Mittwoch, 10. Februar 2016

Generationenkonflikt Teil 2

Neuorientierung von Tradition

Jede Tradition ist nur solange wertvoll wie sie dazu dient die Gemeinschaft am Leben und eine soziale Hygiene aufrecht zu erhalten. Leider ist Tradition mittlerweile Synonym mit Praktiken die keinen Sinn mehr ergeben, die man aber trotzdem macht.

Eine dieser Traditionen die gerade am Scheideweg steht sich entweder selbst zu verüberflüssigen oder die Möglichkeit einer Wiederbelebung zu erfahren, ist Monogamie, bzw. die traditionelle Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau zu Reproduktionszwecken. Wenn man "Monogamie" bei Google sucht, dann findet man fast ausschließlich Zeitungsartikel die von Leuten geschrieben wurden, die sich für super schlau halten weil sie Monogamie als eine "unnatürliche" Lebensweise enttarnen und die Wahrheit ja eine ganz andere sei. An dem Punkt ist eine Zivilisation bereits am Verfallen, wenn sie sich nicht länger erklären kann warum Traditionen existieren und sie gleichzeitig überflüßig werden. Natürlich ist Monogamie keine natürliche Lebensweise, doch genau so wenig ist ein Auto zu fahren, Cola zu trinken und sich die Beine rasieren irgendwie natürlich. Wenn ich jemanden begegne der den Wert menschlichen Handelns in natürlich und unnatürlich misst, dann weiß ich, dass ich es mit einem Vollidioten zu tun habe. Vollidioten wie die Autoren erwähnter Artikel über Monogamie, die sich nicht über die kulturellen Aspekte besagter Lebensweise bewusst sind.


- Natürliche Partnerwahl
In der freien Natur bzw. vorzivilisatorischer Zeit sind menschliche Weibchen hypergamisch veranlagt und vermehren sich selbst nur mit den erfolgreichsten Männchen, sofern sie nicht einfach vergewaltigt werden. Kulturell gibt es in solchen Gesellschaftsordnungen allerdings kaum Fortschritt, weil es keine echte Familie gibt und ein einzelner Mann nicht genug Mehrwert für seine Brut mit mehreren Weibern bereitstellen kann um sie wirklich zu verbessern.


- Kulturelle Partnerwahl
Alle Zivilisationen haben eigentlich soetwas wie eine ritualisierte monogame Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, da diese Zivilisationen an einem Punkt festgestellt haben, dass diese Beziehungen am konstruktivsten für die Gesellschaft sind. Ein Mann hat festgelegt auf eine Partnerin die Möglichkeit sein Erbgut weiter zu geben und sich auf die Aufzucht des Nachwuchses zu konzentrieren, während die Frau quasi eine gewährleistete Versorgung für sich und die Kinder hat. Dazu reduziert der ausbleibende Konkurrenzkampf unter den Männchen, die ansonsten ständig neu um Weiber konkurrieren und ihren eigenen Nachwuchs vor den Konkurrenten schützen müssten, die Reibungsverluste innerhalb der Gesellschaft.


- Postmoderne Partnerwahl
In unserem postmodernen Zeitalter ist die Zeugung von Kindern zu einem halbherzigen altruistischen Akt an der Gesellschaft verkommen, die man so mit zukünftigen Steuerzahlern beschenkt für die Sozial- und Rentenkassen. Kinder sind der einzige Grund für das ganze Männer-Frauen Drama und sobald diese entfallen löst sich das Drama eben auf wie ein Drama.
Meine Beobachtungen sind, dass sich im unteren Mittelfeld noch am ehesten Beziehungen bilden bei Leuten, die sehr wohl wissen, dass die Einsätze die sie mitbringen begrenzt und manchmal auch zeitlich limitiert sind. Die oberen Plätze gehen überraschend oft komplett leer aus, da die hübschen Weiber sich bis Ende 20 gehen lassen und es für selbstverwirklichend und befreiend halten von mehreren Typen als Samentoilette benutzt zu werden, nur um am Ende geschockt und frustriert zu sein wenn sie keiner dauerhaft haben will. Die Unterschicht wird meist zu aktiven oder passiven Nihilisten, die die Gesellschaft zerstören wollen der sie die Schuld daran zusprechen selbst ein Loser zu sein, was dabei oft nicht ganz falsch ist.

Der typische Berliner Linksradikale ist etwa 21–24 Jahre alt, ist ohne Job, gewalttätig und wohnt noch daheim bei Mutti.
 
Do you see that kid outside? Last week, he just wanted to get laid. Now he wants to kill somebody.
- Getting straight


Wieder am Scheideweg
Ich beobachte seit den Silvestervorfällen vermehrt, dass die Frage von Männlichkeit und Tradition neu aufgerollt wird und auch Weiber, die vorher ihren Freund dafür kritisiert haben immer etwas macho und beschützerisch zu sein, ihn dafür jetzt nicht mehr kritisieren. Allerdings kommt die Kritik oft von Leuten die selbst ihre Kinder nicht zu Killern machen wollen und ich sehe diese Stimmen aus der pseudo-konservativen Presse als letztes Japsen einer Generation, die erst alles gegen die Wand gefahren hat aber jetzt noch mal darüber belehren will wie falsch es war alles gegen die Wand zu fahren.

Was die Weiber angeht, so sehe ich oft beide extreme aber nicht mehr viel Mittelfeld. Die einen entschuldigen die einfallenden Moslems und sind sowieso schon verloren, die anderen sehen den Verfall sehr viel deutlicher als sie in der Öffentlichkeit zugeben würden und orientieren sich anders. Ebenfalls hilft es regelmäßig die Single Weiber der Generation X zu sehen wie sie langsam verrotten und in vermüllten städtischen Wohnungen vegetieren die nach Katzenpisse riechen. Nichts ist ein besseres Argument für die traditionelle Beziehung als die Realität der fantasierten feministischen Selbstverwirklichung.


Collapse und Post Collapse
Meine Einschätzung ist diejenige, dass die Gesellschaft wie sie jetzt ist eben nicht mehr zu retten ist und am Ende genau so eine Neuorientierung stattfinden wird, wie man sie Ende der 1940er und in den 1950er Jahren gesehen hat. Eine Generation von Frauen ist zwar mit großen Schwestern aufgewachsen die in den 1920er Jahren noch einen vergleichbaren Lebenstil geführt hatten wie die Frauen heute, sie selbst haben in den 1930er und 1940er Jahren dann aber mit Depression und Krieg leben müssen.
The image of flappers were young women who went by night to jazz clubs where they danced provocatively, smoked cigarettes through long holders, and dated freely, perhaps indiscriminately. They rode bicycles, drove cars, and openly drank alcohol, a defiant act in the American period of Prohibition. 
- Wikipedia, Flapper

Die moderne Frau kreiert in einer Beziehung Drama aus Langeweile, doch wenn äußere Bedrohungen existieren, dann gibt es kein Bedürfnis nach noch mehr Spannungen und es sieht auch keiner mehr als aufregendes Abenteuer an Sex auf einer Flugzeugtoilette zu haben.
Ähnlich wird es sich verhalten bei Männern die diese Zeit überleben und anschließend gerne ihre kleine Familiengemeinschaft unterhalten werden, wo sie etwas Ruhe und Frieden finden können, verglichen mit den überstandenen Notzeiten. Die Möglichkeit, dass aus dieser Gesellschaft eine zweite Generation Babyboomer hervorgeht, die wieder alles genau so wegpissen wie eben die Babyboomer es getan haben, wird dann wieder zum Risiko das auch diese Gesellschaft zerstören kann.






Kommentare:

  1. Für Monogamie spricht natürlich auch der Schutz vor Seuchen wie Syphilis.
    Aber ansonsten ist die Argumentation Nachwuchsoptimierung/Erholungsraum Familie logisch und interessant.
    Buchempfehlung: "Das aufsehenerregende Leben der Victoria Woodhull"
    Unterschichtfrau, die sich mit Prostitution und cleveren Deals in den USA des 19Jahrhundert über Wasser hielt, zu übermässigem Wohlstand kam und typische Allüren (Frauenrechtlerin ) entwickelte, wieder fast abstürzte und dann rechtzeitig die Kurve bekam.

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    1. Syphilis ist eine relativ neue Krankheit. Gabs bei Griechen und Römern nicht, trotzdem waren die monogamisch.

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    2. Also, wenn schon Dürer im 15 Jahrhundert die Syphilis dargestellt hat, wirds die wohl auch schon noch früher gegeben haben.

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    3. @Anonym12. Februar 2016 um 11:00
      Bist du eigentlich total verblödet oder sowas?

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    4. Da nicht anzunehmen ist, dass Treponema pallidum eine Neuschöpfung der Natur ist, sondern schon seit Jahrtausenden in der Lage ist Menschen zu infizieren, sollten Syphiliserkrankungen eine viel weiter zurückliegende Geschichte besitzen. Dazu passen 4000 Jahre alte Knochenfunde aus Kalifornien, USA.

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    5. Syphiliserkrankungen sind das erste mal im 15ten Jahrhundert beschrieben worden und bei Griechen und Römern war das unbekannt. Das ist gemessen an der Menschheitsgeschichte eine kurze Zeit. Ihr habt überhaupt kein Verständnis für Zeit.

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    6. Nur weil die Griechen und Römer keinen Begriff und Verständnis für eine bestimmte Krankheit hatten, heisst das nicht, dass die Krankheit damals nicht existierte.



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    7. Sehr gute Abhandlung über die Syphilis als Epup. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
      https://epub.ub.uni-muenchen.de/4673/1/Syphilis-Muenchen-Juni2008_2_pdf

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    8. " Wer lesen kann ist klar im Vorteil."
      Mit deinem scheiss Oberlehrerton kannst du dich gleich mal selbst ficken du Spasti.

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    9. "Dazu passen 4000 Jahre alte Knochenfunde aus Kalifornien, USA. "

      Ja das ändert doch an dem Argument nichts dass es das Krankheitsbild bei den Griechen unbekannt war.
      Wegen sowas bin ich eigentlich ganz froh dass es kein PostCollapse Forum gibt wo einfach jeder Scheiss zerredet wird.

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    10. Syphilis ist eine Krankheit aus der neuen Welt, mit Spaniern nach Europa eingeschleppt, daher vor dem 15. Jahrhundert in Europa keine Kenntnis davon.

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  2. In ländlichen Gegenden, wo es um echten Besitz, sprich Ackerland, Wald, Weiden, Vieh und stabile Häuser geht, ist eine monogame Ehe auch heute noch zum Teil das, was eine solche Beziehung vor Jahrhunderten war, nämlich eine wirtschaftliche Verbindung zweier Familienclans zum Zweck der Besitzstandswahrung und -vermehrung. Auch in den Handwerkerfamilien achten die "Alten" durchaus noch darauf, dass die "Jungen" diesen Aspekt nicht gänzlich aus den Augen verlieren. Der Einfluss dieser Denkart schwindet, ist aber noch nicht gänzlich ausgerottet.

    In den Städten aber wird es grausam werden.

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    1. Auf dem Land gehen die Familien genau so wie in der Stadt ein. Da hast du auch Scheidungen, Kinderlosigkeit und der älteste Sohn vom Hof findet sehr schwer eine Frau. Ich seh es ja an der eigenen Familien.

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    2. Ja, die Frauen gehen dorthin, wo das Geld ist.

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    3. Landwirt hier,
      ich wollte das eigentlich schon mal schreiben wo NV so über die Bauern hergezogen hat(zurecht), aber jetzt mach ich es halt hier. Dass auf dem Land irgendwie die sichere Insel wäre könnt ihr abschreiben und unsere Jugend ist genau so verdorben, oft sogar noch schlimmer als in den Städten. Die fahren 1-2 mal die Woche in die Stadt und geben es sich dann richtig maßlos. Ich selbst bin jetzt in der letzten Generation vom Hof, weil meine beiden Geschwister sich längst in die Stadt zu einem Bürojob aufgemacht haben und ich nur noch darauf warte dass der Alte stirbt und dann verkauf ich den Laden. Nachwuchs ist bei allen jungen Landwirten ein großes Problem und auf dem Land findest du so gut wie unmöglich eine Frau. Geh mit zwei Mädels aus dem Nachbarort aus, nur mit zwei, aber dann bist du für den Rest erledigt. Und versuch mal eine Frau die du in der Stadt triffst hier rauszulocken. Ich nehme es keiner übel wenn die auf so ein Leben keine Lust hat, ich hab selber keine Lust darauf.

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    4. @Landwirt
      Kann ich bestätigen. Die Jugend vom Land ist auch oft duckmäuserischer im Betrieb und gegenüber Lehrern wie ich es erlebt habe. Aber ich bin halt auch asozial.

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    5. "In den Städten aber wird es grausam werden."

      Ich halte das für einen teilweise richtig schädlichen Apokalypse Mythos. Auf dem Land hab ich keine Ahnung wer nachts 100 Meter in der Dunkelheit um einen Hof schleichen kann der etwas abseits vom nächsten Ort ist. Auch zeigt sich in Bürgerkriegen dass die Leute nicht aufs Land flüchten, sondern umgekehrt in die Stadt. Wenn keine Bomberflotten Wohnviertel in Asche legen, dann bevorzugen Menschen immer die Stadt. Auch wenn ich die ganzen Alten hier bei uns sehe und die kaum vorhandene Polizei, dann hätten die "Bösen" hier sehr leichtes Spiel.

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    6. Die Wölfe wollen heutzutage aber auch in die Stadt, schließlich gibt es dort genug Opfer. Ich halte prinzipiell große Menschenansammlungen für kritisch.

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    7. Anonym 16.02. 16:14
      Die Tatsache, dass sich kaum Polizei oder Hilfspolizei (Ordnungsamt) in unser Dorf verirrt, halte ich für ein echtes Plus an Lebensqualität!

      Auch dass der Staat derzeit generell überlastet ist sehe ich nur positiv. Man wird derzeit nicht belästigt oder belehrt.
      Alle Wichtigtuer sind beschäftigt und veranstalten keinen Unfug.

      Präcollapse ist eine richtig gute Zeit!

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  3. @NV: Das Leben auf einem Hof ist halt mit RICHTIGER Arbeit verbunden, welche Frau ist dazu noch bereit? Die Alternative sozialer Beruf/Bürojob/öffentlicher Dienst ist da natürlich viel attraktiver. Allerdings stellt sich die Frage, wozu man PC noch Sozialpädagoginnen etc. brauchen könnte... (Ok, ok. Zur "Truppenbetreuung" möglicherweise, wenn sie noch hübsch sind. Aber der Rest? Die können ja nicht mal ordentlich putzen/kochen/waschen/Kinder erziehen usw.)

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