Donnerstag, 10. Dezember 2015

Taktik: Waldkampf


Well you sit in dark forests,
You’ve been there for quite a while.
And when they come to take you,
You just sit and smile.
- The Black Angels, Empire

Wälder sind wichtig für die menschliche Psyche und gerade für den Deutschen. Hier wurden die römischen Legionen vernichtet, hierhin flüchtet man sich seit Urzeiten bei Gefahr während Schweizer sich in Höhlen und Österreicher in Kaffeehäusern verkriechen. Den Wald, die Hügel oder das Gebirge als Rückzugsort zu nutzen gehört auch im 21. Jahrhundert noch zur verklärten Partisanenromantik, obwohl das urbane Gefechtsfeld eher an Bedeutung gewonnen hat.


Waldkampf sollte dennoch trainiert werden, da man um den Einsatz dort nicht herumkommen wird, wenn es darum geht bspw. einen Feind zu flankieren, zu umgehen oder einen Spähtrupp loszuschicken. Hält man bspw. die Kontrolle über einen Wald nahe einer Stadt, so kann dieser als Rückzugsraum genutzt werden und als Umgehungsroute. Kommt es in einer Post Collapse Situation zu Kämpfen zwischen einzelnen Kriegshaufen und Fraktionen die nicht über die moderne Technik von Militärs verfügen, dann kann der Kampf in bewaldetem Gelände wieder eine größere Bedeutung erlangen. Meiner Einschätzung nach werden die Austragungsorte dafür vor allem Wälder nahe urbanen Zentren und entlang von wichtigen Autobahnen und anderen Verkehrsrouten sein.


Geografie von Wald
Was die Vegetation des Waldes angeht gibt es hier einige Besonderheiten. Nadelwälder bieten das ganze Jahr hindurch gute Sichtdeckung, Laubwälder verlieren im Herbst ihre Blätter und verlieren dadurch einen Teil dieser Sichtdeckung.

Durch Wälder ohne Unterholz können größere Gruppen von Menschen hindurchlaufen als wären sie ein freies Feld. In Wäldern mit dichtem Unterholz kann man dieses zusätzlich als Deckung nutzen und leicht Fallen auslegen.

Deutschland ist eine Kulturlandschaft und so ziemlich alle Wälder sind künstlich angelegt und durchzogen von Forstwirtschaftsstraßen. Ein einzelner Wald der von Außen betrachtet noch homogen wirkt kann innen vollkommen anders aussehen und in verschiedene Baumfarmen aufgeteilt sein wie ein Schachbrett. Dabei kommt man sich dann vor, als ob man durch Skyrim läuft oder eine andere Videospielwelt die nach Tretmühlenprinzip aufgebaut wurde und starke Kontraste präsentieren soll.

Trotzdem gibt es in vielen davon, besonders in der Nähe von oder in Hügellandschaften Sumpfwiesen, Bäche, Tümpel und so weiter. Gerade im Herbst und Frühling kann das die Mobilität in Bruch- und Sumpfwälder sehr beeinträchtigen. Im Sommer steht dort zwar meistens weniger Wasser, dafür sind diese Sümpfe eine Brutstätte für Insekten.

Kein Mensch wird in den kalten Jahreszeiten durch Sümpfe oder Bäche waten nur weil das irgendwie cool und nach krassen Commando Sachen aussieht.

Diese Sumpflandschaften entstehen aber auch oft in der Nähe von Wasserquellen, bzw. sind alte Nebenarme von Bächen. Das Wasser sollte meistens bereits von guter Qualität sein. Die Bildung von vielen Luftblasen im klaren Wasser ist bspw. so ein Zeichen für Sauberkeit.

Stromtrassen und Hochspannungsleitungen ziehen sich auch durch einige Wälder. Dafür wird eine Schneise geschlagen in welcher der Boden manchmal versumpft. Durch die leichte Einsehbarkeit können solche Schneisen zu Hindernissen werden und Hochspannungsleitungen sind dazu ein sehr anfälliges Ziel für Zerstörungsakte.



Wald in Notzeiten
Beim Wald hat man in Notzeiten bzw. einer Post Collapse Situation als eine Kampfgruppe zusätzlich das Problem der wieder stärkeren wirtschaftlichen Nutzung. Das heißt Leute die nach essbaren Dingen suchen, Wilderer, Imker, Brennholzsammler und vielleicht sogar Köhler werden wieder im Wald unterwegs sein, auch andere Akteure wie Banditen oder einzelnen Survivalisten. Das ist problematisch, da diese Leute die eigene Mission kompromittieren. Eine Spähgruppe die von einem Kind das Holz sammeln soll erkannt wird hat entweder die Möglichkeit die kompromittierte Mission abzubrechen, oder das Kind zu töten und zu verscharren. Die Idee, wir binden es hier an und kommen auf dem Rückweg zurück, oder es laufen zu lassen in der Hoffnung es hält die Klappe, hat noch nie funktioniert. Ebenso ist es möglich, dass sich eine ganze Gruppe solcher Sammler irgendwann auf das eigene Minenfeld zubewegt und der Posten steht vor der Entscheidung sich zu erkennen zu geben oder nichts zu tun. Im Wald befinden sich zudem auch oft versteckte Treibstofflager für die Waldarbeiter. Bei irgendwelchen Unternehmungen in Friedenszeiten ist es übrigens auch anzuraten, dass man jede Mission abbricht wenn man von Förstern, Jägern, Waldarbeitern oder irgendwelchen Arschlöchern in orangenen Warnwesten erspäht wurde. Und egal was man findet, Hochsitze, Bienenstöcke, Tarnnetze, Fahrradrampen und sowas wird nicht angefasst.


Ausbildung Waldkampf
Kampf im Wald unterscheidet sich in einigen Punkten von Konfrontationen im freien Gelände, ist aber dem Kampf in der Stadt wieder recht ähnlich. Zwischen Wald und Betondschungel sind die großen Gemeinsamkeiten eben die kurzen Distanzen, Sichtbeschränkungen und die Schwerpunktverlagerung auf die Infanterie. Für Literatur hierzu siehe die Ausbildungsunterlage Waldkampf April 1994, das Merkblatt 18a/26 - Waldkampf- und Spähtruppausbildung in Finnland 14.2.1944, sowie das US Army Field Manual 90-5, welches sich zwar schwerpunktmäßig mit Operationen im Dschungel beschäftigt, aber auch mit dem Wald in gemäßigten Klimazonen. Wer im Dschungel kämpfen kann, der kann auch im Wald kämpfen.


Waffen und Ausrüstung
Im Waldkampf ist es wichtiger, dass der einzelne getarnt ist. In der modernen Kriegsführung trägt keiner mehr Volltarnung weil der Schwerpunkt westlicher Armeen sich in der letzten Dekade, auch wegen des Afghanistaneinsatzes, sich auf Defensive und bestenfalls Counter Insurgency verlagert hat. Im Sommer ist der Schutz vor Zecken und Mücken wichtig, da gerade die Mücken einen sonst echt wahnsinnig machen.
Was Waffen angeht, so ist es hier extrem wichtig über kompakte Vollautomaten zu verfügen. Die geringeren Distanzen und das eingeschränkte Sichtfeld werden häufig dazu führen, dass der Feind nicht erkennbar ist bis er bereits auf 30 Meter und darunter herangerückt ist, was vollautomatisches Sturmabwehrschießen erforderlich macht. Zivile AR-15 Versionen eignen sich hierbei nur sehr schlecht für den Umbau, da sie sowohl eine neue Abzugsgruppe, als auch einen anderen Verschluss benötigen. Kalaschnikow Gewehre sind hier viel leichter umzubauen, aber auch gleichzeitig für den Bruchteil einer Zivilversion auf dem Schwarzmarkt zu haben. Von dem Geld was mancher Sportschütze für eine gepimpte Zivilversion ausgibt kann hier ein ganzer Trupp bewaffnet werden. Größere Kaliber wären dazu im Waldkampf zu bevorzugen, da ein Kaliber wie .223 hier seine Vorteile in Geschwindigkeit und Reichweite nicht ausspielen kann, was wieder ein Argument für AK Sturmgewehre im Kaliber 7.62x39 wäre. Dazu mehr in Zukunft.

Jagdgewehre mit Optiken sind im Waldkampf ziemlich nutzlos, da eben die Distanzen so gering sind. Handgranaten und Sprengfallen werden dafür umso wichtiger.


- Mörser
Aus einem Wald heraus können Mörser sehr gut eingesetzt werden um Ziele auf freier Fläche wie feindliche Außenposten oder Verkehrsrouten zu beschießen.

Beispiel für einen Hinterhalt auf einen portugiesischen Militärkonvoi während des Unabhängigkeitskriegs in Angola. Zwei 60mm Mörser sind auf die von dem feindlichen Konvoi befahrene Straße ausgerichtet.

Hierbei gibt dasselbe wie bei einem Einsatz im Betondschungel. Der Mörser wird außerhalb der Einsehbarkeit des Feindes aufgebaut, am besten im Unterholz, in einer Mörsergrube und gut getarnt. Am besten eignet sich dafür ein Erdloch zu finden wo ein Baum entwurzelt wurde. Hier ist es bereits leichter weiter zu graben und nach oben steht selbiger Baum nicht mehr im Weg.

Beispiel für ein Iglu Tarnnetz. Siehe hierfür auch das US Army Field Manual 5-20, Camouflage, Basic Principles.

Da der Mörser keinen direkten Sichtkontakt zum Ziel hat muss mit einem Beobachter gearbeitet werden. Dieser wird in diesem Beispiel in 200 Meter Entfernung am Waldrand nach vorne aufgestellt und verfügt entweder über einen Entfernungsmesser, oder über eine vorher angelegte Schießkarte mit eingezeichneten Beschussfeldern und deren Entfernung. Auf gerader Linie muss der Beobachter oder eben die Mörserbesatzung eben 200 Meter dazu addieren.

Die Mörserbesatzung besitzt ihrerseits eine Schießkarte und kann von ihrer Entfernung wieder die Distanz zum angegebenen Ziel bestimmen.


- Funk
Genau wie in der Stadt kann der Funk im Wald oder im Gelände überhaupt durch Hindernisse oder Gefälle beeinträchtigt werden. Es kann hier sinnvoll sein mit Erdkabeln zu arbeiten. Im Field Manual 90-5 und etwas ausführlicher im Field Manual 23-10 findet sich dazu Beispiele "Dschungel Antennen" zu bauen und an einem Baum hochzuziehen. Für Kurzwellenfunk reicht zwar auch ein Nudelsieb, aber so ein Objekt wie ein Nudelsieb oder eine Schüssel fallen im Wald extrem schnell auf.


Präventive
Bevor man selbst in den Wald eindringen muss wäre es natürlich besser man ist selbst schon da und kann sich darauf vorbereiten Eindringlinge in alle möglichen Fallen laufen zu lassen.

- Eingraben
Was es bei jedem kleinen Biwak gibt sind Alarmposten. Hierbei handelt es sich lediglich um eine Kuhle wo ein Buddy Team von zwei Mann platziert wird um eben Alarm zu geben, nicht um irgendwelche schweren Abwehrgefechte zu führen. Persönlich halte ich es nicht für Sinnvoll hier Leute mit Sturmgewehren auszustatten, gerade wenn diese Mündungsfeuer verursachen, gerade bei Nacht. Dabei kommt es nicht nur auf die Munition an, sondern auch auf den Typ der Waffe.

Mündungsfeuer in der späten Abenddämmerung von einem spanischen CETME Gewehr. Dieselbe Munition von einem AR-10 abgefeuert gab kein Mündungsfeuer. Ein Alarmposten der so auf einen Feind schießen würde wäre sofort erkannt. Es kann daher eher angebracht sein einen Alarmposten anstatt mit einem Gewehr mit Handgranaten, Claymore Richtminen mit Fernzündern, Klappspaten und Pistole auszustatten. Leuchtmittel können genau wie Claymore Richtminen ferngezündet werden und es ist nicht nötig dafür eine Leuchtpistole zu verwenden.

Daneben müssen Ausweichstellungen und Fluchtrouten für den Alarmposten geschaffen werden. Es kann dabei sinnvoll sein, der Posten rennt nicht zurück zum nächsten Posten und gibt diesen dadurch zu erkennen, sondern er lockt den Gegner weiter in das eigene Gebiet und damit in einen Hinterhalt.

Um bei Ablösung von den eigenen Leuten leichter erkannt zu werden kann es helfen Taschenlampen oder Map Lights bzw. Winkeltaschenlampen aufzuhängen in Richtung der eigenen Truppe, die dann auf grüner Linse eingeschaltet den Standort signalisieren.

Damit jeder Soldat seinen Sicherungsbereich kennt wurden bisher "aiming stakes" aufgestellt, also Pflöcke im Boden vor der Stellung sollten jedem Soldaten den Schwenkbereich seiner Waffe zuweisen damit er nicht in den Sicherungsbereich eines anderen Soldaten reinfeuert und dabei seinen eigenen vernachlässigt. Macht man eigentlich nicht mehr, da man sich genau so an Landmarken orientieren kann.

Für den Bau von Verteidigungspositionen siehe hierfür GTA 05-08-001 und AFH 10-222.

Negativbeispiel für einen Kampfstand. Das "Tarnmaterial" bestand lediglich aus abgetrenntem Grünzeug und ist nach wenigen Stunden in der Sonne bereits unbrauchbar geworden.
Als Tarnmaterial gibt es militärische 3D Tarnnetze, die zudem auch gegen Wärmebildkameras verblenden können. Es bringt im Wald gar nichts irgendwo Grünzeug abzutrennen was sowieso nur verdorrt, seine Wirkung verliert, an der Stelle wo es entfernt wurde fehlt und von ortskundigen Leuten dort auch als fehlend bemerkt wird.


- Unterstände und Verstecke
Aus Osteuropa kennt man die Zemlyanka genannten Erdbauten und unterirdischen Verstecke der Partisanen, die dort teilweise noch zehn Jahre nach Kriegsende gegen die Sowjets gekämpft haben. Auch wenn niemand irgendwelche Vietcong Tunnel graben wird, Unterstände und gerade Lager können für Krisenzeiten extrem wichtig sein. Siehe dafür auch Waffenlager anlegen.

Die US Regierung hat während der Kubakrise die Amerikaner dazu aufgerufen selbst Fallout Shelter anzulegen (nicht zu verwechseln mit Atombunkern) und mehrere Anleitungen zu deren Bau veröffentlicht (mehr dazu in Zukunft). Einige Konstruktionen eignen sich auch als Survival Shelter, da ein Bug Out Plan bei dem man es als Bug Out Location gewählt hat lediglich mit Wurfzelt im Wald zu campieren ziemlich scheisse ist.
Am besten besitzt man hierfür ein eigenes Grundstück auf dem man in Ruhe arbeiten kann. Dann hat man auch die Möglichkeit bspw. etwas ausgefallenere Konstruktionen anzulegen mit mehreren Sheltern, Latrine, Kriechtunnel zwischen diesen zu graben und dergleichen. Bei letzterem gräbt man am besten vorher einen Laufgraben, setzt eine stabile Überdachung darauf oder hinein und schüttet das ganze am Ende wieder zu. Gerade für stay behind Gruppen sind solche Rückzugsorte wichtig, siehe hierfür auch das US Army Field Manual 3-90-1 Offense and Defense. (auch dazu mehr in Zukunft).


- Bewegung im Wald
Wie bereits erwähnt folgen taktische Bewegungen im Wald etwas anderen Richtlinien als auf freiem Feld, sind aber wieder denen in bebautem Gelände recht ähnlich.


Wegen der Vegetation fallen Faktoren weg wie Blendung durch Sonne, dafür wird man mit der Sonne im Rücken und einem vorausfallenden Schatten eher wahrgenommen. Es sollte vermieden werden immer wieder dieselben Routen zu verwenden und Wege bzw. Trampelpfade sollten generell gemieden werden. Menschen sind von Natur aus aber faule Kreaturen und neigen dazu den einfachsten Weg zu nehmen.


- Partisanenjäger
Partisanen oder stay behind Gruppen aufzuspüren ist ein sehr personalintensiver Aufwand. Solche Gruppen im Wald aufzuspüren ist für eine feindliche Übermacht aber einfacher als in der Stadt.
Das Gefecht spielt sich fast ausschliesslich im Wald ab. In die Enge getrieben, werden die Partisanen versuchen, den Kampf bis zum Nachteinbruch hinzuziehen, um dann im Schutze der Dunkelheit mit dem Mute der Verzweiflung auszubrechen.
- Major von Dach, Der totale Widerstand Band 1, Seite 221

Partisanen einer stay behind Gruppe bzw. zurückgelassene Truppenteile regulärer Kräfte müssen damit rechnen, dass sie von höherer Planungsebene als Ablenkungsmanöver eingeplant sind und geopfert werden. Auf diese Art kann die reguläre Armee Truppen binden im Partisanenkampf die damit nicht gegen sie an der Front eingesetzt werden können.

Partisanenjäger werden versuchen ein Waldstück einzukreisen und dabei für die Partisanen eine offensichtliche, aber nur scheinbare Lücke offen lassen um zu entkommen, wo die sich zurückziehenden dann in einen Hinterhalt gelockt werden. Dabei wird entweder das Partisanengebiet eingekreist, oder die Kräfte der Partisanenjäger bilden einen Schleier und durchkämmen das Gebiet.
The Cuban government's main tactic was to deploy thousands of troops against small groups of rebels, forming progressively constricting rings of encirclement. The Communist leaders that Castro sent to clear the Escambray Mountains were ordered to exterminate the rebels. They were to "comb the brush, elbow to elbow" until they had completely cleared the hills of anticommunist rebels.
- Wikipedia, War against the Bandits

Die Einheiten die zur Partisanenjagd eingesetzt werden setzen sich vermutlich aus regulären Armeeeinheiten, Militärpolizei und lokalen Kollaborateuren mit Ortskenntnissen zusammen. Hunde werden dabei auch eingesetzt.

Gegen Spürhunde helfen Sprengfallen und Tellereisen

Reguläre Armeeeinheiten die auf Partisanentaktiken zurückfallen werden dabei eventuell anders behandelt werden als Zivilisten die sich an Kampfhandlungen beteiligen. Im Schweizer Handbuch für Zivilverteidigung heißt es daher:
1. Der Kampf ist ausschließlich Aufgabe der Armee, also derer, die dazu ausgebildet, ausgerüstet und organisiert sind. Sie sind durch ihre Uniform und Abzeichen kenntlich und unterstehen einem verantwortlichen Chef. Unsere schweizerische Armee ist ein Volksheer. So wird jeder, der zum Waffendienst tauglich ist, militärisch ausgebildet und gehört dann einer bestimmten Heeresklasse an.

2. Die Zivilbevölkerung und die Angehörigen des Zivilschutzes haben sich jeder Kampfhandlung zu enthalten; solche Handlungen nützen militärisch nichts und ziehen Repressalien des Gegners nach sich.
- Zivilverteidigung, Seite 218

Partisanenaktivitäten werden im Kriegsfall auch als Kriminalität behandelt und sind Aufgabe der Strafermittlungsbehörden. Tote Partisanen werden daher nicht einfach verscharrt, sondern sie werden behandelt wie andere Kriminalfälle und man nimmt Fingerabdrücke und untersucht ihre Ausrüstung auf Hinweise die einer erkennungsdienstlichen Behandlung weiterhelfen. Kämpfer die keine Markierungen bzw. Hoheitsabzeichen oder Uniformen und ihre Waffen nicht offen tragen haben keinen Anspruch auf Schutz unter der Genfer Konvention und sie auf der Stelle zu erschießen ist unter allen geltenden Gesetzen komplett legal.


Wie immer, mehr in Zukunft


Siehe auch:
Ausbildungsunterlage Waldkampf April 1994
Merkblatt 18a/26 - Waldkampf- und Spähtruppausbildung in Finnland 14.2.1944
Field Manual 90-5 Jungle Operations
Field Manual 3-90-1 Offense and Defense
Fighting in Woods - Lehrfilm der britischen Armee

Kommentare:

  1. In einer PC-Situation wird man hinsichtlich der verfügbaren Waffen nicht allzu wählerisch sein können. Eine Sicherung des Waldlagers durch einen erfahrenen Jäger mit einem Drilling könnte sehr sinnvoll sein. Der gegnerische Spähtrupp wird durch einen gut platzierten Kugelschuß (Pointman oder Gruppenführer) erstmal aufgehalten. Dadurch ist auch die eigene Mannschaft gewarnt. Zur Nahverteidigung sind im Drilling noch zwei Schrotläufe vorhanden, falls notwendig. Möglicherweise nicht ideal, aber in trainierter Hand äußerst effizient.

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    2. Erfahrener Jäger mit Drilling klingt für mich ziemlich nach Reste Mobilisierung und wenn man so am Ende mit seinen Ressourcen ist, was macht man dann überhaupt im Wald? Ärger suchen? Und wenn der "erfahrene" Opa mit Jagdgewehr bei Dunkelheit dann das Feuer auf den Spähtrupp eröffnet, dann hat der Spähtrupp bereits sein Missionsziel erfüllt. Der soll den Feind ja nur finden und nicht bekämpfen. Erfahrener Jäger mit Drilling hört sich schon stark nach der Partisanenromantik an vor der im Artikel gewarnt wird.

      Übrigens sind Waffen im Konfliktfall ausreichend zu haben. Schaut euch Jemen an. Hohe Waffendichte und dabei ein kaum ausgebautes Land. Deutschland ist mitten in Europa und kriegt von allen Seiten was rein. Da braucht keiner Opa mit seinem Drilling. Da werden sinnfreie Ideen gesponnen.

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    3. "Missionsziel erfüllt", Jungchen, du sitzt zuviel vor dem Bildschirm. Kein erfahrener Jäger "eröffnet das Feuer" bei Dunkelheit. Und die Hoffnung, dass im PC-Fall genug Waffen vorrätig sein werden klingt wie das verzweifelte Pfeifen im Wald. Von irgendwoher wirst du schon deine erträumte AK 74 bekommen???
      Träum weiter! Wer Jagd und "Partisanenromantik" gleichsetzt, hat offenbar zumindest von der Jagd keine Ahnung.

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    4. @OP
      Zu glauben der erfahrene Jäger mit dem Drilling verteidigt das Waldlager klingt für mich eher nach verzweifeltem Pfeifen im Wald. Und wo dann die AK 74 Gewehre herkommen kannst du ja dann den Spähtrupp fragen der da auf dich zukommt.

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    5. Klar, der Spähtrupp wird durch gutes Zureden entwaffnet! Aber um zum Wesentlichen zurückzukommen: Im PC-Fall sollte man zunächst für alles dankbar sein, was schießt. Aufrüsten durch Beute ist eigentlich selbstverständlich. Und nein, mit einem Drilling verteidigt man kein Waldlager, keine Frage. Aber besser das als gar nix.

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    7. Um mal ein paar Vorurteile zu canceln: In den letzten 6-7 Jahren bilden wir hauptsächlich Landwirte, deren Familie und Beschäftigte als Jäger aus.
      Und die haben ein klares Eigeninteresse. ...nämlich möglichst viel Wildschweine zu erwischen. Hobbyjäger mit Drillinge und Lodenmantel werden nämlich dieser Plage nicht Herr und wg der Schäden auf den Maisfelder sind manche Reviere auch nur noch schwer zu verpachten.
      Also die Jungs nehmen das selber in die Hand, definitiv nicht mit Drillingen, aber mit Hassgefühlen, Semiautomatek und echter Mordlust.
      Ärzte haben wir auch viele. Aber da weiß ich nicht, was die treibt :).

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    8. "Aber besser das als gar nix. "
      Der erfahrene J#ger wird heulen wenn ich an den Drilling mit der Metallsäge ran gehe. Eventuel mach ich nen kleinen Haken unten an die Laufmündung damit ich aus dem Beifahrerfenster zielen kann ohne abzurutschen wenn die A8 zur Fury Road wird.

      @Satcadir
      Klingt nach Spaß. Wie wärs mit Kopfgeld? Muss keiner Erfahren und ist billiger als Jagdschein für die ganze Belegschaft.

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    9. Muss keiner erfahren?
      He He, nette These.
      Ist Dir schon mal der Grund klar geworden, warum die meisten Schlampen in der Stadt wohnen und nicht auf dem Dorf?

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    10. Jaja im Dorf weiß wieder jeder alles über jeden. Trotzdem kann man noch Sachen vertuschen. Die Mutter meiner Mutter(ja sogar ich hab ne Mutter) hatte mal ihr altes Haus im Dorf an Leute vermietet die haben im großen Stil mit Drogen gedealt. Jeder hats gewusst aber erst als sie in Marokko hochgenommen wurden war das Spiel vorbei.

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  2. „Hier zum erstenmal wurde ich stolz auf den Feind, der meine Brüder getötet hatte. Sie waren zweitausend Meilen von ihrer Heimat entfernt, ohne Hoffnung in fremdem unbekannten Land, in einer Lage, verzweifelt genug, um auch die stärksten Nerven zu brechen. Dennoch hielten ihre Trupps fest zusammen, geordnet in Reih und Glied, und steuerten durch das wild wogende Meer von Türken und Arabern wie Panzerschiffe, schweigsam und erhobenen Hauptes. Wurden sie angegriffen, so machten sie halt, gingen in Gefechtsstellung und gaben wohlgezieltes Feuer. Da war keine Hast, kein Geschrei, keine Unsicherheit. Prachtvoll waren sie." Lawrence von Arabien. +++ Schießen lernt man nur durch Schießen. +++ Nichts ist schlimmer und demoralisierender für die eigene Truppe, wie die Kenntnis, dass jeder Schuss des Gegners einen Kameraden tötet. Ein Drilling der dreimal trifft ist schlimmer als eine AK die 30 mal Ziellos dahinknattert, nur weil der Schütze sich beruhigen will.

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    1. So viel geschrieben für nix. Lass deinen elenden Drilling im Schrank. Wer Jäger ist und sich auf Waffentechnologie des 19ten Jahrhunderts beschränkt, will einfach nicht.

      Allein auch dieses Zitat:" Wurden sie angegriffen, machten sie halt"

      Ich komme in ne vom Gegner ausgewählte Killzone und mache Halt- ist klar.

      LL

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    2. Dann bild dir halt was ein auf den Drilling. Armeen verwenden trotzdem Sturmgewehre. Und für solche werde ich dann deinen blutverschmierten Drilling in Bartertown eintauschen.

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  3. Man sollte schon den historischen Kontext berücksichtigen. Die hatten damals keine Sturmgewehre und waren selten motorisiert. Mit einem Repetierer trifft man nicht aus der Bewegung und einfach aufs Gaspedal vom Hummer zu drücken um sich schnell aus der Killzone zu bewegen ging auch nicht.

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    1. Lies mal was über die Ausbildung von Stoßtrupps von 1917. Da gehts auch um schnelle Bewegungen und Flankieren des Gegners. Gefechtstechniken sind nicht die Stärken von "Lawrence von Arabien". Soviel zum historischen Kontext.

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  4. von Anonym 12. Dezember 2015 um 01:48, (siehe oben, ein Nachtrag)

    Es geht nicht um den Gewehrtyp, es geht um das Treffen, das schnelle Töten, durch gezielte Treffer, Zielen heist innehalten, ist Atemtechnik, Ruhe, Intuition. Die kommt nur durch regelmäßiges Training. Der Drilling, der Repitierer, der Halbautomat ist auch nur dann eine Hilfe, wenn die Optik gut ist und die Waffe eingeschossen wurde. Der Schütze muss schießen können. Beispiel Falludja:

    "Die zweite Offensive der Amerikaner in Fallujah im November 2004 kann aus militärischer Sicht als gelungene Operation beurteilt werden. Die Tatsache, dass bei relativ geringen eigenen Verlusten mit sechs Bataillonen eine Stadt mit 280 000 Einwohner erobert wurde, kann - allen gegenteiligen Berichten der Medien zum Trotz - als Erfolg gesehen werden. Den Kampf haben die Amerikaner nicht im Felde, sondern an der Medienfront verloren..."

    http://www.bundesheer.at/truppendienst/ausgaben/artikel.php?id=1371

    Urbaner Krieg ist Scharfschützenkrieg, eins, zwei Schuss dann Stellungswechsel. Lieber Drilling mit Optik als AK mit Kimme und Korn. Viel Besser ist natürlich ein Dragunov(nur mit Optik, logisch)....für den Nahkampf, Raum zu Raum, MP und Handgranaten ...

    Manchmal glaube ich, hier schreiben primär Menschen die nur Counter-Strike und Pizza kennen .... und mir dann ihren angelesenen Scheiß um die Ohren hauen wollen ...

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    1. Wenn ich noch einmal irgendwo Drilling lese, schweiße ich drei Sks aneinander...

      Urbaner Krieg? Wir spielen hier eigentlich fast nur zwei Situationen durch. Aus dem Hinterhalten angreifen und raiden oder in einen Hinterhalt geraten bzw diesen aufklären.

      Heul ruhig über die unfähige Counterstrike Generation, wie sollen wir es besser wissen, bei CS gabs keinen Drilling, der wäre zu OP gewesen.

      Wenn ich schon einen Pseudoscharfschützen dabei habe, nutzt dieser ein DMR und erfüllt diese Rolle.

      Was haben alle eigentlich mit diesen Dragunow? G3 mit Optik!

      Deine Beispiele sind Kacke. Falludscha wurde nicht durch Scharfschützen gewonnen, sondern durch Phosphor und 77er. Die Stadt war außerdem mehr oder weniger entvölkert.

      Zitier richtig:
      "Die Operation Phantom Fury zerstörte fast die ganze Stadt Falludscha. 65 % der Häuser wurden zerbombt und der verbliebene Wohnraum stark beschädigt. Die Hälfte der 120 Moscheen der Stadt wurde durch die Offensive zerstört oder beschädigt. Von den 350.000 Menschen, die vor der Offensive in der Stadt lebten, waren 25.000–30.000 in der Stadt geblieben oder kurz nach den Kämpfen zurückgekehrt."

      https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Phantom_Fury

      Die Rules of Engagement sprechen eine eindeutige Sprache.

      Egal.

      Viel Spaß in der Stadt.

      LL

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    2. G3 mit Optik? Habe ich vor einer Ewigkeit mal geschossen. Taugt nix. Typisch Counterstrikebubi, redet von Sachen, von denen er nicht die geringste Ahnung hat. Quatsch nicht mit Soldaten über den Krieg, davon versteht du nichts. "Wie sollen wir es besser wissen?"- Eben. Halt die Fresse, Milchbubi.

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    3. Klingt eher danach als ob du als Schütze nix taugst.

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    4. "Für den Nahkampf MP und Handgranaten"

      Schreibst du da deine Wunschliste für den Weihnachtsmann? Wenn es hier kracht dann ist die Eskalationsstufe schnell erreicht wo du mit Jagdgewehren einpacken kannst.
      Ja, urbaner Krieg wird mit Scharfschützen und Sprengfallen geführt, bis dann mal eine Offensive kommt und einem die Scheisse richtig um die Ohren fliegt. Wenn hier die Handgranaten im Umlauf sind dann sind auch Nebeltöpfe im Umlauf und dann wars dass mit den tollen Atemtechniken und teuren Drillingen, weil du damit keinen vernebelten Bereich aussperren kannst und die dann immer, immer näher kommen.

      Hab schon genug alte Deppen gehört die sich Theorien zusammen spinnen als hätten sie Die Kunst des Krieges neu erfunden. Damit beruhigt sich der "Schütze" doch mehr als mit Dauerfeuer.

      Egal, die Realität der nächsten Jahre wird sich darum kümmern.

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    5. Ist schon okay, mit dem G3. Im hinteren Kampfraum des Marder in den 70ern/80ern gab es immer ein ausgesuchtes G3, das der beste Schütze führte. Auf Bataillonsebene gab es dann "Präzisionsschützen" mit Zielfernrohr G3, die auch eine rudimentäre Scharfschützenausbildung bekamen. Ich war selbst so einer.

      Das Problem der G3 war, dass sie im Gegensatz etwa zu den M14 oder FN FAL nicht dauerhaft präzise blieben. Woran das lag weiß ich nicht genau.

      Möglich ist, dass das Verschlussystem des G3 einfach so schlecht zu reinigen war.

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    6. Habe einen Onkel der hat sich mit dem G3 immer Urlaub rausgeschossen weil er geschossen hat seitdem er 12 war. Die dachten dann das Gewehr ist so toll und es wurde an so eine Scharfschützeneinheit weitergegeben. Designated Marksman haben aber weniger die Rolle eines Scharfschützen als die Rolle aufzuklären und mit Leuchtspurmunition Ziele anzugeben. Aber das ist wieder alles Situationsabhängig.

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  5. Noch was zu Major von Dach und der Zivilverteidigung:
    Zu seiner Zeit gab es in der Schweiz noch den Landsturm (offizielle Einteilung bis 60 Jahre). In seinem Verständnis galt als Zivilbevölkerung: Alte, Behinderte, Frauen, Kinder und Ausländer. Jeder andere ist Teil der Armee.
    Sein 'Der totale Widerstand' wird hier immer noch gerne gelesen.

    Zu den Diskussionen mit Drillingen und dergleichen kann ich nur sagen, dass die Probleme bereits weit früher anfangen. Nämlich wenn du schnell merkst, dass die Hälfte deiner Leute nachts im Wald offenbar ne scheiss Angst haben :) und im besten Fall schon voll Trigger happy sind. x mal erlebt leider.

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  6. Zum Thema Spähtruppabwehr: Ein Aufklärungstrupp wird so nah herangelassen bis er schlagartig komplett ausgeschaltet werden kann. Ob das mit Flinten mit Buckshot, Repetierern oder Halbautomaten gemacht wird, ist zweitrangig. Automaten und Halbautomaten werden überschätzt, v.a. sind sie störungsanfällig und wartungsintensiv.

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