Dienstag, 22. Dezember 2015

Post Collapse Kochstudio: Ratten aufbrechen



Es gibt wieder Ratte. Es gibt wieder Ratte und in einer Krisensituation wird es öfter Ratte geben. Und da werdet ihr Froh sein wenn ihr überhaupt Ratten habt. Für die letzte (und erste) Ausgabe von Post Collapse Kochstudio, siehe hier.

Diesmal legen wir etwas mehr Aufmerksamkeit auf das Aufbrechen und Ausnehmen von Ratten.


Ein fettes Rattenweibchen: Zuerst werden die Gliedmaßen abgetrennt, also Beine und der Schwanz. Ich habe hier ein Mora Messer verwendet, aber besser geht es mit einem Beil oder mit einer Geflügelschere.

Danach wird das Tier abgezogen. Dafür wird ein kleiner Schnitt durch die Haut auf dem Rücken gemacht. Nicht tief genug um wirklich in das Fleisch zu schneiden, nur groß genug damit man zwei Finger reinstecken kann.


Eine Anleitung zum Zubereiten von Eichhörnchen findet sich eigentlich in jedem Survival Manual und diese Methode eignet sich auch bei Ratten am besten.

Das Fell kann, wenn man die Fettreste abkratzt, es etwas einsalzt und trocknet, auch gut verwendet werden um Löcher in größeren Fellen zu flicken.

Zum Ausnehmen macht man am besten einen kleinen Schnitt kurz unterhalb des Brustkorbes. Dafür darf man nicht zu tief schneiden um Organe nicht zu verletzen. Ein kleiner Schnitt um einen Finger reinzustecken reicht aus. Danach folgt das Messer mit der Klinge nach oben. Den Finger nimmt man dafür die Haut etwas anzuheben und die darunter liegenden Gedärme aus dem Weg zu schieben.

Ist die Bauchdecke dann geöffnet kann man die Organe herausziehen. Dafür ist es nicht notwendig dass man vorher den Kopf abtrennt oder die Luftröhre an der Kehle durchschneidet. Das ganze lässt sich einfach herausziehen. Entlang der Hinterläufe wird dann noch das Darmende herausgeschnitten.

So sieht die Zubereitungsfertige Ratte dann aus.

Eine andere Methode die Ratte aus der Decke zu schlagen, wie man sie auch bei größeren Tieren anwendet. Dafür wird am Bauch entlang eingeschnitten und das Fell dann wie eine Jacke ausgezogen. Diese Methode empfiehlt sich bei kleinen Tieren nicht, da sie einfach zu lange dauert.


Hier nochmal das Öffnen der Bauchdecke an einem größeren männlichen Tier. Auf diesem Bilder für die Kamera besser zu sehen hierfür lediglich die Messerspitze zu verwenden, in der Praxis natürlich nicht die Spitze zum eigenen Körper halten. Das Herausziehen der Organe kann sich hier umständlicher gestalten, da man auch den Inhalt der Hoden herauszieht. Bei Männchen empfiehlt es sich daher die Organe aus dem Bauch zu nehmen und anschließend den Schnitt entlang der Hinterläufe zu machen bevor man die Organe vollständig herauszieht. Die Männchen können auch ziemlich stinken.

Hier nochmal ein aufgebrochenes Tier.


Wir haben die Ratten diesmal fritiert und mit Bratkaroffeln auf gemischtem Salat serviert. Ich bin von einer Ratte satt geworden die ich wieder bis auf den letzten erreichbaren Fetzen abgenagt habe. Das Rückgrad kann man auch mehrmals brechen um an das Fleisch zwischen den Wirbeln zu gelangen. Die Rippen lassen sich auch gut mit den Zähnen abziehen.


Ich habe dann später noch einen Riegel NRG-5 Biscuit im Schrank gefunden, zerbröckelt und mit ein paar Semmelbröseln und Olivenöl paniert. Schmeckt ein wenig süß.




Hier nochmal mit Pelzkragen.


Das Fell über die Ohren ziehen. So sieht das dann aus.


Ich hatte eigentlich vor die Köpfe als Schmuckstücke aufzuheben und sie dafür erstmal abzukochen. Da ich allerdings meinen faulen Tag hatte dachte ich es wäre eine bessere Methode die Köpfe in Natronlauge einzulegen damit diese das Fleisch auflöst. Hat sie auch. Die Knochen dafür aber auch. In einer echten Survival Situation würde ich die Köpfe auch einfach dran lassen. Gerade im Nacken ist noch Fleisch dran.


Siehe auch:
Post Collapse Kochstudio: Rattenfleisch
Pest Control



PS: Wenn ihr selbst etwas Brauchbares in die Richtung Survival Kochen macht und das Rezept mit anderen teilen wollt, dann macht ein paar Fotos, schreibt an die Post Collapse E-mail Adresse und wir veröffentlichen das.
PPS: Wir lassen keinen Scheiss gelten den man im Supermarkt kaufen kann und der dann noch in der heimischen Küche angerichtet wird. Kräuter aus dem Garten sind kein "Survival", sondern einfach lame.



Kommentare:

  1. Weinbergschnecken aus dem Garten?

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    1. Geht. Weinbergschnecken stehen auch unter Naturschutz, was das ganze doppelt so reizvoll macht.

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  2. Wo hast du die Ratte her?
    Das eine Feldratte ein vernünftiges Mahl hergibt ist vorstellbar, aber ist das gut durchgebratene Fleisch eines Kanalkriechers auch in Ordnung ohne dass man sich davon Pest und Parasiten holt?
    Im Internet sagen die meisten schließlich dass Straßenratten und Tauben einen krank machen wenn man sie isst.

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    1. Die Leute im Internet reden einen Haufen pussifizierte Scheisse und ohne Bildern glaube ich denen gar nix.
      Um Tauben haben wir für diese Episode einen Bogen gemacht da ein Bekannter mal eine erlegt und aufgeschnitten hat und der Kropf dann so Inhalte hatte wie Kippenstummel usw.
      Tauben sind auch erst seit wenigen Dekaden eine Plage in der Stadt da man die vorher einfach verputzt hat.
      Ratten kann man in verschiedenen Größen auch vom Züchter kaufen als "Schlangefutter" und von Vegerinär geprüft. Ansonsten heißt es eben jagen gehen oder die Kleinanzeigen unter "in gute Hände abzugeben" durchblättern.

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    2. Das Abbalgen der "Felljacke" geht schneller wenn man erst den Schädel abmacht und von da aus mit der Schere die Bauchdecke aufschneidet. So ritzt man auch keine Organe/ Gedärme an.
      Aber am schnellsten gehts wie oben beschrieben.

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    3. Im Internet sagt man dir auch dass die Welt von Eidechsen beherrscht wird. Kauf dir mal eine Ratte und brech sie auf, dann weißt du wie sie innen aussieht. Wenn eine Straßenratte von der Farbe der Organe (speziell der Blutreinigenden) nicht zu stark abweicht und es auch keine eitrigen Auswüchse o.ä. gibt, kannste die ohne Probleme verputzen. Hast du erstmal richtig hunger, ist es aber egal wie das Vieh aussieht.

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    4. Braucht ihr ein leckeres Rezept für Katzenbraten?

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    5. @Katzenbraten
      Hab was aus der Schweiz wo es so ziemlich wie Kaninchen gemacht wird. Aber gib ruhig her.

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    6. Hatte selbst nie Katze, mein Grossvater meinte dazu, man habe sie gerade im winter im Tenn oben aufgehängt damit es sie gut ausscheisst. Am besten sei, wenn sie dort erst mal gut durchgefroren werde.

      Ich empfehle dagegen allen sich auch mal mit dem schlachten von Aalen vertraut zu machen. Es hat sich jetzt gezeigt, dass genau diese meist beim Reusen legen hängen bleiben. Schön fettig und zäh, so dass sie auch mal lebend transportiert und gehalten werden kõnnen.
      Anleitungen finden sich zu genüge, mal selber machen empfielt sich trotzdem.

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  3. Bei diesem Beitrag stellt sich mir die Frage, wie der Autor die Ratten fangen will, denn eine degenierierte Sprague-Dawley wie auf dem Bild lässt sich natürlich leicht erwischen. Richtige Ratten sind um einiges grösser und schlauer - und im Gegensatz zu den strohdummen und gierigen Mäusen gehen die nicht mal in die Rattenfallen, die wir auf unserer Farm aufgestellt haben. Einzig unsere schlaue Bordercollie-Meute erwischt sie - mit einer überaus effektiven Jagdstrategie, allerdings bleibt dann von der Ratte nicht mehr viel übrig ;-)

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    1. Bist du dämlich oder nur faul? Unter dem Beitrag sind zwei Links über Beschaffungspraxis. Ihr scheiss Erstleser bildet euch immer ein ihr habt ne Meinung.

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  4. Jetzt wollen hier Leute Werbung machen für ihre überteuerte Hipster Bio Pulvernahrung weil sie meinen Ratten wäre eine Primärmethode sich in einer Krise zu ernähren oder einfach dreist sind. Ihr seid so scheiss dämlich der Gedanke daran dass solche Leute tatsächlich eine Krise überleben und danach weiter den Genpool verpesten können ist schon fast deprimierend.

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  5. Rattenbekämpfung war bis Anfang der 60er Sache der Jungs mit Luftgewehr. So haben wir Schiessen gelernt. Für einen Rattenschwanz gab's 10 Pfennige. Etwa heute 50Ct.
    Tote Ratten kamen ganz unsentimental und pragmatisch in den Schweinetrog.
    Es ist niemals einer auf die Idee gekommen die Viecher zu essen. Auch nicht nach Erzählungen im Hungerwinter 1946.
    Und das wird seine Gründe haben.
    In den Slums von Südostasien in denen ich mich vor kurzem herumgetrieben haben werden die auch nicht direkt gegessen, sondern zu Hühnerfutter verarbeitet.
    Überhaupt, Nummer One der dortigen Survivalküche Hühner. Wie bei uns im Krieg/Nachkriegszeit. Allesfresser + Super Futterverwertung. Nummer 2 in städtischen Gebieten: Schweine. Beide werden mit fast jedem organischen Material gefüttert und verwerten das auch. Nummer: Karnickel.
    In Kriegszeiten gab es eine Präferenz für Hühner und Karnickel. Grund: Schweine wurden von den Sozialisten registriert und zwangsbewirtschaftet. Schwarzschlachten stand im letzten Kriegsjahren unter Todesstrafe. Hühner und Karnickel waren nicht zu erfassen.
    Katzen würde ich nicht töten. Hungrige Katzen räumen mit Schädlingen effizient auf. Man muss nur ein wenig zufüttern (Milch), dann bleiben sie ortstreu.
    Fazit: Ratten gehen, sind aber das letzte, was ich essen würde.
    Hühner sind weltweit PC Favoriten. Sie sind die einzigen, die man vor ihrer Geburt und nach ihrem Tod essen kann. Relativ leicht zu händeln und effiziente Futterverwerter.

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    1. Sobald Menschen die 2000cal. Grenze überschreiten formen sich erst Kulturen, die Kinder werden nicht mehr Arbeiten geschickt und es wird auch nicht mehr alles gegessen. Und was soll schon wieder das hypotetische Gerede? Hier gehts nicht um "was besser/am besten wäre", hier gehts darum was die Situation erfordern kann und was dann einfach gemacht wird.

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    2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    3. Gackernde Hühner hört man auch echt weit. Stallhasen neigen nachts manchmal zum randalieren.

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    4. Ja von mir aus konkret: Ratte/Fuchs und andere kleine Allesfresser nur im Notfall aber sonst möglichst nicht direkt essen, sondern Huhn oder Schwein dazwischenschalten, die man gesundheitsmässig unter Beobachtung hat.
      Mikroskop ist natürlich noch besser, wenn man es gerettet- und man entsprechend Erfahrung hat.
      Im Jägerkurs an der entsprechenden Stelle genau aufpassen und sich weiterbilden.

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  6. Man isst halt was man kann. Allerdings scheint mir eine Lebensmittelknappheit in Westeuropa sehr unwahrscheinlich.

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    1. Mmmmhmmm, kommt drauf an. Das meiste was hier in D an Agrarprodukten erzeugt wird ist Futtermittel für Tiere. Deutschland wichtigster Lebensmittelimport ist Weizen mit ungefähr 4,4 Millionen Tonnen im Jahr. Schaut auf die Außenhandelsportale für Details. Im zweiten Weltkrieg haben die Deutschen nur nicht gehungert weil sie ganz Europa ausgeplündert haben.

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  7. eine Anmerkung zu Bild 9. sehe ich das richtig das du das Messer mit der spitze zu dir benutzt? wenn ja ein guter Rat von einem gelernten Fleischer.

    Wenn dich bei der Arbeit einer blöd anquatscht oder du abrutscht kannst du dich schwer selber verletzen.

    Ist mir in meiner Anfangszeit passiert -> Messer im Bauch, war nicht schön.

    Also mein Rat immer vom Körper weg arbeiten.

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    1. Das ist damit man das auf der Kamera besser sieht!

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    2. Weil man bei Kleinzeug wie Ratten ja auch richtig mit hau ruck an die Sache rangeht! Na wie gut dass ein echter Fachmach einen gerade noch davon abgehält sich selbst auszunehmen!

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