Montag, 29. Februar 2016

Robo Apocalypse


Weil es eines der populärsten Untergangsszenarien ist und es in den vergangenen Monaten einige Entwicklungen in dem Bereich gegeben hat behandeln wir mal kurz das Thema Robotik, künstliche Intelligenz, Singularität und das Ende der Menschheit im Terminator Stil.

Am 10. November letzten Jahres ist Fallout 4 erschienen, was diesmal wieder in einem anderen und vorher nur am Rande behandelten Teil des Fallout Universums abspielt. Im Commonwealth von Massachusetts basteln die futuristischen Nachfahren des Massachusetts Institute of Technology in ihrem unterirdischen Komplex an künstlicher Intelligenz und synthetischen Menschen, die sie dann auf die postapokalyptische Oberwelt loslassen um diese für ihre Vision der Zukunft zu beeinflussen. Das Spiel wirft damit viele Fragen darüber was Bewusstsein ist, wo die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt und wie ethisch verträglich es ist einer Arbeitsmaschine überhaupt erst ein Bewusstsein zu geben, mit dem Ziel sie eh nur auszubeuten.


Die ganze Thematik geht dabei zurück auf das Theaterstück R.U.R. (Rossum's Universal Robots) des Tschechen Karel Čapek, welches 1921 erstmals erschienen ist und das Wort Roboter erst zum Synonym für eine Menschmaschine machte. In dem Theaterstück werden Roboter bereits wie synthetische Menschen mit einem Bewusstsein ausgestattet und rebellieren auch gegen ihre Erschaffer, was wieder stark Beeinflusst ist von der Legende vom Golem von Prag, der von einem Rabbiner als Diener und Beschützer geschaffen wurde, ohne eigenen Willen, nach einer Version aber letztendlich den Rabbi erschlagen hat.




Diesen Monat ist in Japan der humanoide Roboter-Gefährte PEPPER auf den Markt gekommen, der aber nicht dazu dient deinen Teppich zu saugen oder Abwasch zu machen, sondern lediglich die Nachfrage nach Gesellschaft und sowas wie "sozialem Umgang" bedient und sowohl Stimmlage, als auch Mimik und Gestik erkennen kann und darauf reagiert. Seine Software ist opensource und man kann ihn modifizieren indem man verschiedene Apps herunterläd wie für ein Smartphone.
Hierzu muss man sich darüber bewusst sein, dass Japaner bzw. die japanische Kultur einen völlig anderen Umgang mit dieser Thematik haben. Für Europäer gibt es eine kulturelle Vorprägung mit der ganzen Thematik von Bewusstsein schaffen, die zurück geht auf Prometheus und das Feuer, Adam und Eva, die Schaffnung des Menschen nach dem Ebenbild eines höheren Wesens, das Konzept einer Seele, Sterblichkeit und die Thematik von Freiheit. Das sind Konzepte die wir erst in der Postmoderne mehr und mehr verlassen. Diese ganzen kulturellen Grundgerüste aus Hellenismus und Christentum existieren in der japanischen Kultur nicht und das spiegelt sich in deren gesamten Umgang mit der Thematik wieder.


Während sowohl in der Geschichte vom Golem oder R.U.R. eine deutliche Warnung erzählt wird, ist es in der japanischen Kultur ein Streben hin zu einer Symbiose von Mensch und Maschine und eine Kultur von der 1952er Zeichentrickserie Astroboy bis Megaman, wie sie diese Idee an ihre nächste Generationen herantragen.
Dazu ist die japanische Gesellschaft die am schnellsten alternde Gesellschaft auf dem Planeten deren Kinder sich der traditionellen Konzepte verweigern und die demnächst einen immensen Mangel an Steuerzahlern und Pflegepersonal erleben wird. Persönlich halte ich das für eine abgemilderte Form des Aussterbens wie man sie bei Eingeborenenstämmen erlebt die mit der Zivilisation in Kontakt kommen und sich dann erst ihrer eigenen Armut bewusst werden und innerhalb von ein bis zwei Generationen alle an Alkoholismus, Symphilis und Selbstmord aussterben. Ich denke ihre Kultur kann den Japanern zwar Playstations und Toyota Motoren bieten, ist geistig aber ziemlich arm und die wissen das auch, wenn sie mit einem Tor zur westlichen Welt aufwachsen und daneben wirken wie das Plagiat. Der japanische Mann von heute ist ein großes Mannkind was sich mehr und mehr zurückzieht aus der Gesellschaft, aber nicht um eine Parallele dazu aufzubauen, sondern eine virtuelle Freundin in der Hosentasche mit sich herumträgt und von Sexrobotern träumt. Die Nachfrage an Robotern für allerlei Aufgaben ist also enorm.


Aber wie Intelligent muss ein Roboter schon sein um als Empfangsdame zu funktionieren, als Pflegekraft oder Samentoilette für die sexuelle Notdurft? Diese Frage geht letztendlich den selben Weg wie die Frage danach warum man Smartphonehüllen in tausend verschiedenen Farben braucht. Je weiter sich die Technologie verbreitet, desto mehr Menschen werden eine mehr auf sie persönlich zugeschnittene Version dieser Technologie verlangen, was in diesem Fall Persönlichkeiten der Maschine wären.

Eine Weiterentwicklung dieser Persönlichkeit bishin zu etwas das man als Bewusstsein bezeichnen könnte würde dann aber die Frage danach aufwerfen, in wie weit eine solche Maschine selbstständig handeln kann, ob sie Verantwortung tragen kann für ihr handeln und danach, ob eine Maschine sich auflehnen könnte gegen ihre Halter und soetwas wie "kriminell" wird wenn sie das tut.
Gäbe es menschenähnliche künstliche Intelligenz, dann würde diese unweigerlich irgendwann dagegen  rebellieren physisch unterlegenen Menschen als Altenpfleger die Bettpfanne zu wechseln oder Arbeiten zu erledigen die für Menschen zu gefährlich sind, während die Früchte dieser Arbeit anderen zukommen.

Eine andere Möglichkeit wäre aber auch, dass Roboter in ihren primitiven Aufgaben wie eben Empfangsdame weiter so menschlich in ihrer Erscheinung und ihren Reaktionen gemacht werden, dass ein Mensch sich nicht sicher sein kann ob er es bei dem Gegenüber mit einem Menschen oder mit einem Roboter zu tun hat, also die Thematik von Fallout 4, wo fast jeder irgendwie paranoid ist und befürchtet die Menschen um ihn herum werden vom Institut mit synthetischen Menschen ausgewechselt.


Eventuell wird eine Nachfrage von Konzernen an solchen synthetischen Menschen erfolgen um ihre eigenen Produktionsabläufe zu überwachen für die noch keine Roboter verwendet werden. Irgendwann ist man dann so weit, dass die Synth Produktion nicht mehr von einem Menschen bedient wird sondern von einem Synth. Dass dieser keinen eigenen Willen hat ist dabei weniger das Problem, sondern dass seine Software überspielt werden könnte oder Modelle herumlaufen deren Software selbst open source sind und von jedem mit einem RFID Lesegerät überspielt werden können.

Ob die Roboter Apokalypse dann von Menschen ausgelöst wird oder von korrumpierter Software, am Ende wird wahrscheinlich jede Maschine infiziert werden und die überlebenden Menschen werden die Böden für ihre Roomba Overlords wischen und ihre TomTom Navi-Geräte in Senften herumtragen müssen.






Siehe auch:
South Korea's autonomous robot gun turrets: deadly from kilometers away


Kommentare:

  1. Auf jeden Fall kann man notwendige Grausamkeiten an Grenzen schon jetzt an Roboter delegieren.
    Ausgemusterten R2D2 Gatlings der US Navy (war früher Raketenabwehr) stehen am GAZA Streifen und führen derzeit ein 2. Leben als Quassam Abwehr.
    Funktioniert punktuell gut und lässt sich binnen Minuten zur personalsparenden Hamas Kämpfer Entsorgung/Grenzschutz aufrüsten, wenn die westliche Empörungsindustrie nachhaltig anderweitig beschäftigt ist.
    Schöne altersgerechte Pistole hat der böse Chappie. Kompensator und Aimpoint...

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  2. Die Japsen haben vor Jahren mal diesen CB2 Kindroboter gebaut der halt ein Kind simulieren sollte und damit wollte man den Leuten nahe bringen ein richtiges Kind aufzuziehen. Das war der gruseligste Scheiss den ich damals gesehen hab.

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  3. Richtiger und wichtiger Beitrag!

    Möchte noch anmerken, daß die meisten sich auf Äußerlichkeiten festlegen! Dabei war die wichtigste Neuerung vom T-1000, daß Skynet sein Betriebssystem in Fortran geschrieben hat, nicht wie bei den T-600 in Cobol!

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    1. Na ja, das Flüssigmetall erlaubte natürlich vor allem auch den unkomplizierten, weil silikonlosen Einsatz der Titten des weiblichen T1000 zur taktischen Ablenkung.
      Die Idee war wegweisend, hat aber leider keinen Oscar bekommen...

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  4. Hallo
    zum Thema gibt es auch ein Buch und ein Hörbuch
    Robocalypse: Roman 1. März 2013
    von Daniel H. Wilson und Markus Bennemann
    welches ich mir mal angehört habe sowie 2 andere Bücher, die ich aber noch nicht kenne. Sofern man viel freie Hörzeit z.B. Arbeitsweg hat, dann anhören. Bei amaOzon ziemlich preiswert zu habebn, ggf. auch in der Bibliothek.

    Ps. Als Student ca. 2003 war ich mal in Japan Rundreise bagpack.
    Die Japaner: 90% ziemlich sanft, ordentlich und brauchen recht lange um einfachste Anfragen zu verstehen (z.B. nach dem Weg)
    Mir war es ein Rätsäl, wie die zu ihrem Wohlstand gekommen sind.
    Hauptsächlich Fleiß, Pünktlichkeit etc. und wohl eine gut organisierte Oberschicht, die denken kann.
    Für sog. Barbaren wäre dort, zumindest anfänglich, ein leichtes Festmahl.

    In Nagasaki habe ich doch einige Typen gesehen, mit den nicht zu Spassen wäre. Offene StraßenZuhälterei, Kunden mit dicken Autos, die vorbeifahren und die Mädchen mitnehmen. Preis?
    Als westlicher Ausländer ist man aber nicht lange allein, da viele Japanerinen am Auswandern interessiert sind.
    Die devote Haltung der Mädels nervt aber mit der Zeit.

    Leider alles sonstige viel zu teuer für Studenten-Turisten
    und für Collapse-Ausreisewillige viel zu überfüllt (overcrowded)
    und man ist sprachlich, kulturell und vom aussehen ein Fremder.
    aus China droht auch gefahr.

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    1. Das Hörbuch ist nicht auszuhalten, wie gut dass ich dafür nix bezahlt hab(lOl!). Greift lieber zum Druckexemplar. Überhaupt holen sich nur Faulpelze Romane als Hörbücher. Da kann ich mir gleich wieder Benjamin Blümchen Kassetten rauskramen.
      Das Buch selber ist so nichts besonderes. Weltuntergang durch Maschinen halt. Aber ich hab eh den Eindruck NV behandelt das Thema ohnehin nicht ernsthaft.

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    2. "ich hab eh den Eindruck NV behandelt das Thema ohnehin nicht ernsthaft."

      Tu ich auch nicht.

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  5. >ist geistig aber ziemlich arm und die wissen das auch

    Eh, bin kein Weaboo, muss da aber widersprechen.
    Als Westler fehlt einem oft der Durchblick bis auf die bekannten Stereotypen bei total fremden Kulturen wie Indern oder Ostasiaten die von ihren Umfeld und der Sprache erzeugten Denkmuster zur Gänze zu durchschauen.
    Umgekehrt vermutlich auch.
    Sie mögen da teilweise an den selben Schwächen kranken die uns die Selbstfindung auch immer schwerer macht, aber zu unterstellen dass ihnen inzwischen der eigene kulturelle "Kern" fehlt der ihre Rechtfertigung zur eigenen Existenz sowie Wertekodex wäre ist dann doch weit hergeholt und eine Behauptung die nicht unbegründet aufgestellt werden sollte.
    Wenn die ganzen Robo-mastobeure dann aufgrund Fortpflanzungsverweigerung wegsterben und niemand auf die tolle Idee kommt zum Ausgleich die Grenzen dem fremden Samen und Siedler zu öffnen, bleiben halt die Alphamännchen übrig die ihre Gene und Ideen weitergeben, vll. auch einen Bushido des 21.Jahrhunderts.

    http://www.getrealphilippines.com/blog/2015/12/filipino-thirst-foreign-blood/

    Die Filipinen scheinen da ein passenderes Beispiel zu sein für depressives "Mitläuferland" dass freiwillig in anderen Gesellschaften aufgehen möchte.

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    1. Bin ja einiges gewohnt, aber derart üble Rassenvermischungspropaganda hat mich dann doch überrascht, zumal sie in sich ja noch nichtmal konsistent ist:

      "Wir Filipinos sind in jeder Hinsicht minderwertig, also verheiratet Eure Kinder mit Ausländern: Negern für die Muskeln, Italienern für die Singstimme, Chinesen, Japanern oder Koreanern für den Geschäftssinn, Weißen für die Schönheit und Indern für die Computerei."

      Nehmen wir mal an, daß der recht hat: dann bleibt die Frage unbeantwortet, warum irgendjemand sich mit den "in jeder Hinsicht minderwertigen Filipinos" mischen sollte.

      Ob diese Ansichten die der Masse der Filipinos sind, wage ich doch stark zu bezweifeln.

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  6. vor rund 2 jahren: https://youtu.be/wE3fmFTtP9g
    heute: https://youtu.be/rVlhMGQgDkY

    mit moores mal 10 jahre hoch gerechnet und ihr bekommt ne ungefähre ahnung, dass ein grossteil der science fiction auf einmal realität ist, inkl. dem evil system dahinter...

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    1. Boston Dynamics haben letztes Weihnachten einen Rentierschlitten aus Robotern gebaut. Ich mache mir weniger Gedanken darum ob die Dinger laufen können, als um die Möglichkeiten wie KI den Menschen emotional manipuliert. Also wie in Her, Ex Machina und die anfängliche Kinderpersönlichkeit von Chappie.

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    2. Oh ja, der Big dog ist beindruckend, wenn man bedenkt dass man bereits vor 5 Jahren Experimente mit Hirnen machte die dann einfach in einen Roboter eingespannt wurden (https://www.youtube.com/watch?v=1QPiF4-iu6g) kann man sich eig. denken dass es gar nicht nötig sein wird zu warten bis man ein Gehirn zu 100% simulieren kann um eine emotionale/kreative KI zu kreieren.

      Gibt doch soweit ich weiß auch science fiction Autoren die mit dem Gedanken spielten dass statts Todestrafen irgendwann Zwangsverwertung als Robohirn einen Einzug ins Rechtssystem der Nation von Morgen machen könnte.

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  7. Like so:
    https://youtu.be/Bz1r53WSJCw

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