Mittwoch, 4. November 2015

Blutbeutel

My blood! May it burn through your veins and scorch your soul.


Patches mit Blutgruppenkennzeichnung sind mittlerweile sehr verbreitet, wohl auch weil sie etwas Martialisches an sich haben wie eine Blutgruppentätowierung. Doch wie sieht es in der Praxis mit Bluttransfusionen aus und wie in einem Post Collapse Szenario?

Zuerst unterscheidet man zwischen den verschiedenen Blutprodukten die von einem Spender gewonnen werden können. Das Vollblut ist das abgezapfte Blut wie es aus der Vene kommt. Es kann auch direkt von einer Person zur anderen übertragen werden. Vollblut im Blutbeutel ist aber nicht lange haltbar. Blutbanken behandeln diese Vollblutspenden dann weiter um Blutplasma zu gewinnen. Blutplasma ist aber nur bei um die +4° um die 42 Tage haltbar. Nach Katastrophen bei denen Leute zum Blutspenden gehen wie Schönwetter-Christen an Weihnachten in die Kirche sind die Blutbanken dann meistens überfüllt und man hat zuviel Blutplasma, was man nicht einlagert und was anschließend entsorgt werden muss. Nach 9/11 gab es so viele Blutspender in den USA und das rote Kreuz musste über 300.000 Einheiten Blutplasma entsorgen. Siehe dafür auch The 9/11 Blood-Donation Disaster. Zu solchen Szenarien kann es auch in Deutschland nach einer Katastrophe kommen und wer dann helfen will, der koordiniert am besten irgendwelche Blutspendenaufrufe in seiner Gemeinde, dass es mehr Sinn ergibt lieber 42 Tage nachdem alle anderen Blut gespendet haben zu spenden.
Blutplasma kann unter Zugabe von Glycerin und dem gefrieren bei -196° eingefroren werden und ist dann über Jahre hinweg haltbar. Vor der Transfusion muss aber das Glycerin ausgewaschen werden und das ganze Verfahren ist aufwendig und kostenintensiv, weshalb man das eigentlich so gut wie nie macht. Es gibt noch viele andere Produkte, diese sind aber meist bei komplizierten Krankheitsbildern erforderlich und daher nicht interessant.

In einem Post Collapse Szenario hat der Survivalist aber keine Möglichkeiten aus Vollblut Blutplasma und andere Blutprodukte zu gewinnen. Was er machen kann ist die direkte Übertragung, wobei diese eben mit unbehandeltem Blut funktioniert und Krankheiten und Allergien mit übertragen werden. Es sei denn man hat einen gesunden Universalspender, der für eine ganze Gruppe als Blutbeutel funktioniert und eben dafür leichtere Arbeiten oder besseres Essen bekommt. Hat man so eine Person nicht und kann mit Schnelltests nur Blutgruppen aber keine Krankheiten feststellen, dann muss man abschätzen was hier Nutzen und Risiko sind. Ein Warboy bspw. der sowieso im Kampf sterben soll wird nicht alt genug um an den Folgen von bspw. einer Katzenallergie zu leiden.

Blut"spenden" kann auch für den Pre Collapse Survivalisten eine gute Möglichkeit sein etwas Geld(bis zu 50 Euro "Aufwandsentschädigung") nebenbei zu machen. Dafür müsst ihr aber zum Dienst einer Universitätsklinik oder zu einer Pharmafirma, nicht zu den Blutegeln von Roten Kreuz. Das DRK verkauft nämlich selbst an besagte Kliniken und Pharmafirmen wieder das erhaltene Blut gegen Geld, welches diese Abnehmer dir direkt geben, das DRK aber für sich will. Deutschland ist halt eine Nation von Hustlern und jeder hat seine Masche, geht also nicht zum DRK! Spenden kann man einmal im Monat, in Städten mit vielen Arbeitslosen nur alle zwei Monate, wegen dem Konkurrenzdruck.
Dieses Kapital für das man Blut gespendet hat kann anschließend dafür genutzt werden wieder Blut zu vergiesen oder das eigene besser zu schützen. Für 50 Euro kann man schon viel Munition oder Vorräte kaufen.

May it burn through your veins and scorch your soul!!!



Kommentare:

  1. Die Trennung der Blutbestandteile ist garnicht so aufwendig, das geht mit einer Zentrifuge in jedem Heimlabor, allerdings nicht in industriellem Maßstab.

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    1. Da brauchst du aber noch dieses Gel zur Lösung in den Vakuumbeuteln, das rechnet sich erst wirklich ab einer gewissen Größe.

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    2. Sterile Glasflaschen gehen auch, und Gerinnungshemmer und den ganzen Plunder hat jedes größere Krankenhaus vorrätig.

      Die Frage ist sowieso, wie das einzusetzen ist - ich würde da die Lösung machen, daß ich vorab gucke, ob die Bluttypen verträglich sind (auch da, wo die Blutgruppen bekannt sind) und dann pro Nase verwalte, was jeder jeweils von jedem bekommen kann.

      Gerinnungshemmer braucht man in fast jedem Fall, Natriumcitrat wird bei den kommerziellen genommen, da kostet der Liter um die 30 EUR.

      Anwendung wäre dann so, daß das Mittel der Wahl die Direkttransfusion ist und ein gewisser Vorrat an Konzentratkonserven vorgehalten wird.

      Wichtig ist dabei, daß jeder um die Blutkompatibilität weiß - nur die Blutgruppe auf den Arm (oder an die Innenseite) tätowieren reicht bei weitem nicht: Zugang legen, wissen, wo Arterien sind und wo Venen, Umgang mit der Blutpumpe, Umgang mit sterilem Besteck...und zwar auch dann, wenn ein Arzt verfügbar ist.

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  2. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/paris-tausende-spenden-blut-in-den-kliniken-a-1063076.html

    Und es geht wieder los.

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