhaft keinen existentiellen Selektionsdruck ausgesetzt ist.

    Der Besitz von Reichtümern verzögert das nur unwesentlich.

    Die letzte echte existentielle Selektion (ausgenommen Israel) die der Westen erlebt hat war die Eroberung des Westens der USA. Wer mal
    Urlaub in Ostfriesland macht, sollte mal (höflich) bei einem Pfarramt anfragen, ob er mal in alten Kirchenbüchern des 19 . Jahrhunderts stöbern darf.
    Plötzlich ist er dann bei der Lektüre von alten Briefen, die die Auswanderer an ihre Heimatgemeinde schrieben, in einer Welt, in der
    brave, friedliche, ostfriesische Bauersfamilien im unwirtlichen Nirgendwo mit Blizzards und Indianerüberfällen konfrontiert werden...und da ist keine (Profi-) Kavallerie niemals und nirgends.
    Und wie die überlebt haben und Siedlergemeinschaften bildeten, mit ausgefeilten Alarmsystemen, Überlebenswillen und unbedingter, gleichwohl unsentimentaler Solidarität . ..das ist schon ein paar Tage Studium wert.
    Und immer, wenn ich meine alten Bekannten in den Anti Treehugger Staaten besuche freue ich mich, mit welcher beeindruckenden Selbstverständlichkeit sie selbst in den Städten ihre Waffen tragen. Auch die Frauen...besser immer höflich zu Texanerinnen sein :D.

    Heute findet man sowas noch in Israel. Die Palis ahnen gar nicht, welchen Gefallen sie dem israelischen Staat macben, dass sie mit ihrem Terror die gesamte Gesellschaft dort frisch und wachsam halten...keine Chance für Hausschweine, auch nicht für orthodoxe.
    Und auf der anderen Seite funktionieren die Profi Waffensysteme wie Iron Dome. Dies auf dem Hintergrund, dass es zur Not auch die letzten Verteidigungslinien gibt...jeder Kibbuz kann sich 3 Monate autonom verteidigen und wird es auch tun..auch die Orthodoxen, auch die Frauen, als Individuen in einem wehrhaften Staat, denn sie wissen, sie haben letztlich keine Kavallerie als Juden.

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