Donnerstag, 23. April 2015

Tragik

Envy, sedition, strife, Carnage and war, make up the tale of life. 


Dem modernen Menschen fehlen Tragödien. Das Leben ist sehr bequem wenn man Kühlschränke, Supermärkte, Süßigkeiten, Drogen, Unterhaltung und alle anderen Annehmlichkeiten hat, die das Leben so lebenswert machen. Das ist eine Ausnahme. Wir sind die Ausnahme.


Früher war der Großteil jeder Bevölkerung in der Nahrungsmittelproduktion beschäftigt, die damals noch auf primitiver Agrarkultur aufgebaut war. Man war permanent im Kampf gegen die Natur, gegen Schädlinge, gegen andere Menschen und oft gegen die eigene Regierung. Man stand mit dem ersten Sonnenschein auf und ging schlafen wenn es dunkel wurde. Familien brauchten viele Kinder als Arbeitskräfte und weil nicht alle ihre eigene Kindheit überlebten.

In der Antike war bspw. bei den Griechen die Hochzeitssaison immer im Wonnemonat Mai, damit Frauen die in dieser Zeit geschwängert wurden den Sommer über noch arbeiten konnten. Hierbei muss man sich auch bewusst machen, dass nicht alle Schwangerschaften zu einer Geburt führten und nicht jede Geburt ein lebendiges Kind hervorbringt, welches dann auch noch vor der Aufgabe steht überhaupt erst die ersten drei Jahre seines Lebens zu überleben. Ungefähr benötigt eine Frau unter solchen Bedingungen 15 bis 17 Schwangerschaften um drei Menschen bis in das Erwachsenenalter zu reproduzieren. Das ist nur die Reproduktion um die Eltern zu ersetzen und einen Menschen noch als Sicherheit. Deshalb blieben die Bevölkerungszahlen auch so lange stabil, trotz vieler Kinder. Unter solchen Umständen, die meiste Zeit des Lebens Schwanger zu sein, werden Frauen auch nur etwas über 40 Jahre alt. Im Mittelalter waren Patchworkfamilien etwas ziemlich normales. Wenn die Frau im Kindbett stirbt, dann kann der Mann, wenn er schon mindestens ein Kind von ihr hat, nicht die nächsten Jahre wounded Warrior spielen, sondern er muss sie ersetzen. Gleiches gilt für die Frau, wenn der Mann zu Tode kommt. Von daher war es normal, dass Kinder oft von einem Elternteil erzogen wurden, bei dem es sich nicht um leibliche Verwandte gehandelt hat.
Oft wurde aber auch einfach der Bruder oder die Schwester des anderen geheiratet. Es gab keine Waschmaschinen, Staubsauger oder aus dem Steuertopf bezahlte Ganztagskindergärten. Es kann auch sein, dass man im Olivenhain von der Leiter fällt und sich das Bein bricht, was zur damaligen Zeit einfach das Aus war. Was willste machen? Die Rettung rufen? Mit allgemeiner Krankenversicherung und so?

In dem Kontext macht auch Sklaverei Sinn. Überall gab es Sklaverei und in einigen Ländern gibt es die heute noch. Jeder konnte durch Unglück ein Sklave werden. Selbst wenn ich nur ein Durchreisender war und der Ort den ich gerade passiere von Sklavenjägern überfallen wird, dann würden die mich genau so einkassieren wie alle anderen dort. Ich kann nicht einfach sagen "Hey Leute, ich bin nur auf der Durchreise". Und wenn ich dann ein gebildeter Mensch wäre, der lesen und schreiben kann, dann würde ich mein Sklavendasein als Hauslehrer verbringen und die Kinder von jemand unterrichten, der vielleicht nur ein Handwerker ist. Soll ich mich dann hinstellen und sagen, dass das alles nicht fair ist? Soll ich rebellieren, nur um dann ausgepeitscht zu werden? Das alte Testament ermahnt die Israeliten dazu nicht Sklaven aus Angehörigen des eigenen Stammes zu machen und das neue Testament ermahnt den Sklaven dazu nicht aufzubegehren, da dies nur seine Bestrafung zur Folge haben kann und so eine Infiltration des römischen Gesellschaftssystems von den unteren urbanen Klassen nach Oben nicht mehr möglich wäre. Diesen Kontext verstehen Menschen heute nicht, weil Tragik aus ihrem Leben verschwunden ist. Verlust ist aus ihrem Leben verschwunden. Sie sind ungeduldig und wollen alles auf Knopfdruck.

Ragnar Benson sagte in einem Interview einmal, dass das größte Problem unserer Moderne die mentale Verfassung der Menschen ist, von denen zu viele die Einstellung haben von: Ich will es jetzt, ich verdiene es, es ist nicht meine Schuld.

Die Tragik die wir heute haben ist, dass Leute sich zu fein sind für Sanktionen von der Arbeitsagentur, nachdem sie selbst den Hartz IV Antrag ausgefüllt und eingereicht haben um anscheinend etwas umsonst zu bekommen, weil sie selbst das Märchen vom Sozialstaat glauben wollten. Die Tragik heute ist, dass Leute eine Grundsicherung zur Teilhabe am sozialen Leben haben wollen und die Allgemeinheit ihnen alle möglichen Annehmlichkeiten, die ich zu Beginn des Artikels erwähnt habe, finanzieren soll. Die Tragik heute ist, dass sich die Allgemeinheit verschuldet um unproduktiven Mitgliedern der Gesellschaft eine Krankenversicherung zu finanzieren, während diese Allgemeinheit mit Zivilisationen konkurriert, deren Angehörige zum Großteil nie einen westlichen Arzt gesehen haben. Die Tragik heute ist, dass die Bevölkerungen Europas sich nicht länger reproduzieren wollen, da sie nicht an ihre eigene Zukunft glauben. Und wer würde auch daran glauben, dass diese Luschen eine Zukunft haben, wenn sie es nicht mal selbst glauben?



Siehe auch:
Wir sind die Ausnahme
Die Bitch Mentalität
Armut und Konsumismus
Viele andere Sachen hier vom Blog und schaut in die Feldbücherei

Kommentare:

  1. Wann immer mich dieser Nanny Staat zu sehr anbröckelt, reise ich in irgendeinen Trümmerstaat wie etwa Kenia, schlage mich irgendwie jenseits der Touristenzentren durch den Busch und bin danach sowas von happy hier leben zu dürfen, dass es wieder 1 Jahr reicht.
    Man ey 70 Jahre Wohlstand, technologische Sciencefiction für alle im Vergleich zu den 60ern-80ern und kein Krieg..was für eine einmalige Ära im Westen! (Hab grad Oculus Rift genossen :))
    Fazit: Kein Bedarf für irgendeinen Kollaps für meine letzten Jahre... aber wenns sein muss...

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  2. Life's a bitch and then you die.

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    1. Aber des is doch voll fies und unfair! Meno, ich hab das irgendwie verdient!

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