Freitag, 21. August 2015

Immobilien Teil II


Kommerzielle Nutzungen
Vor einer Weile hat ein Supermarkt hier in der Nähe komplett renoviert, seine mit dem Internet nicht länger konkurrenzfähige Elektronikabteilung komplett abgerissen und einige Kassen durch diese elektronischen Selbstbedienungskassen ersetzt wie ich sie bisher nur im Walmart in den USA gesehen habe. Für einen kurzen Moment war ich von dem neuen Ambiente und der neuen Technologie etwas überwältigt und dacht sogar einen kurzen Moment daran, dass dieses Land noch eine Zukunft haben können, würden die Leute sich der Realität der Märkte beugen.
Letztendlich ist es aber doch nur die gleiche Art von Illusion und Täuschung wie wenn sich Fidel Castro eine amerikanische Uniform anzieht oder die Sowjetunion das Space Shuttle nachbaut. Die Deutschen sind nicht lernfähig und ihre Borniertheit wird jede Initiative zur Besserung der Umstände zunichte machen.
Trotzdem ist es ein Schritt an dem die Deutschen nicht vorbeikommen werden. Die New Economy fordert Rationalisierung und für viele Deutsche, gerade für die wohlstandsverwöhnten Babyboomer, ist diese Entwicklung nur schwer verständlich. Es interessiert sich heute Niemand mehr für Lage oder Außenfassade einer Immobilie, sondern allein der wirtschaftliche Nutzen zählt. Im Zeitalter von Amazon haben Kleingewerbe und Eckläden ausgedient, weshalb Immobilien die dafür ausgelegt waren zwangsläufig im Wert verfallen müssen. Dies wurde im letzten Teil bereits erwähnt, aber ich kann diesen Punkt nicht oft genug wiederholen. Alles hat nur den Wert, den jemand bereit ist dafür zu bezahlen. Deutsche Städte, sowieso bereits chronisch pleite, können noch so viele Sanierungsmilliarden in die leeren Einkaufspassagen ihrer Alt- und Innenstädte pumpen, diese Entwicklung lässt sich nicht umkehren. Schöne Brunnen und historische Gebäude interessieren den modernen Konsumenten nicht und niemand ist bereit für Kitsch einen hohen Aufpreis zu bezahlen.


Leerstände in den Städten
Der Supermarkt, der gleich mal die Elektronikabteilung abgerissen hat, hat dafür zwei kleinere Gebäude dort hingestellt und seinen Parkplatz erweitert. Diese Gebäude waren aber nichts besonderes, denn sonst wären sie vermutlich in einem Land, was einen hässlichen Betonkomplex bereits unter Denkmalschutz stellt, unter Denkmalschutz gestanden.
Im Gegensatz zu bspw. britischen Städten sind deutsche Städte, dank Brandbomben, relativ moderne Städte mit breiten Straßen und vielen Neubaugebieten. Der ökonomische Nutzen von den Einrichtungen die damals wieder aufgebaut oder neu gebaut wurden hat sich aber bereits wieder überlebt. Die Leute sind im Großen allerdings zu alt und auch zu dumm geblieben um diese Dynamik zu verstehen. Aus demselben Grund können auch schlechte und undurchsichtige Plattformen wie die chinesischen Außenhandelsportale an eBay vorbei ziehen, ungeachtet der Unprofessionalität und der schlechten Präsentation. Es ist mittlerweile nicht mal mehr die Überlegenheit der Konkurrenz die diese am Westen vorbeiziehen lässt, es ist die Weigerung des Westens zu konkurrieren. Aussterbende Innenstädte an die Sanierungsmilliarden verschwendet werden sind ein gutes Beispiel dafür.


Menschen zahlen für Anonymität
Was den Supermarkt und andere Großhandelsmodelle so populärer gegenüber dem Eckladen macht sind nicht nur die billigeren Preise, sondern auch die Anonymität der Kundschaft. Wenn ich in einem Walmart einkaufe werde ich vom Personal immer gleich begrüßt und behandelt, egal ob ich nur einen Dollar einstecken habe oder 1000. Das ist ein Wert. Leute wollen nicht mehr dafür bezahlen einen Traditions- und Familienbetrieb am Leben zu halten, der ihnen völlig egal sein kann. Das Amazon den kleinen Buchladen um die Ecke vertreibt mit seiner Buchpreisbindung usw. ist kein Problem, es ist besser für den Konsumenten.
Der Bringdienst ist nur der nächste Schritt dieser Entwicklung. Der Postbote weiß nicht ob in dem Amazonpaket nur ein Buch oder eine Crackpipe enthalten ist und es interessiert ihn auch nicht. Man kann die Einkäufe im Supermarkt von Zuhause aus erledigen und sie werden einen an die Haustür gebracht. Das ist eine revolutionäre Entwicklung verglichen mit früher, als man jeden Tag mehrmals einkaufen gehen musste.

Diese ganze Entwicklung macht klassische Marktplätze und Geschäftszeilen überflüssig. Es sind damit Kosten verbunden die dann nicht mehr notwendig sind und verschwinden werden und verschwinden sollten. Autofreie Innenstädte werden dann im Immobilienpreis einbrechen und wer schlau ist, der baut seine leeren Gewerbeflächen zu Wohnraum um. Dieser Wohnraum wird, sofern tyrannische Modelle wie Umweltzonen und autofreie Innenstädte weiter aufrechterhalten werden, allerdings auf eine bestimmte Klientel beschränkt sein. Das heißt Öko Hipster und Leute die zu alt oder zu arm sind ein Auto zu unterhalten. Letztere Gruppe wird in Zukunft vermutlich größer werden, da die Kosten für den Unterhalt eines Kraftfahrzeuges oder auch nur die im internationalen Vergleich gigantischen Kosten für einen Führerschein trotz Deflation sicher nicht weniger werden. Es hängen hier zuviele Interessengruppen mit drin, die an den momentanen Umständen gut verdienen.


Dörfersterben
Kleine Kommunen und Gemeinden kämpfen mit dem Aussterben. Anstatt Fördergelder daran zu verschwenden sollte man sie einfach sterben lassen. Viele dieser Marktflecken sind in Zeiten entstanden, in denen die demografische und wirtschaftliche Situation eine ganz andere war. Selbst im 20. Jahrhundert existierten viele davon nur weiter, weil Wanderbewegungen (gerade in Deutschland) durch Krieg und Vertreibung sie mit frischem Menschenmaterial versorgten. Heute bieten diese Ortschaften keinerlei ökonomische Relevanz mehr und die Überdimensionierung der Regierung lässt auch nicht zu, dass sich hier neue Märkte bilden können. Grundstücke und Bauland in solchen Gegenden zu verschenken kommt dem Verschenken von Tickets für die Titanic gleich. Trotzdem werden die Profiteure des Verwaltungssystems von Staat, Ländern, Städten und Gemeinden mit ihren bequemen Posten und Pensionsansprüchen dieses per Gesetz insolvenzunfähige System nicht aufgeben.

Wie in jedem Bereich in Deutschland sieht es nun mal so aus, als ob diese Gruppe an Menschen vorher sterben muss bevor die Chance auf Besserung besteht, genau so wie Verwalter- und Herrscherklassen in der Vergangenheit durch verschiedene Umstände stark ausgedünnt werden mussten um wieder Freiräume zu ermöglichen.


New Economy Konzepte
Für den klugen Survivalist der auch minimalistisch leben kann wäre das Optimale wohl eine Wohnlage in einer Kleinstadt die nicht von Sozialisten regiert wird, während sein wirtschaftliches Standbein anderswo angesiedelt ist und arbeit daran online möglich ist. Wer Büroleiter ist, der ermöglicht seinen Arbeitern das ergebnisorientierte Arbeiten von zuhause aus, so das für diese und für einen selbst lange Fahrten zur Arbeit eben entfallen. Viele Büroarbeiter in den USA heuern mittlerweile für kleines Geld Freelancer in Indien an um ihren Papierkram zu erledigen. Hierbei spielt es dann auch keine Rolle mehr wo wirklich der Unternehmenssitz ist und registrieren kann man sich dort, wo die steuerlichen Vorteile am besten sind. Hierbei muss man auch entscheiden, ob es günstiger ist zu Mieten oder wirklich in Assets wie Immobilien noch zu investieren. Würde bspw. die Gemeinde in der man den Wohnsitz hat die Steuern erhöhen, so wäre es natürlich einfacher den dort gemieteten Wohnsitz aufzugeben und wo anders hin zu ziehen. Dies gilt auch für Partnerschaften die den Bach runter gehen können.



Siehe auch:
Immobilien Teil 1
Supermärkte
Bug-out Location



1 Kommentar:

  1. Der Markt wird es regeln, früher, wenn man ihn lässt, später wenn der Staat noch eine Zeit lang Einfluß nimmt.

    Abgesehen von Innenstadtsanierungen und Fördergeldern auf dem Land kostet auch die Versorgung mit Verkehrswegen, Strom und Wasser, Post usw. in manchen Regionen bereits deutlich mehr, als die Menschen dort überhaupt für diese Leistungen an Steuern und Gebühren bezahlen.

    Würde man das alles an Rentabilität knüpfen hätten wir in diesem Land ein paar verdichtete Räume rund um die Ballungszentren (dort gibt es dann weiterhin noch "Dörfer" mit 1000+ Einwohnern) und ansonsten entlang der großen Autobahnen einige kleinere Städte aber zwischen diesen Zentren und Lebensadern nur noch Landwirtschaft oder schlicht Wildnis. Fände ich gut.

    Auf das Wegsterben der Baby-Boomer kann man lange warten. Es kommen genug jüngere mit den gleichen Ansichten nach. Auf diesem Weg ändert sich da zu unseren Lebzeiten nichts.

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