Mittwoch, 15. April 2015

Why we fight: Evolutionärer Druck

Demografische Entwicklungen und die r/K Selektion



Wie in dem Artikel Löwen und Lämmer bereits beschrieben wurde orientiert jede Spezies ihr Reproduktionsmodell an den Umständen unter denen sie existiert.  Ein Überangebot an Nahrung führt zu einem r-typischen Reproduktionsmodell, wo die Quantität über die Qualität des Nachwuchses geht, während das K-typische Reproduktionsmodell mit Mangel und starkem Konkurrenzdruck zurechtkommen muss. Typischerweise sind r-typische Spezies überwiegend Vegetarier und Allesfresser, während K-typische Spezies bei den Raubtieren zu finden sind.

Der Mensch ist als einzige Spezies zu beiden Verhaltensmustern fähig und viele dieser Reflexe sind im Menschen ausgeprägt, weil er über die Zeit seiner Entwicklung oft flexibel sein musste. Es gab Momente in der Menschheitsgeschichte da war das r-typische Modell das Erfolgreichste, während es andere Momente gab wo es das K-typische war.

r-typisch

Momentan befinden wir uns im Westen in einer Phase welche das r-typische Modell bevorzugt. Auf 100 Arbeitstätige die das Rentenalter erreichen und in den meisten Fällen dann in Rente gehen kommen nur noch um die 75 Menschen nach, welche das Alter der Werktätigkeit erreichen. Von diesen 75 ergreifen aber nicht alle gleich einen Beruf oder beginnen eine Lehre, sondern sie gehen weiterhin zur Schule, machen Abschlüsse, studieren oder werden zu Verwaltungsfällen für die Sozialindustrie, ergo sie produzieren keinen Wert. Es gibt für die nachwachsenden Generationen, deren Zahl längst unter die Reproduktionsrate gefallen ist, kein Mangel an Angebot. Wer Arbeit finden will, der findet welche oder macht sie sich einfach selbst. Vor diesem Hintergrund gibt es aber auch keinen evolutionären Druck mehr zu konkurrieren. Es gibt keinen Grund wirklich besser zu werden wenn das Angebot in Form von Jobs oder der Sozialindustrie existiert. Die Gesellschaften im Westen verschulden sich sogar um die Unterschicht zu alimentieren und auch den unproduktiven Mitgliedern ihrer Gesellschaften eine Krankenversicherung zu finanzieren, die auf keinen Fall mit dem realen Angebot medizinischer Dienstleistungen gleichgesetzt werden sollte.

Zu Konkurrieren und Konfliktfreudig zu sein ist vor diesem Hintergrund ein Nachteil, da dies Ressourcen verbraucht und keinen Vorteil verspricht. Es gibt nicht mal mehr eine Motivation auf materiellen Wohlstand durch eigene Arbeit, denn Wohlstand ist etwas das verpönt und verspottet wird. In Europa findet sich seither eine sehr ungesunde Neidkultur, in welcher Neid nicht etwas ist das einen selbst dazu motiviert die materiellen Dinge die ein anderer hat auch für sich selbst anzustreben, sondern in der Neid lediglich der Minderwertigkeitskomplex ist einem anderen seinen Wohlstand nicht zu gönnen. Viele dieser Neider würden lieber sehen wie alle in Armut leben, inklusive sie selbst, anstatt dass sie auch nur einen sehen müssten dem es besser geht. Eine isolierte Single-Gesellschaft wird auch mehr zu einer Leih- und Pachtgesellschaft, da die Vererbung an den Nachwuchs durch den Staat und gesellschaftliche Dogmen unattraktiv gemacht wird oder Nachwuchs gar nicht erst vorhanden ist, für den man überhaupt Besitz anhäufen könnte. Vererben ist sozial ungerecht, wer wohlhabende Eltern hat und erbt bekommt einen unfairen Vorsprung im Leben heißt es.


K-typisch

Während Europa vergreist und auch China in den nächsten Jahren schrumpfen wird explodieren andere Länder geradezu. Die Lebenserwartung und der Wohlstand steigen, wobei es gleichzeitig viele junge Menschen gibt die um diesen Wohlstand konkurrieren wollen.
Es ist leider typisch für die Gesellschaften der Menschen, dass sie sich gegen nichts verbissener wehren wollen als die eigene Freiheit, weswegen der Sozialismus die dominierende Ideologie auf dem Planeten ist. Unter solchen Umständen wird jede Wirtschaft unflexibel und kann Geburtenstarke Jahrgänge nur schwer auffangen, da neue Arbeitsplätze zu schaffen ein bürokratischer Aufwand ist und im Falle eines Mindestlohnes unter einer festgelegten Summe sogar illegal wird. Gibt es also keine Chance auf neue Positionen und Jobs, so wird um das was noch da ist gekämpft.
Bürgerkriege haben ein gewisses Potential solche Konflikte ausbluten zu lassen. Wer allerdings nicht kämpfen will, der versucht wo anders sein Glück. Darum sehen wir auch Flüchtlingsboote nach Europa kommen die zu 99% immer besetzt sind mit jungen Männern. Das sind keine Frauen und Kinder die vor dem Krieg fliehen, das sind Landungsunternehmen die hier kolonisieren wollen.

Diese Menschen sind ein sehr viel entbehrungsreicheres Leben gewöhnt und der Wohlstand westlicher Gesellschaften wird dazu verlockend wirken, dass man bereit ist Dinge zu tun, vor denen die r-typischen Einheimischen zurückschrecken. In manchen Flüchtlingsheimen findet sich mehr kampffähiges Personal, welches in manchen Fällen tatsächliche Kampferfahrung hat, als in den Ortschaften, in denen sich die Flüchtlingsheime befinden. Wenn diese Menschen brauchbare Fähigkeiten haben werden sie versuchen über den Markt zu konkurrieren, wenn sie keine haben oder ihre Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden, dann werden sie es mit anderen Mitteln tun.

Kann man den Leuten böse sein die nach Europa kommen? Oder sollte man nicht eher auf die Einheimischen böse sein, die den Glauben an sich selbst und die Überlegenheit ihrer Kultur verloren haben? Jeder der nach Europa kommt als Flüchtling, aus politischen oder wirtschaftlichen Motiven, ist von seiner eigenen Kultur enttäuscht worden. Nirgendwo auf der Welt wird westliche Kultur so gering geschätzt wie im Westen und den Menschen dort fehlt es an historischem Wissen um selbstbewusst mit ihrer Identität umzugehen oder auch nur das Richtige zu tun, zu erkennen was getan werden muss und es zu tun. Wenn Flüchtlingsheime zu brennen anfangen, dann hat das meiner Einschätzung nach nichts mit den Flüchtlingen selbst zu tun, sondern Leute versuchen hier politisches Kapital zu schaffen und eventuell den Wiederverkaufswert ihrer eigenen Immobilien zu erhalten. Die Deutschen sind bisher sehr gut damit gefahren zu jedem Thema ihr dummes Maul aufzumachen und zur Wahl zu gehen, ohne wirklich harte Konsequenzen selbst spüren zu müssen. Dabei sind die Reaktionen auf Kolonien bzw. Flüchtlingsheime vom Arbeiterviertel mit starker Representation der Linkspartei bis zur Bildungsbürgertumsiedlung immer die gleichen: Ja, aber nicht bei mir!. Würden sich die Aktionen nämlich wirklich gegen das System richten welches diese Realitäten erst schafft, so würde kein Flüchtlingsheim brennen, sondern das Haus von demjenigen, der diese Aufnahmepolitik zu verantworten hat. Oder man findet mal eine Leiche im Kofferraum oder sowas.

Dies passiert aber nicht und ohnehin ist das Widerstandspotential für derartige Aktionen nicht da. Die Deutschen haben einfach nicht das Personal um ihre kleinen Schollen zu halten, da auch jeder kampffähige junge Mann überall eine andere Scholle finden kann. Eigentlich müssten sie die r-typischen Herden verlassen und K-typische Rudel bilden. Die Kolonisatoren, egal ob Flüchtlinge oder die Gastarbeiter vor Dekaden, haben ihre Heimat verlassen und sind quasi in eine unbekannte neue Welt aufgebrochen, wo sie sich dann oft mit ihresgleichen in ethnisch definierten Vierteln zusammen getan haben, nicht anders als deutsche Auswanderer auch.


 Siehe auch:
Why we fight
Inseln im Sturm
Hinter feindlichen Linien

Kommentare:

  1. Hast du nicht r- Strategie (viele Nachkommen, wenig Brutpflege ...) und K-Strategie (wenig Nachkommen, hoher Aufwand bei Brutpflege) durcheinander gebracht?

    "Die Kolonisatoren, egal ob Flüchtlinge oder die Gastarbeiter vor Dekaden, haben ihre Heimat verlassen und sind quasi in eine unbekannte neue Welt aufgebrochen, wo sie sich dann oft mit ihresgleichen in ethnisch definierten Vierteln zusammen getan haben, nicht anders als deutsche Auswanderer auch."

    Wobei sich gerade die deutschen Auswanderer meistens noch innerhalb der ersten Generation völlig von ihrer alten Herkunft abgeschottet haben und ihre Namen sofort von Schmidt auf Smith ändern ließen. Ihre Identität bewahrt haben sie nur in Gebieten, (Siebenbürgen, an der Wolga ...) wo es wenig Kontakt zu anderen Völkerschaften gab.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein hab ich nicht. Du sollst nicht nur lesen was ich schreibe, du sollst über die Themen lesen die ich anspreche. Was macht für dich denn keinen Sinn? Wo ist die Verwechslung?

      Und die haben genau so in ihren deutschen Vierteln gelebt wie die Türken in den Türkenvierteln.

      Löschen