Samstag, 4. April 2015

Aus Niederlagen lernen

Max, we work private security. We're all ex- soldiers, ex- special forces, ex- cops, ex- good guys. We all have our reasons why we became ex. Maybe now we can put things right, okay?

Vor einer Weile sprach ein liberaler Politiker im Landtag in Düsseldorf davon, dass Deutschland eine neue Fehlerkultur braucht. Was haben wir momentan für eine Fehlerkultur? Menschen gründen weniger selbst Unternehmen aus der Angst zu scheitern vorallem deswegen, weil man sich dann Spott und Häme aussetzt und bei Erfolg entweder beneidet wird oder gerade gut genug ist anderen die Sozialleistungen zu finanzieren.
Die Art mit dem Scheitern umzugehen wird in erster Linie durch die Erziehung und den Umgang damit geprägt, die in Deutschland absolut katastrophal ist. Ein behütetes kleines Einzelkind darf selbst immer weniger Risiko eingehen, weil er sich ja dabei verletzen könnte und somit wäre möglicherweise Mamis und Papis teures Investment in die nächste halbe Generation ruiniert.
Die nächste Station im Lernprozess wäre die Schule, wo jeder Schultest einmal geschrieben wird und in Zeugnisnoten einfließt, die dann quasi das bisherige Leben benoten sollen. Die zwangsweise Institutionalisierung kann das Scheitern bei selbst stupiden und belanglosen Dingen zum Scheideweg für das restliche Leben machen. Eine Bevölkerung die so erzogen wird ist zwangsläufig konflikt- und risikoscheu. Dabei verheilt ein gebrochenes Bein wenn man vom Baum fällt innerhalb von sechs Wochen und Schule interessiert echt keinen Menschen. Ich selbst habe erst relativ spät in meiner Jugend überhaupt erst erfahren, dass man eine Existenz gründen und selbstständig werden kann. Und das Investoren nach vielen Dingen fragen, aber nicht nach einem Schulzeugnis. Die gesamte Schulzeit entscheidet am Ende nur darüber, was der Staat dir erlaubt zu tun. Man muss sich das einmal vorstellen, für was für eine Absurdität der gesamte Industriekomplex ist, vom Hersteller von Füllfederhaltern bis zur Lehrergewerkschaft, der um die Schule herum existiert. Für nichts außer die Kategorisierung von Arbeitsdrohnen. Und wer es beim ersten Anlauf im Kindesalter nicht schafft, für den existiert der zweite Bildungsweg, der verspricht die Fehler der Vergangenheit ausbesserbar zu machen und selbst wieder ein Industriezweig ist.

Was mittlerweile viele Arbeitgeber in den USA feststellen ist, dass die nächsten Generationen an Arbeitnehmern emotional viel zu dünn besaitet sind für eigentlich erwachsene Menschen. Ein Kind das ein Leben lang vor Niederlagen abgeschirmt wurde, das erlebt seine ersten Niederlagen erst als erwachsener Mensch und kann damit nicht umgehen. Da kann es dann vorkommen, dass Leute nachhause gehen von der Arbeit und den restlichen Tag über heulen, weil sie dort von einem Vorgesetzten oder Kollegen blöd angemacht wurden. Das kommt dabei raus wenn man Leute vor verletzten Gefühlen beschützen will. Früher oder später wird es sowieso passieren. Es gibt bei Kindersportveranstalltungen nicht mal mehr Gewinner und Verlierer und grundsätzlich Pokale für die Teilnahme, wovon auch wieder eine Industrie lebt.


Also was wäre eine Neue Fehlerkultur?
Meiner Ansicht nach wäre eine Neue Fehlerkultur die Egalisierung künstlicher Prüfungen mit denen Kinder konfrontiert werden kombiniert mit einer Prise Nihilismus. Kinder schaffen sich in der Regel parallele Existenzen zu allem was sie nicht mögen und trotzdem damit konfrontiert werden. Fußballtraining, Computerspiele, Sammelkarten sind alles Beispiele für sowas. Zweigleisiges Fahren wird in der Schule scheinbar offen gelassen durch das Angebot von vielen(nutzlosen) Fächern, aber am Ende stimmt der Notenschnitt dann doch nicht für das Studium, bei dem man aber auch nicht einfach Geld über die Studienberechtigung stellen kann. Es wäre auch wichtig zu zeigen, dass man scheitern und die selbe Aufgabe von neuem beginnen kann. Und wenn man dann immer noch scheitert, dann macht man eben was anderes.


Lessons of Pain
Eine der wichtigsten Teile einer Lektion ist Schmerz. Jedes Kind begreift so etwas. Wenn es eine glühend heiße Herdplatte anfasst und sich brennt, dann kann es davon nicht nur darauf schließen dass diese Herdplatte ihm Schmerzen bereitet, sondern auch andere Dinge die glühen. Sowas brennt sich in das Gedächtnis ein und das Sprichwort "hinter die Ohren schreiben" hat seinen direkten Ursprung darin, dass Menschen sich Dinge besser merken wenn sie mit einer kleinen Portion Schmerz serviert werden. Was wir heute allerdings oft haben ist die surreale Form von Konsequenzen innerhalb der Gesellschaft, wo alles sehr formalisiert ist. Aus einem Beinbruch lernt das Kind vielleicht noch etwas, aber damit hat es sich oft. Wenn ich heute Eltern sehe die versuchen mit ihren Kindern zu diskutieren und sich bei jeder Gelegenheit dem Willen der kleinen Tyrannen beugen weil sie sein Freund sein wollen, dann muss ich mich echt wundern wo die Reise demnächst hingeht. Mit einem Kind kann man nicht diskutieren oder ihm Vernunft einreden, einfach weil die Neuronen im Gehirn für sowas wie Vernunft noch nicht vernetzt sind. Ein Menschengehirn ist nicht ausgewachsen bis jenseits der 20. Man lernt auch früher oder später, dass wenn man dumm daher labert man eine auf die Fresse bekommt, weshalb man eben nicht dumm daher labern sollte und wieso es im Erwachsenenalter besonders Frauen sind, die weiterhin dumm daher labern. Die haben diese Lektion nie gemacht und unsere veraltete Kultur gekreuzt mit der modernen Illusion von Gleichbehandlung brütet gesellschaftlichen Umgang aus, der sowas kultiviert.


Lernt und lehrt nützliche Dinge
Kennt ihr noch die Schülerin, die sich auf Twitter darüber beschwert hat dass ihr die Schule nichts für das Alltagsleben beibringt? Wisst ihr was daraus geworden ist? Nix. Schade eigentlich. Hätte ein typischer Beispielfall für das komplette Versagen des gerade beschriebenen Systems werden können.
Also was wären denn die Dinge, nach denen das Mädchen eigentlich verlangt hat? Hauptsächlich Banalitäten die einem aber mehr nützen können als alles andere in der Schule.
Wenn ich das schlimmste Scheitern verhindern will, dann muss ich nicht nur behandeln wie ich dieses vermeide, sondern auch das Scheitern selbst durchspielen und die Angst davor nehmen. Behält man nämlich die Angst vor dem Scheitern, die Furcht es niemals überwinden zu können, dann wird man zu einem schäbigen Sozialisten der alles und jeden ins Unglück stürzen wird nur für die Sicherheit der Grundbedürfnisse, oder eben in die Politik geht um dann als fetter Bonze einen auf Arbeiterführer zu machen.


Siehe auch:
Neid
Armut
Wirtschaftliche Freiheit ist wichtiger als politische Freiheit
Löwen und Lämmer
Stossel - Grow Up: Parenting Wars


Kommentare:

  1. Das Frauen auch im Erwachsenenalter dumm daherlabern wollen zeigt sich auch in meiner Beobachtung, das JEDE junge Frau die ich kennenlerne entweder Lehrerin ist oder Lehramt studiert, oder anderweitig direkt oder indirekt für den Staat arbeitet, und sei es nur als Wählerin. Der sogenannte 'Öffentliche Dienst' wird von diesen Vollkasko-Parasiten schon als harsche Zumutung im Vergleich zum Goldstandard der Verbeamtung angesehen. Darunter kommt dann noch der Gesundheits-/Sozialkomplex mit seinen staatlichen Regulierungen und Sicherheiten und danach ... nichts mehr! Gut, 'Künstlerin' geht immer. Die freie Wirtschaft aber scheint im Leben dieser Prinzessinnen das Pendant zum Schlachtfeld zu sein - der Bereich in dem Männer draufgehen und von dem man sich möglichst weit fern hält.
    Zitat Lehramtsstudentin: "Ich möchte Lehrerin werden um der Gesellschaft etwas zurückzugeben" .... Facepalm!

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    1. Dann wechsel doch einfach mal das Umfeld, mit Lehrer-Rinnen, Künstler-Rinnen und Kindergärtner-Rinnen kannst nix anfangen, es sei denn du bist Masochist, hast zuviel Kohle oder willst unbedingt geführt werden. Diese ganzen Rinnen ( 95 % ) haben eine Vollmeise. Eigene Erfahrungen.

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  2. Es sollte nicht Aufgabe von staatlich ausgebildeten Lehrern sein, Kindern auch noch beizubringen, wie man sein Leben lebt.

    Die Kinder, deren Eltern bei dieser Aufgabe versagen, sollten einfach nur nicht anderen auf der Tasche liegen. Auf diesen Kern der viel zu hohen Steuern und ausufernden Alimentierung von unproduktiven Teilen der Bevölkerung läuft es doch immer wieder zu. Bevor dieses System nicht auf die eine oder andere Weise zu Fall kommt ändert sich nichts.

    Wie Du schon in einem anderen Beitrag geschrieben hast ist das einzige was Sinn macht, dem System den (eigenen) Geldhahn zuzudrehen. Ob man dabei legal oder illegal vorgeht bleibt jedem selbst überlassen.

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    1. Gerade Lehrer sollten die Aufgabe haben Schülern etwas fürs richtige Leben beizubringen. Machen sie auch, nur irgendwie sehen die das richtige Leben eben anders.

      Wie willst du von verhonkten Eltern erwarten das sie etwas weitergeben was sie selbst nicht kennen ?
      Erst dadurch dass du auf die Fresse fliegst und immer wieder aufstehst und daraus lernst wie das Spiel gespielt wird kannst du Erfahrungen sammeln um sie dann weiter zu geben. Mit etwas Glück machen deine Nachkommen zwar immer noch die gleichen Fehler aber vermutlich mit nicht so ausgeprägten Folgen und begreifen das Spiel eher als die anderen.

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  3. Das richtige Leben fängt schon bei der Zeugung an.
    Wenn man ein normales Systemleben lebt, ist es fast unmöglich seine Kinder richtig zu erziehen. Je weiter man sich vom System entfernt, desto normaler wird die Existenz wieder. Erziehung eigener Kinder ist heute Kampf gegen die herrschenden Mächte.

    Alles Andere is nur Ich-Scheiße.


    Zum Selbststudium: Ernst Jünger; Der Waldgang.

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