Samstag, 14. November 2015

Meine Regeln

Hast du einen Codex? Ein Credo?


Die meisten Menschen haben keine Ideologie, denn sonst würde Demokratie bereits in der Theorie scheitern. Die meisten Menschen sind opportunistisch und die Ideologie einer Nation kann sich alle vier Jahre komplett ändern. Sie richten ihre Meinung nach dem was populär ist und ändern diese, sobald sie keinen Vorteil mehr daraus für sich ziehen können.

Manchmal schreiben Leute auf Post Collapse Kommentare, dass unsere Einstellung uns selbst irgendwann zum Verhängnis werden könnte. Dies ist ein Resultat christlicher Erziehung, in deren Moralverständnis jene, die nach dem Schwert leben durch das Schwert umkommen sollen, und eben besagtem Opportunismus. Ja, ich weiß dass mir selbst schlimme Dinge wiederfahren können, aber ich nehme das als absolut selbstverständlich in Kauf. Welcher Mann würde es anders wollen? Alles andere wäre absurd, ist allerdings auch weit verbreitet in einer rückgratlosen Kultur.

Viele Leute wollen sich aus allem nur die Kirschen herauspicken. Jemand der von sich sagt er sei ein Sozialist, der ist es meistens nur so lange, bis er selbst Steuern zahlen muss. Jemand der von sich sagt er wäre ein Kapitalist, ist es oft nur so lange, bis Amazon etwas billiger anbieten kann als er. Dann wird die eigene Ideologie schnell angepasst, Amazon zum großen Feind gemacht und die Kunden, die sich durch Amazon einen höheren Lebensstandard leisten können, zu gierigen und gewissenlosen Unrechtsprofiteuren gemacht*. Das hat nichts mit lernen zu tun, das ist reiner Opportunismus.

Ich ändere meine eigenen Regeln nicht, nur weil ich nach diesen einen Nachteil habe oder gar verlieren würde. Ansonsten wären es keine Regeln.

Ich habe in der Vergangenheit viele Nachteile in Kauf genommen eben weil ich Regeln hatte und mich an Regeln gehalten habe die damals keinen Sinn ergaben. Ich habe als Kind nie gestohlen, ich habe nicht bei Tests betrogen und ich habe nie ein Mädchen abgefüllt. Dies sind spontan drei Dinge die mir einfallen, auch weil sie eben so unbedeutend sind. Viele haben diese Regeln nicht, viele kennen diese Grundsätze nicht. Mehr als die Hälfte hat sie nicht. Ich bin ein sehr viel moralischerer Mensch als viele, die mich kritisieren wollen.
In meinem Freundeskreis wurde moralisches Fehlverhalten früher geahndet, abgewertet, verspottet. Das war etwas für die Anderen, diese Gefallenen, die von denen man sich unterscheiden wollte. Heute spielt das keine Rolle mehr, da es zu spät ist irgendwen erziehen zu wollen.

Eine moralische Erziehung verdeutlicht einem die Konsequenzen diese Regeln zu brechen. Gesellschaften sind meistens sehr fragile Konstrukte die weniger von außen gefährdet werden als von innen. Fehlverhalten gefährdet dieses Konstrukt und damit alle Angehörigen. Daher kommen unsere Tabus. Daher kommt die Einsicht, dass Gewalt nicht das schlimmste Übel ist das einer Gesellschaft wiederfahren kann, sondern oft auch die einzige Institution ist, die sie zusammenhält. Ich bin ein sehr viel moralischerer Mensch als viele, die mich kritisieren wollen, eben weil ich weiß, was die Konsequenzen sind. Unsere heutige Moral ist makelhaft, aufgesetzt, sinnentleert. Eine Moral die den heutigen Realitäten nicht mehr gerecht werden kann erzeugt Missionarskiller.

When a continuing state of defiance and disorder cannot be checked by the rules then new and sometimes drastic rules must be forged to maintain order. The alternative is anarchy.
- 187     


Siehe auch:
 Rechte als Überlebensstrategie
* Siehe hierfür auch Sears and Roebuck aus dem Post Über Supermärkte
König Volk -  Jede Regierung ist nur so korrupt wie ihr Volk


Kommentare:

  1. Es ist wie mit allem: Was früher selbstverständlich war, dafür braucht es heute lange Bücher und Traktate.

    Anders Beispiel ist Jack Donovans gelungenes Buch "The Way of Man...", in dem er schreibt:

    "Jemand von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen, ist durch nichts zu ersetzen. Wir können Freundschaften im Internet schließen, aber nur zu einem gewissen Punkt. Im Internet kann man sich verstellen, bei einer persönlichen Begegnung ist das nur begrenzt möglich. Um einen Mann kennenzulernen, müssen wir Zeit mit ihm verbringen, müssen wir gemeinsam etwas unternehmen, müssen wir Vertrauen zu einander aufbauen. Wir sollten nicht von einem flüchtigen Bekannten erwarten, dass er uns den Rücken freihält, wenn wir in Probleme geraten. Eine wahre Freundschaft ist wie jede andere Beziehung auch: Sie erfordert ein Geben und Nehmen. Sie braucht Zeit, sich zu entwickeln, und sie braucht gemeinsame Erlebnisse. Wenn es da also einige Jungs gibt, mit denen man etwas anfangen könnte und die mehr oder weniger dieselbe Weltanschauung vertreten wie man selbst, sollten wir dafür Sorge tragen, uns Zeit für sie zu nehmen. Nehmen wir uns also die Zeit, für solche gemeinsamen Erlebnisse, nehmen wir uns die Zeit, um besagtes Vertrauen aufzubauen. Frauen, um das einmal deutlich zu sagen, selbst wenn sie „wie einer der Jungs“ sind, sind dabei nur hinderlich. [...]
    Unternehmen wir also etwas. Gemeinschaftliche Essen sind in Ordnung. Sinnvoller sind aber Unternehmungen, die uns als Gruppe fordern und Taktik einüben lassen. Wir müssen lernen, einander auch ohne Worte zu verstehen und zusammen als Gruppe zu wirken. Gehen wir zusammen auf den Schießplatz. Gehen wir zusammen Jagen. Paintball spielen. Zum Bodybuilding. Zum Kampfsport. In irgendeinen Sportkurs. Zu einem Workshop. Lernen wir eine nützliche Fähigkeit. Reparieren wir etwas. Bauen wir etwas. Unternehmen wir etwas. Kriegen wir endlich unseren Arsch hoch und tun etwas. In der Krise sind diese Männer, mit denen wir diese Art von Dingen unternehmen, die ersten, die wir anrufen. Sie werden unsere Bande sein. Sie werden unser Wir sein. "

    Früher lief das unter der Rubrik "Männer unternehmen gemeinsam etwas" und dazu brauchte es keine Bücher, wie man sein Leben führt...
    Zeigt mal wieder, wie es um den Westen steht. Wir sind am Arsch.

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  2. Auch wenn die Artikel und Kommentare von NV verbittert und sogar hasserfüllt erscheinen, so kann man doch zwischen den Zeilen erkennen dass er ein gutes Herz hat.

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    1. Wie kommt ihr immer darauf ich wäre verbittert? Ich bin überhaupt nicht verbittert, ihr kennt einfach nur nichts anderes. Leben ist tragisch und nicht therapeutisch.

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  3. Man könnte statt Regeln auch Prinzipien sagen. So etwas zu haben erfordert Rückgrat und dafür sind die meisten Menschen einfach zu feige und zu schwach. Alleine schon weil es unbequem ist. Ich bin in dem Gedanken erzogen worden, dass ich tun und lassen kann was ich will, solange ich mir der Konsequenzen bewusst bin. Ich habe für mich die Grundsätze niemals jemanden zu bescheißen, Loyal zu meinen Freunden zu stehen, egal was gerade passiert ist, einfach ein anständiger Mensch zu sein etcpp. Die meisten Menschen verstehen nicht mal eine so einfaches Konzept wie Loyalität und werden deswegen ständig vom Leben gefickt, wechseln ihre "Freundeskreise" alle halbe Jahre. Wirklich was aufbauen können die sich natürlich nicht. Prinzipien haben mag Anfangs mit enormen Nachteilen verbunden sein. Langfristig aber findet man andere Menschen die eine Schnittmenge mit einem haben und dann fängt man, der auftretenden Netzwerkeffekte wegen, an enorm davon zu profitieren.

    Das wichtigste ist aber, dass ich jeden Tag, trotz vieler recht übler Entscheidungen, guten Gewissens jeden Morgen in den Spiegel sehen kann.

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  4. Wieviel Gewalt brauchen wir denn noch? Der ganze Sozialismus oder sollte ich besser sagen Staat ist nichts anderes als Gewalt. Die Staatsquote gibt an, für wieviele Ressourcen der Verwendungszweck gewaltsam festgelegt wird. Jedes neue Gesetz ist eine Todesdrohung. Von keiner einzigen staatlichen Institution kann man mit Sicherheit sagen, dass die Dienste, die sie anbietet, irgendwelche Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllt, da man das ohne die Freiheit zu entscheiden ob man diese bezahlen möchte nicht feststellen kann. An der Anarchie wäre nichts auszusetzen.

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    1. Bisher ist halt nur eine Seite gewalttätig. In der Anarchie hast du sofort wieder Gruppen die um Vormachtsstellungen kämpfen. Anarchokapitalistische Fantasien halten ihrer ersten Konfrontation mit Gewalt nicht stand. Ich würde das genau so machen. Ohne Drohpotential auf deiner Seite, ohne Gang oder Clan, bedeutet deine Freiheit, deine Rechte einen Dreck. Wenn du über "Gewalt ist schlecht" bitchen willst, dann bist du hier falsch. Geh woanders hin.

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    2. Rechte können und werden schon teilweise von Sicherheitsdiensten geschützt. Die nötigen ihre Dienste aber niemandem auf. Sobald noch mehr Leute kapiert haben wie der Hase läuft werden die Polizei und Militär ersetzen. Dann gibt es Kämpfe um Marktanteile und nicht um Herrschaft.

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    3. Der erste Satz in dem Eintrag geht darum dass die meisten Menschen keine Ideologie haben und jetzt erzählst du mir was von der kritischen Masse und deinen dummen anarchokapitalistischen Fantasien.
      http://i.imgur.com/5QdBVLe.jpg

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  5. Meine Regeln:
    - Scheiss nicht dorthin wo du wohnst
    - Sei loyal zu deinen Freunden
    - Drohe nie wenn du die Drohung nicht in die Tat umsetzen kannst
    - Nimm was du kriegen kannst
    - lass dich nicht ficken
    Thats all.
    .

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