Mittwoch, 19. August 2015

Post Collapse Entführungsindustrie



In ärmeren Ländern und Ländern mit starkem Wohlstandsgefälle existiert oft eine Entführungsindustrie die sich darauf ausrichtet eher Personen mit einem geringen Profil für relativ kleine Lösegeldforderungen zu entführen.
Zum Beispiel wurden in Mexiko im Jahr 2013 lediglich 1,583 Entführungsfälle den Behörden gemeldet, obwohl die tatsächliche Zahl um ein vielfaches höher war.

In der Regel erfährt man durch die Medien nur von Fällen mit hohem Profil, das heißt von den Kindern Prominenter oder von Millionären. Diese Opfergruppe wird allerdings eher von Idioten ausgewählt, eben weil sie ein hohes Profil besitzt. Nur die dümmsten Verbrecher denken sich, sie entführen jetzt den Millionärssohn und fordern eine Millionen Lösegeld.


Solche Pläne sind von Anfang an totale Scheisse und die mediale Aufmerksamkeit (die Medien suchen grundsätzlich immer nach Sex&Crime Stories die emotional schwache Menschen einbinden) führt dann meist zu Panik beim Täter, in welcher sie dann das Entführungsopfer ermorden. Aus Entführung wird dann Mord und das Verbrechen bei dem Werte umverteilt werden sollten wird zu einer destruktiven Tat.

It ain't me, it ain't me, I ain't no millionaire's son, no, no
It ain't me, it ain't me, I ain't no fortunate one,
Der kluge Verbrecher sucht sich Opfer mit geringem Profil und stellt realistische Forderungen. Meistens sucht er sich dabei völlig gewöhnliche und berufstätige Opfer, entführt diese am Tag der Lohnauszahlung nach einer kurzen Überwachungsphase und lässt das gerade gemolkene Nutztier dann auch wieder laufen. Dieses Vorgehen wiederholt man alle paar Monate, womit sich eben eine Entführungsindustrie bildet.

Dies ist das gewöhnliche Vorgehen wenn bspw. Mexikaner andere Mexikaner entführen, bei der Entführung von Ausländern werden oft politische Forderungen gestellt. Diese können tatsächlich ernst gemeint sein, sie können aber auch nur als Vorwand dienen zur eigentlichen Lösegeldforderung.

Lösegeldforderungen richten sich dann in der Regel an die Regierung der jeweiligen Nation dessen Angehörigen man gerade entführt hat. Oft geben diese Regierungen auch nach, da es sowieso nicht das Geld der Politiker selbst ist und von diesen keiner einen Popularitätsverlust riskieren wird, indem er die Geisel sich selbst überlässt. Heroische Befreiungsaktionen durch Spezialeinheiten sind eher die Ausnahme und gehen auch oft daneben. Zahlt eine Regierung die Lösegeldforderungen, finanziert sie damit direkt die Entführungsindustrie und oft eben Terrorgruppen.


Post Collapse
In einem Krisenszenario kann sich auch in Westeuropa wieder eine professionelle Entführungsindustrie bilden. Es kommt darauf an wie sehr die gesellschaftlichen Schichten auseinander driften, ob die Täter Einheimische oder Ausländer sind. Ob das ganze im Stillen und an den Behörden vorbei geschehen wird, oder ob die Entführer ihre Forderungen vielleicht noch auf den selben Social Media Plattformen posten, über die sie ihre Opfer ausgewählt haben.

Für die betroffene Gruppe aus der ein Mitglied entführt wurde, wird es irgendwann zu einer knallharten Kosten-Nutzen Rechnung. Den höchsten Wert dürfte ein Familienvater, der Ernährer einer Gruppe haben. Auch junge Frauen stehen immer hoch im Kurs. Eher geringen Wert haben sterile alte Weiber und Kinder. Bei Nichtzahlung wäre es möglich, dass Opfer wie junge Frauen oder Kinder weiter verkauft werden und sich eben wieder andere Industriezweige bilden. Mehr dazu in Zukunft.

Rückführung weißer Kinder aus der Geiselhaft der Delaware Indianer


Siehe auch:
Germany Pays for Terror: Hannelore Krause and the Iraqi Hostage Industry

Kommentare:

  1. "Diese Opfergruppe wird allerdings eher von Idioten ausgewählt, eben weil sie ein hohes Profil besitzt."

    Ein gutes und aktuelles Beispiel für solche Idioten; wobei das Idiotischste an der Sache war, dass die Typen das Geld per Online-Überweisung haben wollten... (Wenn man es nicht besser wüsste, müsste man meinen, es seien dummdämliche Musels gewesen)
    http://www.welt.de/vermischtes/article145360723/Die-abscheuliche-Tat-dilettantischer-Verbrecher.html

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    1. Das war ja der Grund wieso ich dieses Thema jetzt veröffentlicht habe. Diletantische Verbrecher sind gefährlicher für alle Beteiligten als Profis. Das ist eine ganz nüchterne Lektion aus diesem Fall.

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  2. Logisch. Je mehr Entführungsopfer getötet werden, um so seltener wird gezahlt. Eine Industrie funktioniert nur mit zufriedenen Kunden. Und: Lösegeld kann man verschmerzen,
    tote Opfer schreien nach Rache. Für solche Entführer wird es dann brandgefährlich... (Natürlich nicht in D, nur in wirklich wehrhaften Gesellschaften!)

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