Sonntag, 29. März 2015

Straßensicherheit und Mobilität Teil 4: Bug-out Fahrzeuge

I saw that truck you were driving in, perforated with 50 calibre rounds and torched on the side of the road. I looked inside, corpses blown to pieces and burnt beyond recognisable.

Die Diskussion um Fahrzeuge für den Krisenfall wird meist genau so fetischisiert geführt wie Debatten um Bug-out Bags oder Messer. Dabei fokussieren sich viele Menschen auf die falschen Aspekte die ein Bug-out Fahrzeug eigentlich braucht, nämlich die Fähigkeiten zum Bug-out und den Fahrer aus der Gefahrenzone zu einer sicher(er)en Location zu bringen. Ich halte diverse Vorkehrungen für ein Leben auf der Straße, wie eingebaute Kocher und dergleichen, für absolut törichte Ressourcenverschwendung. Es ist das Equivalent zu überladenen Rucksäcken, mit denen man darauf spekuliert lediglich ein besser aufgestellter Flüchtling zu sein und bis zum Ende der Krise in einer Art Nomadentum auszuharren. Wird nicht passieren. Die meiste Survival Literatur stammt aus den USA und für Europa gelten teilweise andere Regeln, einfach weil die Größenverhältnisse ganz andere sind, die Besiedlungsdichte höher ist und Wildnis in Europa so nicht existiert.


Fahrzeugwahl und Umgebung
Als erstes sollte man sich darüber im Klaren sein, von wo aus man mit dem Bug-out Fahrzeug aufbricht. Lebe ich nur im Speckgürtel bzw. dem Vorstadtring um ein Ballungsgebiet herum, so habe ich ganz andere Möglichkeiten als wie wenn ich vom Stadtkern selbst aufbrechen muss.

Im Vorstadtgebiet ist es nicht ungewöhnlich, dass Leute mehrere Fahrzeuge besitzen und auch oft Geländewagen bzw. Fahrzeuge im Offroad Look ohne Allradantrieb. In der Innenstadt gestaltet sich dies schon aufgrund des Parkplatzmangels schwierig, auch wenn ich bisher zivile Hummer lediglich im Stadtkern gesichtet habe. Solche Fahrzeuge fallen hier aber auch auf wie bunte Hunde und im Krisenfall, wenn bereits Sicherheitskräfte die Straßen patrouillieren oder mit feindseligen Kräften zu rechnen ist, dann ist ein solches Fahrzeug unangebracht.

Beispiel aus Fallujah 2004:
Vier Contractor der Firma Blackwater geraten mit zwei ihrer Fahrzeuge in einen Hinterhalt. Pro Fahrzeug saßen jeweils zwei leicht bewaffnete Contractor darin, da es sich lediglich um einen Routineauftrag handelte einen Konvoi mit Versorgungsgütern zu begleiten und man wohl nicht wirklich mit Kontakt rechnete. Bei den Fahrzeugen handelte es sich um auffällige Mitsubishi Geländewagen und die Fahrer waren im voraus nicht mit Karten oder Navigationsgeräten versorgt worden. Es besteht auch der Verdacht, dass das ganze ein Setup irakischer Behörden war. So oder so waren die Fahrzeuge viel zu auffällig, besonders wenn sie sich in der Gruppe bewegt haben. Unauffälliger wären alte Stufenheck BWM gewesen und die Kleidung der Einheimischen zu tragen. Britische Contractor stellen sich in der Beziehung sehr viel geschickter an als ihre amerikanischen Kollegen.


Weiteres Beispiel aus Fallujah 2004, zur Zeit der Insurgency:
Dieser Jeep hatte sich einer Einheit US Marines genährt, die erst gar kein Risiko eingegangen sind.

Die Leichen der Insurgenten liegen alle in der Nähe des Fahrzeuges, was suggeriert die Marines haben schnell das Feuer eröffnet und denen erst gar keine Zeit gelassen zu reagieren bzw. auszuschwärmen. Auch zeigen die Leichen, dass die Insurgenten ihre Chest Rigs unter der Kleidung trugen und diese verbergen wollten. Die Lektion daraus ist, dass man in Krisengebieten nicht mit geländegängigen Fahrzeugen herumfährt oder mit mehreren Männern im kampffähigen Alter im gleichen Fahrzeug sitzt, weil die anderen das Risiko erst gar nicht eingehen werden. Erst schießen, dann fragen.


Zudem kann es sein, dass das Geländefahrzeug, welches der Prepper für seine Flucht vorgesehen hat bereits vor der Krise von der Regierung unter dem Bundesleistungsgesetz eingezogen wird. Die Regierung weiß in der Regel eher als der Normalbürger von sich anbahnenden Krisen und wird im Voraus Rundschreiben verschicken, die einen dazu Auffordern das entsprechende Fahrzeug gewartet in Bereitschaft zu halten.

In der Ostukraine ist es zudem vorgekommen, dass die russischen Insurgenten die Besitzer von bestimmten Fahrzeugen einfach bestohlen und oft ermordet haben. Gefällt einem Warlord dein Auto oder hat es einen Nutzen für deren Bewegung, dann landest du in einem flachen Grab und das Auto wechselt den Besitzer. Aufständische, die sich zur neuen Staatsmacht erklären wollen, werden versuchen an Material aus KFZ Zulassungsstellen und Einwohnermeldeämtern zu gelangen, die ihnen verraten, wo in der Bevölkerung Geländefahrzeuge und Schusswaffen zu finden sind.


Merke: Fahrzeuge sollten unauffällig und der Umgebung angepasst sein. Es muss lediglich zuverlässig und vollgetankt sein und mich von A nach B transportieren.


Was nehme ich mit (und wie teile ich es auf)?
Viele überladen ihre Fahrzeuge genau so wie sie ihren Bug-out Rucksack überladen und behandeln das ganze als mobiles Zuhause. James Yeager zeigt hier, wie ich es absolut, absolut nicht machen würde. Die Karre ist voll beladen mit Benzinkanistern und Munition, was absolut unnötig ist. Es hat auch seinen Grund, wieso an Militärfahrzeugen Benzinkanister immer außen angebracht sind. Ein derartig beladenes Fahrzeug ist trotzdem an Straßen gebunden und wer meint in der deutschen Kulturlandschaft im SHTF Fall einfach querfeldein durch den Straßengraben und den frisch gepflügten Acker fahren zu können, der wird sich ganz schön wundern.
Alles, was man nicht absolut für den Weg braucht sollte bereits bei der Bug-out Location gelagert sein. Siehe hierfür die Reihe Bug-out Location und das kommende Handbuch. Es gilt die gleiche Regel wie für den Bug-out Rucksack auch: Ich verzichte auf Bequemlichkeiten wenn ich dafür Zeit und Strecke gut machen kann.

Gleichzeitig muss man bedenken, dass man eventuell in einen Kontrollpunkt geraten könnte, wenn man das Gebiet nicht früh genug verlassen hat. Die Mitnahme von militärischen Gegenständen oder auch den legal besessenen Schusswaffen fällt hiermit flach, denn in diesem Fall wird man von den Behörden mitsamt seiner Ausrüstung einkassiert. Die Behörden sehen sich natürlich selbst auf der Seite der Guten und können/müssen davon ausgehen, dass Jemand der im Krisenfall derartig unterwegs ist, eventuell Agent einer fremden Macht oder Teil einer Aufstandsbewegung ist. Stehen bereits Checkpoints, so ist es am unauffälligsten man hat ein paar Konserven, einen Kasten Wasser und Kleidung dabei, mitsamt einer glaubhaften Geschichte, dass man hier und dort bei Verwandten unterkommt, eventuell sogar eine Telefonnummer wo man erreichbar ist. Habe ich ein Zelt dabei, die ich persönlich sowieso für unnötige Pussy-Artikel halte, wissen die Behörden gleich, dass man eben nicht bei Verwandten unterkommt und wie ein Zigeuner dann wildcampen gehen wird. Auch sollte ich die Strecke vorher kennen, denn ein aktives Navigationsgerät verrät der Checkpointbesatzung, dass ich mit der Strecke zu der "Verwandtschaft" nicht vertraut bin.

Ein weiterer Punkt von dem was ich mitnehme ist wie ich es aufteile. Der Besitzstand an Fahrzeugen schwankt in Deutschland ziemlich. Vor zwei Jahren hatte meine dreiköpfige Familie noch drei PKW und ein Motorrad, die alle einen unterschiedlichen Nützlichkeitsgrad hatten. Hat eine Familie mehrere Fahrzeuge, so ist es sinnvoll auch mehrere für den Bug-out zu verwenden. Außerhalb wird man aber als Kolonne schnell wahrgenommen, wenn die Nummernschilder alle auf denselben Registrierungsort verweisen. Ab ersten Januar dieses Jahres ist aber die Bundesweite Mitnahme bzw. Beibehaltung von Nummernschildern möglich, wodurch der deutsche Staat Bürokratie einsparen will.

Hat man mehrere Fahrzeuge fällt es auch leichter eines zurückzulassen, sollte es einen Defekt haben oder die Situation es erforderlich machen. Emotionale Bindungen zu Autos sind daher völlig unangebracht und Tuningkünstler werden es schwer haben, etwas in Brand zu setzen, worin sie viel Zeit und Geld investiert haben. Sollte man nämlich ein Fahrzeug zurück lassen, so kann es unter Umständen erforderlich sein, dass Material zerstört wird. Bricht das einzige Fahrzeug das man hat zusammen, sollte man zumindest einen brauchbaren Rucksack und ein wenig Ausrüstung haben, um den letzten Rest auch zu Fuß zu schaffen. Je nach Situation kann man sich dann entscheiden ob ich Güter aus dem Fahrzeug in der Nähe verstecke und später abhole, wie bspw. die Autobatterie, Benzinkanister und entsprechendes Werkzeug. Muss ich das Fahrzeug vernichten, dann empfiehlt sich eine Thermitladung im Motorblock, die vorher als Konserve oder dergleichen getarnt wurde. Mückenspiralen als Zündschnur können einem einen Vorsprung von einer Stunde geben.

Was man daher nicht haben sollte sind Anhänger welche die eigene Mobilität einschränken oder ganze Camper. Ein Leben auf der Straße wird von keiner Community die man passiert gerne gesehen und Feindseligkeiten sind programmiert. Entweder behandelt einen jede Community als potentiellen Dieb und lässt einen mitsamt der Familie gleich verschwinden, oder man ist neugierig was sich alles so in dem Wohnmobil befindet, dass diese Person meint ein solches Leben führen zu können. Auch ein Anhänger würde nur für die Reise selbst unnötiges Zeug transportieren, welches sich ohnehin bereits am eigenen Zufluchtsort befinden sollte.


Die Route
Die Strecke selbst ist der kritische Punkt. In einer Krisensituation können Autobahnen verstopft sein mit Flüchtlingen, Brücken können zerstört sein oder einfach das Wetter kann durch Überflutungen oder Vereisung ein passieren unmöglich machen. Wie in vorherigen Teilen der Reihe bereits beschrieben(siehe unten), sollte man sich darüber im Voraus Gedanken machen und alternative Strecken einplanen. Gerade in Süddeutschland werden oft Strecken durch die Hügel im Winter gesperrt, da ein normaler PKW dort bereits Probleme bekommt.


Gerade in Jahreszeiten wo der Boden sumpfig ist kann ein Fahrzeug nach wenigen Metern Feldweg stecken bleiben. In so einer Situation sollte man zumindest Handsäge und Klappspaten im Fahrzeug haben, damit man nach dem Prinzip von Knüppeldammwegen die festgefahrenen Räder wieder frei bekommt und auch matschige Waldwege passieren kann. Handschuhe nicht vergessen.
Blockiert ein Baum die Straße, so ist dies eine sehr kritische Situation, da es sich dabei um einen Hinterhalt handeln kann. Hat man niemanden zur Sicherung bei sich, so sollte man das Risiko nicht eingehen und das Hindernis umfahren. Befinden sich am Straßenrand bspw. umzäunte Pferdekoppeln, so kann es Sinn machen den Zaun im Notfall zu zerstören und das Gebiet zu passieren. Hierbei sollte man bedenken, dass die Lokale Bevölkerung es nicht gerne sieht, wenn man ihre Zäune zerstört und dies daher nur im Notfall tun. Eine Drahtschere oder ein Bajonett mit Drahtschneider wären dafür erforderlich.

Für Fahrzeugbergungen siehe auch das US Army Field Manual 20-22 Vehicle Recovery Operations.


Im nächsten Teil behandeln wir Krisenfahrzeuge mit militärischem Nutzen.



Siehe auch:
Straßensicherheit und Mobilität Teil 1: Fluchtbewegungen
Straßensicherheit und Mobilität Teil 2: White-lined Nightmare
Straßensicherheit und Mobilität Teil 3: Highway War
Überleben in der Stadt - Flutkatastrophen II
Ambush!
Achtung Panzer!


Kommentare:

  1. Kein Wrangler, Grand Cherokee. Soviel Zeit muss sein. ;-)
    Es gibt heutzutage genug PKW mit 4x4, auch Understatement Fahrzeuge und es muss kein Jeep sein. Ich habe den meinigen auch deshalb verkauft weil du auffällst wie ein bunter Hund. Es gibt genug Japaner wie zb. Subaru wo du nicht hängen bleibst, selbst ein Justy oder Imprezza kommt weiter als irgendwas ohne Allrad. Eine unauffällige Limousine oder Kombi mit 4x4 die nicht so riesig sind kommen immer gut.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ansonsten bin ich ja Detailfixiert. Hab mich wohl auf die falschen Details, wie ausgeloffene Hirnmasse, konzentriert.

      Löschen
    2. Ich hatte 2 von den Kisten, die Hirnmasse hab ich mir erst später angeschaut.

      Löschen
  2. Ich bin mit meinem Moped mit Winterreifen diesen Winter Strecken gefahren, die ich mit dem Auto nicht geschafft hätte.
    Wenn die Kiste leicht genug ist und genug Sprit faßt um mit Reserve zur BOL zu kommen, durchaus eine Option. Ein Rucksack voll Kram reicht ja. Entweder hat man Alles dort oder man hat falsch geplant.
    Eine GS1200 allerdings wirkt wie ein SUV und ist hilflos in wirklichem Gelände. Wie eigentlich Alles über 130kg. 10kg weniger ist besser als 10PS mehr.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zu DDR Zeiten bin ich jeden Tag, auch im Winter, mit ner ES 150 auf Arbeit ( 30 KM ) gefahren. Im Winter bin ich einmal hinzu und einmal rückzu auf die Fresse geflogen, das härtet ab ;-). Nichtvorhandener Winterdienst mal ausen vor gelassen. Glaub mir, mit Rucksack und etwas fortgeschrittenem Alter willst du dir das in einer PC Situation nicht wirklich antun. Es sei denn es muss ... .

      Löschen
    2. Mit einem Moped kommt man aber überall durch. Liegt ein Baum auf der Straße wuchtet man die Kiste drüber. Auch Wald und Feldwege sind damit befahrbar. Auch in ein Boot könnte man es packen um z.B. einen Fluss zu überqueren. Mit 60 km/H kann man notfalls 300 Kilometer an einem Tag zurücklegen. Zudem sich so ein Fahrzeug auch im Keller oder in der Wohnung deponieren lässt. Im Winter braucht es da natürlich spezielle Bekleidung wie z.B. die schwedische Armee Motorradjacke und Hose. Mit Luxus ist es dann eh vorbei.
      ETZ 150 Fahrer

      Löschen
  3. Wenn die Zeiten so sind, dass noch Rundschreiben nach Bundesleistungsgesetz herumgeschickt werden um Fahrzeuge und Waffen zu konfiszieren, bin ich zumindest bei Waffen sicher, dass irgendwelche bösen Jungs sich Zugang zum zentralen Waffenregister verschaffen.

    Die werden dann vermutlich als Polizisten verkleidet sofort meine Waffen eingezogen,- und mir ggf sogar eine Quittung mit Briefkopf des Landratsamtes dagelassen haben.

    Nach denen kann der Staat dann gerne suchen, wenn sie nichts besseres zu tun haben.

    AntwortenLöschen
  4. Ich hab ein perfektes Fluchtfahrzeug, das ich so auch schon genutzt habe (Hochwasser/Überschwemmung) und das sieht so aus:

    Wohnmobil Ford Transit Nugget. Aussentarnung mit Firmenaufkleber. Umbau auf Salatölbetrieb mit Zweitanksystem. Anhängerkupplung, Fahrradträger, Dachträger.
    Muss ich den stehenlassen, gehts weiter mit Fahrrädern und Anhängern. Ebenso bei Erkundungen.

    Am Zielort Tarnnetz drüber und gut is. Hat man gleich eine beheizbare Hütte Wasser, Aussendusche, Strom (Solarpanel)

    Also unauffälliges Kastenwagen - Wohnmobil ist schon ok und flexibel.

    AntwortenLöschen
  5. Hi!

    (Ich bin der anonymus der hier jetzt zum 3.mal anonym postet [V.Dach, Ratten & jetzt hier), hab nur nicht den Nerv wieder irgendwo 'nen fixen account zu machen also... ich bin der unanonyme anonymus & geb mich ggf. als dieser zu erkennen) :-D

    Spaß beiseite...

    Nicht nur der Fahrzeugtyp ansich ist entscheidend sondern die Möglichkeit das am Laufen zu halten! Für mich muss es eine altertümliche Kiste sein mit Kontaktzündung und ohne BlackBox (die Elektrokiste wo viele Drähte rein- und rausgehen). Idealerweise kann ich meine Karre mit Hausmitteln wieder fahrtüchtig zurechtflicken. Der einzige Halbleiter bei mir ist der Gleichrichter von der Lichtmaschine und den kann ich substituieren. Nach ein paar Monaten postcollapse wird's keine Toyota/Mitsubishi/Sonstwas - Fachhändler mehr geben und alle Austauschteile wird sich sonst keiner auf Reserve legen können.

    just my 5 cents

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn Du eine anonyme Identität willst, lass Dir halt nen Nick einfallen und schreib wie satcadir einfach ohne Login.

      Die Elektronik ist eigentlich ehr selten das Problem, wie oft geht bei einem älteren Wagen (BJ vor 2000!) da was kaputt? So gut wie nie, sonst wäre der nicht so alt geworden. Organspender gibts für jedes Modell en masse, auch wenn es kein zweier Golf oder 124 MB ist. Bei einem EMP kann das evtl anders sein, aber da gibt es keine Garantie dass das eine Auto sicher kaputt ist während das andere sicher anspringt. Im EMP-Fall wäre Autofahren aber eh etwas auffällig.

      DAS Postcollapse-Auto gibts so nicht, denn welcher Wagen kann Transportkapazität, Geländegängigkeit, Zuverlässigkeit mit Unauffälligkeit verbinden und (Bar)bezahlbar bleiben und läuft nebenbei auch noch mit improvisiertem Sprit?

      Löschen
    2. Über den improvisierten Sprit kann ich nichts sagen, aber ein Volvo 240 scheint in allen anderen Punkten zu bestehen.
      Dieses Auto ist sogar in olivgrün noch unauffällig, weil fast jeder entweder in grün oder schwarz rumfährt.

      Löschen
  6. Wie ist das eigentlich mit EMP und Auto? Eigentlich isses doch ein Faraday Käfig.
    Noch was zum Diesel und Salatöl.
    Eigentlich hielt ich die Lösung seinerzeit für perfekt, ein hochwertiges Lebensmittel als Treibstoff zu nutzen. Ich hatte einen IBC Behälter damit vergraben, und als private Tankstelle genutzt, weil das Zeug kühl und dunkel gelagert ewig hält :).
    Damals hatte die Pflanzenölszene sogar einen Tankwagen organisiert, der Norddeutschland abfuhr und größere Abnehmer belieferte.
    Zwei Faktoren beendeten die Party. Zum einen merkte der Staat, dass ihm zunehmend Steuereinnahmen verloren gingen und nahm uns von dieser Seite in die Zange.
    Zum anderen, und das war entscheidender, wurden die Drücke der Einspritzsysteme
    Common Rail und Pumpe Düse zu hoch. Bei Bedarf kann ichs näher erläutern, aber
    auf jeden Fall sollte man es einfach lassen. Wenn dann nur mit Verteilereinspritzpumpe und da Bosch, nicht Lucas.
    Die alten PSA Elektroautos und da vor allem den Citroën Berlingo halte ich mittlerweile für perfekt. An den Berlingo habe ich eine Anhängerkupplung gebaut. Mit Fahrradträger . ...und dort kann man bei Bedarf auch ein Notstromaggregat während der Fahrt laufen lassen, wenns weiter weg gehen soll und laut sein darf.
    Ansonsten rauscht man damit leise durch die Nacht und mit Nachtsichtgerät ab Gen2 sogar sicher ohne Licht.
    Selbst durch leichtes Gelände im Jagdrevier komme ich damit, weil ich auf leichte Lithium Akkus umgerüstet habe.
    Unauffällig , billig Baujahr 2002, verzinkte Karosse
    Was will man postcollapse mehr?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die EMP Commission in ihrem Bericht an den US Congress schreibt davon, dass die meisten Autos nur einen vorrübergehenden Ausfall durch einen EMP erleiden. Viel eher wird der Ausfall von Ampeln und dergleichen zum Problem.

      Löschen
    2. Ich habe bis ca 2006 in drei Autos Pöl verfahren, das klappt schon ganz gut - mit ein paar Umbauten, Vorkammermotor und Benzinbeimischung im Winter.
      Die Mineralölsteuerpflicht für Pflanzenöl (!) haben wir mMn verschiedenen Oberlehrertypen von fmso.de zu verdanken die sich damals schon dauernd vor der Politik als Supergrüne profilieren und sich wichtigmachen wollten.
      Da wurden dann an Gott und die Welt Briefe verschickt, das man doch irgendwie was für 'die Umwelt' tue und daher doch bitte einen Rabatt bei der KFZ-Steuer haben wolle. Das absehbare Ergebniss nach ein paar Jahren Quengelei war dann das genaue Gegenteil (s.o).
      Der aktuelle 'Geheimtip' ist der gleiche wie vor der Pöl-zeit: Nimm einfach Heizöl! Wer kennt jemanden der jemanden kennt, der davon gehört hat das jemand vom Zoll dahingehend kontrolliert wurde? Eben!

      Löschen
    3. Als Waffenbesitzer würde ichs legal machen und das geht so: Du hast eine Standheizung und noch Material aus Pflanzenölzeiten für ein Zweitanksystem? Schön für Dich. Da Du beruflich öfter draussen stehst wird die Standheizung analog der von Bussen vom Tank, der mit Heizöl betrieben wird befeuert.
      Und nein, es gibt keine Verbindung zwischen den Tanks, geschweige denn ein Umschaltventil, das Du auf Diesel stellst, wenn Du hinter dem Zollfahrzeug herfährst, um in deren Halle zur Untersuchung zu fahren.
      Das spült das System, wenn man es denn so macht.

      Woher weiss ich das?
      Vorletzte Woche auf der A9 hinter Nürnberg . ...keine Probleme mit den Bütteln.
      Erste Kontrolle nach 41 Jahren Dieselei.

      Etwas Pöl (5%) würde ich bei Heizöl aber reinschütten. Das schmiert ausreichend. Ansonsten ist Heizöl schon ein Stresstest.

      Und soso, Du warst also bei fmso.de...:)) Immer dieselben Volksschädlinge...

      Löschen
  7. Nachtrag Elektroautos. Da aus mir unverständlichen Gründen dieser Blog offenbar von Leuten frequentiert wird, die dem mitfühlendsten Sozialstaat auf deutschem Boden seit Christi Geburt ähem distanziert gegenüberstehen hab ich da noch zwei Tipps für Käufer:

    1. Jetzt kaufen. Die Dinger stehen wie Blei auf den Händlerhöfen.
    2. So man eine PV Anlage besitzt und vorsteuerabzugsberechtigt ist, ist das kein Auto,sondern ein "mobiler PV Akkuspeicher".
    Beweis: Nissan und Mitsubishi vermarkten in Japan schon bidirektionale Ladegeräte (Nissan @ home) die in das Haus Strom zurückspeisen können. Damit ist das über Vorsteuer hinaus wie ein Hausspeicher zu bewerten und nicht wie ein Firmen Auto.
    Selbstständige werden sofort verstehen, was das bedeutet.
    Meine Steuerberaterin fand das "erotisch" (Originalton).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ein lautloses Notstromaggregat mit einer Dauerleistung von 2700 Watt und einer Spitzenleistung von 5000 Watt. Und das noch mit geringer Wärmesignatur.
      Mit so einem Ding an der Chademo 1.0 Schnelladebuchse erreicht man die Zeit um Kühltruhen geordnet zu leeren, Stromautarkie in Verbindung mit PV und Windgenerator und man kann ggf sogar einen lokalen Strom Handel initiieren.

      http://www.goingelectric.de/forum/resources/flyer-dinx-2-7/16707

      In der Gegenwart bedeutet sowas, dass die Stromnetze für den Privatverbraucher den gleichen Weg gehen, wie das Telekomnetz. Man kann es haben, muss aber nicht. Und die Stromkreise sind auch nicht mehr beliebig zu erhöhen, wenn jeder nach einem Fahrzeugwechsel die echte Wahl hat.


      Löschen
    2. Warum erklärt ich so ausführlich, wie man sich von Versorgungssystemen zumindest zeitweise unabhängig machen sollte?
      Mir ist natürlich klar, dass etwa so eine eigene Stromversorgung nicht für die Ewigkeit hält. Jedes komplexe System braucht auf Dauer den Input einer arbeitsteiligen Gesellschaft.
      Aber solche Lösungen verschaffen einem Survivalisten Zeit um sich an die neue Situation zu adaptieren. Je älter und unflexibler ich werde, desto notwendiger halte ich so einen Zeitpuffer.
      Und noch was für die Gesellschaftstheoretiker: Alle, die uns nicht mögen, von sprengläubigen Museln bis Russen leben davon, uns Sprit zu verkaufen. Wer immer persönlich den Krieg beginnen will, braucht nicht auf andere zu warten, die das für ihn tun, sondern kann schlicht auf Sprit weitgehend verzichten und hat dann auch noch Spaß dabei...versprochen!

      Löschen
  8. Anhänger und Anhängerkupplung. Ist unromantisch und nicht "tactical", aber gehört imho zwingend zu jedem postcollapse Fahrzeug.
    Ich hab meinen so gewählt, dass jemand von der Länge her gesehen geschützt drin schlafen kann, abnehmbarer Deckel und simpler Einachser. Auf dem Deckel ist noch ein Gepäckträger. Irgendwann werde ich noch aussenliegende Halterungen für 20 Liter Kanister anbringen, denn der ungenutzte Raum an den Radkästen stört mich.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wirkt für dich irgendwas in dem Artikel oder an den Fahrzeugkriterien "tactical" ?

      Löschen