Donnerstag, 9. April 2015

Über Uniformen


 Alles ist in einem Kontext entwickelt worden.

Diese Art von Kleidung hat viele Namen; Kampfanzug, Tarnanzug, Feldanzug, Felddienstuniform und alle möglichen Amateurbezeichnungen wie Armeekleidung. Auch ist sie damit das typische Outfit in dem sich Leute das Klischee des Survivalisten vorstellen.
Ein Tarnanzug gehört ohnehin auch in jeden Krisenvorrat, sofern man über Werkzeug verfügt in diesem Aktionsfeld auch aktiv zu werden. Damit meine ich nicht nur Schusswaffen, sondern auch körperliche Fitness um sich gegebenenfalls in der Krisenzeit beim nächsten Kriegshaufen melden zu können, wo es etwas zu Essen gibt. Auch ist das Erscheinungsbild ein wichtiger Faktor wie man eben von anderen wahrgenommen wird. Gruppen die professioneller wirken als sie vielleicht sind finden schneller Anhänger und Verbündete in der Bevölkerung, die sich vom Engagement dieser Gruppe Stabilisierung und Frieden erhoffen. Eine einheitlich uniformierte und disziplinierte Truppe schafft diesen Eindruck schneller als Gruppen in Räuberzivil. Auch ist es wichtig in der ersten und zweiten Generation nach dem Krisenereignis Truppen richtig ausrüsten zu können.


Moderne Uniformen
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren Uniformen in Deutschland noch etwas sehr hochwertiges und sehr mit Status und Zeremonie verbunden. Generell waren diese Uniformstücke sehr aufwändig aus verschiedenen Stoffen gefertigt und die Dienstzeit eines preußischen Waffenrocks betrug 25 Jahre. Dieser Waffenrock wurde über seine Zeit fünf Mal gestempelt und auch nur die letzte, die fünfte Ausgabe wurde für den Felddienst ausgegeben. Ein aufwendig anzufertigendes Kleidungsstück musste auch lange halten und lange genutzt werden. Wir sprechen hier auch von einer Zeit, in welcher Textilien generell noch etwas kostspieligeres waren als heute, da sie in der Regel aus tierischer Wolle gefertigt wurden. Obwohl der Waffenrock heute ein sehr simples Kleidungsstück ist war er damals sehr modern. Er besitzt nur zwei Taschen und die Knopfreihe liegt offen. Die Militärführung der damaligen Zeit brauchte aber auch nicht mehr und die Mode des Soldaten war damals tatsächlich wichtiger als die taktische Kriegsführung auf dem Gefechtsfeld. Überhaupt ging die preußische Armee von Blau zu Feldgrau über weil Ballons und diese Form der Luftaufklärung zunehmend wichtiger wurden und der Soldat so schlechter zu erkennen war.
Ein Jahr nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges hat man dieses Modell dann überarbeitet, die Knopfreihe wurde verdeckt, die roten Ränder entfernt und das ganze Ding als Feldbluse M15 generell billiger gemacht.

Zwischen den Weltkriegen überarbeitete die Reichswehr ihre Uniformen um sie praktischer für den Soldaten zu machen und der motorisierten Kriegsführung anzupassen. Das ganze wurde stärker tailliert, kürzer und man fügte Brusttaschen hinzu, da die Taktik kleiner Einheiten es erforderte, dass ein jeder Soldat einen stärkeren strategischen Wert bekam und mehr Kleinigkeiten wie Verbandspäckchen und Kartenmaterial mit sich führte.

Vor und während des zweiten Weltkrieges überarbeitete die Wehrmacht die Uniformmodelle mehrmals um sie kostengünstiger und praktischer zu machen und sie an die sich verändernde Auftragslage anzupassen. Man verwendete aber zum Großteil immer noch den gefärbten groben Wollstoff. Erst bei der Aufstellung des Afrika Korps fertigte man leichtere Tropenuniformen aus Baumwolle. Tarnkleidung wurde bei der Wehrmacht und Waffen-SS als dritte Bekleidungsschicht ausgegeben. Das heißt extra Tarnhemden wurden über der eigentlichen Uniform getragen. Hin und wieder ließen sich Soldaten aber auch Uniformen aus zerschnittenen Zeltplanen mit Tarndruck nähen oder stellten sie selbst her. Auch die Luftwaffe hatte Tarnkleidung für die Fallschirmjägertruppen ausgegeben und die Felddivisionen, nie aber ganze Anzüge von Hemd und Hose.

Eine Ausnahme hier waren die aus Baumwolle und im Fischgrätmuster Gewebe gefertigten Erbsentarnanzüge der Waffen-SS. Die Waffen-SS hatte parallel zur Wehrmacht einen Verwaltungs- und Forschungsapparat laufen und war was Militärexperimente angeht flexibler als die traditionalistische Wehrmacht, obwohl es an Stabspersonal fehlte und man sich oft durch Diebstahl bei anderen Behörden versorgt hat. Es war für sie bereits recht früh erkennbar, dass der moderne Krieg schneller geführt wird und das strategische Element des Einzelnen entscheidender wird. Der einzelne Soldat braucht also eine billigere, leichtere Uniform, die ihn aber besser tarnt. Später hat man dann aus Italien requirierten Uniformstoff mit Tarndruck Uniformen gefertigt und auch solche italienischen Uniformen verwendet.

Währenddessen experimentierten US Army und Marine Corps selbst mit neuen Kampfanzügen, aufgrund der Erfahrungen die man im Pazifik und Nordafrika mit der Standardbekleidung gemacht hatte. Amerikanische Uniformen veränderten sich im Verlauf des Krieges genauso durch Erfahrung und wirtschaftliche Anforderungen. Deren Uniformen waren zu Anfang auch noch aus Wolle gefertigt, wurden aber ab 1938 mehr und mehr durch Baumwolluniformen im Fischgrätmuster(herringbone twill) ersetzt, welche zu Anfangs allerdings eher als Arbeitsuniformen gedacht waren. In diesem Schnittmuster wurden auch Tarnanzüge für das Marine Corps produziert, die hauptsächlich für den Pazifik ausgegeben wurden.


Vom Schnittmuster her wirklich modern war auch der M42 Jumpsuit der US Fallschirmjäger, welcher über vier Taschen an der Feldbluse verfügt, sowie Beintaschen an der Hose und Druckknöpfe verwendete. Fallschirmjäger wurden hinter feindlichen Linien eingesetzt und mussten in der Lage sein mehr Material am Mann zu tragen. Es kam auch vor das Soldaten Taschen von ausgemusterten bzw. beschädigten Uniformen entfernten und sich an den Oberarm ihrer Feldbluse nähten um noch mehr Stauraum zu haben. Die Uniform wurde zudem noch einmal überarbeitet und an Ellenbogen, Knien und Taschenrändern verstärkt.


Nach dem Krieg hat man deutsche Uniformbestände entweder eingestampft oder ausgeschlachtet, da es generell einen Mangel an Rohmaterial gab.

Bei der Aufstellung der Bundeswehr orientierte man sich wieder an den Uniformen der Wehrmacht, welche ihre Erfahrungen in ganz Europa gesammelt hatte bis weit hinein in russische Klimazonen aus sumpfiger Hitze und trockener Kälte. Anstatt das man sich an der leichten Tropenuniform und den Baumwolluniformen der Waffen-SS orientierte, ging man zurück zum technischen Stand des ersten Weltkrieges und gab Uniformen in lodenähnlichen Wollstoff aus. Der Stoff kratzte auf der Haut und erhielt den Beinamen ,,Filzlaus''.
Man erkennt am Schnitt der Jacke die Knöpfe welche zur Aufhängung der Taschenlampe dienen, sowie dass die Rocktaschen entfernt wurden. Da die Magazintaschen am Koppel für die FN FAL und G3 Magazine größer wurden kam man ohnehin nicht mehr so gut an diese Taschen und sie wurden entfernt. Während frühere Uniformen noch tailliert wurden, da in diesem Bereich das Koppel mit den Munitionstaschen getragen werden sollte, verschwanden Taillierung und Rocktaschen von den Uniformen der Bundeswehr von da an.




Die ersten Tarnanzüge die von Deutschen und Franzosen nach dem Krieg entwickelt wurden orientierten sich am Kampfanzug der US Fallschirmjäger. Man verwendete leichteren Stoff, Druckknöpfe und Hosen verfügten generell über Beintaschen.

Die Franzosen machten zudem ihre Erfahrungen mit Kolonialkriegen in Indochina und Algerien mit anderen klimatischen Bedingungen als in Europa. Zu Anfang wurden auch Tarnuniformen aus deutschen Beständen verwendet. Die Franzosen entwickelten vor diesem Hintergrund neue Kampfanzüge wie den TAP (Troupe Aéroportée) und exportieren diese in die ganze Welt, vornehmlich in junge Entwicklungsländer in tropischen Klimazonen, wie auch Syrien und Israel. Von da an waren französische Uniformschnitte und Tarnmuster die meistverbreitetsten. Solche Uniformen wurden auch in beiden Hälften Deutschlands gefertigt. Man beachte auch die Reisverschlusstaschen, die es ermöglichen auch beim Tragen von Schultergurten in die Tasche zu greifen.


Der erste Tarnanzug des Bundesgrenzschutz und der Bundeswehr wurde in überarbeiteten Versionen des Splittertarnmusters hergestellt, weshalb manche Leute auch meinen diese Uniformen kämen noch aus den Beständen der Wehrmacht. Das ist aber Quatsch. Alle Uniformen waren Neuentwicklungen. Wie man sieht verfügt der Bundeswehr Tarnanzug ebenfalls über Druckknöpfe, geschlossen wurde er wie der französische auch mit einem Reisverschluss. Zudem gab es eine Kapuze zum anknöpfen. Für Fallschirmjäger gab es eine spezielle Ausführung mit schräg aufgesetzten Brusttaschen die per Reisverschluss geöffnet wurden, etwas das man vom Knochensack Tarnanzug der Luftwaffe übernommen hatte. Dieser neue Tarnanzug wurde sofort mit der Aufstellung der Bundeswehr ausgegeben, aufgrund einiger Aussetzer wie der schlechten Atmungsaktivität des Stoffes allerdings nicht weiter produziert. Zudem gingen alle Nationen im NATO Bündnis dazu über mehr auf ein einheitliches Oliv, das typische NATO Oliv, umzustellen. Einige Nationen ließen parallel dazu weiterhin Tarnuniformen ausgeben und auch Splittertarnanzüge der Bundeswehr wurden noch eine Weile zusammen mit Filzlaus Uniformteilen getragen. Das Potential wurde aber nie völlig ausgeschöpft und die Textilindustrie übernahm Schnittmuster und Farbdruck anderer Nationen für den Export.

Der Bundesgrenzschutz existierte auch nach der Aufstellung der Bundeswehr weiter und verfolgte einige Eigenentwicklungen. Es wurde davon ausgegangen, dass der BGS im Verteidigungsfall die erste Verteidigungslinie stellt und entsprechend orientierten sich das Training und die Ausrüstung. Technisch gesehen war der BGS eine Polizeibehörde, wurde wie andere deutsche Polizeibehörden aber auch für Counter Insurgency und Partisanenkampf ausgebildet. Man orientierte sich hier noch stärker an der Ausrüstung der alten Armee und adaptierte eine überarbeitete Version von Sumpftarnmustern der Wehrmacht für die eigenen Uniformen, nachdem Splittertarn an die junge Bundeswehr gegangen war.
Weil der BGS eben in Grenznähe aufgestellt war und in anderer Auftragslage operieren sollte als die Bundeswehr, hatte Tarnung einen anderen Stellenwert. Die ersten Tarnanzüge des BGS in Splittertarn waren noch von Tarn auf Weiß wendbar und hatten eigentlich schon recht viel mit einem modernen Kampfanzug gemeinsam, wie bspw. vier außen aufgesetzte Taschen und auch eine extra Tasche für das Verbandspäckchen. Diese wurde in späteren Versionen entfernt, da es einfacher war die auch größer werdenden Wund- und Brandverband Päckchen in der Beintasche zu führen. Auch die verstellbare Ärmelbreite um die Handgelenke durch Knöpfe ist etwas, das wieder in spätere Uniformen eingehen sollte. Das Sumpftarnmuster mit seinen roten Flecken wurde auch deshalb ausgewählt, weil rote Farbe bei den Infrarotgeräten der ersten Generation noch lichtabsorbierend wirkte.


In Österreich adaptierte man ein Flecktarnmuster, welches gewisse Ähnlichkeit zum Erbsentarnmuster hatte, aber auch nicht so ganz wirklich. Man entschied sich hier für Schnittmuster von einem langen Parka in schwerem Baumwollgewebe. Feldhose, Parka und Blouson verfügten zudem auch alle über weiße Inlays. Österreichische Uniformen sind sehr an Gebirge, Nadelwald und Windeinwirkung orientiert gewesen, bis das ganze zugunsten amerikanischer Schnittmuster ersetzt wurde. Das österreichische Flecktarnmuster ist auch aus der Standardausrüstung verschwunden, da es den Behörden in Österreich zu martialisch aussah und man diese martialische Uniform lieber durch das freundliche NATO Oliv ersetzte, obwohl Österreich eigentlich keine NATO Nation ist.


Die USA hatten zu Beginn des Vietnamkrieges keine weiteren Entwicklungen gemacht was Uniformen für tropische Bedingungen angeht. Die Standarduniform war bis dahin die OG-107, ein minimal überarbeitetes Schnittmuster der HBT Uniform aus dem Zweiten Weltkrieg, das eher für den europäischen und nordamerikanischen Kriegsschauplatz gedacht war als für die Tropen. Während die Franzosen noch hauptsächlich im Hochland des Nordens kämpften, kämpften die US Streitkräfte im tropischen Süden. Man ging dann ab 1966 dazu über diese Uniform in Vietnam durch die Jungle Fatigue Tropenuniformen zu ersetzen, auch wenn die OG-107 bei den Südvietnamesen noch länger in Verwendung war, teilweise maßgeschneidert.


Die Jungle Fatigue orientierten sich offensichtlich stark am Jumpsuit aus dem Zweiten Weltkrieg. Brusttaschen waren Schräg aufgesetzt und auch der Schnitt der Taschen entsprach diesem Vorbild. Die erste Version der Jungle Fatigue hatte zwar schon eine verdeckte Knopfleiste, weitere Knöpfe lagen aber offen. In ihrer zweiten Fassung war dies nicht mehr der Fall und auch die Schulterklappen wurden entfernt. Rangabzeichen wurden, wenn überhaupt, auf den Ärmeln getragen und nur Offiziere verfügten über Schulterklappen, welche deshalb auch einfach weiter die Fatigue der ersten Ausführung trugen. Die vier Taschen konnte man aufgrund der Splitterschutzweste allerdings nur schlecht erreichen und so bürgerte es sich gerade im Vietnamkrieg ein, das Soldaten Gegenstände die sie schnell bei der Hand haben wollten im Helmband trugen. Die Beintaschen verfügten Anfangs noch über Bänder zum verzurren.
Die Lebenszeit von Uniformen hatte sich mittlerweile radikal verringert. Eine Tropenanzug in Vietnam war aus leichtem Baumwollstoff gefertigt und hatte bei Verwendung im Feld eine Lebensdauer von vier bis sechs Monaten. Danach ist das Teil einfach verbraucht. Die Textilindustrie war dank Technologie und aufsteigender Schwellenländer in Asien mit ihren bösen Sweatshops mittlerweile soweit, dass es billiger war neue Ware anzufertigen als alte zu reparieren. Der Kompanieschneider hatte ausgedient.


Bei der Bundeswehr hatte man mittlerweile die Filzlaus entsorgt und war auf Fischgrätenstoff umgestiegen, weil einem das nicht zehn Jahre früher einfallen konnte. Ab Mitte der sechziger Jahre wurden diese Uniformen dann ausgegeben, bis sie Anfang der siebziger Jahre durch das billigere Moleskin Gewebe ersetzt wurden. Auch das Schnittmuster wurde noch mal simplifiziert. Das liegt auch daran, dass mehr Geburtenstarke Jahrgänge gemustert wurden und man schnell mehr Uniformen brauchte. Moleskin färbt schneller aus und ist nicht ganz so langlebig wie Fischgrät, ist aber immer noch sehr lange haltbar. Mittlerweile verwendet die Bundeswehr für ihre Flecktarnanzüge ein Gewebe aus 65% Baumwolle, 35% Polyester, welches nicht mehr so lange haltbar ist.


Nach dem Vietnamkrieg verwendeten die USA weiterhin ihre OG-107 Uniformen und gelegentlich noch Jungle Fatigue. Da der Vietnamkrieg eine moralische Niederlage für die USA wurde als die Kommunisten mit einer Regulären Armee den Highway Nummer 1 nach Saigon kamen, konnte man sich solche außenpolitischen Abenteuer offiziell nicht mehr leisten. Von daher wurde auch viel durch Proxygruppen und verbündete Staaten erforscht. Ab 1981 wurde dann die moderne BDU, Battle Dress Uniform, eingeführt, welche nach einigen Erprobungen und neuen Erfahrungen in Grenada, Panama und Nicaragua in zwei Ausführungen kam. Uniformen für den europäischen Kriegsschauplatz und derartige Klimazonen wurden aus 100% Baumwolle gefertigt, Tropenuniformen für Dschungel und Wüste aus 50% Ripstop Nylon und 50% Polyester. Die BDU aus Baumwolle wurde umgangssprachlich auch Winter BDU genannt und kann im Gegensatz zu der leichteren Tropenuniform weit über ein Jahr halten. Bei Tropenuniformen ist meistens nach fünf Monaten Schluss. Es sind weniger die Nähte die versagen, es ist der Stoff der nachgibt. Ripstop Muster ist sehr praktisch und verhindert das kleine Löcher weiter reißen, kann aber auch nicht verhindern das Stoff irgendwann durchgescheuert ist.

Die Franzosen experimentierten unter dessen mit Klettverschlüssen zum Anbringen von Namenschildern und Rangabzeichen an ihren F1 und F2 Uniformen. Die Reisverschlusstaschen sind noch von der TAP Uniform übernommen und wurden auch belassen, da diese es einfacher machten an den Inhalt der Tasche zu kommen wenn man Koppeltragegestell oder Weste trägt. Dieses Schnittmuster zeigte sich auch wieder in ehemaligen Kolonialländern populär und wurde mit verschiedenen Tarnmustern nachgemacht.



Die Sowjets hatten erst mit dem Afghanistaneinsatz begonnen Uniformen zu modernisieren und spezielle Modelle dafür eingeführt, die umgangssprachlich als Afghanka bezeichnet wurden, wobei damit hauptsächlich die russischen Winterjacken gemeint waren. Die Sommeruniformen verfügten ab da an über Bein- und Ärmeltaschen. Russische Uniformen haben so ein recht typisches Schnittmuster und sind leicht an eben diesen Ärmeltaschen und Schulterklappen erkennbar. Schultertaschen fanden standardmäßig sich aber schon früher an bspw. südvietnamesischen Tigerstripe Uniformen. Auch Felddienstuniformen der NVA sind in einem sehr ähnlichen Schnitt.


Mittlerweile geht der Trend hin zu Kopien und leichten Abwandlungen der neuen Army Combat Uniform ACU. Da Bodyarmor mittlerweile Standard ist wurden einige Taschen entfernt bzw. verlegt. Oft war es so, dass Soldaten einfach die Taschen die sie mit einer Weste ohnehin nicht erreichen konnten auf den Ärmel genäht haben, weshalb dort jetzt standardmäßig eine Tasche ist. Klettverschlüsse machen das anbringen von Abzeichen und Namensschildern sehr viel leichter. Knöpfe gibt es keine mehr und geöffnet wird die Jacke mit einem Reisverschluss.



Die Hose wurde komplett überarbeitet und Bundweite wird jetzt anstatt durch Verschlüsse einfach durch eine Kordel eingestellt. Die Taschen wurden schräg angebracht und werden mit Klettverschlüssen anstelle von Knöpfen geschlossen. Zusätzlich verfügen sie über eine Kordel zum verschnüren. Taschen für Verbandspäckchen finden sich weiter unten. In der Regel wird diese Uniform aus Baumwolle im Ripstopmuster gefertigt, man findet aber auch Moleskingewebe in diesem Schnittmuster.



Siehe auch:
Über Mode
Über Hosen
Kleidung und Ausrüstung
Trageausrüstung




Kommentare:

  1. OK, es geht hier v.a. um die Uniformen an sich, weniger um die Tarnfarben, dennoch:
    Was ist von Realtree und anderen "zivilen" Tarnmustern zu halten?
    Ich habe eines davon selbst ausprobiert und festgestellt, dass es wirklich gut zu tarnen scheint; andererseits sieht das Zeug schon ziemlich "tacticool" aus.

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    1. Ich schreib später schon noch über Tarnmuster. Was ich von Realtree halte? Ist ganz nett. Gibt relativ wenige wirklich taugliche Kleidungsstücke die auch in diesem Muster hergestellt werden und ganz, ganz selten sieht man Ausrüstungsgegenstände damit. Ist halt relativ an die Saison gebunden. Normale Jagdkleidung in diesem Muster kostet in der Regel zuviel und hat unnötige Features, da die Auftragslage für einen Jäger der Tiere jagd etwas anders aussieht als für einen Jäger der Menschen jagd. Ich hab Anzüge in Realtree als extra Fertigungen aber schon auf Bildern aus der Ostukraine und bei IS Kämpfern gesehen.

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  2. Bundeswehruniformstoff kann u.a. bei Ebay oder tacticaltrim.de erworben werden. Man sollte darauf achten, dass der Stoff nach TL gefertigt wurde. Dieser Stoff ist außer Cordura der robusteste, mit dem ich bisher gearbeitet habe; gute Stoffe sind schwer zu bekommen (ich kenne zumindest keine Bezugsquellen für richtig guten Baumwollstoff). Der BW-Stoff lässt sich mit Simplicol einigermaßen dunkel färben, allerdings sollte man ihn dann links verwenden, damit die Farbe einheitlich ist. Ein Probeexemplar, dass ich verwendet habe, erhielt so eine grünlich-dunkelanthrazite Farbe. Die Feuerresistenz ist bedingt gegeben, mit einem Tropfen des Stoffes muss gerechnet werden. Unter extremtextil.de können eine Vielzahl an sehr guten, synthetischen Textilien erworben werden, allerdings sind diese etwas teurer und Flammenresistenz ist nicht unbedingt gegeben. Man muss hier auf das Einsatzszenario, mit dem man rechnet, achten und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen beim Entwurf ergreifen.
    Flachsfasern wurden in Mitteleuropa von der Vorgeschichte bis ins 20 Jhdt. hinein als Textil für (bequeme) Unterbekleidung verwendet, da es geringfügig antibakteriell wirkt, leicht kühlt und deutlich länger ohne Reinigung getragen werden kann. Daher könnte dieses Textil eventuell für den Überlebenskünstler von Interesse sein; anders als bei modernen Synthetikfasern tropft es beim Abbrand nicht.
    Bezüglich der Flammenresistenz habe ich die Erfahrung gemacht, dass synthetisches Gewebe nicht unbedingt ein Problem sein muss, wenn ein Aramid als Deckschicht verwendet wird. Die Baumwollprobe schnitt dabei besonders gut ab; auch die Probe mit dem BW-Uniformstoff hielt der Flamme relativ lange stand, ohne Flamme zu fangen. Man muss aber darauf achten, dass die Ränder gegen die Einwirkung der Flammen gesichert sind, sonst ist die Wirkung der Aramiddeckschicht eingeschränkt.

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