Dienstag, 8. September 2015

Deutscher Nasheed


Kriegergesänge haben sich über die Jahrhunderte nicht groß verändert und teilen über die Kulturen hinweg dieselben Inhalte. Konflikte innerhalb von Gesellschaft oder Konflikte mit anderen Gesellschaften werden nicht zwangsläufig von Notwendigkeit wie dem Erlangen von Ressourcen getrieben, sondern auch vor dem Geltungsbedürfnis der jungen Männer die in diesen Konflikten kämpfen. Die Inhalte von deutschen Soldatenliedern, den Nasheed Gesängen islamischer Kämpfer und die Lyrics von Gangster Rap überschneiden sich alle.


Wohlauf Kameraden auf´s Pferd, auf´s Pferd, in das Feld, in die Freiheit gezogen;
im Felde, da ist der Mann noch was wert, da wird das Herz noch gewogen;
da tritt kein anderer für ihn ein, auf sich selber steht er da ganz allein.
Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist, man sieht nur noch Herren und Knechte;
die Falschheit herrscht und die Hinterlist bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann, der Soldat allein ist der freie Mann.
- Preußisches Reiterlied


I’m from the streets where the Hood could swallow ’em and,
bullets’ll follow ’em and There’s so much coke that you could run the slalom
And cops comb this shit top to bottom
They say that we are prone to violence, but it’s home sweet home
Where personalities clash and chrome meets chrome
The coke prices up and down like it’s Wall Street holmes
But this is worse than the Dow Jones, your brains are now blown
All over that brown Brougham, one slip you are now gone
Welcome to hell where you are welcome to sell
But when them shells come you better return ’em
All scars we earn ’em…
- Jay-Z - U Don't Know


Life's a bitch and then you die
That's why we get high
Cause you never know when you're gonna go
Life's a bitch and then you die
That's why we puff lye
Cause you never know when you're gonna go
- Nas - Lifes a Bitch


marching on, on the path of the truth, oh soldiers of Allah
promise on us the lions of the sanctum we will march forward,
never will we yield in the moment of battle
we move on as soldiers answering the call
and undoubtedly one day, the Aqsa will return
so the redemption will forever remain
in the gardens of my Lord where the the martyr will be
His path no one will ever divert
we will go forth as soldiers crushing our enemies with the Qur'an of our Lord as our source
and it sends in us a new certainty that the day of martyrship is a glorious victory
- "Dschundollah" Nasheed



Durch alle diese Lieder zieht sich der Drang der jungen Männer nach Geltung oder nach Märtyrertum bzw. dem glorifizierten Ableben, welches als Risiko und gleichzeitige Alternative die Unternehmung wert ist. Der Krieg versorgt eben doch jeden jungen Mann entweder mit dem Sieg und dem späteren gesellschaftlichen Status und Einfluss den er bringt, oder mit dem Heldentod. Alle anderen sind nur Knechte und Bitches.

Was sich auch oft findet ist, dass irgendeiner angeblich alten Größe nachgeweint wird die man verloren hat. Bei den Muslimen ist damit die Zeit gemeint, in der sie Spanien kontrollierten und von anderen unterworfenen Völkern Tribut abpressen konnten um selbst ein faules Leben führen zu können. In deutschen Beispielen wie bspw. in dem Bundeslied vor der Schlacht von Theodor Körner ist die Zeit vor der Napoleonischen Besatzung gemeint. Alle greifen letztendlich auf eine Metahistory, eine verklärte und romantisierte Form der Geschichtsschreibung zurück um die eigene Identität zu erklären.

In jeder Bevölkerung gibt es unter den Männern einen bestimmten Anteil von Kriegern die für etwas sterben wollen. Das ist evolutionär so einprogrammiert und ergibt durchaus Sinn, ist oft sogar Notwendig gewesen um den Stamm zu erhalten. Es ist kein Zufall, dass der beste Krieger des Stammes das beste Weibchen bekommt, wie bspw. der Quaterback der Footballmannschaft das Head Cheerleader, da die Natur und der Stamm es wollen, dass der beste Krieger möglichst schnell seine Gene weiter gibt in Erwartung, dass er bald dabei umkommen wird den Stamm zu verteidigen. Viele junge Männer die dem Militär beitreten rechnen nicht mit einem "danach". Bei einer platten Betrachtung ist dieser erweiterte Suizid evolutionär bedingt, weswegen man diesen Trieb auch in erleuchteten euro-sozialistischen Kreisen niemals auslöschen können wird und sich auch aus diesen Gesellschaften viele Männer dem Kalifat oder anderen Formen von Gangs anschließen.

The good book says that he that lives by the sword shall perish by the sword, said the black.
The judge smiled, his face shining with grease. What right man would have it any other way? he said.
- Blood Meridian

Kriege werden schon lange nicht mehr bis zu dem Punkt geführt, an dem eine Seite die andere ausgerottet hat. Viel eher werden sie bis zu dem Punkt geführt, an dem eine Seite diese Art von Männern verloren hat, die eher sterben als verlieren und damit ihre Bestrebungen aufgeben würden. Verglichen mit der Gesamtzahl handelt es sich dabei allerdings um eine relativ kleine Gruppe.


Siehe auch:
Mehr Leichen, bitte
Kill em all


Kommentare:

  1. Dein Preußisches Reiterlied hat Friedrich Schiller(Wallensteins Lager) geschrieben. Trotzdem werden es wohl Generationen an Soldaten(bis heute) gesungen haben...

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    1. Erstens ist es nicht "mein Lied", zweitens weiß ich dass es von Schiller ist.

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    2. Aha, der Fuerst gibt wieder sein Expertenmeinung. Wo ist der Punkt? Weshalb das "Trotzdem"? Ist es nicht sogar authentischer an den Beispielen gemessen? Die "Gangster Rapper" die "Gangster Rap" machen, das sind ja auch nur die Kulturkommentatoren und nicht selbst die Akteure.

      Naja, zumindest traut der sich sein "Hauptsache was gesagt" Geschwätz immer unter dem selben Account abzuschicken.

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    3. Uuuuuh
      https://33.media.tumblr.com/d62679dc780057a56f8fbdc06a4b29d7/tumblr_mz7cvapy2Y1rlo1q2o1_500.gif

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  2. Sind nur wenige junge Männer, die so eine Todesverachtung zeigen.
    Sterben tun sie alle leichter als alte Männer.
    Mein Großvater war Kompaniechef an der finnischen Front. Wenn junge Ersatzeinheiten vorne lagen (auch SS) rechnete jeder hinten mit Durchbrüchen der Russen.
    Waren Familienväter um die 40 draußen entspannte sich alles und es kam fast Urlaubsstimmung auf.
    Das Phänomen haben auch die Westalliierten bei den Geleitzugschlachten bemerkt. Es wurden kaum junge Schiffbrüchige nach 48 Stunden lebend geborgen.
    Vermutlich ist der Überlebenswille sehr viel stärker, sobald eine Familie gegründet wurde.
    Selbst bei der Entwicklung von Waffentheorien ist das prägend.
    Jeff Coopers Scout Konzept eines Gewehres, das Distanz herstellt und den Schützen nicht unnötig exponiert ist das Konzept eines älteren Mannes.
    Wenn man gut in einer Familie angekommen ist will man ja nicht gleich wieder gehen.

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    1. Es gab eigentlich nur eine Gebirgsjägereinheit der Waffen SS in Finnland und die wurde, soweit ich weiß, nie defensiv eingesetzt.

      Und Coopers Scout Konzept wäre für den modernen Feuerkampf auf dem Gefechtsfeld bereits bei der Entwicklung völlig veraltet gewesen. Der Name "Scout" ist schon etwas irreführend. Welcher Scout begibt sich denn in ein Feuergefecht über derartige Distanzen, wenn die Reaktion beim Feind sofortiges Unterdrückungsfeuer und Flankierung wäre? Aber Cooper hat auch selbst gesagt, dass es sich bei seiner Entwicklung um eine Sport- und Jagdwaffe handelt. Wenn du damit in den Kampf ziehen willst, ich drück dir die Daumen.

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    2. "Welcher Scout begibt sich denn in ein Feuergefecht über derartige Distanzen,..."
      USMC Scout Sniper ?

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    3. @satcadir: Die SS-Gebirgsdivision Nord lag von 1941-1944 ununterbrochen in der vordersten Linie. Da gab es keinen feindlichen Durchbruch. Zum Alter: Junge Männer erledigen den Gegner mit der Klinge, alte Säcke mit dem Zielfernrohr? So ein Unsinn. Die Entfernung zum Gegner hängt von der taktischen Lage und nicht vom Alter ab. Fairbain und Sykes waren auch als alte Männer noch Spitze mit dem Commandoknife.

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    4. Willst Du mich jetzt vorführen mit WK2 Wissen? Lass mal lieber. Kann im Übrigen jeder nachlesen wie die Abwehrschlachten dort liefen.
      Zur Scout Entwicklung Coopers: Ich führe eine Steyr Scout und deren grösseren Ableger Steyr Elite jagdlich. Cooper war an der Entwicklung dieser Waffe beteiligt. Deshalb kann ich in der Praxis nachvollziehen wie er getickt hat.

      Vor allem die Scout ist definitiv keine Sportwaffe, sondern eine reine Selbstverteidigungs- und Jagdwaffe in PC ähnlicher Umgebung mit starker Betonung auf Verteidigung .
      Sie hat eine integrierte Notvisierung (sowas braucht man nicht an Sport/Jagdwaffen), Reserve Magazin im Schaft, integriertes Zweibein (beides ebenso) und sie ist trotz mächtigem Kaliber auf extremen Leichtbau getrimmt.
      Vor allem der Lauf ist so dünn, dass maximal 5 oder 6 Schüsse in schneller Folge präzise abgegeben werden können. Danach wird er zu heiß und die Treffpunktlage wandert aus.
      Also mit dieser Schusszahl muss die Situation geklärt sein. Sowas erreicht man nur, wenn man mit der Waffe sehr lange vertraut ist und in kritischen Situationen ruhig bleibt. Das sind nun mal zumeist ältere Schützen, die ihre Praxis haben und damit die Präzision eines Zylinderverschlusses in der Distanz vorteilhaft ausspielen können.
      Für Bolzereien in Schützengräben ist das Gewehr nicht geeignet. Und natürlich erlaubt der dünne Lauf keinen Mündungsfeuerdämpfer. Das ist eben ein Zielkonflikt. Mit dem Feuerball muss man leben. Es sei denn, man nimmt die Elite mit Matchlauf...Aber das Ding ist weitaus schwerer.
      So, ich hoffe, das klärt einiges. Cooper lohnt sich zu lesen, etwa..."The art of rifle". Keine Wichtigtuerei, klar, nachvollziehbar und bis auf Details (Zielfernrohre) noch aktuell.

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  3. "Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,
    Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;
    Er reitet dem Schicksal entgegen keck,
    Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen,
    Und trifft es morgen, so lasset uns heut
    Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit."

    Klingt nicht so als ob sich da jemand Gedanken macht um seine Rentenversicherung oder einen Bausparvertrag. Lifes a Bitch and then you die, thats why we get high. Aber im postheroischen Zeitalter sind wir ja alle nur einzigartige Schneeflocken, die von puritanischen Kindermädchen dazu erzogen werden ewig zu leben. Wann gibt es ISIS für Atheisten?

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