Sonntag, 3. Mai 2015

Selbstbilder


Wir alle sind der Held unseres eigenen Films

Wir alle denken wir sind auf der Seite des Guten und es gibt nur relativ wenige Menschen auf der Welt die wissen, dass sie böses tun und böse sein wollen. Wenn eine Interessengruppe gegen eine andere kämpft, dann konstruiert sie vorher ein Bild von Moral was ihnen Mitgliedern erklären soll, wieso sie gute Motive haben und die Gegenseite keine guten Motive hat. Wieso sie im Recht sind und die andere nicht.

Selbst ISIS Kämpfer beten fünf mal am Tag zu ihrem Mondgott, weil sie gut sein wollen. Antifaschisten meinen sie tun etwas gutes, wenn sie sich zu Banden zusammen schließen und andere Leute tyrannisieren und bedrohen. Auch ich beschreibe hier meine Ideale von dem was gut und richtig ist letztendlich als Rechtfertigung vor mir selbst und um in diesem Kontext über den Bau von Sprengfallen zu schreiben, damit diejenigen geschädigt werden, die in meiner Vorstellung Unrecht tun. Es ist alles eine Maskerade. Die meisten benutzen sie einfach um zu tun was sie wollen. Das fängt bei den kleinen Leuten an bei kleinen Betrügereien wie die Rechtfertigung der Schulpflicht und des Rentensystems, dass dies schon gut und richtig wäre, bis zu den größeren Betrügereien. Jeder lügt, jeder stiehlt. People are no damn good.

Wir alle wollen der Held sein unseres eigenen Films, doch es gibt überhaupt keinen Film. Es gibt niemanden der zuschaut und alles aus dem Komfort heraus bewertet, genau so wenig wie ein solches Urteil irgendein Gewicht besitzen würde.
A moral view can never be proven right or wrong by any ultimate test. A man falling dead in a duel is not thought thereby to be proven in error as to his views.
- Blood Meridian
Die heutigen moralischen Standards werden in unserer Kindheit geprägt von Leuten, die selbst nichts mit der Realität zu tun haben. Deswegen werden sie auch immer verdrehter und wirken jeden Tag bizarrer. Das moralische Empfinden von GrundschullehrerInnen und anderen Berufsversagern zu übernehmen, die sich der Realität nicht stellen wollen und es intellektuell lediglich mit Kindern aufnehmen können, wäre absolut wahnsinnig. Was es für eine Gemeinschaft, eine Gang, einen Stamm braucht ist, dass man vorher ein eigenes System von Gut und Richtig entwickelt, bevor eine Post Collapse Situation eintritt und dann über jede unpopuläre Entscheidung diskutiert werden muss mit Leuten, die sich einfach einbilden sie hätten eine Meinung und die würde auch noch was zählen. Den langsamen Niedergang der Zivilisation noch aufzuhalten ist unmöglich, weil alles hierfür Nötige dem Rechtfertigungsdruck einer Gemeinschaft unterliegt, in der selbst jeder wieder die Motive von Gut und Richtig als Maskerade trägt um eigene Ziele zu verfolgen.
Jeder dieser Leute, die denken sie wären irgendwie Helden im Kampf gegen das Unrecht auf der Welt, hat schon verloren. Der Versuch etwas zu retten, was nicht gerettet werden will, kommt den dumm-naiven Sozialarbeitern gleich, die eine Sozialindustrie am Leben erhalten wollen, welche immer nur wieder Ressourcen an die gleichen Abfucker und Junkies verschwendet, in der Hoffnung diese würden irgendwie mit der richtigen Hilfe die Kurve kriegen. Es ist anästhetisch und absurd. Es dient dem eigenen Selbstbild und Ego. Sonst nichts.





Kommentare:

  1. Diese hochmoralinsauren Haltungen mit der falschen Beurteilung der eigenen Wichtigkeit kommen eben von Zeit zu Zeit auf.

    Was solls, in 70 Jahren wird es aussehen, als habe es uns nie gegeben. Ist auch gut so.

    Von einem Vorfahren allerdings weiß ich etwas richtig anrührendes. Der hat als Handwerkergeselle in unserem Dorf für seine Familie gespart und insgesamt 15 20 Mark Goldmünzen gekauft.

    In seinem Testament hat er ohne Pathos darum gebeten (nicht gefordert!)diese Münzen für die Ausbildung der Nachkommen einzusetzen, wenn kein anderes Geld zur Verfügung steht oder sie einzusetzen, wenn die Kinder in Gefahr sind.

    Da hat sich also ein einfacher unbedeutender Mann Sorgen um die Zukunft seiner Nachkommen gemacht, die er nie sehen würde.

    3 Münzen sind bei mir gelandet.

    Im Gestein stehn Gedichte,
    die eitle Tierart aufgeruhnt und atemlos.
    Von Fremden nicht zu entziffern,
    das letzte Wort behalten Wasser, Wind und Moos.
    H.R. Kunze

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  2. Nietzsche hat (teilweise zu Recht) Moral als ein Mittel zur Legitimation eigener Interessen beschrieben und verwies darauf, dass so kritisches und aufgeklärtes Denken zugunsten falscher und nicht wünschenswerter Konzepte und Ergebnisse untergraben wird. Da eine falsche Moral, wie sie von der medialen und politischen Mehrheit in Europa vertreten wird, schädlich ist und niemanden etwas Gutes tut, ist ein Überdenken von Werten und Ethik notwendig.
    Auch wenn Versuche von Philosophien und Religionen wie dem Christentum, eine objektive Ethik zu postulieren und zu beschreiben, allein schon an sinnvollen Begriffen und Kategorien gescheitert sind, ist es doch möglich, eine sinnvolle, logische und rationale Debatte darüber zu führen. Die auf PC vorgestellten Ideale und Werte basieren auf einer Analyse von historischen, demographischen und politischen Fakten, die durchaus konsensfähige Ziele zum Überleben positiver Aspekte menschlicher Zivilisation, Technologien u.a. verfolgen. Eine Maskerade ist hier nicht erkennbar, da Grundprämissen, Argumentation und Ziel von Handlungen sowie die Interessen der Beteiligten offengelegt werden und rational beurteilbar sind, weshalb ich der Gleichsetzung des Verfassers mit anderen (modernen) Wertevorstellungen nicht zustimme. Diese Ethik wird teleologisch gut begründet. Ethik ist wie Mathematik ein Konstrukt des menschlichen Geistes, dennoch sind beide rational und real (wenn auch nicht "objektiv", da ohne Menschen beides nicht existiert).

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    1. Nietzsche hatte eher ein Problem mit Moral ansich .................. . Möchte ich aber nicht näher drauf eingehen. Betreffs Mathematik, existiert diese auch ohne den Menschen. Vielleicht anders als die menschliche Abstraktion davon aber ansich sowieso. Ethik und Moral sind menschliche Konstrukte, zweifellos. Sie dienen aber nur dazu um den Mensch in Schranken zu halten innerhalb eines Gemeinwesens. Abgesehen von der Urprogrammierung ( BIOS ) welche je nach Situation angewandt wird ist der Mensch halt Mensch und wird agieren je nach Charakter und Sozialisation.

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  3. Ich sag auch immer -und da nehme ich mich selbst nicht aus- dass die Leute schlicht Scheisse sind. Natürlich nicht alle und immer, aber fast.

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    1. Entscheidend sind weniger Deine Motive sondern eher Deine Projekte, die Du duchziehst. Die sprechen dann für oder gegen Dich und lassen Fragen anderer echt werden. "Hey, Wahnsinn wie hast Du denn das hingekriegt?" oder so ähnlich.

      Genauso hier im Blog. Braucht keiner mitzulesen und wer sich celebral Inkontinent
      äussert wird herzlos abserviert, aber ich vermute mal trotzdem steigende Zugriffe.
      Was mich anbröckelt sind Labervereine in denen sich Typen über ihre lauteren Motive verständigen und heissreden und gleich die Verschwörungen präsentieren , die ihre Utopien bisher verhindert haben.
      Auf unterster Ebene macht das jeder Penner.
      Also kurz, wenn Du Dein Ding machst und mich nicht missionieren willst oder mich gar beeinträchtigst, stört mich Dein mieser Charakter nicht. Ggf können wir sogar kooperieren.

      Und überhaupt Sicko...In der Hölle sitzen die interessanteren Leute...und die hübscheren Frauen...versprochen!

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