Montag, 23. Februar 2015

Post Collapse Zahlungsmittel


Potentielle Zahlungsmittel in einer Post Collapse Situation

Alternative Währungen können notwendig werden wenn das Vertrauen in die alte Währung zerstört wurde oder diese physisch einfach nicht vorhanden ist. Mit was werden Menschen möglicherweise handeln wollen? Ein Blick auf Dinge die Potential haben sich als Währung durchzusetzen, nicht nur einfach als Tauschmittel.


Ursachen für einen Ausfall der Währung
Meine persönliche Einschätzung wie es zu einem Ausfall des Währungssystems kommen kann ist ein Krieg mit Russland, ein Erstschlag gegen die Führungsmacht in der NATO USA und damit ein abstürzen aller Kurse der Weltwirtschaftsmacht, woran andere Währungen gekoppelt sind. Wenn China im Konfliktfall kriegswichtige Unternehmen verstaatlicht die Ausländern gehören, dann ist ihre auf dem Papier stehende Wirtschaftsmacht hinüber und die Währung will sowieso keiner. Fallen die USA sind unsere Einkommensunterschiede größtenteils beseitigt. China wird niemals eine Leitwährung stellen egal wie viel Billiglohnarbeit sie für den Westen übernehmen.

Mit Hyperinflation ist nicht zu rechnen weil dafür einfach wichtige Kriterien fehlen. Hyperinflationen wie in der Weimar Republik kommen zustande, wenn eine Regierung die Währung verwässert um Schulden zu bezahlen, gleichzeitig versucht durch automatische Angleichung von Gehältern die eigene Wirtschaft am Laufen zu halten.


Ersatzwährung der Regierung
Die Regierung wird sich den Verfall der eigenen Währung, womit Heerscharen von Staatsdienern bezahlt werden, nicht einfach mit ansehen und hat für derartige Situationen auch Notfallpläne.

Manchmal kommen Gerüchte im Internet hoch, dass eine geheime Währungsreform geplant wird und schon die neue D-Mark bereit liegen würde, weil irgendwer einen Blick auf den Inhalt von einem echt streng geheimen Lastwagen erhascht hätte. Seit der Operation Bernhard, wobei die Nazis versuchten die britische Währung durch das in Umlauf bringen von falschen Banknoten zu inflationieren, sind Staaten auf derartige Pläne durch Feindstaaten vorbereitet. Von daher wäre das, sofern derartige Gerüchte stimmen sollten, nichts Ungewöhnliches.

Auch hält die Bundesregierung Lebensmittelmarken und Bezugsscheine bereit, die bei einem Zusammenbruch des Währungssystems ausgegeben werden können.


Post Collapse Zahlungsmittel


- Wertmarken
Kommt es zu einem absehbaren Zusammenbruch, oder zumindest zu einer massiven Entwertung, der Währung, so werden Leute anfänglich vermutlich in Wertmarken flüchten. Dazu zählen Briefmarken, Autobahnvignette bzw. Mautscheine, Fahrkarten der jeweiligen Verkehrsbetriebe, Coupons und so weiter. Ich habe mich mal eine Weile in einem mittelamerikanischen Land aufgehalten, wo die Poststellen keine Briefmarken mehr führten, da diese ein begehrtes Raubgut sind und die Poststellen schon so oft überfallen wurden.


- Firmengeld 
Es kann vorkommen, dass Firmen ihre eigenen Wertmarken herausgeben werden, wenn gesetzliches Zahlungsmittel physisch einfach nicht mehr vorhanden ist. Die Leute werden dann halt vor die Wahl der Entlassung gestellt weil einfach nichts mehr geht, oder sie werden in Wertmarken für die jeweilige Dienstleistung oder Waren der jeweiligen Firma bezahlt. Solche Experimente gab es zur Zeit der Industrialisierung, als die staatliche Geldwirtschaft dem wachsenden Bedarf einfach nicht hinterher kam und Währung in passenden Einheiten einfach fehlte.


- Virtuelle Währungen 
Während der Auszahlungssperre zyprischer Banken ergriff die Leute die Panik und jeder versuchte sein Vermögen irgendwie von den Konten zu kriegen. Viele gingen deswegen in die virtuelle "Währung" Bitcoin, was diesem eigentlich bis dahin toten Projekt neues Leben einhauchte.
Seitdem wird Bitcoin auch von Betrügern und Narren die ihren eigenen Schwachsinn glauben als Wundermittel angepriesen und Währungsrebellion.
Ich sehe auch bei meinen eigenen Halbweltkontakten die Tendenz dazu, krumme Geschäfte in Bitcoin abzuwickeln und im Grunde sind die Hauptnutzer von Bitcoin eigentlich Kriminelle. Bitcoin ist aber keine Währung und kann nicht getauscht, sondern nur wieder verkauft werden. Der meiste Zahlungsverkehr wird von Bots an andere Bots abgewickelt um de Kurs oben zu halten. Gleichzeitig muss man Bitcoins irgendwann wieder zu Geld auf einem Bankkonto machen, was einen virtuellen und dann physischen Papertrail hinterlässt. Alles was virtuell ist hat kein Potential zu einer Krisenwährung.


- Zigaretten
Ein echter Klassiker für Tauschgeschäfte sind Zigaretten, die sich auch recht gut in kleinere Einheiten von der Stange bis zur einzelnen Zigarette einteilen lassen. Deshalb eignen sie sich auch als Krisen-Alltagswährung für tägliche Besorgungen, die einen überschaubaren Wert an sich darstellen. Eine Stange Zigaretten ist im eigenen Krisenvorrat gut angelegt.

Wer aber die Möglichkeit hat im Krisenfall, oder bereits Pre Collapse in der Schattenwirtschaft, selbst Zigaretten herzustellen, der hat quasi seine eigene Gelddruckmaschine. Eigener Tabakanbau ist hier die Vorraussetzung, die Herstellung kann mit automatischen Zigarettendrehmaschinen erfolgen, die in Deutschland allerdings illegal für den Privatbesitz sind. Wir werden uns in der Post Collapse Economy Reihe noch in Zukunft damit befassen.


- Drogen
Was Zigaretten ja so Wertvoll macht als Tauschmittel ist die Tatsache, dass viele Menschen rauchen und echt hibbelig werden wenn sie ein paar Stunden keine Kippe kriegen. Ich rauche zwar selbst, dies aber mit großen Pausen. Ich verachte Sucht, denn sie ist ein Zeichen von Schwäche.

Von dieser Schwäche der anderen kann man aber selbst profitieren. Als Krisenwährung bieten sich deshalb auch Drogen an, die schon öfter in der Menschheitsgeschichte eine eigene Währung darstellten. Berüchtigt ist ja die britische Kanonenbootpolitik gegenüber China und die Überschwemmung des Landes mit Opium als Zwangs-Zahlungsmittel. In diversen kleinen Diktaturen sind Militärs die Drogen King-Pins und Heroinrationen ergänzen den Sold ihrer Untergebenen.

In Deutschland gibt es mehr Drogenkonsumenten als irgendwer zugeben will. Hätte mir als Teenager jemand gesagt, dass Cannabis eine Einstiegsdroge ist, so hätte ich auf dieses Gerede nicht viel gegeben. Mittlerweile scheint sich diese Aussage auch in meiner Wahrnehmung mehr und mehr zu bewahrheiten, auch wenn die Zahl derjenigen auf die sie zutrifft noch relativ klein ist.

Sie ist aber groß genug um zu entscheiden, dass es absolut Sinn macht Drogen als Ersatzwährung zu behandeln. Hierfür eigenen sich besonders Landfremde Produkte wie Opium und Kokain. Gerade Kokain ist eine Droge mit einem relativ zahlungskräftigen Konsumentenkreis, Opiate werden Post Collapse wieder eine stärkere medizinische Bedeutung haben. Diese Drogen werden einen hohen Tauschwert darstellen und alltagstauglich auch in geringen Mengen auftauchen.

Andere Drogen haben aber auch Potential. In der Unterschicht werden eher Amphetamine in Verbindung mit Methamphetamin geschnupft, was deswegen auch Arbeiterkoks genannt wird. Auch Studenten konsumieren heute schon erstaunlich viele Aufputschmittel. Geht auch bei Konsum nur an Wochenenden und über wenige Jahre ziemlich auf Herz und Kreislauf. Ich betrachte das ganze als natürliche Selektion und respektiere die Entscheidung der Konsumenten, dass es Dinge für sie gibt die sie mehr genießen als das Leben selbst.

Cannabis hat ein geringes Potential als Krisenwährung, da es eben auch in Deutschland angebaut werden kann. Ich denke Haschplatten werden zwar eine Verbreitung als Krisenwährung finden, an sich aber einen relativ geringen Wert nur knapp über Zigaretten haben.


- Patronen
Waffen generell werden einen hohen Wert haben, aber Schusswaffen selbst haben wenig nutzen ohne Patronen. Patronen mit großer Verbreitung werden gefragt sein, keine Exoten für spezielle Sportwaffen. Viel Potential hat .22lr, da man die Munition zum jagen kleinere Tiere und Komponenten für größere Munition wie Schrotpatronen verwenden kann. Mit dem Jagdschein kann man sich auch Langwaffenmunition kaufen für welche man die Waffe selbst nicht besitzt, weshalb man hier noch besser einen Vorrat anlegen kann. Auch kann letztendlich niemand kontrollieren was wirklich verschossen wurde.

In Afghanistan sieht man auch oft, wie Kinder und Erwachsene nach oder sogar während eines Feuergefechtes Patronenhülsen einsammeln, um diese für den Schrottwert zu verkaufen. Patronenhülsen selbst stellen auch eine Ressource da, wobei Projektile und Zündhütchen die gefragteren Bestandteile sein werden. Siehe hierfür auch die Waffen bauen Teil 1.


- Ersatzteile
Eine Schraubenmutter ist heute eigentlich etwas Banales und kaum einer denkt darüber nach, wie viel Arbeit eigentlich in einem Gewinde steckt. Das meiste Zeug kommt heute aus China. Die deutschen Schrottsammler schicken Altmetall dort hin, wo es eingeschmolzen wird, damit sie daraus neuen Scheiss machen den wir dann wieder kaufen.
Häufig zu findende Gewindearten und Ersatzteile für bspw. Fahrräder werden weiterhin gefragt sein, gerade wenn Dinge die Wartung benötigen in Krisenzeiten populärer werden können.

Wo wir auch gerade bei Small Arms sind; Waffenbauteile können auch immens an Wert gewinnen, selbst wenn es relativ banale Sachen wie Abzugsgruppen sind. Teile die zum Bau von Maschinenpistolen benötigt werden kann man auch auf Vorrat haben, auch wenn man die nötigen Verarbeitungsmaschinen nicht besitzt. Für Waffen wie die British Standart Pipeing Maschinenpistole sollte man entsprechende Teile besorgen und in Erfahrung bringen, ob und welche britischen Teile welche DIN Kennzeichnung besitzen, sofern erhältlich.


- Tauschhandel
Hat sich noch keine Ersatzwährung durchgesetzt oder ist diese nicht Vorhanden, dann kann es sein das Leute tauschen. Auf den Schwarzmärkten nach dem zweiten Weltkrieg gab es auch einen regen Tauschhandel. Anti-Kapitalisten und andere Vollidioten fantasieren manchmal auch offen darüber, dass dies ein besseres System wäre. Aber das ist absurd. In einer Tauschwirtschaft gibt es zuviel Reibungsverlust an Wert und der Handel allgemein ist dadurch wenig mobil. Wer nur Waren hat die verderblich sind wird dabei immer ein schlechteres Geschäft machen gegenüber jemanden der Waren hat die nicht verderblich sind, weshalb dieser ihn einfach aussitzen kann. Auch wer Waren gegen Dienstleistungen tauscht macht dabei immer das schlechtere Geschäft.
Dazu ziehen spezielle Dinge wie Notfallnahrung und Spezialitäten wie gefriergetrocknete Langzeitnahrung Aufmerksamkeit auf sich, da diese gute Vorbereitung und größere Mengen suggerieren. Tauschhandel ist für den Survivalisten eigentlich keine Option.


- Blowjobs
Hey, hat jemand ein bisschen Heroin für mich? Ich hab Cheezburger! Ein Haufen Leute die keine Vorbereitungen getroffen haben und auch sonst keine Fähigkeiten haben, denen wird am Ende nur übrig bleiben Schwänze zu lutschen und die Lustknaben-Bitch zu sein.


Die einzigen für die diese Situation noch beschissener ist als für die Leute die gezwungen sind Schwänze zu lutschen, sind die Leute die heute bereits Schwänze lutschen und deswegen nicht diesen Notfallplan haben. Huren aller Preisklassen sehen sich dann einem drastischen Wertverlust gegenüber in diesem Käufermarkt. Für 200 Gramm Rattenfleisch gibt es dann einen Hassfick mit jeder Studentin für soziale Arbeit deiner Wahl. Sie weiß dass es die Würgemale wert ist. Siehe hierfür auch Porn Collapse.


- Gold
Edelmetalle sind keine Krisenwährung. Mir hängen diverse verlogene Geschichten von betrügerischen Edelmetallhändlern und Leuten die einfach Schwachsinn glauben mittlerweile zum Hals raus. Da werden absurde Dinge behauptet, wie dass man auf dem Schwarzmarkt für Gold Penicillin kaufen hätte kaufen können oder im Krisenfall weiterhin seinen Wildbret Sonntagsbraten vom Jäger gegen ein paar Silbermünzen bekommt. Das ist alles dummes Zeug und wird nicht passieren. Siehe auch Schattenwirtschaft Teil 3, Wie sinnvoll ist Gold in der Krise und Edelmetallpreise fallen.

Wer dafür plant mit Edelmetallen in der Krise Konsumgüter bezahlen zu können, der plant für ein immenses Minusgeschäft. Von dieser idiotischen Rechnung abgesehen ist der Kreis derjenigen, die Edelmetalle überhaupt annehmen werden sehr gering. Marktwirtschaftliche Raffinesse alleine macht noch keinen Edelmetallexperten und die meisten Händler werden diese Dinge als Zahlungsmittel ablehnen. Wer wird mit einem Beutelchen Münzen, womöglich noch alleine, von Händler zu Händler tingeln? Im dümmsten Fall findet eine Deflation statt und die Edelmetalle werden weit unter Einkaufspreis am Industriewert für staatliche Zahlungsmittel hergegeben, die von den Händlern angenommen und herausgegeben werden.

Bei Pfandleihern wird man in Krisenzeiten allerdings wieder mehr Schmuck finden. Praktisch wird es für die Leute, die glaubhaft verkaufen können bei der alten Goldkette von eBay handelt es sich um ein Familienerbstück, von dem man sich nur sehr schmerzhaft von Glied um Glied trennen kann. Genau wie bei Silbermünzen und seltenen Prägungen wird sich keiner für Seltenheit oder die Leistung des Künstlers interessieren, sondern dann geht es um Materialwert.

Edelmetalle werden nach der Überwindung einer Krise aber nützlich sein um diese für Kredite zum Wiederaufbau zu verpfänden. Denn wenn es keine Wirtschaft (wieder) gibt, dann gibt es nicht was das Gold kaufen könnte und es ist nur gelbes Metall. Der kluge Survivalist geht als Gewinner aus einer Krise heraus und ergreift die Initiative. Wie bereits erwähnt, siehe hierfür Post Economy Neustart. Kommt zu mir in der Krise ein alter Münzsammler der einen Karton Langzeitlebensmittel für eine Unze Krügerrand haben will, dann sage ich dem einfach er soll sich verpissen. Ich sitze ihn aus bis der Hunger unerträglich wird und gebe ihm dann ein paar Konserven aus dem Opfervorrat für minderwertige Lebensmittel und Dinge die getauscht werden können.




Kommentare:

  1. Als alter Mann, in so einer Situation ohne Optionen, womöglich mit anderen Einschränkungen würde ich mir ernsthaft überlegen, was das noch soll.
    Man kann doch auch seine noch vorhandenen Ressourcen an den eigenen Clan weitergeben und in den Sonnenuntergang reiten.
    Nur Überleben ist kein Wert an sich, vor allem, wenn man ohnehin nur noch ein paar Jahre hat.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr weise.
      Bin auch ein alter Mann. Überleben ist für mich auch nur, um zu sehen, was daraus geworden ist.
      Alles, was mir das Leben bot, hatte ich doch schon.
      Viel Spaß, ihr Jünglinge

      Löschen
    2. "Alles, was mir das Leben bot, hatte ich doch schon."

      Ach komm, im Studium hat mein Kumpel gegenüber einer Prollkneipe im 4. Stock mit Dachterrasse gewohnt.

      In lauen Sommernächten haben wir uns in Liegestühlen mit Moijito an den Rand der Terrasse mit hervorragender Sicht auf den Eingangsbereich gesetzt und uns die erbitterten Schlägereien reingezogen.

      War archaisch und unterhaltsam, vor allem, wenn Frauen aneinandergerieten und dann auch noch Polizei aufschlug, was wiederum die linken Autonomen aus deren naheliegender Kneipe anlockte..

      Also ich finde, allein die Show lohnt nochmal eine Wiederholung im grösseren Rahmen... so Ferguson Riots oder die Plünderungen in London..

      Muss ja nicht gleich ein Yellowstone Ausbruch auf unsere alten Tage sein oder?

      Löschen