Donnerstag, 10. September 2015

Gift


 Warum Leute erschießen wenn man sie auch vergiften kann?

Der Einsatz von Gift, wenn auch geächtet, kann viele Vorteile haben. Man kann Gift auch in kleinen Mengen gegen große Zielgruppen einsetzen ohne dabei ein eigenes Risiko eingehen zu müssen. Das Kosten-Nutzen Verhältnis überzeugt durch geringe Beschaffungskosten und Herstellungsaufwand. Richtig angewandt kann wird die erfolgreiche Anwendung vom Feind später nicht einmal erkannt und von den eventuell übrig gebliebenen Feinden kann eine Ursache nicht erkannt werden.

Eine Streitmacht die man auf dem Gefechtsfeld niemals besiegen könnte kann durch Sabotage, durch das Vergiften von Brunnen und Proviant so weit dezimiert werden, dass es gar nicht mehr zum Kampf kommt.
Auch kann die existenzielle Grundlage eines Gegners bspw. durch die Vergiftung von Nutzieren vernichtet werden.


Natürliche Gifte
Die meisten Pflanzen sind für den Menschen giftig. Pflanzen sind auch Lebewesen die nicht gefressen werden wollen, aber auch nicht weglaufen können. Deswegen haben die meisten Pflanzen im Laufe der Evolution Gifte entwickelt um sich zu verteidigen. Selbst domestizierte Pflanzen wie Weizen enthalten immer noch ihre Enzymblocker, was sie für viele pflanzenfressende Tiere unverdaulich macht. Es gibt auch keine einzige Tierart die sich von Soja ernährt, da Soja zudem unfruchtbar macht. Hitzeeinwirkung zerstört aber die meisten dieser Gifte. Diese ganzen veganen Rohkost Idioten, die kriegen Gastroenteritis, zerstören ihren Insulinhaushalt und werden alle nicht alt.

Je nachdem welchen Auftrag und welches Einsatzmuster man sich zurecht gelegt hat, je nachdem werden Gifte ausgewählt.


Vergiftungen

Some have soiled themselves through fear and excitement, or simply because dysentery refuses to take a holiday during combat.
- Living Hell: The Dark Side of the Civil War, p.69

Vergiftungen die nicht potentiell Tödlich verlaufen sollen sind ein gutes Mittel um einen Gegner zu schwächen, aber ihn nicht umzubringen. Dies ist besonders geeignet wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass neben feindlichen Kämpfern eventuell unbeteiligte oder Personen von Interesse mit dem Gift in Kontakt kommen. Zudem bindet die Pflege von erkrankten Personen beim Feind Ressourcen und Kräfte.

Was sich hierfür in einem Post Collapse Szenario eignet ist die europäische Eibe. Diesen Baum findet man in der Regel in Ziergärten, da er früher wegen seiner Giftigkeit für Nutztiere überall sonst vernichtet wurde. Wildtiere wie Rotwild und Hasen(sind keine Kaninchen) sind unempfindlich gegen das Gift welches die Eibe in Holz, Rinde und Nadeln und Samen trägt. Aus diesen Dingen können Pulver extrahiert werden oder auch Öl, je nachdem welche Möglichkeiten man hat. Den meisten Anteil des Eiben Giftes Taxin enthalten dabei die Nadeln. Für eine lethale Wirkung wird eine Relation von ein Gramm Eibennadeln zu einem Kilogramm Körpergewicht geschätzt, was bei einer Aufteilung des Giftes auf eine größere Gruppe berücksichtigt werden muss. Unter dieser lethalen Dosis führt das Gift zu Magenkrämpfen, Erbrechen und bei Frauen zu Gebährmutterkontraktionen, was bei einer Schwangerschaft zum Verlust dieser führen kann.Vergiftungserscheinungen treten, bei hoher Menge, allerdings nach ein bis zwei Stunden relativ schnell auf, weshalb das Eibengift sich bei einer Zielgruppe nur strategisch sehr günstig eingesetzt eignet. Geringe Dosen brauchen länger um zu wirken.



Tödliche Vergiftungen
Bei der Anwendung tödlicher Gifte ist es wichtiger eine zeitverzögerte Wirkung zu haben, da die Dosierung in hohen Dosen erfolgen muss. Die Anwendung von hohen Dosen an Gift ist nicht die beste Methode, da der menschliche Körper bei großen Mengen Gift schneller darauf aufmerksam wird und reagiert, was in den meisten Fällen bereits beim bitteren Geschmack anfängt und in das Ausspucken oder, sollte eine Menge trotzdem geschluckt werden, Erbrechen übergeht.

Ein Gift welches durch die Serie Breaking Bad mittlerweile hohe Bekanntheit erreicht hat ist Ricin, auch wenn die naturwissenschaftliche Realität hier wieder ein wenig gestreckt wurde. Um Ricin herzustellen braucht man zuerst die Samen des Wunderbaumes, von denen jeder 1/7 von 1% Ricin enthält. Nachdem man die Hülse entfernt hat kann man den eigentlichen Kern zu einer Paste verarbeiten und in einer sterilen Umgebung austrocknen bevor es zu Pulver weiterverarbeitet wird. Als Chemiker wird Walter White allerdings reines Ricin hergestellt haben, weshalb ein etwas komplexerer Prozess gefolgt hätte. Ricin muss zudem unter geringen Temperaturen gelagert werden, da es sonst zerfällt. Das Ricin welches Walter White hinter einem Lichtschalter in seinem Haus in New Mexico versteckt hat wäre mit großer Wahrscheinlichkeit bereits unbrauchbar gewesen. Ricin wirkt je nach Reinheitsgrad und Menge innerhalb von 12 bis 24 Stunden.


Eine Vergiftung die potentiell tödlich und garantiert verkrüppelnd wirkt ist die Vergiftung mit Anilin. In den frühen 1980er Jahren kam es in Spanien zum schlimmsten Lebensmittelvergiftungsskandal überhaupt als mit Anilin versetztes Rapsöl in den Lebensmittelhandel gelangte und konsumiert wurde. Dieses Rapsöl war versetzt mit Anilin und mit mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche im menschlichen Körper freie Radikale freisetzen die das lebende Zellgewebe angreifen. Dieser Giftcocktail zerstörte über Wochen das Immunsystem seiner Opfer und lies die meisten an Lungenentzündungen sterben. Da dieses Rapsöl ahnungslos als Öl zum kochen verwendet wurde, würde es sich gut als Medium eignen eine größere Zahl von Menschen über längere Zeit zu schädigen, da die Sympthome erst nach Tagen auftreten.


Anwendungsbereich

Wie in einem vergangenen Eintrag bereits beschrieben ist es wichtig bei der Bekämpfung eines jeden Feindes dessen Angewohnheiten und Rituale zu studieren. Wenn ein Einsatz von Gift über Nahrungsmittel erfolgen soll, dann bieten sich rituelle Speisen dafür an. Man kann davon ausgehen, dass Gruppen von Kämpfern diese Speisen gemeinsam und andere Gruppen auch zum gleichen Zeitpunkt einnehmen. Eine längere Infiltration der Struktur des Feindes kann dafür notwendig sein.

Vergiftete Feinde eignen sich nicht mehr als Schweinefutter



Siehe auch:
Silent Death von Steve Preisler alias "Uncle Fester"
Der totale Widerstand Band 2 - Die Chemische Waffe von Hans Kyburg(bedingt geeignet)
Alles über Giftpflanzen


Kommentare:

  1. Gefällt mir, die AK Tischdekoration.
    Zum Thema: Einen Brunnen sollte man haben. Die zentralisierte Wasserversorgung ist ähnlich kritisch, wie eine zentralisierte Stromversorgung.

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  2. "Vergiftete Feinde eignen sich nicht mehr als Schweinefutter"

    Ich dachte Ricin baut sich schnell wieder in Körper ab und ist deswegen bei der Obduktion nicht nachweisbar. Auch diverse Pfeilgifte dienen Urwaldjägern bei der Jagd auf Tiere die dann noch verzehrt werden.

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    1. Rizin wird in der Zelle an bestimmte Rezeptoren gebunden und unterdrückt dort die Herstellung bestimmter lebenswichtiger Proteine, was dann zum Tod führt. Da das Rizin gebunden ist, kann es nicht detektiert werden.
      Wer sich jetzt die Hände reibt und schon ans Erben denkt: Achtung, es existiert mittlerweile ein Schnelltest, der zwar nicht Rizin nachweisen kann, aber die hässliche, mit keinem Mittel der Welt abtrennbare, ungiftige Schwester: Rizinin.

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  3. Als Chemiker muss ich Dir leider sagen, dass im PC Fall Deine pflanzlichen und tierischen Proteine (Ricin, Botulinum Toxin) nicht in den Menge extrahiert werden können die Du benötigen würdest. Hierzu sind komplexe Ausrüstung und Chemikalien nötig. Ausserdem haben die meisten Proteine Lagerprobleme (benötigen Kühlung, kein Licht etc.) Der ganze Hype um die Proteine ist meiner Meinung nach nur gerechtfertigt, wenn man die Entdeckung der Vergiftung und ihre Konsequenzen (die der Entdeckung) vermeiden will. Proteine, wie auch quartäre Ammoniumverbindungen sind nämlich extrem schwer im menschlichen Körper nachweisbar. Das sollte im PC-Fall aber egal sein.
    Wenn es nur darum geht den Gegner, egal ob einzeln oder in Gruppen, zu dezimieren, empfehle ich daher die anorganischen Gifte, bereits die Borgias wussten Arsen zu schätzen, da es kumulierend wirkt und man die Symptome auch einer Grippe zuschieben kann. Ausserdem ist Kaliumzyanid (KCN) eine echte Möglichkeit, da es sehr einfach aus Blutlaugensalz und Pottasche (K2CO3) unter Zuhilfenahme einer starken Hitzequelle (Ofen, Esse etc.) selbst im Kilomaßstab hergestellt werden kann. Und: Hat man KCN, hat mein Blausäure, welche mit sehr wenig Aufwand auch gasförmig eingesetzte werden kann (Siedepunkt 26°C). Und wie wir in WKI gesehen haben, eignen sich Gase hervorragend, um in Gebäuden, Gräben oder Höhlen festsitzende Gegner zu dezimieren....
    Eine gute Beschreibung der Herstellung von Blutlaugensalz und KCN findet sich in Kurt Saxons Poor Man's James Bond 2.

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    1. Deswegen werden solche Sachen wie Laborausrüstung auch vor einem PC Fall beschafft.

      Wenn du bessere Ideen hast, schreib was drüber und schick es ein. Ich veröffentliche das.

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  4. Wie wäre es mit Borax? Sieht aus wie Salz und ist fast geschmacksneutral!

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    1. Ich musste erstmal nachsehen was Borax überhaupt ist und kann damit nichts anfangen. Was wäre der Sinn dieses auf hohe Dosen über längere Zeit schädliche Zeug zu nutzen? Willst du jemanden über Jahre das in die Suppe streuen oder was?

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  5. Kaliumcyanid wäre das Mittel der Wahl. Beschaffung über Syntese oder aber aus einem Galvanik Betrieb/ Scheideanstalten aber auch in grossen Metallbetrieben zu finden.

    Cyanid eignet sich auch 22lr. absolut tödlich zu machen. Bleigeschoss in der Mitte aufbohren,Cyanid rein mit Wachs oder Kleber zumachen.

    In Notzeiten ohne Chemikalien zugriff könnte man an Blauen Eisenhut denken ,wenige Gramm Wurzeln wirken Tot sicher

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  6. Ich bin kein Chemiker - zerfällt Blutlaugensalz nicht von allein über 400°C? Wozu die Pottasche?

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