Mittwoch, 26. August 2015

Empathie


Vor einer Weile wurde ich wieder Zeuge einer dieser typischen Szenen, die für Menschen wie mich so viele Dinge aussagen darüber, was mit unserer Kultur alles verkehrt läuft. Vor einem Supermarkt sitzt ein fremdländischer Bettler in jungen Jahren mit gegelten Haaren und eine Gruppe von dicklichen weißen Kindern auf City Rollern steht ein paar Meter davon entfernt und diskutiert untereinander, ob sie ihm etwas geben sollten. Wo sind eure Väter?
Eine moderne und wohlhabende Gesellschaft, die so geworden ist weil sie Werte hält die diesen Stand der Zivilisation ermöglichen, wird zum Opfer des Parasitentums geringerer Kulturen.


Erbärmlichkeitsindustrie
In der deutschen Sprache hält das Wort Erbärmlich gleichzeitig die Bedeutung von Mitleid und Verachtung, in erster Linie aber von Mitleid. Die Helfer- und Sozialindustrie in Deutschland ist fast schon treffender als Erbärmlichkeitsindustrie zu bezeichnen, da sie auch ein Interesse an erbärmlichen Zuständen hat. Geht etwas den Bach runter, dann ist der intuitive Reflex von wohlstandsverwöhnten Menschen zu helfen und nicht etwa dem ganzen den Gnadenstoß/-schuss zu versetzen. Das wird für die Zivilisation dann als ganzes problematisch, da sie Versagen und Armut subventioniert und eben Leute anzieht, die selbst überhaupt kein Problem damit haben Parasiten zu sein, welche dann wieder auf eine Bevölkerung von mentalen Kindern treffen, die mit ihren intuitiven Reflexen nicht umgehen können, da sie ihr Leben lang von Weibern erzogen werden.

Kriegen die Frauen in einer Bevölkerung keine Kinder mehr, so müssen sie ihre Mutter Bedürfnisse anderweitig ausleben. Wir sind von unserer psychologischen Veranlagung immer noch Urzeitmenschen und vieles von dem was der moderne Mensch tut sind lediglich Ersatzhandlungen. Männer schließen sich Gangs an, Frauen gehen Tätigkeiten nach in denen ihre Veranlagung Nachwuchs aufzuziehen und zu bemuttern befriedigt wird. Dazu gehören neben dem sozial Scheiss auch das "Retten" und Horten von Tieren, die verrückte Katzenlady etc. . Wird einer Mutter in einem Familienverband das Ganze zu viel, dann kann sie die Aufgabe vorübergehend an ein anderes Familienmitglied abgeben oder auch eine Amme. Diese Situation haben wir aber nicht mehr und bei den Ersatz-Babies, also den Hilfsbedürftigen, gibt es zudem das Problem, dass man diese nicht einfach abgeben kann wie kleine Kinder. Dies wird alsbald problematisch, wenn das typische, kurzlebige Causehead Interesse an der Ersatzhandlung verflogen ist, aber das Problem immer noch besteht. Das will dann auch weiter gefüttert werden wenn die ehrenamtlichen HelferInnen kein Interesse mehr haben. Die Erbärmlichkeitsindustrie als ganzes ist aber in Deutschland vom Grundgesetz geschützt, welches jedem einen lebenslangen Anspruch auf Sozialleistungen garantiert, und hat damit auch ein gesetzlich gesicherte sichere Einkommensquelle. Es ist ein Übel das aus einer Laune heraus geboren wurde.

Richtig pervers wird es dann, wenn Werte von Mitgefühl und Mitleid die aus dem Christentum überliefert wurden dazu benutzt werden um Menschen zu helfen, die einen dafür eigentlich hassen. Die muslimische Welt in ihrer ganzen Erbärmlichkeit versorgt die westliche Erbärmlichkeitsindustrie zuverlässig mit Vorwänden, was auch so weit geht ein christliches Land wie Serbien zu bombardieren um muslimischen Bosniern und Albanern zu helfen. Der Westen hat in Somalia interveniert um muslimische Somalies vor dem Verhungern zu retten, während man in Ruanda nur zugeschaut hat, wie eine christliche Bevölkerungsgruppe genozidiert wurde.


Fehlen von Demut
Ein weiterer übler Nebeneffekt der Erbärmlichkeitsindustrie ist, dass sie ihr Tun, wie bereits erwähnt, als gesetzlich garantiertes Recht vermarktet und damit den Empfängern ihrer Leistung ein falsches Gefühl von Berechtigung vermittelt. Nicht etwa erbarmt man sich diesen Leuten, man ist gerade gut genug ihr gesetzlich garantiertes Recht zu erfüllen indem man sie ein Leben lang versorgen darf. Dazu kommt, dass die erbärmlichen Kulturkreise keinerlei Gefühl von Demut haben oder Dankbarkeit zeigen. Für Zigeuner existiert unsere Wahrnehmung von Eigentumsrechten nicht und ein Hassprediger der von Sozialhilfe lebt sieht das nicht als seine eigene Erbärmlichkeit, sondern eben als sein Anrecht auf die Leistung der Dhimmis, dass diese ihm ihre Kopfsteuer schuldig sind.


Die meisten von uns würden ein Kind wegen 100 Euro ertrinken lassen
Ganz schön provokantes Statement und trotzdem wahr. Was mich persönlich am meisten an der Erbärmlichkeitsindustrie und den Weltverbesserern stört ist, wie verlogen das Ganze ist. Es geht lediglich darum, dass der Helfer eigene Komplexe bedienen oder sich besser über sich selbst fühlen kann und nicht etwa darum irgendwem wirklich zu helfen.
Würde man diesen Leuten die Frage stellen, ob sie ein ertrinkendes Kind retten würden, wenn dies bedeuten würde das sie dabei ihre Schuhe oder ihren Anzug im Wert von 100 Euro ruinieren, dann würden die meisten Leute trotzdem Ja sagen. Im alltäglichen Leben geben sie dann aber selbst 100 Euro für Unterhaltungselektronik aus oder eben Anzüge und Schuhe. Sie hätten die Wahl diese 100 Euro aufzugeben und stattdessen wirklich ein Kind zu "retten", wenn auch nur für einen Tag. Dies tun sie aber nicht, weil es ihnen nicht unter die Nase gerieben wird und ihnen auch niemand erzählt, dass dieser eine Anlass sie jetzt interessieren muss und wie sie sich darüber zu fühlen hätten. Selbst mache ich keinen Hehl daraus, dass mir hungernde Kinder vollkommen egal sind. Ein Kind das ich heute vor dem Ertrinken rette wird morgen vom Auto angefahren oder auch eine Woche später, genau so wie es Verschwendung ist Armut zu subventionieren, damit Armut weiter existieren kann anstatt den Gnadentod zu sterben oder sich selbst zu retten.
The rogue African nation-state should be left to the fate it deserves - implosion and state collapse.
- George Ayittey

Post Collapse
Die pervertierte Form der Empathie kann in einem Post Collapse Szenario schnell verschwinden oder zumindest geläutert werden. Es gibt keinen Ressourcenüberschuss mehr, den man an die Erbärmlichkeitsindustrie verschwenden kann, nur um sich selbst besser zu fühlen. Akte von Hilfe aus Mitgefühl werden sich wieder beschränken auf die historisch überlieferten Formen von Samaritertum, in denen einem Hilfsbedürftigen weitergeholfen wird, aber nicht weiter geholfen.


Für die problematischen, von der Sozialindustrie ruinierten Fälle bietet es sich an, dass diese von funktionierenden Strukturen adoptiert werden, die ihnen dabei helfen nicht mehr so erbärmlich zu sein und sie quasi dazu erziehen sich selbst helfen zu können.


Die Kehrseite
Für einen wohlstandsverwöhnten Europäer ist es zwar einerseits leicht einfach mit Sozialkohle die ganze Welt zu beschenken um sich selbst besser zu fühlen, auf der anderen Seite ist es genau so leicht ein Ende von Sozialleistungen zu fordern ohne die Armut selbst jemals kennen gelernt zu haben und die Angst, den Ärger und den Neid der damit verbunden ist. Genau so wie die Kommunisten in den unteren Schichten der Gesellschaft rekrutieren können kann das genau so die Gegenseite tun, was in einer Post Collapse Situation wichtig sein wird, wenn eben viel Armut existiert. Gelingt dies nicht, so drohen Gemeinschaften zu Kommunen zu verkommen in denen den Produktiven das Recht auf ihr Eigentum abgesprochen wird um die Unproduktiven zu versorgen.



PS: Ich halte es für einen sinnvollen Vorschlag von Asylbewerbern eine gesunde Niere als Organspende zu verlangen. In Deutschland stehen jedes Jahr um die 8.000 Menschen auf der Warteliste für Spendernieren und viele brechen die qualvolle Dialysetherapie selbst ab um endlich zu sterben. Menschenleben gegen Menschenleben. Wir retten dein erbärmliches Leben und du rettest einen der unseren. Wenn nicht, dann steig wieder in dein löchriges Boot oder fütter die Thunfische.



Siehe auch:
Sozialhilfe führt zum gesellschaftlichen Kollaps


Kommentare:

  1. "Ich halte es für einen sinnvollen Vorschlag von Asylbewerbern eine gesunde Niere als Organspende zu verlangen. [...] Wir retten dein erbärmliches Leben und du rettest einen der unseren. Wenn nicht, dann steig wieder in dein löchriges Boot oder fütter die Thunfische."

    Du bist näher bei uns, als Du glaubst. Aber davon abgesehen: dazu ist es ersteinmal notwendig, daß "WIR" uns wieder als Gruppe begreifen und nicht als "Möntschen", als Teil der "Möntschheit", die zufällig in Schland geboren ist. Nur in diesem Kontext macht "unseren" überhaupt Sinn. Denn sonst könnte ja auch der Syrer einem Somali eine Niere spenden und sagen: "Jetzt habe ich für Euch was getan, rettet mich!"

    Und jetzt darfste meckern mit mir, daß Du garnicht so bist, wie das klischeehafte Bild, daß Du von Leuten wie mir, randvoll mit Scheisse, im Kopf hast. Ich mag Dich trotzdem.

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  2. Was wollen sie dann mit Leuten machen die durch die fortschreitende Automatisierung und Robotertechnik zwangsläufig arbeitslos werden? Und das werden sie garantiert, selbst Hochqualifizierte sind nicht davor gefeit. Ein alter Kollege erzählte mir dass sie letztens in ihrer Firma eine Veranstaltung für ehemalige Mitarbeiter hatten und das erste was den Rentnern auffiel, war die fast leere Produktionshalle und ihr Staunen darüber, wohlbemerkt bei üblicher Besetzung der jeweiligen Schicht. Geht und schaut selbst nach.

    Man google nach "Jobbörse" und klicke den ersten Eintrag und schaue auf der Seite oben:

    2,9 Millionen Bewerberprofile und 1 Million Stellen. Und wenn wir die Stellen dazuzählen die nicht in der Arbeitsagentur registriert sind, so müssen wir auch so Einiges zu den Beweberprofilen dazuzählen. Diese Diskrepanz wird logischerweise noch zunehmen.

    Sie können es drehen und wenden wie sie wollen, es gibt, und es wird nicht Arbeit für alle geben. So wie in deinem früheren Artikel erwähnt, setzt das Internet im Handel die Leute auf die Straße, und die Automatisierung tut es in der Fertigung, wobei es hier erst noch der Anfang ist (Stichwort Inudstrie 4.0). Und wenn bald die Drohnen beginnen Pakete auszuliefern wird es die Heere in der Logistikbranche treffen.

    Wenn sie keine Bürgerkriege haben möchten, dann müssen sie mindestens "Food Stamps" wie in den USA verteilen.

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    1. Die Idee das technischer Fortschritt Arbeitsplätze vernichtet ist idiotische Nullsummenspiel Denke. Technischer Fortschritt schaft andere und bessere Arbeitsplätze. Ich hab nicht erzählt es würde die Leute "auf die Straße" setzen. Lies mal ein Buch du Luddite.

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    2. So ist es. Ich erinnere mich gut an damals, als das Rad erfunden wurde, da wurden plötzlich alle Träger arbeitslos. Experten haben errechnet, dass 20% der heutigen Arbeitslosen einzig und allein auf die Erfindung des Rades zurück zu führen sind, weil sie unter normalen, steinzeitlichen, Zuständen als Träger arbeiten würden. O.O

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    3. Das Gerede davon, dass technologischer Fortschritt Arbeitsplätze vernichtet, ist nur der Einleitungssatz für das Kapitel "Wir brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen". Da kann man es auch so hinstellen, als ob leere Produktionshallen ein Problem wären, nur weil ein paar Alte damit überfordert sich zu verstehen was c++ oder eine App ist.

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    4. Vermutlich darfst Du in unserem Nanny Staat jahrzehntelang als Heizer weiter auf Elektroloks mitfahren, wenn Du laut genug jammerst und zu einer anerkannten Opfergruppe gehörst.
      Aber es ist absolut lächerlich zu behaupten, Leute, die sich noch nicht einmal auf neue Gegebenheiten einstellen können, könnten einen ernstzunehmenden Aufstand initiieren.
      Loser gehen immer mit einem Wimmern unter, nicht mit einem Knall.

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  3. wenn ein Roboter eine Arbeit günstiger und besser erledigt die vorher ein Mensch gemacht hat, dann bedeutet das nur, dass auch das Produkt das der Roboter baut billiger wird und es sich wieder mehr Leute leisten können.
    Allerdings gab es diesen Roboter vorher auch nicht und irgendwer muss den ja gebaut haben... dahin ist der Arbeitsplatz dann eigentlich "abgewandert".

    Alles was der ehemalige Bandarbeiter tun muss ist sich die Fähigkeit anzueignen, an der Entwicklung und der Herstellung des Roboter mitarbeiten zu können. So hat das bis jetzt immer funktioniert und die Beschäftigungszahlen sind trotz leerer Fabrikhallen bei den Firmen gestiegen.
    Denn die Zahl der Ingenieure und Informatiker steigt ständig weiter an.
    Das einzige Problem das dabei in Bürokratien wie DT entsteht ist, dass man für diese höheren und besseren Berufe eben oft Studiert haben muss.
    (daher kommt auch die immer größere Zahl an Studenten auch in den MINT-Fächern).

    Was hier für den ehemaligen Bandarbeiter wirlich zu einem Problem werden kann ist aber die borniertheit des Systems in dem für eine Arbeitsstelle oft nicht entscheidend ist was man dann, sondern was auf dem (staatlich beglaubigten) Papier steht was man könnte.... diese Denken findet man hier auch oft bei großen und älteren Konzernen wie der Automobilbranche...
    Es wird immer schwerer zu studieren um so älter man wird und wenn dann alles wegen einem einzigen Fach im Drittversuch scheitern kann... wer will sich sowas dann hier antun?
    Ich kenne einen Fall bei dem jemand mit dem Maschinenbaustudium komplett fertig war, seine Bachelorarbeit abgegeben hat und bereits als Ingenieur gearbeitet hat, als er beim Nachholen einer einzigen Prüfung im Drittversuch durchgefallen ist und damit nicht nur den akademischen Grad sondern auch seinen Arbeitsplatz verloren hat.... Die Firma hat sich einen Scheiß um seine Fähigkeiten gescheert... es ging nur um das Papier mit dem "Titel" darauf....

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    1. Shit sowas. Aber grundsätzlich kann die mechanische Arbeitskraft eines Menschen nicht billiger erbracht werden als mit einer Schüssel Reis am Tag! Menschen sind unter Umständen einfach billiger als Maschinen. Siehe solche Aussagen: "...und Ausnahmen vom Mindestlohn würden sowohl der Integration als auch der Armutsbekämpfung dienen." Als Nettosteuerzahler bist hier echt am Arsch!

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  4. Die Argumentationen sind leider unsauber geführt:

    a) Rationalisierung und Automatisierung ersetzt niedrig qualifizierte Arbeitsplätze in einem größeren Umfang, als sie höher qualifizierte schafft. Ein Roboter ersetzt 20 Vollzeitstellen in der Montage, die vorher dauerhaft gebraucht wurden, zugunsten von X Stellen in der Entwicklung, die einmalig gebraucht werden und einer Teilzeitstelle in der Wartung, die dauerhaft gebraucht wird. Trotz der höheren Bezahlung sinken die Einzelkosten so stark, daß die Anschaffungskosten innerhalb kurzer Zeit (max. 2 Jahre aus meiner Erfahrung, kaann aber in anderen Branchen anders sein) amortisiert waren. Die Behauptung, die Arbeitsplätze würden an anderer Stelle erneut entstehen, und gar höherwertige würden entstehen, ist schlichtweg Unsinn, weil das dem Prinzip der Rationalisierung zuwiderlaufen würde.
    b) Die Frage, ob Menschen die selbe Arbeit billiger machen, stellt sich nur unter der Annahme, daß das Arbeitsergebnis einer Flotte von Manufakturarbeitern konstant ist. Das ist es aber nicht. Die Schwankungen (persönlich erlebt: Fertigung in Osteuropa) sind so gravierend, daß der Vertrieb (wohlgemerkt: im erlebten Beispiel der lokale Vertrieb, NICHT der Importeur) die gefertigten Produkte je nach Absatzmarkterfordernissen klassifizierte. Für Westeuropa wurde maximal die Hälfte klassifiziert, der Rest war "local market". Bei uns kam dann nur vorselektierte Ware in den Handel. Diese Schwankungen treten bei automatisierter, und noch viel mehr bei robotergestützter Produktion viel weniger auf, weil die Fertigung schlichtweg von kontinuierlich und weitgehend von menschlichen Einflußfaktoren befreit erfolgt.
    c) Die isolierte Betrachtung des Effekts der quantitativen Freisetzung von Arbeitskräften durch Rationalisierung als Grundlage irgendwelcher politischer Forderungen setzt intrinsisch eine Gesellschaft mit konstanter Arbeitskraftanzahl voraus. Das ist bei uns aber nicht so gegeben, schon aufgrund der Altersstruktur. Das Ausscheiden von Produktivarbeitskräften wird derzeit nichteinmal kompensiert durch Rationalisierung, was heißt, daß die Rationalisierung nicht einmal ausreicht, um die in Rente gehenden Produktivarbeiter zu ersetzen.
    d) Die Argumentation läßt außer Acht, daß die personalspezifischen Konsequenzen der Rationalisierung abgemildert werden dadurch, daß bei durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen in der Regel, "weil man wieder Luft hat", Stellen im Verwaltungsbereich geschaffen werden. Dieser Wasserkopf wird auch weniger rationalisiert, weil dort die Rationalisierung nur sehr schwer meßbar ist. In der Produktion, wo weitgehend Einzelkosten entstehen, ist die Sachlage völlig anders als in den gemeinkostenproduzierenden Abteilungen, weil diese nur intransparenten und nicht direkt meßbaren Output haben. Oft ist auch der Vertrieb gemeinkostenbasiert organisiert (also nur zu kleinem Teil über Provisionen). In der Konsequenz bedeutet das, daß die Produktion weitgehend ausgelutscht ist und trotzdem unter hohem Rationalisierungsdruck steht, während die Weiber in der Verwaltung immer nur jammern, wie viel sie zu tun haben mit Kaffee kochen und wie gefährlich die Arbeit ist, weil sie sich am Papier geschnitten haben. Wenn dort das Internet ausfällt, dann kommt nach 30 Sekunden ein Anruf, wenn Email ausfällt, nach 'ner Stunde. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß Produktivarbeitsplätze im Mittelstand weitgehend zugunsten parasitärer Verwaltungsarbeitsplätze rationalisiert werden. In der Verwaltung sind in jedem mittelständischen Unternehemen das ich kenne mindestens 30% Leute, die einfach rausgenommen werden können und keiner merkt, daß die weg sind.

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    1. Die Argumentierung ist nicht unsauber sondern dein Verständis von Wirtschaft ist einfach Müll. Selbst wenn Stellen durch Automatisierung wegfallen die danach nicht durch neue Stellen ersetzt werden ist dies das Problem von Niemand anderem sonst als von dem, dessen Leistung am Markt nicht mehr gebraucht wird. Dann soll derjenige sich was Einfallen lassen wie er wieder am Markt Absatz findet. Wirtschaft ist nicht da um "Arbeitsplätze zu schaffen" sondern um Dinge zu produzieren die weniger Arbeit verlangen. Gäbe es in Deutschland keinen Sozialismus, dann gäbe es diese scheiss Verwaltungsplätze und andere Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gar nicht. Als Quelle dicht gemacht hat hat man auch Behörden von München nach Nürnberg für millionen von Euro versetzt nur um Leute aufzufangen. Aber das ist kein Problem von Maschinen und Automatisierung.

      Ich weiß schon worauf ihr Luddisten wieder hinaus wollt. Arbeitsplätze schützen, Schutzzölle, Grundeinkommen und son Müll. Das hier ist auch kein Forum, also spart euch Buchseiten Posts in Zukunft besser.

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    2. NV, Du vermischst hier zwei Dinge, die systemische Analyse (wie ist die Situation) und die sich daraus ergebenden Handlungsoptionen bzw. auf dieser Basis getroffenen politischen Entscheidungen.

      Aus dem Umstand, daß ich auf die unsaubere Argumentation bei "Rationalisierung vernichtet Arbeitsplätze" hinweise und die Unsauberkeiten in der Argumentation beispielhaft anführe, folgt, daß damit der politischen Schlußfolgerung der Boden entzogen ist. Ich schrieb:

      "Das Ausscheiden von Produktivarbeitskräften wird derzeit nichteinmal kompensiert durch Rationalisierung, was heißt, daß die Rationalisierung nicht einmal ausreicht, um die in Rente gehenden Produktivarbeiter zu ersetzen."

      Hast Du bestimmt überlesen. Sicherlich leuchtet ein, daß mit dieser Situationseinschätzung ein Plädoyer für Mindestlohn und Bedingungsloses Grundeinkommen nicht geführt werden kann.

      Auf der anderen Seite ist es richtig, daß Rationalisierung bei gleichbleibender Anzahl der Arbeitskräfte volkswirtschaftlich dazu führt, daß es gerade in niedrigen Einkommensbereichen zu einer Erhöhung der Anzahl von Leuten kommt, die arbeitslos werden. Diese Problematik ist jedoch nicht nur bezogen auf Rationalisierung vorhanden, sondern bestünde genauso, wenn es z.B. eine Geburtenschwemme gäbe. Hier wirkt normalerweise der Markt: Produktionskapazitäten, die über Bedarf und Bedürfnis dauerhaft hinausgehen, werden anders allokiert odert verschwinden.

      Bei Arbeitern ginge das - in dieser hypothetischen Situation wohlgemerkt, denn in der Realität ist das bei uns nicht so aufgrund der Demographie - analog, würde eben dazu führen, daß ein Teil in Arbeitsmärkte wandert, die Bedarf haben, ein Teil wird jedoch übrig bleiben.

      Diesen Teil kann man nun entweder alimentieren, oder man schafft eine künstliche Nachfrage, oder man sagt, die sind auf sich allein gestellt.

      Wenn die auf sich allein gestellt sind, dann werden die sich Nischen suchen, die sie mit ihren Kenntnissen ausfüllen - wenn im regulären Arbeitsmarkt nichts dergleichen da ist, dann werden die eben kriminell. Lehne ich ab.

      Wenn die alimentiert werden, dann ist sehr wahrscheinlich, daß aus dem "normalen" Arbeitsmarkt Leute in die Alimentierung abwandern - Parasitentum weitet sich immer aus. Lehne ich auch ab.

      Bliebe die künstliche Nachfrage. Hier ist zu beachten, daß diese klar abgegrenzt sein muß von der Alimentierung, also auf KEINEN FALL die ökonomisch sinnvollere Alternative zu regulärer Arbeit sein darf. Das bedeutet: körperlich schwere und/oder gefährliche Arbeit als "Notlösung", weil das sichert, daß die Leute da wieder raus wollen. Ich höre da immer als Argument, daß das nicht so verschieden wäre von Zwangsarbeit und ich ja dann gleich sagen könnte: HartzIV mit Arbeitszwang. Muß ich sagen: stimmt. Ändert aber nichts daran, daß systemisch zu verhindern ist, daß Leute reguläre Arbeitsplätze aufgeben, um in die Alimentierung zu kommen.

      Anmerken möchte ich noch, daß in einem Staatssozialismus (wie jetzt - Staat kontrolliert die Verteilung) oder einem Staatskapitalismus (wie DDR - Staat kontrolliert die Produktionsmittel) es oberste Bürgerpflicht ist, seine Leistung diesem Staat zu entziehen und dem auf der Tasche zu liegen (klappt bei mir nicht so - umnständehalber - aber ich arbeite dran.

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  5. Zum Problem der Titelfixiertheit: Die Verwaltung (hört sich jetzt wie ne Fixierung an) ist auch der Part, der titelfixiert ist. Bei Produktivarbeitsplätzen ist das unwichtig, da der Arbeitserfolg über die Einzelkosten sowieso meßbar ist. In der Praxis bedeutet daß, daß in der Verwaltung Titel gefragt sind, während in der Produktion jetzt auch Quereinsteiger vermehrt eingestellt werden. Ich würde in so einem Fall 'nen Schweißerlehrgang oder sowas ranhängen und dann in die Richtung Mechaniker gehen.

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