Mittwoch, 4. November 2015

Fallout Ukraine - Teil 2

I move weapons, I profit from circulation; you get a ceasefire in Liberia, both sides disarmed, you think they slide two thousand tons of guns? No. They sell them to me. I resell them where ever the next war is starting.
 - The Jackal


Nachdem die Kampfhandlungen in der Ukraine zu einem Ende gekommen sind wird vieles Kriegsmaterial nicht länger benötigt und landet wieder auf dem Markt. Es gibt jetzt ein Surplus an Material und auch an Menschen, genau so wie in der Ukraine durch den Krieg neue Innovationen und Geschäftsmodelle entstanden sind.


Während des Krieges haben beide Seiten jede Menge Surplus Material von ihren Unterstützern als Spenden erhalten. Die Insurgenten überwiegend russisches Material, die ukrainischen Loyalisten überwiegend Material von NATO Armeen. Ich habe in der Vergangenheit bereits beschrieben wie der Konflikt den Preis für Surplus Material wie Bundeswehr Gefechtshelme in die Höhe getrieben hat. Ich gehe davon aus, dass viele Kämpfer, gerade die von Freiwilligen Batallionen, ihre Ausrüstung wieder verkaufen werden, gerade wenn die reguläre Armee neues Material erhält. Über die Preise kann ich mir allerdings noch keine Vorstellung machen, da manche Dinge in der Ukraine für viel mehr Geld gehandelt wurden als in Deutschland, wie bspw. Splitterschutzwesten der Bundeswehr, welche hier zwischen 25 und 35 Euro gekostet haben, in der Ukraine aber umgerechnet 100 Euro. Diese Dinge werden nicht einfach verschrottet sondern wieder in den Handel gebracht.

They aren't bio-degradable. Only the dead are bio-degradable.

In der Ukraine hat sich während des Krieges aber auch eine neue Industrie von taktischer Ausrüstung entwickelt, da man am Anfang schlecht damit versorgt und die gespendete Ausrüstung ziemlich unterschiedlich war. Die einzelnen Kämpfer haben während des Konflikts verschiedene Uniformen getragen und die jetzt neu entstandenen Produkte neuer Hersteller sind sehr von diesen Erfahrungen beeinflusst worden.

Zudem werden jetzt auch russische Systeme von ukrainischen Herstellern gefertigt, wie bspw. das populäre Smersh Tragesystem oder der Gorka Anzug für Gebirgstruppen, welche auch in Syrien recht verbreitet sind. Aus Russland will man nichts mehr haben und stattdessen russische Hersteller aus ihren Märkten herausdrängen.

Neben Material landen aber auch Surplus Söldner wieder auf dem Markt. Auf der ukrainischen Seite kündigen sich bereits die nächsten Konflikte an, da die Kämpfer der Freiwilligen Batallione nicht wieder zu ihren beschissenen alten Jobs zurückkehren wollen und jetzt über Waffen und Organisation verfügen. Auf der Seite der pro-russischen Insurgenten schaut man jetzt in die Röhre, da die Schwerindustrie, welche den Leuten vorher vergleichsweise hohe Einkommen generiert hat, entweder zerstört ist oder von den Russen geplündert und nach Russland gebracht wurde. Gut bezahlte Regierungsposten gibt es ebenfalls nicht, denn Russland macht keine Anstalten das zerschossene Altenheim übernehmen und in eine weitere Marionettenrepublik verwandeln zu wollen, für die es bezahlen darf.

Flugblätter wie dieses sollen in den Gebieten der Insurgenten kursieren, welche sowohl ukrainische Insurgenten wie auch russische Freiwillige dazu aufrufen sich lieber bei der russischen Armee einzuschreiben, welche seit diesem Jahr auch Ausländer ohne russische Staatsbürgerschaft aufnimmt. Für den Einsatz in Syrien gäbe es besseren Sold, es drohe ihnen kein Gefängnis und man muss nicht seine Identität verbergen.
Überraschen tut mich das ganze überhaupt nicht. Das ist ja fast wie mit der polnischen Legion auf Haiti. Früher waren viele Söldner ehemalige Revolutionäre und Rebellen deren eigene Sache gescheitert ist, die dann ins Exil gingen und anderen Herren ihre Dienste anboten.



Siehe auch:
Fallout Ukraine
Die Auswirkung von Konflikten auf den Surplus Markt


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