Samstag, 30. April 2016

Fraktionen und Allianzen


In Deutschland ist nach über einem Jahrhundert von parlamentarischer Tradition bei den Leuten das Gefühl dafür verschwunden, was Fraktionen wirklich sind und wie sich ihre Loyalität zueinander und untereinander verhält.

Die Deutschen denken überwiegend, dass Ideologien sich in ein parlamentarisches Muster kategorisieren lassen von einem sozialistischen Links, bis in ein konservatives und am Ende irgendwie nationalsozialistisches Rechts. Alles was dort nicht wirklich reinpasst ist Querfront.
Das ist alles dummes Zeug. Es gibt keine Querfront, weil es keine Fronten gibt. Es gibt parlamentarische Sitzordnung nur in Parlamenten. In Wirklichkeit sind Fraktionen eher zu vergleichen mit Bakterien unter dem Mikroskop, die in keinen festen Allianzen sind und versuchen sich gegenseitig zu fressen.

Wikinger haben lange vor und nach dem Überfall auf Lindisfarne andere nordische Stämme überfallen deren Angehörige genau so aussahen wie sie und genau dasselbe geglaubt haben wie sie. Die Angehörigen dieser Stämme wurden umgebracht oder auf den Sklavenmärkten von Dublin und Sizilien an die arabischen Moslems als Arbeits- und Sexsklaven verkauft, an eine Gruppe die mit diesen Wikingern nicht viel gemeinsam hatte, weil es sich für die Wikinger eben gelohnt hat.
Genau so eine Art von wechselnder Loyalität und einen Mangel an gemeinsamen Zugehörigkeitsgefühl findet sich auch bei den amerikanischen Ureinwohnern, die selbst immer wieder versucht haben Kolonialmächte wie Frankreich und England auf ihre Seite eines Indianerkonfliktes zu ziehen, oder heutzutage in anderen Teilen der Welt wie dem nahen Osten.

Dazu kommt, dass ideologisch scheinbar gleichgestellte Fraktionen oft anfangen sich gegenseitig zu kannibalisieren wenn es darum geht Geld, Anhänger und natürlich profit- und prästigeträchtige Positionen zu sichern. Salafisten zanken sich heute untereinander genauso wie früher die linken Studenten, bis einer anfängt die bürgerliche Polizei zu holen, damit die in der pseudo-Parallelgesellschaft für Ordnung sorgt.





Kommentare:

  1. Gut, dass das mal angesprochen wird, denn die Tatsache, dass Menschen unterschiedlicher Weltanschauung und sogar solche mit gleichen Vorstellungen nicht in Frieden miteinander leben können, sondern sich immer gegenseitig bekämpfen müssen, bedrückt mich seit 1969.

    Genauer gesagt fing es an mit dem Ussuri Konflikt zwischen Sowjets und Rotchinesen.
    Kann mir irgendjemand erklären, wieso die bekloppten Amerikaner unter Nixen sich da eingemischt haben. Hab ich damals schon nicht verstanden.

    Wieso zur Hölle hat Nixon den Russen mit einem Atomschlag gedroht, wenn sie die Chinesen
    pulverisieren?

    Niemand hat im Westen die Gelassenheit oder in meinem Fall die Freude daran, daß sich Idioten ab und zu glücklicherweise ausrotten. Immer gibt es so einen bescheuerten Helferreflex, der im schlimmsten Fall in dämliche Nationbuilding Projekte, wie Afghanistan oder Irak mündet.

    Na ja, vielleicht bin ich einfach zu alt um jeden Blödsinn zu verstehen. Aber ich versuche immer wieder meinen Kindern das chinesische Sprichwort mit auf den Weg zu geben:

    Es ist schön auf dem Berg zu sitzen, wenn im Tal die Tiger streiten!

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  2. Depp, weil sie mit China abartige Geschäfte machen...

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  3. Quatsch, damals konnte niemand mit den Chinesen Geschäfte machen. Dazu waren sie zu rückständig.
    Könnte allenfalls sein, dass es Nixon weniger risikoreich erschien, die Kommunisten gegeneinander auszuspielen. Aber dagegen spricht, dass er zunächst in der heissen Phase die eigene Bevölkerung aufs Spiel setzte.
    Ich denke wirklich, es ist ein kollektiver Schwachsinn, der den Westen nach WK 2 befallen hat....Weltpolizei und alle sollen in Frieden leben.
    Nach Somalia hatte ich die Hoffnung, dass alle gelernt hatten. Und die 1.Phase des Afghanistan Einsatzes lief ja auch ordentlich mit der Unterstützung der Nordallianz. Aber nein, ging gleich wieder los mit Brunnenbohren und Wohltaten.
    Helfersyndrom...Alle sollen uns liebhaben. Ich bin da wirklich ratlos, zumal sie ja sowas als gewünschte Verhaltensweise selbst um den Preis durchsetzen, dass Verbündete untergehen, wie Südafrika oder Rhodesien. Oder aktuell ist Israel genau deshalb und allein deshalb in Gefahr. Konnte doch jeder sehen in welche Richtung sich Obimbo bewegte.

    Ich schätze an den Russen einzig, dass sie tatsächlich Krieg führen, wenn sie Krieg führen wollen und wenn die Stinger Raketen nicht gewesen wären, hätten sie den afghanischen Müllhaufen schlicht so platt gemacht wie Tschetschenien oder wie jetzt Aleppo.

    Hilft alles nix, der Westen braucht einfach mal wieder eine Hand an der Gurgel...

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  4. Doppelt Depp. Das War klares politisches Kalkül und hatte nix mit gutmenschlichkeit zu tun.



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  5. Kann man aktuell schön an Faymann sehen. Nach 8 Jahren wird er von seiner eigenen Partei ausgebuht und durch Intrigen zum Rücktritt gezwungen.
    Irgendwie tut er mir schon leid, ich mein, er ist ein unfähiger Depp der alles macht was man ihm sagt und es sich jetzt auf unsere Kosten gut gehen lassen wird, schon klar, aber er ist halt echt einer von diesen naiven Kuschelbären die wollen, dass es allen gut geht.

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