Donnerstag, 14. Mai 2015

Zelte

Zelte braucht kein Mensch


Der Sommer ist da und die Camping Saison fängt wieder an. Die meisten Camper schlafen dabei in Zelten und ein paar ganz wenige Dumme empfehlen Zelte auch für den Bug-out. Allerdings braucht kein Mensch ein Zelt.
 

Bug-out
Wie in anderen Einträgen bereits immer wieder betont ist ein Bug-out kein Sonntagsspaziergang und kein Wanderausflug, bei dem man wie auf Camping Urlaub am Lagerfeuer Marshmallows grillt. Die Priorität hier ist Strecke gut zu machen und so mobil und leicht wie möglich zu sein, damit man so schnell es geht die Bug-out Location bzw. seinen Zufluchtsort erreicht. Verbringt man dabei eine Nacht im freien, so sollte ein Schlafsack oder je nach Jahreszeit auch nur ein Tarp genügen. Schlafe ich in einem Zelt, so ist meine Wahrnehmung eingeschränkt und meine Position erhält ein höheres Profil.


Taktische Bewegungen
Hierbei gilt so ziemlich das gleiche wie für den Bug-out. Da Operationsgruppen in der taktischen Bewegung allerdings über einen längeren Zeitraum ein Ziel verfolgen, verbringen diese auch mehr Zeit draußen. Von daher haben Witterungsverhältnisse eine höhere Einwirkung und man muss ein breiteres Spektrum an Möglichkeiten abdecken. Werde ich beim Bug-out im Frühling bspw. vom Regen durchnässt und hab maximal eine Nacht im Freien vor mir, so kann ich das besser verkraften, als wenn dies nur die erste Nacht von mindestens fünf anderen wäre.

Hierbei ist man besser aufgestellt mit Poncho, Tarp/Zeltbahn, Schlafsack und Isomatte. Für den taktischen Gebrauch wären wärmstens zu empfehlen eine Space Blanket bzw. Rettungsdecke und ein Leichensack. Viele dieser Gegenstände erfüllen mehrere Funktionen.


Shelter
Shelter für zwei Personen und Equipment aus NVA Zeltplanen im Frühling. Als Unterlage diente ein Regenponcho statt der Schlafsackunterlage bzw. Elefantenhaut, darüber Isomatten und Schlafsäcke. Wird es zu kalt, so wird ein weiterer Regenponcho über die Öffnung gehängt.

Zeltbahnen können zudem auch selbst als Ponchos verwendet werden.

Das Shelter alleine ist nicht dazu da einen warm zu halten, diese Aufgabe hat der Schlafsack. In diesem Fall diente die Zeltbahn lediglich dazu von oben herab fallenden Schnee abzuhalten, während ein wenig Windschutz durch die Auswahl des Standortes gegeben war.

Im Bild zu sehen ist eine Unterkunft aus Tarp und Poncho. Auch hier dient das Tarp hauptsächlich um den herab fallenden Schnee abzuhalten.


Schlafsack
Bei kalten Temperaturen der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für das Schlafen im Freien. Der Ranger Motto Travel light, freeze at night sollte eher Warnung als Ausdruck besonderer Härte sein, denn die wenigen Schlafphasen die man kriegt sollten erholsam sein. Man kann lange hungern und eine Weile dursten, aber man kann in einer einzigen kalten Nacht erfrieren.

Auf Bildern aus dem Koreakrieg sieht man manchmal US Soldaten und Marines, die im Winter im Freien schlafen in dicken Schlafsäcken. Dabei handelt es sich um Casualty EVAC Bags, die ihrem Namen nach eigentlich zur Evakuierung von Verwundeten konzipiert waren. Auf dem Bild sieht man eine Gruppe von Marines mit diesen EVAC Bags auf dem Rücken. Es ist ein sehr sperriger Schlafsack mit einem Gewicht von um die 7,5 Kilogramm, davon 3kg Daunenfüllung, welches aber sehr vielen Menschen das Leben gerettet hat. 

 
Wer einen kompakteren Schlafsack verwendet, der kann diesen aber noch mit einem Leichensack und einer Rettungsdecke ergänzen. Der Schlafsack wird in den Leichensack gelegt, der damit gleichzeitig als Unterlage dient und mit der Rettungsdecke ergänzt. So kann man diese Kombination auch für den EVAC von Verletzten verwenden.



Schlafsäcke mit Ärmeln eigenen sich besonders für Spähgruppen und kleine Teams. Diese schlafen lediglich in ihren Schlafsäcken auf einer Matte, während immer mindestens zwei Leute wache halten. Ein Schlafsack mit Ärmeln erlaubt es, dass die Leute auch bei niedrigen Temperaturen bereits im Schlafsack bspw. Rücken an Rücken sitzend Wache halten und sich dann wieder schnell mit anderen abwechseln können.
Diese ganzen Sachen können auch, im Gegensatz zu einem Zelt, einfach in einer Travel Space Bag zusammen gepackt werden und brauchen damit kaum Platz. Ihr kennt diese Vakuum Verpackungen, mit denen die Weiber ihre ganzen nutzlosen Kleider, Vorhänge, Tisch- und Bettdecken, die sie in Folge des Nestbaus angeschafft haben, in die letzten noch verfügbaren freien Winkel des Hauses packen, nur um den frei gewordenen Platz sofort wieder mit anderem Scheiss vollzumüllen. Diese Vakuum Aufbewahrungspackungen gibt es auch in einer Reiseversion, die keinen Staubsauger mehr benötigen und wo die Luft lediglich durch das Zusammenrollen abgelassen wird.


Biwaksäcke
Für Wanderer sind Biwaksäcke sicher eine nette Idee, ich hab allerdings noch die das Gefühl gehabt einen brauchen zu müssen. Für warme Temperaturen ist es zuviel, für niedrige Temperaturen zu unpraktisch.


Das ECOTAT System war dafür gedacht sowohl als Biwaksack, als Poncho und als Schlafsack zu dienen. Das Konzept hat sich nie wirklich durchsetzen können und wurde bei den Streitkräften hauptsächlich als Survivalpacket an Piloten usw. ausgegeben.



Siehe auch:
Trageausrüstung
Fluchtrucksack und Bug-out Bag



Kommentare:

  1. Chef, was hälst Du davon?

    https://www.land-shark.com/how-it-works#stealth

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  2. Eine Hängematte mit Mückenschutz habe ich immer gerne dabei. Ich wohne allerdings in einer recht versumpften Gegend. Ist ein kleines leichtes Knäuel 570 gramm. Paracord Fallschirmseide. Hat mir schon ein paar mal ruhigen Schlaf verschafft und hinterlässt kaum Spuren.

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    1. Hängematten sind für den Sommer ganz nett, schaffen mir für unterwegs aber ein zu hohes Profil.

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    2. Kannst das Ding je nach Lage auch am Boden auf die Isomatte legen und tarnen. Das Viehzeug wird jedenfalls durch das Mückennetz wirksam rausgehalten.

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    3. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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