Mittwoch, 15. April 2015

Why we fight

Warum wir kämpfen


Menschen konkurrieren untereinander um Ressourcen und darum sich selbst zu vermehren. Lebt ein Stamm in einem Tal und ein anderer Stamm betritt dieses Tal, so ist es sehr wahrscheinlich dass sie aneinander geraten werden, sobald der eine Stamm die Jagdgründe und Wasserquellen des anderen nutzt.


Aber auch wenn kein Ressourcenmangel besteht kämpfen Menschen gegeneinander. Die griechischen Stadtstaaten kämpften meistens um eigentlich wertloses Grenzland und auch das Saarland um welches Deutschland und Frankreich konkurrierten, war nie von irgendeinem wirklichen Wert. Auch heute drehen sich die meisten Nachbarschaftsstreitigkeiten um Banalitäten wie Hecken und Bäume die in den Bereich des anderen herüberwachsen.

Also warum geraten ansonsten friedfertige Leute aneinander wegen Nichtigkeiten? Geht es wirklich darum ob der Strauch über den Zaun steht? Oder geht es darum dass man damit nicht klarkommen kann dass der Nachbar auch nur ein winziges Stück in das eigene Territorium eindringt?

Was die meisten Leute in den Konfrontationen des Alltags zügelt ist nicht die eigene Vernuft oder moralische Ambition, sondern die mögliche Reaktion der Gesellschaft. Er muss daher eine Balance finden zwischen seinem eigenen Prestige und dem Potential gesellschaftlicher Ächtung, wobei man hier bedenken muss, dass die Gesellschaft selbst nur existiert weil wir bis zu einem gewissen Grad diese Mittel anweden. Gewaltanwendung um die soziale Hygiene wieder herzustellen ist die Grundidee von Gerechtigkeit selbst. Recht stammt von Rache und die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die gesellschaftlich subventionierte Ausführung von Rache, wenn ein Schaden verursacht wurde. Gerechtigkeit kann nur hergestellt werden, wenn bereits ein Schaden verursacht wurde. Opferlose Verbrechen zu verfolgen hat nichts mit Gerechtigkeit zutun.

Es ist also wichtig das Menschen ein Gewaltpotential bewahren um im Ernstfall reagieren zu können wenn Gefahr droht. Dieses Gewaltpotential wird in den meisten Zivilisationen institutionalisiert um zu kontrollieren was von der Gesellschaft gewünscht und toleriert wird, weswegen dieses Potential beim Einzelnen zu verwittern droht oder sich andere Bereiche sucht um ausgelebt zu werden. Das Resultat ist dann die Machtlosigkeit einer Kleingartenkolonie, in der man sich gegenseitig die absurdesten Regel aufzwingt, gegenüber einer Kaninchenplage.


Diese Reihe wird fortgesetzt


Siehe auch:
Löwen und Lämmer
Sex and Violence

Kommentare:

  1. Kleingärtner sind eine besondere Gattung, der Homo Gartensis ;-). Zu arm sich selbst Land zu kaufen und zu blöd um es ohne Gruppenzwang zu bewirtschaften.
    Kleingärtner kannst du getrost aus Survivalscenarien ausklammern, zumindest wenn es um das Überleben geht. Die Ausnahme und die Regel .............. .

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    1. Ausklammern? Ich wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen dieses Scenario als Möglichkeit zu betrachten. Da hätte ich ja total nen Schuss.

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    2. OK, anders formuliert. Die Kleingärtner sind zu 99 % absolute Arschgeigen.

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    3. Das erste, was viele krisenerprobten Russen oder Ukrainer bei ihrer Ankunft in Schland machen, ist, sich um einen Kleingarten zu bemühen.
      Das sollte man bei aller Aversion gegen Kleingärtner unter Survivalaspekten zur Kenntnis nehmen.

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    4. Es ist was anderes lediglich Gemüse selbst zu ziehen um ein bisschen was zu sparen als wirklich darauf angewiesen zu sein. Kleingarten mit ihren bescheurten 1/3 Regeln und abseits vom Wohnort taugen nicht für Krisenzeiten. Ich schreib dazu aber in Zukunft noch was.

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  2. Mittlerweile hat es in kleineren Städten Gartenvereine, die ziemlich leer geworden sind. Kann mir da kaum vorstellen, dass da noch groß Gruppenzwang ist, da einige einfach nur noch um ihre Existenz kämpfen. Gartenvereine sind ein Relikt von vor 30 Jahren (es sei denn, man lebt in Frankfurt). In meinem Ort sind da etliche Parzellen (mind. 3 Drittel) völlig verwildert.
    Aber sicherheitstechnisch ist das Ganze ein reiner Graus. Da würde ich schon zu normalen Zeiten keine Wertsachen in irgendwelchen Lauben lassen. Das ist ja jetzt schon zum Plündern wie perfekt. Schlecht einsehbar und wenn was passiert, wird da doch sofort geplündert. Ein Wunder, dass da Jugendliche nicht jetzt schon leichtfertig die Hütten wegzündeln (oder tun sie das gar schon?)

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