Mittwoch, 11. März 2015

Kleinkaliber .22 lfB - oder Wandern durch Afrika mit der Familienpackung

Ein Gastbeitrag von Satcadir 

Kommen wir zu der oft unterschätzten, aber gleichwohl für Post Collapse wohl am besten geeigneten Kalibergrösse .22 lfB (lang für Büchse) oder Kleinkaliber (KK).
Wenn man mich fragen würde, mit welcher Waffe ich durch Afrika wandern würde, wenn ich die Auswahl hätte, gäb es für mich kein Zögern.

Zwei (!) Kleinkalibergewehre mit Masseverschluss, Ruger 10/22 oder Remington 597, stainless, UNF Mündungsgewinde, FAB Klappschaft, F Schalldämpfer, Eisenvisiere, Umbau auf Dauerfeuer und 10 30er Mags. 400€

Ein Gewehr dient immer als Reserve und Ersatzteillager bei wichtigen Kalibern.
Das zweite Gewehr hat einen zivilen Kunsttstoff Jagdschaft.

Schaftset Archangel für Ruger 10/22

Optik: Aimpoint T2 Micro 800 € oder Leupold Mark 4 CQ/T, 1200€ ,wenn man es denn bekommt. Das Leupold ist auf der ITAR Exportverbotsliste der Amis. An der Optik wird nicht gespart, denn das ist Backup Material für die grossen Waffen.

Munition: 1500 Schuss CCI Stinger (V0400m/sec)und 500 Schuss Aguila subsonic (320m/sec).

Die Mündungsgeschwindigkeit der CCI Stinger entspricht etwa der Geschwindigkeit einer .223 Remington (Federal Sierra Matchking) nach 400 m. Also, da ist richtig Energie in der Arena und das bei einer Packungsgrösse einer Familienpackung von 500 Schuss von einem kleinen Tetrapack.

Die CCI Stinger oder auch billiger für die Jagd Remington Yellow Jacket expandiert zuverlässig im Ziel und reisst einen Wundkanal etwa wie ein 9mm FMJ Geschoss

Sowas leistet im Verhältnis Gewicht/Wirkung keine andere Munition
Ich würde mich deshalb nicht eine Sekunde unsicher fühlen oder gar Sorge um Nahrung haben.

AK System in .22lr von German Sport Guns

Subsonic vermeidet den Überschallknall und wie man so hört (verboten an KK Gewehren), sind die F (Luftgewehr) Schalldämpfer damit richtig wirksam. Übrigens soll das auch bei .223 Remington mit Kurzbahnmunition gehen...hört man ebenfalls so...., aber da wäre dann ein Repetierer angesagt weil der Gasdruck für einen Selbstlader zu gering sein dürfte. Für Selbstverteidigung wär das also die richtige Wahl. Vorraussetzung ist immer ein UNF Gewinde.

Speziell für Unterschallmunition hab ich noch einen Repetierer von Norinco (200€)gekauft. Das ist eine Nachbildung des alten K98 Übungskarabiners. Nicht weil ich sentimental bin, aber das Teil hat doch tatsächlich einen Adapter für ein 98er Bajonett. Und man weiss nie, wofür man das noch so gebrauchen kann :)).

Einschusslöcher aus .22lr GSG AK System in einer Kühltruhe

Als Kurzwaffe einen Uhl KK Aufsatz (mit UNF Gewinde!)für die Glock 17 mit Reservemagazin, etwa 700€. Dann ist auch preisgünstiges Training mit der Glock möglich.

Es gibt frei verkäufliche Glock Lower in Österreich.
In D wär natürlich so unregistriertes Material verboten. Die Info ist also nur für die gesetzestreuen Ösis unter den Lesern.

Auf keinen Fall sollte man auch die zahllosen Anleitungen der US Amerikaner zu einem Full Auto Umbau von Ruger und Remington in D umsetzen. Auch das ist hier verboten. Aber mal anschauen und wissen, wie es ggf geht schadet nix.

Dass KK Munition als Zünder für Schrotpatronen geht, wurde schon öfters im Blog geschrieben. Als Währung nach dem 2.Weltkrieg waren die Patronen auch gut geeignet.


Allerdings bin ich bei KK etwas traumatisiert.

Mit 15 Jahren testosterongeflutet und deshalb dämlich wie nix, hab ich mit zwei Kumpels die Porzellanisolatoren an Stromleitungen gehimmelt. Resultat, das Dorf war einen langen Tag und eine Nacht ohne Strom.

Das hat zwar Hassgefühle ohne Ende in der Bevölkerung produziert, wäre aber folgenlos geblieben, wenn ...ja wenn sich nicht eine Dumpfbacke gegenüber seiner Freundin 2 Monate später hätte wichtigtun müssen.

Resultat: Ein paar Sätze richtig heisse Ohren von meinem Vater, Beschlagnahme der KK Gewehre und für mich ein menschenverachtender Pranger in Form eines wochenlangen Arbeitseinsatzes im Kurpark zum Unkrautjäten samt hämischen Kommentaren herzloser Passanten, denen meine harte entbehrungsreiche Jugend reichlich gleichgütlig war.

Und dazu eine abartige Endlosschleife von bayerischer Volksmusik aus den Lautsprechern und das in den gesamten Sommerferien...

Also Vorsicht, KK ist eine überaus gefährliche Munition und kann einem richtig den Tag versauen!


Nächste Station 9mm Para, der Argumentationsverstärker für Kurzwaffen.


Ein Gastbeitrag von Satcadir

Bilder und Anmerkungen von der Redaktion hinzugefügt


Siehe auch:
Die FULL AUTO Reihe
Optiken für Schusswaffen
Den Rest vom Blog

Kommentare:

  1. Es geht nichts über 9mm als Backup, die Munition liegt quasi auf der Straße. Für die Glock als Standalone bietet sich auch ein cca roni an. So können Visierung und Leuchtmittel auch an der Kurzwaffe eingesetzt werden. Das es einen Fullauto Umbau für die Glock 17 gibt erwähne ich der vollständigkeit halber auch noch.

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    1. Das ist durchaus richtig. Mit einer Glock 17 kannst Du eigentlich (fast) alles abdecken.
      Kommt noch im nächsten Teil.
      Bei KK war mir allerdings der Uhl Aufbau etwas schwachbrüstig wegen des kurzen Laufes.
      Überhaupt sollte es deshalb, wo immer es geht, ein Gewehr sein.

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    2. KK und Fallenjagd oder Beute auf kurze Distanz ist ein guter Tip. Und als SV ist es auch eine lautlose Alternative. Das Gwichts/Preis/Leistungsverhältnis war mir nie bewusst. Bisher haben wir GK-Schützen immer über die KK Schützen im Verein gelächelt. Das sehe ich seit deinem Beitrag nun anders. Freu mich auf den nächsten Teil!

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    3. "Und als SV ist es auch eine lautlose Alternative."

      Schalltarnung (ebenso wie Lichttarnung) ist ohnehin die Geschäftsgrundlage postcollapse.

      Ich mache das weitaus umfassender als nur in Hinsicht auf Schusswaffen, weil ich als Räuber (aber auch Jäger) genau auf sowas achten würde.

      Also beschäftigt Euch ruhig mal unter diesem Aspekt mit Mobilität.

      Also Fahrrad, aber auch mein derzeitiger Auto Favorit Mitsubishi Outlander Plugin, der zu allem Überfluss auch noch ein potentes Notstromaggregat ist..

      Überhaupt verstehe ich nicht, warum heute nicht Panzer ein paar tausend Meter lautlos in die Bereitstellungen fahren und den taktischen Sprung elektrisch beginnen.

      Das wäre nicht nur lärmtechnisch vorteilhaft, sondern würde auch die Wärmesignaturen verringern.

      Zurück zu Schusswaffen 22 lfB und 223 Rem subsonic nehmen sich nicht viel in Sachen Geschossgewicht, wohl aber in den Abmessungen der Hülse.

      Unterschall ist KK damit eindeutig die bessere Wahl einschliesslich der leichteren Gewehre, die in der Mechanik keine höhen Drücke verkraften müssen.

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  2. Wer solche Geschichten erzählt könnte allerdings auch gleich mit Klarnamen schreiben.

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  3. Was der Elefanten, Löwen, Büffel, Nashorn oder weiß der Geyer was Schädel zur 22er sagen würde...hmmm...Viel Zeit zum räsionieren hättest Du nach dem plop am Schädel nicht mehr.Aber Spaß bei Seite.

    Die 22er lfb ist natürlich eine total unterschätzte Patrone. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass über 50 m die lethale Wirkung nicht mehr die ist die man von einer Büchsenpatrone erwartet...Auf über 50-100 Meter ist es schon unheimlich schwer einen Fuchs direkt umfliegen zu lassen...Unter 50 Meter natürlich sehr gefährlich. Aber auch hier vorsicht mit Wind, Gestrüp usw. Da können schon mal auf 30 Meter 20 bis 30 cm abweichung vorkommen. Soll ja bei manchen Zielen zu viel sein. Der vergleich mit der 223 hinkt gewaltig. Vergiss nicht das Geschossgewicht und die rapide Geschwindigkeitsabnahme der 22ger...
    Trotzdem gute Patrone...Billig, leicht, Tauschmittel, Treibladung(Wurde hier ja schon xmal angesprochen) für Schrot und auf Nahdistanz ein leiser Killer (frag mal die Spetnaz aus Grosny)...aber niemals als Erste Laborierung, nur als Backup!!

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  4. https://www.youtube.com/watch?v=OUM1r_444CY

    Die Jungs schießen mit KK aus verschiedenen Distanzen auf ein Brett. Ich denke hier wird es keiner bezweifeln, aber die 22lfb durchschlägt auf 400m noch das 1/2" Brett, was nach Armyspecs für die Möglichkeit einer tödlichen Verwundung steht. Der Präzisionsverlust durch äußere Einflüsse wurde schon beschrieben.

    Ich mag den Kanal von den Jungs. Die wissen wie man feiert.

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    1. Barry ist ja schon tot, scheint nen neuen Kollegen gefunden zu haben.

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  5. Klar ist eine tödliche Verwundung "möglich". Ich kann auch auf zwanzig Meter n Hammer werfen. Der ist auch tödlich. Trotzdem dreh ich keine Videos und erzähl mit steinerner Ernster Mine :" you can not deny the effectiness of a flying hammer...blabla...hes so amazing fucking deadly...blabla". Klar ist im Notfall eine 22ger besser als nix und für einen der damit umgehen kann ist Sie auch ne tödlich präzisse Geschichte auf kurze Distanz...

    Aber fangt nicht an den Leuten zu erzählen mit der zwoundzwanziger wären Sie wie Superman. Hört sich sonst an wie der Super Kung Fu trainer von nebenan der seine unbesiegbaren Studenten züchtet...

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