Dienstag, 29. Dezember 2015

Reality TV Siedlungen

Was uns Reality TV Projekte über Gruppendynamik und Organisation zeigen können

Es gibt mittlerweile einige Reality TV Serien die sich darum drehen, dass eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe von Individuuen eine neue mini-Zivilisation aufbauen muss.
Wir vergleichen hier ein erfolgreiches Projekt mit einem gescheiterten Projekt.

Als erfolgreiches Beispiel nehmen wir die BBC Produktion "Living in the Past" von 1978.

Als gescheitertes Beispiel nehmen wir die deutsche Sat1 Produktion "Newtopia" von 2015.


Living in the Past

Die Idee von Living in the Past war Leute aus der Moderne ein Jahr so leben zu lassen wie im Eisenzeitalter. Das ganze dauerte dann insgesamt 13 Monate, wobei das Kamerateam nur an zwei, drei Tagen die Woche zugeben war.


- Der Cast
Gecastet wurden für dieses Projekt, das ist ein sehr wichtiger Punkt, nur Paare und eine Familie mit Kindern. Das ist nicht nur authentisch, dadurch wird auch Konfliktpotential aus der Gruppe entfernt. Siedlungen wurden bisher immer bevölkert von Familien, nicht von irgendwie isolierten Singles die Weihnachten alleine feiern. Frühere Gesellschaften haben eine relativ stabile soziale Hygiene damit hergestellt die Sexualität von Frauen zu regulieren und die Aggressivität von Männern. Was passiert wenn man das nicht tut könnt ihr auf jedem Überwachungsvideo von Kneipenschlägereien sehen. Es fängt in neun von zehn Fällen damit an dass sich zwei Typen um eine Frau prügeln die am Ende sowieso verschwunden ist. Selbst im Rockermilieu gibt es meistens Konfrontationen zwischen einzelnen Mitgliedern rivalisierender Gangs aufgrund von Weibergeschichten, oder zumindest ist das die offizielle Story. Hier entstehen unnötig Reibungsverluste die sich Gesellschaften mit einer dünneren ökonomischen Decke nicht leisten können.

Eine Frau wird in einer Gesellschaft die einen existenziellen Überlebenskampf führt entweder schnell verlobt, verheiratet oder lebt zuhause bei den Eltern wo sie mit Ende 20 bereits als alte Jungfer gilt. Im Englischen wird eine alte Jungfer auch "Spinster" genannt, da diese Frauen früher Stoffe gesponnen und gewebt haben.
Unverheiratete Männer waren in der Regel Söhne für die es kein Erbe gab und die auch keinen Beruf erlernen konnten. Diese hat man zu den Kriegergesellschaften geschickt die Außerhalb der Siedlung von Jagd und Plünderung gelebt haben. Erst wenn sie sich irgendwo eine Frau angeworben oder gestohlen haben hat man sie wieder hineingelassen und meistens mit Ritualen wie Waschungen wieder in die Gemeinschaft integriert.

In der Gruppe gab es auch nur einen geringen Altersunterschied, mit Ausnahme der drei Kinder der Familie. Zudem waren alle weiße Briten, was anders im Kontext des Projekts auch keinen Sinn gemacht hätte. Eine derartig homogene Gruppe bietet weniger Potential für Spannungen, Reibungen und Drama, was heute leider im Fokus von Reality TV Sendungen steht.


- Versorgung
Der Cast musste in den ersten Wochen seine Siedlung selbst aufbauen, basierend auf den Grundrissen von archeologischen Fundstellen. Für die ersten Wochen gab es auch noch Vorräte, danach musste man sich selbst versorgen mit eben Kleinwirtschaft und Tierhaltung.


Das Ganze hat sich als realistische Größe für die Gruppe erwiesen. Später wurden dann auch Ratten gejagt und verzehrt die sich an den Vorräten zuschaffen machen wollten und Hunde wurden gehalten auch um Essensreste zu entsorgen. Später hat man Fretchen gehalten um damit Kaninchen zu jagen, was historisch vielleicht nicht ganz korrekt ist aber möglich ist, da Kaninchen erst von den Römern nach England gebracht wurden.

Es gab in der Gruppe Vegetarier, die sich schnell aufgeteilt haben in Opportunisten, die ihre Ideologie den Umständen anpassen, und eben die, die meint sie ist moralisch hochwertiger wenn sie kein Fleisch essen und dann die Opportunisten anpissen wollte. Zu den ideologisch verbohrten gehörte auch die Familie mit den drei Kindern, die deswegen immer eine vegetarische Extrawurst wollten aus den limitierten Möglichkeiten sich eine Mahlzeit zusammenzustellen. Das Fleisch ohne diverse Gewürze nicht sonderlich schmackhaft, was andere Produkte wie Käse und Eier in ihrer Nachfrage nur noch begehrter machte.
Die Kinder haben sich aber schnell als die kleinen Opportunisten erwiesen die Kinder nun mal sind und Schweinefleisch gegessen. Kinder vegetarisch "ernähren" zu wollen ist barbarisch, verzögert die Entwicklung und gefährdet die Gesundheit.


- Ritual
Was extrem wichtig für eine Gruppe ist, ist Identität. Identität wird geformt durch Rituale und das Unterstreichen von Gemeinsamkeiten. In jede Gruppe werden irgendwann innere Spannungen auftreten, auch wenn die Produzenten hier schon ganz gut viele Möglichkeiten ausgeräumt haben, weshalb Rituale auch dazu dienen wieder Gemeinsamkeiten zu pflegen und ein Gefühl davon zu schaffen, dass wir alle in einem gemeinsamen Boot sitzen. Wie gesagt fand man hierfür bereits eine ganz gute Situation vor, da es sich bei dem Cast eben um eine homogene Gruppe von weißen, britischen Paaren mit geringem Altersunterschied gehandelt hat.
Als Ritual hat die Gruppe selbst Wein gemacht und einen Weidenmann gebaut, der dann verbrannt wurde. Feiern und Feste sind die übrige Zeit dann auch eine Motivation, dass man den Alltag durchsteht und sich auf etwas freuen kann.


- Außenwelt
Kontakt mit der Außenwelt gab es außer dem Kamerateam nicht. Im Winter wurde die nahe Ortschaft eingeschneit, wovon die sich sowieso in isolation befindliche Siedlung aber nichts mitbekommen hat. Ein Hubschrauber ist dann in der nähe der Siedlung gelandet, angeblich um zu sehen ob es allen gut geht und dann diverse Bestechungen aus modernen Süßigkeiten anzubieten, was aber abgelehnt wurde. Was die Leute wirklich vermisst haben waren nicht Süßigkeiten, sondern moderne Schuhe.
Wenige Gruppenangehörige haben die Gruppe vorzeitig verlassen, wie die drei Kinder von denen eines irgendwann krank wurde. Ein anderer hat sich beim Zerlegen eines Tieres in die Hand geschnitten was zu einer Infektion führte, kehrte aber nach einer Behandlung wieder in die Siedlung zurück.


- Nachwirkungen
Die Gruppenangehörigen haben sich recht schnell angepasst an die Lebensumstände und sind auch nach dem Ende des Projekts noch in Kontakt geblieben und haben gemeinsame Feiern veranstaltet, bei denen auch weiter Weidenmänner verbrannt wurden. Von daher kann man es als nachhaltigen Erfolg werten.

Living in the Past gilt als eine Art Großvater von Reality TV Projekten, auch wenn Aufzeichnungen der Serie extrem schwer zu finden sind. Es ist eben eine BBC Produktion und die BBC wird wie jeder Regierungssender/öffentlich Rechtliche Frontgruppe geleitet von Vollidioten, die dort durch politische Verbindungen hingekommen sind und nicht durch ihr Talent. Versicherungstechnisch könnte man eine Sendung wie diese heute auch nicht mehr produzieren. Die Siedlung wurde am Ende vom Produzenten niedergebrannt.



Newtopia
Ja, ernsthaft. Wir machen das jetzt.

Wie ernst gemeint das ganze letztendlich war kann man nur vermuten, da eben der Verdacht im Raum steht die Teilnehmer sind zu ihren jeweiligen Rollen von den Produzenten angeleitet worden. Wir gehen jetzt aber mal davon aus, dass das ganze relativ freie Handlung war und hin und wieder etwas angeleitet wurde, was man dann zu dem Fernsehformat zusammenschneiden kann.


- Der Cast
Der Cast war wie bei allen modernen Format so ausgesucht, dass eben Reibungen und Drama vorprogrammiert ist. Das Drama ist das Produkt und nicht mal mehr wirklich die Erfüllung der Aufgaben die gestellt werden.

Die Leute sind alle solche isolierten Singles die emotional irgendwie mit gar nichts klarkommen und sich dann gegenseitig rauswählen sollen. Eigentlich fängt das ganze schon an wie Sexhouse in einer Scheune. Es geht wahnsinnig viel Zeit damit verloren dass die Männer um Weiber und eine Hackordnung konkurrieren die mit Aussondern nach Abstimmung verbunden ist.
Ich hatte eigentlich größere Erwartungen an den verwaisten Landwirt, aber dieser halt leider auch nur wieder ein Produkt der Gesellschaft. Der dreckige 44-jährige linke Dauerstudent hätte von jeder Anführerfigur eigentlich einen Schlag in die Magengrube kassieren müssen wenn er dabei erwischt wird wie er morgens mit seinen Zappelübungen Kalorien unproduktiv verbrennt. Ist aber nicht passiert, weil es keine Anführerfigur gibt.

Da man eben eine Gruppe von isolierten Singles hat, die aber in der "Außenwelt" noch Partner und Familie haben, entstehen überflüßige Spannungen die auch nicht wirklich zu lösen sind. Jemand der einen Partner in der Außenwelt hat ist emotional immer noch sehr an ihn gebunden und wird durch die Trennung unnötig belastet.
Die eigentlichen Schritte, die als Fundament für eine mini-Zivilisation notwendig sind, kann man eigentlich nicht wirklich gehen. Eine Möglichkeit wäre dass sich die Männer und Frauen schnell in Paare aufteilen und bspw. Abstimmungen geführt werden bei denen jeweils ein Paar, ein Haushalt eine Stimme hat. Eine andere Möglichkeit wäre eine hässlichere Methode, die so aussieht, dass ein Anführer ein bis zwei Kumpane rekrutiert und dann ein Regime einsetzt, das eine bestimmte Ordnung umsetzt wie quasi ein Feudalsystem. Das kann man heute aber alles noch nicht machen, weshalb die Idee "Newtopia", eine neue Gesellschaftsform zu entwickeln, völlig absurd ist.

Oh come on....

Einige Kandidaten sind emotional so unreif, dass sie das Flennen anfangen wenn sie eine längere Zeit von der Familie getrennt sind. Das waren Männer vom Körper, aber nicht vom Kopf her. Einige gingen auch früher deswegen. Eine Option die das ganze wieder viel zu leicht macht.

Eine andere Option ist dann das Entfernt werden. Das passiert eben wenn sich eine Gesellschaft nicht selbst regiert, selbst diszipliniert. Was mir hierbei auch wieder aufgefallen ist, ist dass der typische Linke eigentlich ein latent frauenfeindlich und sexuellel predatorisch ist und nur nicht als Vergewaltiger tätig wird, weil er dafür zu schwach und zu feige ist. Für Linke ist es typisch über Menschen mit traditionellen Familienwerten zu spotten, worum es ihnen aber dabei nur darum geht die Frauen von der Obhut ihrer Männer zu trennen um sich daran vergreifen zu können. Der Linke Stand-up Comedian Bill Maher kann Sahra Palin im Fernsehen als dumme Fotze bezeichnen, kommt damit aber davon weil er eben ein Linker ist. Im "Refugee Camp" auf dem Oranienplatz in Kreuzberg wurden weibliche "SupporterInnen" von männlichen Supportern, also anderen Refugees Welcome Linken, vergewaltigt. Und so kann der dreckige linke Dauerstudent sich an einzelnen Frauen vergreifen und diese angehen, wie er es niemals jemals mit einem Mann wagen würde.


- Versorgung
Dieses Newtopia Projekt hatte ein Budget, von dem es sich als Kollektiv versorgen musste. Selbstversorgung gab es nicht wirklich. Die haben zwar ein Gewächshaus aufgestellt, aber dass es dort Kühe gab wirkte so, als ob ein urbaner und verzogener Produzent versucht hat sich vorzustellen wie es wohl auf dem Bauernhof aussieht. Es gab keine eigene Produktion von Dingen die man hätte verkaufen können oder sowas. Kühe? Ernsthaft? Für so eine kleine und zwangsläufig kleiner werdende Gruppe? Und anstatt die gleich zu verkaufen und bspw. durch Kleintierhaltung wie Hühner oder Kaninchen zu ersetzen entwickeln die dann echt komische emotionale Tendenzen zu den Tieren.
Helft dem Post Collapse Team die Kühe zu kaufen! Überschüssiges Geld wird für ein großes Beil, einen CD Player und eine Kopie von The Doors this is the End verwendet!


- Absetzung
Und wo wir grade vom Ende reden, so wurde die Sendung vorzeitig abgebrochen weil alles ein Haufen Scheisse war.


- Fazit
Das Problem ist nicht nur, dass die Sendung, die ganze Gruppe gescheitert ist und man sich dabei nicht mal sicher sein kann was nun echt war und was nicht, sondern dass sie überhaupt existiert hat. Eine Sendung wie Living in the Past, ein Konzept das Funktioniert aber kein Drama bietet, kann man heute nicht mehr produzieren, während Dreck wie Newtopia mittlerweile auch in der Türkei und den USA produziert und abgesetzt wurde. Das ist irgendwie die Ironie in dem Vergleich der beiden Formate, dass wir als modernes Rom sehen können wie die Eisenzeit Siedlung funktioniert, oder wir stecken lieber in mehreren Formaten ein paar Freaks zur eigenen Belustigung in einen Zirkus mit 24/7 Videoüberwachung und schauen uns gescriptete Reality TV Freakshows an. So geht es zuende. Oder auch nicht, denn die Einschaltquoten für den Rotz gingen ja schnell in den Keller.

Ich habe das Gefühl ich bin allein vom lesen dümmer geworden, aber was macht man nicht alles für sein Hobby. Ein Leben für die Kunst, mein Leben für die Kunst.



Für den Post Collapse Fall
Wenn hier endlich die Lichter ausgehen oder es mal knallt, dann wird man jede Menge isolierte Singles haben die als Einzelkinder aufgewachsen sind und von Gruppendynamiken keine Ahnung haben und wahrscheinlich irgendwie psychisch angeknackst sind. Ein Szenario wie Newtopia wäre im Vergleich zu The Divide – Die Hölle sind die anderen dabei noch die bessere Möglichkeit, würde sich aber wahrscheinlich schnell dazu entwickeln. Die Katastrophe am Donner-Pass hat ebenfalls gezeigt, dass isolierte Singles schnell abkratzen. Post Collapse wird es eben so aussehen, dass sich Gruppen bilden die diesen ganzen postmodernen Selbstverwirklichungs-Scheiss abservieren und einfach wieder das machen was nicht perfekt ist, was aber funktioniert.





Kommentare:

  1. Ich warte förmlich schon darauf das "Promi Messerkampf" oder ähnliche Formate in unser Fernsehlandschaft auftauchen. Ansätze dazu finden sich ja schon genug(Joko&Klaas zB). Es ist nur eine Frage der Zeit bis die "Gladiatoren" Kämpfe zurückkommen. Und das ist dann die letzte Stufe vor dem Tag wo auch dieses Imperium im Orkus der Zeit verschwinden wird.

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    1. Ich frage mich wieso ISIS nicht schon längst PayTV Gladiatorenkämpfe ausstrahlt. Damit würden die mehr Kohle machen als mit Öl.

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  2. Beide Serien kenne ich nicht, Big Brother habe ich in der ersten Staffel vielleicht 10 Sendungen gesehen, einige auch nur teilweise und vom Dschungelcamp 4 oder 5.

    Interessant fand ich vor allem, daß im Cast Selbstdarsteller ausgewählt wurden und Konflikte sich kaum entwickelten, weil die Möglichkeit des "Rauswählens" bestand, mit der solche Konflikte subtil ausgetragen wurden, bevor das "taktische" Rauswählen gegen Ende begann.

    Schlußendlich ist Deine Beobachtung wenig verwunderlich: Verbindendes Element in einer Gemeinschaft ist der Kollektivwille, und der ist bei einer Gemeinschaft mit vorhandenen Strukturen, deren Mitglieder füreinander sorgen (Paare, Paare mit Kindern) eher vorhanden, als in einem Haufen Egozentriker, in dem ein Kollektivwillen nur erzeugt werden kann, indem die persönlichen Bedürfnisse durch Problemstellungen auf Subsistenzniveau ersetzt werden (hierarchische Struktur, die Nicht-Unterordnung durch Ausschluß oder mit physischer Einwirkung bestraft).

    Das ist auch ein Alter Hut bei den Marxisten - die Familie als staatstragendes Element hat schon Engels identifiziert und damit als Ziel für Zerstörung gekennzeichnet.

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    1. Sobald eine Familie 2 Ernährer (Personen mit Einkommen) hat, kommt es unweigerlich zu Konflikten. Die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Welche Frau will sich heute noch unterordnen? Und was für einen Grund gibt es für junge Männer noch zu heiraten? Ausser vielleicht finanzieller Selbstmord.

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    2. Das deutsche Rentensystem und der Sozialscheiss haben es zwangsläufig notwendig gemacht, dass auch die Weiber in den Arbeitsmarkt rekrutiert werden. Auch wenn sie da nur Jobs und anderen Beschäftigungsmaßnahmen die sie für Karrieren halten nachgehen ist das Besteuerbar. Damit kriegen sie weniger Kinder und die Abwärtsspirale intensiviert sich auch noch.

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    3. Das Schlimmste sind die überflüssigen Akademikerinnen mit ihren Regierungsjobs. Wieviel Kapital da begraben wurde.

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    4. "Sobald eine Familie 2 Ernährer (Personen mit Einkommen) hat, kommt es unweigerlich zu Konflikten."

      Bis in die Anfänge der Industrialisierung war die Unterhaltung der Familie eine Vollzeitaufgabe für beide Eltern. Frauen, die nicht arbeiten mußten, waren ein spezifisches Merkmal des Adels und des Bürgertums, weil nur dort die Männer genügend Ressourcen allein akkumulierten, um die Lebensführung der Familie bestreiten zu können. Die Arbeitskämpfe der zweiten Hälfte des 19. Jh. schafften erst die Situation, daß der Mann allein den Lebensunterhalt bestreiten konnte und Frauen sich um den Haushalt kümmern konnten. Hier ist zu bedenken, daß es bis in die 1830er keine allgemeine Schulpflicht gab, schlichtweg, weil die Kinder mit arbeiten mußten. In landwirtschaftlichen Gebieten war das noch viel länger der Fall - während der Erntezeit war es in der DDR Gang und Gäbe (und nach den Erzählungen von Bekannten auch im Westen, allerdings nicht so lange), daß bis in die 1990er Jahre die Dorfschulkinder im Rahmen des Unterrichts in den LPGen mithalfen. Erst seit der Verfügbarkeit moderner Erntemaschinen ist es hier so, daß die Arbeit nahezu vollautomatisiert erledigt wird.

      Das also festzumachen an der Anzahl der Ernährer ist Unfug, mit der Erhöhung der Steuern und Abgaben wurde ja nur das effizienzbedingte Mehrprodukt wieder abgeschöpft, das seit Beginn der Industrialisierung erwirtschaftet wurde.

      Nach meiner Ansicht liegt es eher in der Problematik, daß der Mann nicht mehr für die Existenzsicherung benötigt wird, d.b. nicht nur einkommensmäßig verzichtbar bzw. regresshaftbar ist, sondern auch verteidigungsmäßig verzichtbar.

      Eine Welt, in der Männer benötigt werden, um das Überleben der Frauen zu sichern, ist eine Welt, in der die Männer den Frauen über sind. Je sicherer jedoch das Lebensumfeld wird, um so mehr emanzipieren sich die Weiber, was schlußendlich nichts weiter bedeutet, als daß sie die Macht haben wollen, freilich ohne in der Konsequenz Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, wenn dies negative Konsequenzen hat. Da ein institutioneller Zwang der Männer, allein die Spleene ihrer Weiber auszubaden dazu führen würde, daß diese sich die Weiber wieder unterordnen - oder eben garkeine nehmen -, springt hier die Gesellschaft in die Bresche - schließlich gibt es ja da keinen direkt Geschädigten. Daß ein solches System zwangsweise degeneriert und zerbricht, weil es eben systemisch so angelegt ist, interessiert schlußendlich nur die, bei denen es zerbricht - und selbst dann sind immer die anderen schuld.

      "Machtverhältnisse" haben sich nur als Abhängigkeitsverhältnisse verschoben; wenn Männer nach Macht greifen, können Frauen sie nicht aufhalten. Eine Frau ordnet sich dann unter, wenn es ihr opportun erscheint. Ein Mann geht deshalb in die Ehe, weil Familie Zukunft bedeutet. Das Dilemma liegt hier eher darin, daß die Männer nicht stärker durchgreifen: ab dem dritten Kind ist eine Frau schlichtweg nicht mehr interessant am Beziehungsmarkt. Der Witz dabei ist, daß dieser Ansatz garnicht dazu führt, daß die betroffenen Weiber (denen Mann als erstes 3 Kinder gemacht hat) das als bindende Maßnahme wahrnehmen: durch die Kinder entfällt jedweder Drang und jedwede Intention einer wie auch immer gearteten Selbstverwirklichung, die von der Selbstverwirklichung in der Familie und durch die Familie hinausgeht.

      Meine Kritik richtet sich also in erster Linie an die hedonistischen Männer, die lieber schickimicki in den Urlaub fahren und "geplante" Kinder haben wollen, anstatt die Alte so zu besteigen, wie der Bauer ackert: jeden Tag.

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    5. @Sachse
      Also ist das Ziel möglichst viele Kinder zu haben? Das alleine kann es ja nicht sein, sonst hätten die afrikanischen Länder nicht so massive Probleme. Man muss auch die Ressourcen für so viele Kinder haben. Und natürlich muss man dafür sorgen dass die eigenen Kinder nicht "dekadent" werden.

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    6. Was hält denn der Sachse von deutschen Weibern, die sich einen Türken geschnappt haben?
      Das Problem ist doch gerade auch, das die jungen Erwachsenen, die aus dem Mittelstand kommen, denken, das ihn vieles wie z.B. eine Luxuswohnung einfach so zu steht, weil ihre Alten ein Haus haben, das sie sich sogar als Arbeiter erarbeiten konnten und deren Kinder an ein gutes Heim gewohnt sind und dann wenn sie "selbsständig" werden dann aus allen Wolken fallen, wie teuer das Lebenm ist! Dazu zähl(t)e leider auch ich! Das ist bei Türken z.B. anders, die sind Sch. gewöhnt und haben da den entscheidenen Vorteil im "Geburtendschihad"!
      Oder die Araber, oder Rumänen, oder Afrikaner, Chinesen...

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    7. Die Arbeitskämpfe haben gar nichts geschafft, außer diesen Dreckssozialismus der uns heute so runterzieht. Die Arbeit ist durch Kapitaleinsatz produktiver geworden.
      Man müsste jegliche Transferzahlung an alleinerziehende Mütter einstellen und die Alimente sollte nicht mehr einklagbar sein. Dann würden die weniger rumzicken und die Eltern würden auch besser aufpassen, dass ihre Töchter nicht schwanger werden, denn sie müssten für alles aufkommen. Außerdem muss diese unerträgliche Gleichstellungspropaganda endlich verschwinden. Es ist nur noch zum Kotzen. Ich wäre richtig froh, wenn die neuen "Fachkräfte" für Toleranz sich mal in den Redaktionen der Medien vor laufender Kamera austoben würden. Der ganze Selbstverwirklichungsscheiß kommt von den Journalistinnen und Politikerinnen, die nach gesellschaftlicher Anerkennung suchen (Frauen sind generell unglaublich besessen davon) und ihren Lebensstil zum Vorbild für alle Frauen erklären, weil sie so einen Vorsprung haben.
      Auf den Untergang der Weiberregierung kann man auch nur mit Champagner anstoßen. Als Soldat sollte man für diesen Abschaum definitiv nicht den Kopf hinhalten.

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    8. @21:53 : Es besteht kein monokausaler Zusammenhang zwischen "keine Probleme" und "viele Kinder". Meine Aussage war, das in unserem jetzigen Umfeld hier (und nicht in Afrika) mit mindestens 3 Kindern eine Situation geschaffen wird, die die Frau wieder abhängig macht vom Mann, weil alle anderen Abhängigkeiten auf die Gesellschaft als Ganzes verlagert wurden und durch mindestens 3 Kinder die Frau gesellschaftlich keinen Anschluß an Buhlen findet, die mehr wollen, als nur mal drauf.

      @22:38 : Fremdrassige Beziehungen deutscher Weiber halte ich für die Konsequenz aus der Entmännlichung der deutschen Männer, die zwar im Einzelfall nicht immer stattfindet, aber gesellschaftlich signifikant erfolgte und erfolgt. Die Weiber folgen ihrem evolutionären Trieb, sich an Alphas ranzuhängen. Die Frauhenversteher sind keine Alphas. Die Fragestellung ist dabei komplexer: genaugenommen hängen sich die Weiber an alle ran, die sie für Alphas halten - was dazu führt, daß die größten Arschlöcher die geilsten Weiber abschleppen (jetzt mal als platte Daumenregel). Das Problem dabei ist, daß der Familienvater als Patriarch Alpha war, der Familienvater als Nicht-Patriarch eben unter dem Pantoffel steht und die Weiber das nicht wollen. Die wollen Führung (und das ist nicht nur eine Beobachtung bei meiner Gattin, sondern das ist in Gesprächen mit jungen Frauen verifiziert: die wollen Familie, aber nicht feminisierte Pantoffelhelden; die wollen in Teilbereichen bestimmen, aber nicht den Kurs vorgeben, sondern sich einfach fallen lassen).

      Die zweite Problemstellung, die Du hier reingemischt hast, ist die des Anspruchsdenkens aufgrund der nicht begriffenen Kausalität zwischen Erzeugung und Konsum. Du hast durchaus recht, daß das ein Problem ist, wobei Du vergessen kannst, daß andere Völker oder Ethnien dieses Anspruchsdenken nicht ausbilden. Es gibt z.B. glaubhafte Berichte aus Südafrika, daß Neger geäußert haben, sie hätten nur deshalb wenig Geld, weil sie kein "plastic" hätten, mit dem sie sich an der "masheen" Geld holen könnten. Aber was soll ich da sagen: Versäumnis der Eltern, und ein erklärbares dazu: die Eltern konnten sich ein gutes Leben mit Arbeit leisten und den Kindern sollte es besser gehen - da wurde natürlich der Nachwuchs von der Wahrheit abgeschirmt, daß nur verbraucht werden kann, was auch erzeugt wird.

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    9. @22:49 : Du vermischst hier mehrere Dinge: erstens ist das Vehikel des Marxismus (davon sprechen wir ja) die Verbesserung der Lebensumstände der Arbeiter, das Ziel jedoch die Machtübernahme durch fortgesetzte Erzeugung revolutionärer Situationen. "Fragen des Leninismus" von Stalin widmet sich dem intensiv, einschließlich der Behandlung von Beispielen (daß z.B. in Kolonien zunächst ein lokales Königtum unterstützt werden soll von den MArxisten, dieses dann in eine bürgerliche Demokratie umgewandelt, diese dann in eine sozialistische Räte-Republik umgewandelt und diese dann in den Kommunismus).
      Zweitens vermischst Du die Produktivitätsfrage mit der Verteilungsfrage: der Aufstieg der Bourgeoisie als eigener Stand neben Adel und Arbeitern und Bauern wurde durch die Produktivitätssteigerung ermöglicht, die maschinelle und später industrielle Fertigung mit sich brachten. Die Lager der Arbeiter (und länger der Bauern) blieb so beschissen, wie zu Zeiten des Adels, zudem kam die Produktivitätssteigerung mit Rationalisierung einher, die dazu führte, daß weniger Nachfrage nach Arbeitskräften bestand, als Arbeitskräfte vorhanden waren - was zusätzlich zum wachsenden Wohlstand des Bürgertums eine Verarmung der proletarischen Massen brachte. Der Aufstand der schlesischen Weber z.B. hatte genau diese Ursache. Das Problem dabei war für Marx et al, daß diese Aufstände nicht wie in der französischen Revolution zu einer gesellschaftlichen Revolution führten, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse trotzdem nicht in Frage gestellt wurden. Dies führte zur Hinzufügung weiterer Komponenten zur Revolutionstheorie: Geldmengenausweitung reichte für die französische Revolution, die Produktivitätssteigerung machte es jedoch notwendig, weitere Maßnahmen zur Verelendung der proletarischen Massen einzuführen. Einerseits waren das Streiks, weil Streiks die Produktion verringern, die Arbeiter keinen Lohn bekommen (also Ersparnisse verbrauchen) und zusätzlich einen inflationären Effekt haben, weil die Nachfrage nach Bedarfsgütern ja weitgehend gleich bleibt. Andererseits war es die Angebotsausweitung im Arbeitsmarkt, die mit dem Paradigma der internationalen Klassensolidarität verdeckt werden sollte.

      Zum Rest...naja. Hätte, könnte, sollte = jemand anders soll. Zum Glück hat NV eine Jammerecke eingerichtet.

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    10. Jammerecke? Das ist hier kein Forum oder sowas.

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    11. Es gibt keine getrennte Produktions- und Verteilungsfrage. Die Produktion passiert nur unter Annahme einer bestimmten Verteilung. Die Streiks können auch nichts ändern. So was kann man nur machen, wenn es zu wenige Arbeiter gibt und nicht zu viele oder die Regierung mitmischt. Wenn man die Löhne künstlich über das Marktniveau hebt, gibt es Arbeitslosigkeit und keine gleichmäßigere Verteilung.
      In der 2. Hälfte des 19. Jhdts. sind einfach die Geburtenraten heruntergegangen, weil die Urbanisierung weiter fortgeschritten war, was dazu geführt hat, das die Wachstumsraten der Bevölkerung nicht mehr von dem Wirtschaftswachstum subtrahiert werden mussten - und plötzlich hatten die Leute was davon. Außerdem wurde auch der Feudalismus zurückgedrängt.

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    12. "Es gibt keine getrennte Produktions- und Verteilungsfrage. Die Produktion passiert nur unter Annahme einer bestimmten Verteilung."

      Kontextuell ist meine Aussage nur so zu verstehen, daß die Verteilungsfrage von der ich sprach nur diejenige der Verteilung der Wertsteigerung ist, etwas anderes macht keinen Sinn. Deine Aussage geht ja in dieselbe Richtung, allerdings unterstellst Du, daß es zwischen Unternehmer und Arbeiter Konsens - also keine Interessendivergenz - gibt hinsichtlich der Verteilung des erzeugten Mehrproduktes. Diese Grundannahme an sich ist schon grob bescheuert, weil das bedeuten würde, daß es bei gleichem Output keinen Unterschied in den Interessenlagen der Produktionsbeteiligten (also Unternehmer und Arbeitsausführende) zwischen Sklavengesellschaft, Leibeigenengesellschaft und Gesellschaften mit ausschließlichem Arbeitsmarkt gäbe. Wenn es diese Interessendivergenz nicht gäbe, also wie Du behauptest prinzipiell ausgeschlossen wäre, dann hätte es auch keine Arbeiterbewegung gegeben, weil es keinen Interessenwiderspruch in der Frage der Verteilung der Profite gegeben hätte. Es liegt nuneinmal in der Natur des Menschen, Profit haben zu wollen, den dieser sich selbst zurechnet - und da brauchen wir nicht einmal Subsistenzgefährdung anzunehmen -, der Unternehmer rechnet den Profit seinem Wirken zu, der Arbeiter seinem. Schon daraus ergibt sich die Verteilungsfrage des Profites, was denn sonst! Die Produktionsfrage bezieht sich kontextuell auf die Aussage, Produktion sei durch Kapitaleinsatz produktiver geworden - wir reden also von einem größer werdenden Verhältnis von Ausbringungsmenge und/oder -wert zu Ressourceneinsatz. Das hat genau NULL damit zu tun, wer sich jetzt welchen Teil der Profite zuschreibt und den haben will.
      Allein der Umstand, daß die Marxisten die Profit-Verteilungsfrage immer wieder stellen (und NICHT die Frage erhöhter Nutzen-Aufwands-Relation, die hält nur als Begründung her) und damit seit beinahe 165 Jahren unter Marxens Banner (davor unter anderem) Millionenmassen an sich binden können, ist ein kleiner Hinweis darauf, daß diese Frage gesellschaftlich sehr wohl existiert.

      Deine Aussage, daß der Unternehmer unter Annahme einer bestimmten Profitverteilung produzieren läßt, ist durchaus richtig, nur blendest Du völlig aus, daß es auch noch einen Arbeiter gibt, der andere Ansichten hat, wie der Profit verteilt werden soll.

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    13. "Die Streiks können auch nichts ändern."
      Streiks senken die Ausbringungsmenge und zehren die Rücklagen der Arbeiter auf. Durch die Senkung der Ausbringungsmenge erhöhen sich die Preise, was die Arbeiter zusätzlich unter Druck setzt. Ist das "nichts"? Ich schrieb doch bereits, das Streiks nicht Mittel der Verbesserung der Situation der Arbeiter sind, sondern Mittel zur Auslösung einer Revolution. Um dies zu verhindern, wurden in der BRD die Arbeiter von den verarmenden Konsequenzen von Streiks abgeschirmt: Streik gibt es hier nur solange, bis die Gewerkschaft kein Geld mehr hat, um ihre Funktionäre zu bezahlen.

      "So was kann man nur machen, wenn es zu wenige Arbeiter gibt und nicht zu viele"

      Wenn es zu wenige Arbeiter gibt, dann stellt sich automatisch ein höherer Marktpreis für Arbeit ein und Streiks werden obsolet, weil die Unternehmer sich gegenseitig die Arbeiter abwerben. Arbeiterkampfmittel sind nur dann notwendig, wenn es für Arbeitskraft einen Nachfragermarkt gibt (also viele Anbieter und relativ wenig Nachfrage), weil davor die Marktmechanismen die Lebenssituation der Arbeiter verbessern, weil sie eben automatisch zu höheren Einkommen führen. Es ist also genau umgekehrt: die Arbeitsverweigerung in einem marktwirtschaftlichen Arbeitsmarkt ist als Kampfmittel für den einzelnen Arbeiter nur dann sinnvoll, wenn er anderweitig seine Interessen nicht durchsetzen kann. Und das kann er dann nicht, wenn er ersetzbar ist. Was meinst Du, wie viele Leute hier im Osten mitmachen, wenn die Gewerkschaft zu einem Streik aufruft? 5% der Belegschaft. Ich habe schon "bestreikte" Mittelständler gesehen, bei einem 200-Leute-Unternehmen stehen dort 20 Leute und davon sind 10 Gewerkschaftsfunktionäre und 10 aus der Belegschaft selbst. Das ist so, weil die Unternehmen Probleme haben, offene Stellen zu besetzen und es für die Arbeiter persönlich mehr Sinn macht, einfach zu arbeiten, anstelle herumzustreiken. Das geht soweit, daß Unternehmen freiwillig Tarif und darüber bezahlen, auch wenn keiner im Unternehmen in der Gewerkschaft ist. Wie erklärst Du das? Nach Deiner Ansicht müßte diese Situation ja gerade dazu führen, daß gestreikt wird.

      "Wenn man die Löhne künstlich über das Marktniveau hebt, gibt es Arbeitslosigkeit und keine gleichmäßigere Verteilung."
      Das ist falsch, richtig ist: Bei einer Anhebung der Löhne reduziert sich die Nachfrage nach Arbeitskraft. Das bedeutet, daß bei einer Anhebung der Löhne zu einer Absenkung der Nachfrage kommt, die zur Freisetzung von Arbeitskräften führt. Du magst das für Korinthenkackerei halten, aber es ist wichtig, hier präzise darzustellen, was gemeint ist und Du hast sicherlich gemeint, daß es MEHR Arbeitslose gibt, wenn die Löhne angehoben werden. Und das ist vom Grundsatz erst einmal richtig, wenn es isoliert betrachtet wird. Wenn gleichzeitig aber Arbeitnehmerfreizügigkeit herrscht, dann führt das zu einer Intensivierung der Einwanderung, was dazu führt, daß nicht nur die Mindestlöhner zusätzliche Konkurrenz bekommen, sondern auch die darüber liegenden Einkommensschichten - und auch dort führt eine Nachfrageerweiterung zur Preissenkung, also zum Absinken des höheren Einkommens auf den Mindestlohn. Daß das hier noch nicht in großem Stil stattfindet, liegt daran, daß Lohnsenkungen nicht so einfach durchzusetzen sind (Änderungskündigung - Kündigungsschutz).

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    14. "In der 2. Hälfte des 19. Jhdts. sind einfach die Geburtenraten heruntergegangen, weil die Urbanisierung weiter fortgeschritten war, was dazu geführt hat, das die Wachstumsraten der Bevölkerung nicht mehr von dem Wirtschaftswachstum subtrahiert werden mussten - und plötzlich hatten die Leute was davon. Außerdem wurde auch der Feudalismus zurückgedrängt."

      Wovon redest Du? In Deutschland war der Feudalismus mit der bürgerlichen Revolution 1848 beendet. Die Kinderzahl blieb noch bis 1900 relativ konstant bei 5 Kindern pro Frau, erst danach - bis 1915 - sank sie ab auf 4, dann im 1. WK auf 2, um sich dann auf die jetzigen Werte einzupegeln. Ursächlich für die Erhöhung der Ausbringungsmenge pro Kopf war auch nicht der Geburtenrückgang, sondern der technische Fortschritt - das erkennst Du schon daran, daß der Wohlstandsgewinn der Arbeiter um so größer war, je mehr die Ausbringungsmenge im Verhältnis zu den eingesetzten Produktionsmitteln stieg: mit der Industrialisierung gab es die ersten signifikanten Verbesserungen und die Automatisierung auf breiter Ebene brachte den nächsten Schub. Die Digitalisierung wird einen weiteren Schub bringen (ist voll im Gange), allerdings besteht hier das Problem, daß es einen Haufen unnütze Esser gibt, die die digitale Welt zwar noch als Konsumenten nutzen können, aber mehr nicht.

      Und genau das ist auch die Frage der Zeit - dieser ganze Schwachsinn mit "unser Land - meine Rente" ist doch nur vorgeschoben. Es geht schlichtweg darum, daß eine Effizienzsteigerung, die die Ausbringungsmenge erhöht, nicht mehr sinnvoll ist, weil es schlichtweg keine Nachfrager mehr gibt, die selbst einen Gegenwert erwirtschaften können. Die ganze Unterhaltungsleketronikscheisse ist auch kein Perpetuum Mobile, selbst bei mir ist irgendwann nach 5 Laptops, 1 PC, 2 Servern, 4 Access Points und einer SAN Schicht im Schacht - der Markt ist gesättigt und ich tausche nurnoch aus. Was bleibt also für eine Effizienzsteigerung? Kann ich Dir sagen: Unproduktive Verbraucher entfernen. Denkst Du, davor schützt Dich "Sozialismus ist scheisse"? Irrtum mein Freund, der Grünen-wählende Techniker, der mir eine automatisierte Anrufverfolgung in eine Hipath 3000 implementiert, den brauche ich, genauso, wie den Anlagentechniker, der mir eine Maschinensteuerung neu macht, die datenbankgestützt auftragspezifische Produktionsparameter anwendet. Alle anderen sind...nunja...Esser. Von denen brauche ich 10%, vielleicht 20 oder 30, aber nicht alle. Wenn Du nicht entwickeln kannst, dann schwebt über Dir das Damoklesschwert der wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit. Du siehst also: die Frage der Verteilung ist nicht nur immernoch losgelöst von der Frage der Erzeugung, sondern heute aktueller denn je. Und laß mich Dir versichern: die Schlinge zieht sich zu. Oder denkst Du, die heutige Linke dreht den technischen Fortschritt zurück? Die Menschheit steht am Scheideweg: entweder wird gruppenbasiert weiter untereinander erobert und gekämpft, oder "man" entledigt sich der 80% Esser. Es geht auch nicht mehr darum, welcher Weg gegangen wird, sondern nur darum, wann dies erfolgt. Und da bin ich einfach der Ansicht, daß es noch nicht so weit ist.

      Aber ehrlich gesagt ist das wie das Streiten um des Kaisers Bart, solche Überlegungen haben wenig praktischen Nutzen, wenn die aktuelle, aber vorübergehende Krise an die Tür klopft. Zudem ist die Philosophiererei ein interessanter Zeitvertreib, aber wenig produktiv.

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    15. Deine Beiträge zeigen dass du Ahnung hast. Aber es stellt sich doch eine allgemeine Frage : Warum interessiert es dich was in der Zukunft mit Deutschland passiert? Nur weil du Kinder hast?

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    16. Der Sozialstaat und die Arbeitsschutzgesetze sind der einzige Grund für die Existenz von nutzlosen Essern. Ohne ihn wären die einfach gezwungen als Hauspersonal zu arbeiten oder den Job der Asiaten zu machen, die in ihren Ländern momentan billiger produzieren. Die Mexikaner finden so in den USA auch einen Job. Die einzigen wirklich Überflüssigen sind die Leute die nicht arbeiten können, wie z.B. ein Großteil der Rentner. Ich kann nicht einfach sagen, die Bevölkerungszahlen zu reduzieren wäre gut, weil wir eine idiotische Politik haben, die die Leute überflüssig macht. Das was heute passiert hat nichts mit dem Stand der Technologie zu tun. Programmieren ist nicht so schwer wie die meisten Leute glauben.

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    17. Wäre echt mal spitze, wenn ihr solche Romane bei taktischen/praktischen Themen schreibt....LL

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    18. Da bin ich mal einen Abend nicht da und wir spielen wieder Forum oder was.

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  3. Hab ich auch mal gesehen auf MDR oder so, wo Leute Mittelalter spielten! Es gab dort einen Ritterknaben, einen Burgvoght und sein "Gesinde" wie er es schreite, bestehend aus Mägde, Knechte, Küchenchef usw.(ich weiß es hieß nicht Küchenchef, kenne den Begriff nicht)
    Die Idiotenknechte arbeiteten den ganzen Tag sehr hart, fraßen am Abend Hirsebrei und Brot und alle putzten sich früh das Maul mit Kräutern und schissen alle in die Burglatrine und stanken wie die Kuh :D
    Sonntag konnte "das Gesinde" mal Fleisch essen und pennen, da ging es den Mägden wohl zu gut und sie machten sich den Spaß den Küchenchef der im Bett pennte mit Wasser zu übergießen, weil sie dachten wäre doch lustig. Dieser ist ausgerastet und hat den dummen Hühnern fast eine reingehauen!
    Der Ritterknabe trainierte ab und zu seine Schwertkünste AN einem der Knechte aus, was lustig war. Und wenn dem Arsch von einem Vogt was nicht passte schrie er sein Gesinde zusammen die dann sofort spurten^^

    Also ich wäre wohl Wegelagerer geworden und hätte den dummen Vogt und sein Ritterlein abgestochen und mir das Gold genommen und dem Gesinde die Burg überlassen :)

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    1. Hab ich auch gesehen. Eines der Weiber wollte dann ein Hühnchen schlachten, hackte ihm den Kopf ab und wie zu erwarten flatterte das Vieh dann noch etwas herum. Das war dem Weib dann zuviel und es brach in Tränen aus. War aber eines der besseren Formate.

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    2. Wenn Hühner ohne Kopf flattern können ist das definitv ein Zeichen dafür dass sie kein Gehirn brauchen um zu flattern.

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  4. Ps. Ist offtopic aber gestern ist ein guter Mann gestorben Lemmy von Motörhead! Eigtl. Interessierte mich diese Band nicht, aber ich weiß irgendwie er war ein sehr guter Mann, ein normaler Mann eigt. der machte was er sagte und sagte was er dachte und entgegen der Meinung der meisten Affen auf diesen Planeten weiß ich, wenn es jemand in den Himmel oder zu Odin schafft ist es so ein Mann, obgleich er Rellegion hasste.
    Kann man ihm nicht irgendwie ein Tribute zollen!?

    Komischerweise(ne logisch) fühlte ich beim Tod vom Helmut Schmidt dagegen NICHTS!

    Hoffe ich hab euch damit jetzt nicht belästigt.

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  5. Ich habe Teile von Living in the past gesehen. Grundsätzlich ist es ausreichend autentisch angelegt. Leider spielte es in einer mehrheitlichen Isolation, welches die damals kaum bevölkerte Welt widerspiegelte. Das Raider-Element wurde vollständig ausgeklammert. Auch wenn man zur Fokuserweiterung immer was mitnehmen kann ... so ne Hippiesiedlung wirds wlohl nicht lange machen

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  6. Cool das sich hier Leute auf gleicher Wellenlänge finden.
    Ich hab mir gedacht, vielleicht sind wir die Vorreiter einer Generation, die ihr eigenes Land "anzünden" "abfackeln" und in Schutt und Asche legen werden, weil ihn dieses Land eh nicht mehr gehört und kein Bock haben nur ihren Alten zu dienen!
    Ich selber fühle mich jetzt mit ca. 30 schon wie ein steriler Alter, wie es nv immer schreibt!
    Obwohl ich mir beruflich den A... aufreiße und versuche(nicht schaffe) privat etwas zu reißen werd ich wohl, wie die meisten mein Leben lang der Volunter bleiben in Doischeland.
    Also
    LET IT BURN
    !!!

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    1. Dann such dir einen neuen Job. Ich hab auch allerdings keine Lust etwas anzuzünden. Ich versuch mich nur auf sämtliche Eventualitäten vorzubereiten.

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    2. Ich meinte das mit den anzünden durch die "" ja auch nicht im direktem Sinn, nicht solange Deutschland noch etwas Substanz hat!
      Hab mir überlegt, wie die nächste Generation denn da ausscheren kann, weil für die wird es doch etwas absurd wirken das alles! Wie könnte man sich als Jugendlicher dem System verweigern?! Eine Möglichkeit wäre vielleicht freiwillige Obdachlosigkeit! Junge Menschen können sowas noch wegstecken und für die Alten bietet es ein gewisses Bedrohungspotenzial, aber man wird wohl keine Generation dazu bringen können auf der Straße zu sitzen. Es sei denn mit Indoktrination, wie es Sozialisten z.B. gut können! Das hieße dann aber auch Verzicht, also müsste man dann versuchen sich zu einigen z.B. in dem man gemeinsam alte Häuser besetzt und großteils auch auf Entertaiment verzichtet(Quasi das Erpressungshandwerk der Elite für den Pöbel)
      Ich glaube leider nicht das so etwas heute oder morgen noch funktioniert, aber schön wäre es! Was besseres fiel mir bis jetzt noch nicht ein!

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    3. Sag mal, Du bist Anfang 30, also wenn Du nicht von einer Frau geplündert worden bist oder einen Unfall hattest, beginnt die Höhe Deines Lebens und Du hast keinen Plan, keine Idee ausser aussteigen?
      In Deinem Alter hab ich den Tanker gekapert, nachdem ich gemerkt habe, dass er nicht zu versenken ist.
      Bilde Dich, verbessere Dich, zieh irgendein Ding durch, das Dir Spaß macht und überlege nicht, warum irgendwas nicht gehen kann, sondern überlege wie es gehen könnte.
      Mit 30 hast Du alle Optionen.
      Mann, ich bin in den 60ern. Da hab ich ja noch mehr Unternehmungsgeist und Lebenslust als Du...Is ja nicht auszuhalten!

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    4. Das klingt aber irgendwie nach linken Ideen. Ich besetz doch nicht das Eigentum fremder Menschen. Will doch auch nicht dass Linke mein Besitz beschmutzen. Ein guter Tipp von mir und der gilt auch für schlechtere Zeiten : Lern etwas gescheites, etwas produktives. Wer mehrere Fähigkeiten besitzt, der ist immer wertvoll und gefragt. Fremdsprachen, Schweißen, Metallverarbeitung, Informatik, das sind wertvolle Kenntnisse. Wer natürlich Sozialpädagogik usw studiert, der schaufelt sich sein eigenes Grab. Und ein weiterer Tipp. Man sollte wenn möglich immer auf Kredite verzichten.

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  7. Satcadir, du bist doch nicht so unverschämt deine junge Zeiten mit heute zu vergleichen!? Alle die ich kenne jedenfalls, die auch noch "jung" sind, haben sich damit arrangiert ein Leben als Arbeitshausschwein zu führen, um ihren Alten später mal ein sanftes einschlafen am Sterbebett und die mickrige Urnenbeisetzung zu ermöglichen und den letzten Wohlstand zu ererben und verfrühstücken, also sei bitte nicht so unverschämt so zu tun, als wäre deine Generation nicht auch daran Schuld!

    Und keine Sorge, ich tu schon alles um mich "zu verbessern"!
    Nächstes Jahr z.B. hol ich mir mein Reisepass als Plan B und hau dann ab aus der BRD wenns mir zu bunt wird!

    Aber die Merkel hat ja jedenfalls in ihrer neuen Ansprache gesagt, das es zumindest nicht schlimmer wird, weil es ja gar nicht mehr schlimmer werden kann!

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    1. Na dann warte mal ab wo sie dich mit deinem deutschen Reisepass noch so reinlassen werden.

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    2. "reinlassen werden"

      Naja, das der irgendwo nicht reingelassen wird, würde mir an seiner Stelle weniger Sorgen bereiten, als daß er irgendwo zwangsweise reingetan wird mit seinem Reisepass. Aber durchhalten: Syrer geht immer.

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    3. Opfer!
      Such dir doch Freunde, die keine jammernden Fotzen sind, eventuell öffnet dir mal jemand die Augen.

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    4. Jeder Penner kann Dir haarklein erklären, wer an seinem Scheitern schuld ist.

      Sein Problem ist: Es interessiert keine Sau.

      Es interessiert nur manchmal, was Du für ein Projekt hast, und wie Du es durchziehst. Und selbst wenn es niemanden interessiert, kann das Dir egal sein, wenn es tatsächlich Dein Ding ist.

      Lass Dein Pennerdasein zurück, hab nicht zuviel Mitleid mit Dir selbst und mach Dein Ding. Die dreißiger Jahre sind perfekt dafür.

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  8. @Anonym, 14:51:
    Junge, ein Reisepass ist kein Plan B, sondern sinngemäß die Erlaubnis des Lehnsherren, dass du die heimatliche Scholle verlassen darfst (natürlich entziehbar) und nicht mal ein Garant für die Erlaubnis, die Nachbarscholle betreten zu dürfen. Ein Plan B wäre z.B., dass du dir handwerkliche Fähigkeiten oder irgendwelche nützlichen Spezialkenntnisse (auch PC wird man Techniker, Funker, Ärzte, etc. brauchen) aneignest.

    Da solltest du dir was suchen, was dir liegt, Spaß macht und deinen Horizont, genauer deine Handlungsmöglichkeiten, erweitert.

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  9. Was machen fremde Länder denn mit deutschen Jammerlappen? Die anderen Länder haben genug eigene Versager.
    Was das Flüchtlingsgerede betrifft : das Thema nervt. Ein fauler nichtsnutziger Migrant ist nicht schlimmer als ein fauler nichtsnutziger Deutscher. Die Flüchtlinge sind nicht das Problem, sie sind ein Symptom. Das Land war bereits vorher am Arsch. Niemand kommt nach Deutschland um hart zu arbeiten. Er will den Sozialstaat. Die Deutschen machen es ja vor.

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    1. Na ja zu Recht!
      Wie dämlich kann man sein, um als Normalverdiener im Schnitt zu 60-70% vom Zwingherren jeden Monat aufs neue in den Arsch gefickt zu werden...

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